An die Familien, in denen Papa selten da ist...

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von raevunge 20.05.10 - 19:56 Uhr

... also, mich würde nur mal interessieren, wie das bei euch so läuft. Bei uns ist es so, dass mein Mann sehr viel arbeitet. Unser Kleiner ist heute genau 1,5 Jahre alt #verliebt Normalerweise ist es unter der Woche oft so, dass er seinen Papa an manchen Tagen gar nicht sieht, da der morgens früh geht und der Kleine abends oft schon im Bett liegt, wenn er nach Hause kommt. Also ist er die meiste Zeit mit mir zusammen. Am WE muss der Papa auch oft arbeiten, dann zwar von zu Hause aus, aber er hat nicht sooo viel Zeit.

Jetzt hat der Papa seit 1,5 Wochen Urlaub. Wir waren eine Woche weg, war auch super, aber man hat echt gemerkt, dass das den Zwerg beschäftigt - Papa ist da. Und nun, wo wir wieder zu Hause sind und eigentlich der Alltag uns wieder hat, da habe ich das Gefühl, er kommt da nicht so ganz mit klar. Also, er freut sich total, dass der Papa da ist, aber es scheint ihn echt zu beschäftigen, dass z.B. auf einmal auch der Papa ihn mal zur KiTa bringt/ihn holt etc. Er ist irgendwie ganz komisch drauf. Ich kann es gar nicht beschreiben. In der KiTa haben sie auch gesagt, erhätte die ganze Zeit von seinem Papa erzählt und sei ganz anders gewesen, als sonst. Was auch ziemlich schlecht klappt, ist das schlafen gehen.

Mein Mann hatte natürlich vorher auch schon mal Urlaub ;-) aber halt lang nicht mehr, und die Kleinen entwickeln sich ja auch weiter, vielleicht nimmt er das momentan eben anders war?! #kratz Ich meine, das ist jetzt alles nicht dramatisch, aber es würd mich einfach mal interessieren, ob andere Familien das auch bemerken. Vielleicht bilde ich es mir ja auch alles nur ein #schein

Wie ist das so bei euch? Würd mich über Erfahrungen freuen :-D

GLG #winke

Beitrag von tragemama 20.05.10 - 20:07 Uhr

Bei uns ist das auch so. Das geht teilweise so weit, dass Kathrin schlechter schläft, wenn Papa zuhause ist.

Andrea

Beitrag von raevunge 20.05.10 - 20:14 Uhr

Danke für deine Antwort. Ich hatte wirklich schon überlegt, ob ich es mir einbilde, aber der Kleine ist echt anders drauf... Na ja, jetzt wollen wir dann mal sehen, wie es nächste Woche wird, wenn mein Mann wieder arbeitet #schein

LG

Beitrag von cori0815 20.05.10 - 20:15 Uhr

hi raevunge!
Mein Mann fährt Montag früh zur Arbeit und kommt gewöhnlich Freitag nachmittag, manchmal auch Donnerstag spät abends nach Hause. Am Wochenende ist er dann zwar auch viel beschäftigt, aber eben zuhause im und um das Haus herum.

Unsere Kinder (jetzt fast 3 und 4) kennen es nicht anders, dass sie einen "Teilzeit-Papa" haben. Und sie finden es ganz normal. Und wenn mein Mann mal eine Woche Urlaub hat oder von Zuhause arbeitet, dann freuen sie sich und wollen ihn an allem teilhaben lassen. In diesem Zeitraum teilen wir - mein Mann und ich - uns die meisten Aufgaben dann auch, so dass für alle genug "Papa" übrig ist, um die in der Arbeitswoche entstandenen Defizite aufzufüllen.

Mich würde ja mal interessieren, was dein Sohn mit 1,5 Jahren so alles über den Papa in der KiTa "erzählt" *schmunzel*

Du wirst sehen: je älter dein Sohn wird, desto gelassener wird er damit umgehen. Voraussetzung ist, dass DU gelassen damit umgehst. Mütter, die natürlich den ganzen Tag sowas sagen wie "Tja, der Papa kann ja leider nicht dabei sein, der verpasst das hier alles, der arbeitet viel lieber als mit uns zusammen zu sein" usw. können nicht erwarten, dass die Kinde damit locker umgehen.

Also versuch einfach,so zu tun, als wenn es vollkommen normal ist, dass der Papa jetzt die Kita-Übergabe und vielleicht das Nachtritual übernimmt (auch wenn er es in einer Woche nicht mehr tut). Je mehr Begeisterung du in dieser Situation für die Anwesenheit des Papas zeigst, desto begeisterter wird er sein. Je "nachdenklicher" du bist, wird auch dein Sohn sein.

Ich wünsche euch eine schöne Zeit!
Lg
cori

Beitrag von raevunge 20.05.10 - 20:23 Uhr

Vielen Dank für deine Antwort! Vielleicht hätte ich das ERZÄHLT in " " setzen müssen, sorry ;-) Er hat wohl halt die ganze Zeit "Papa, da, Tür" gesagt, immer wieder ;-)

Also wie gesagt, es ist ja alles nicht dramatisch, ich denke auch mal nicht, dass wir das irgendwie forcieren, dass er das als ne außergewöhnliche Situation wahrnimmt. Aber ich habe mich halt gefragt, was los ist - bis ich drauf gekommen bin, dass es evtl. an Papas Urlaub liegen könnte #schein Der Kleine freut sich ja auch wie Bolle, dass der Papa da ist, aber "verwirrt" ist er trotzdem..

Wird schon werden :-D

GLG!

Beitrag von marjatta 20.05.10 - 20:32 Uhr

Also unser Lütter ist jetzt 13 Monate. Sein Papa kommt so jeden 2. Monat für 2 Wochen nach Hause. Da arbeitet er dann zwar auch zu hause, aber er hat schon ein wenig Zeit für ihn. Jetzt ist der Papa auch nicht gerade ein Überflieger, was den Lütten angeht.
Ich habe bisher nur gemerkt, dass unser Sohn ihn - wenn er denn da ist - ganz gezielt in sein Spiel zu integrieren versucht, ihn genau beobachtet und ihn auch nachmacht. So wie er es auch manchmal bei mir macht#verliebt

Ansonsten bekommt er die Abreise meistens nur durch das vorabendliche Kofferpacken mit. Das beobachtet er genau. Aber ich mache mir um unterschiedliches Verhalten in den verschiedenen Konstellationen der Anwesenheit keine wirklichen Gedanken.

Es ist einfach so, wie es ist. Der Lütte geht jetzt auch seit Anfang April in die Krippe, da auch ich wieder arbeiten gehe. Da es für mich einfach selbstverständlich ist, dass es so ist und passiert, hat er sich sehr schnell eingewöhnt. Er geht gerne hin - wenn man das über einen 13 Monate alten kleine Kerl so sagen kann. Und nachmittags bekomme ich ein ausgeglichenes zufriedenes Kind zurück.

Witzig, mir fällt gerade ein, dass er am Dienstag nachmittag gar nicht nach seinem Vater gesucht hat. Wir haben ihn morgens gemeinsam zum Flughafen gefahren. Hat er wohl doch mitbekommen und eben einfach abgehakt, dass jetzt wieder nur Mama und er zuhause sind. #kratz

Insofern ist es doch auch schön, wenn sie das bewußt wahrnehmen. Aber ich gebe meiner Vorrednerin recht, je normaler wir das hinnehmen, desto einfacher ist es. Ich sage ihm eigentlich nur, dass der Papa nicht da ist, sondern arbeitet und sich um die Oma kümmert. Ich werte es nicht, aber er soll schon wissen, was sein Papa macht.

Gruß
marjatta

Beitrag von kleine1102 20.05.10 - 22:45 Uhr

Hallo,

mein Mann ist beruflich auch viel "unterwegs", u.a. meist mehrmals pro Woche im 24-Stunden-Dienst (d.h. dann bis zu 30 Stunden von zu Hause weg). Oft auch an den Wochenenden und zusätzlich auch noch für die Dauer "halbwegs normaler" Arbeitstage. Von zu Hause aus gibt's dann oft noch das ein oder andere Telefonat oder ein wenig Bürokram zu erledigen.

Unsere Mädels sind beide absolute "Papa-Kinder" und hängen außerordentlich an ihm #herzlich. Während es für die Kleine normal ist, dass der Papa oft nicht da ist (sie freut sich "wie Bolle", wenn er nach Hause kommt und sucht dann intensiv seine Nähe #verliebt), hinterfragt die "Große" phasenweise Papas Abwesenheit schon recht nachdrücklich. So "um ihren dritten Geburtstag herum" sagte sie einmal völlig unvermittelt, "Ich bin so traurig!". Auf Nachfrage antwortete sie, "Weil mein Papa nie da ist!" #schmoll #schwitz :-(. Ich habe dann gesagt, dass der Papa halt arbeiten muss, so wie die meisten Papas (und Mamas). Darauf sagte unsere Maus, "L...s Papa arbeitet auch nicht so viel wie meiner!" #schock #gruebel :-(. "Harte Worte" aus dem Mund eines so kleinen Kindes...

...dazu muss ich sagen, dass mein Mann sich in jeder freien Minute von Herzen gern mit unseren Kindern beschäftigt und die Zwerge das sehr genießen #herzlich. Es gibt aber eben Phasen, in denen er auch weit mehr als 40 Stunden/Woche arbeitet. Seit er den AG gewechselt hat, ist es ETWAS ruhiger geworden, vorher waren 60-80 Stunden/Woche eher die Regel als die Ausnahme #zitter.

Gerade hatte "unser" Papa 10 (!!!) Wochen "Zwangspause" von der Arbeit in Folge einer OP, für ihn und mich wenig erholsam (er konnte sich lange kaum bewegen), für unsere Mädels natürlich absolut klasse ;-). Papa hat in den vergangenen Wochen soooo viele Bücher vorgelesen und sooooo viel auf dem Sofa mit den beiden gespielt (von DUPLO über Playmobil und Polly Pocket bis hin zu Gesellschaftsspielen), das fanden die Mäuse genial. Der Wiedereinstieg nächste Woche wird für die zwei sicher der "Super-Gau" und die Umgewöhnung wird schwer fallen. Die Kleine ruft immer sofort "Papa" wenn wir nach Hause kommen- letzte Woche war der dann tatsächlich mal einen Tag NICHT hier (Team-Sitzung bei der Arbeit). Die Kleine hat (wahrscheinlich unter Schock ;-)) ihren ersten 4-Wort-Satz gesagt, "Papa ißt niß da!" #cool, die "Große" hat ganz weinerlich gesagt, "Aber Papa gehört immer noch zu uns!" #schwitz.

Tja- alles nicht immer so leicht, aber es spielt sich seit Anfang des Jahres (von der langen Zeit der Krankschreibung abgesehen) allmählich ein, bzw. bewegt sich in etwas normaleren Bahnen. Uns ist wichtig, dass die beiden immer ihren gewohnten Rhythmus/Tagesablauf haben, egal ob mein Mann arbeitet oder frei hat. Dazu muss man sagen, dass ich auch berufstätig bin (in einem recht geringen und zeitlich sehr flexiblen Umfang) und das dann ebenso der Fall ist.

Dass die Kleinen sich oft erst neu orientieren müssen, wenn ein viel "abwesender" Papa dann zwischendurch mal zu Hause ist, ist weitestgehend normal. Entscheidend ist dabei z.B., wie intensiv dieser sich "einbringt", wenn er dann da ist. Verhält er sich lediglich wie ein "Gast" und die Mutter kümmert sich trotz seiner Anwesenheit hauptsächlich allein um die Kinder, werden diese natürlich umso schwieriger einen verlässlichen "Draht" zu ihm entwickeln können. Unsere Erfahrung zeigt wie gesagt, dass es nicht auf den zeitlichen Umfang des Familienlebens, sondern auf die Qualität dieses Zusammenseins ankommt.

Auf nächste Woche sind wir natürlich trotzdem "gespannt" #zitter #schwitz- der eine Tag Abwesenheit hat hier ja schon für kindliches Gefühls-Chaos gesorgt #liebdrueck #herzlich, deshalb wird mein Mann auch langsam (mit wenigen Stunden in der ersten Zeit) wieder in die Arbeit "einsteigen" #verliebt.

Lieben Gruß #stern,

Kathrin & #huepf Lina Emilia (3,5 Jahre) & #baby Antonia Maria (17 Monate)