Schwangerschaftsdiabetes!!!!

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Forum: Schwangerschaft

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Beitrag von fiona03 21.05.10 - 08:45 Uhr

Hallo!

Was ist genau Schwangerschaftsdiabetes und was bedeutet das fürs Baby?#kratz.Muss ich jetzt irgendwelche Medikamente nehmen.Muss ich mir jetzt sorgen machen?Meine Werte 100/189/149 laut meinen Fa istalles okay kenn mich nicht mehr aus.

Lg Fiona

Beitrag von nickel-79 21.05.10 - 08:48 Uhr

was meint dein FA mit alles ok?

hast du einen Termin beim Diabetologen und wurden die Werte aus der Fingerkuppe oder aus der Vene genommen, denn das sind wirkliche unterschiede.
Nüchtern sollte unter 90 sein, nach der Zuckerlösung unter 180 und danach unter 140.

LG

Beitrag von erdwuermchen 21.05.10 - 08:56 Uhr

Hallo,

also als ok würde ich deine Werte auch nicht bezeichnen. Und was für Medikamente musst du denn nehmen? Wenn deine Werte sich nicht bessern dann musst du Insulin spritzen, aber mehr auch nicht.

Hat dein FA mehr nicht zu dir gesagt.

Wenn ich diese Werte bei meiner Diabetologin hätte, würde die sofort reagieren.

LG
erdwürmchen

Beitrag von erdwuermchen 21.05.10 - 09:00 Uhr

Ach so und was das genua ist.

Dein Körper schafft es nicht mehr genug Insulin aufzubauen um deinen Zucker abzubauen. Ein Verstärker ist ein SS-Hormon, was gegen die Insulinproduktion arbeitet.

Das Schlimme ist, dass dein Baby diese Insulinproduktion auffängt und mehr produziert, als es sollte. Es kann zu schweren Entwicklungsstörungen kommen. Durch diese erhöhte Insulinproduktion im Mutterleib unterzuckern die meisten Babies nach der Geburt, da sie nur für ihren Körper zu viel Insulin haben. Das wird mit einer Zuckerlösung aufgefangen, aber ist eben nicht gut für die Kinder. Zusätzlich erhöht sich das Diabetisrisiko dieser Kinder.

LG
erdwürmchen

Beitrag von miau2 21.05.10 - 09:10 Uhr

Hi,
deine Werte sind nicht ok. Du solltest dich an einen Diabetologen wenden (wenn dein FA das nicht will, wende dich an einen anderen, oder deinen Hausarzt).

Der wert nüchtern hätte unter 90, der nach einer Stunde unter 180 (bzw. hier sogar unter 160) sein müssen. Den dritten Wert habe ich nicht mehr im Kopf, aber im Prinzip ist es auch egal - auch mit zwei erhöhten Werten gilt eigentlich die Diagnose "Gestationsdiabetes". Ich kann mir nicht vorstellen, dass das in Österreich so ganz anders ist als in D.

Sorgen machen muss man sich nur, wenn nichts unternommen wird. Unbehandelt und uneingestellt ist G-Diabetes gefährlich, sogar lebensgefährlich für den Bauchbewohner. Es kann zu einer Verschlechterung der Versorgung kommen, auch Früh- oder im Extremfall Totgeburten sind möglich. Das Baby kann zu groß werden, die Organe bei dem Wachstum nicht mithalten. Die Unterzuckerung nach der Geburt ist eine Gefahr, wobei das meistens gut in den Griff zu bekommen ist (nicht immer, gibt auch Babys, wo das massive Probleme macht und die damit auf der ITS landen). Und danach besteht für das Kind ein erhöhtes Risiko, bereits im Kindes- oder Jugendalter an Diabetes oder Adipositas zu erkranken.

Das alles betrifft aber nur Fälle, die unbehandelt und uneingestellt sind. Wenn die Blutwerte der Mutter ok sind merkt das Baby von der Erkrankung nichts mehr. Und dem Bauchbewohner ist es auch egal, ob das mit Diät oder (zusätzlich) Insulin erreicht wird.

"Medikamente" - i.d.R. wird erst mal mit Ernährungsumstellung versucht, ob die Werte so im grünen Bereich bleiben. Kann klappen, klappt auch oft, bei manchen auch nur vorübergehend. Wenn das nicht oder nicht mehr reicht, wird zusätzlich Insulin herangezogen. Wie weit man diesen Stoff, der ja eigentlich nicht viel anderes ist als das, was der Körper selbst herstellt dann als "Medikament" ansieht ist Ansichtssache ;-).

Andere Medikamente gegen G-Diabetes gibt es nicht, Tabletten (wie sie Typ II-Diabetiker oft bekommen) sind in der Schwangerschaft ungeeignet.

Kein Grund zur Panik, aber Grund, etwas zu unternehmen - und bis dahin solltest du auf
- Säfte, Saftschorlen
- Süßigkeiten aller Art - dazu zählen auch Fruchtjoghurts, Fertigmüslis usw.
- Weißmehl
- Trauben, Bananen
- Zucker (Haushaltszucker, Traubenzucker....) in Reinform, also z.B. als Süße im Kaffee,

verzichten, damit kann man nichts falsch machen, aber wenn sich die Diagnose bestätigt wäre das ein richtiger Anfang. Und wenn nicht hat man damit zumindest keinen Schaden angerichtet ;-).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von blackcat9 21.05.10 - 09:44 Uhr

Hallo Fiona,

Deine Werte finde ich schon grenzwertig:
- nüchtern: bis max. 90
- nach 1 Stunde: bis max. 140
- nach 2 Stunden: bis max. 120

Das sind die Werte, die ich damals nicht überschreiten sollte. Bei mir wurde in der 25. Woche SS-Diabetes festgestellt.

Für mich hieß das:
konsequente Ernährungsumstellung (viele Vollkornprodukte, wenig Zucker, relativ wenig Fett, etwas Sport machen, wenig ausländische Früchte (weil viel Fruchtzucker), viel Gemüse, magere Fleischsorten wie Geflügel. Und regelmäßige Blutzuckermessungen (anfangs waren es wegen Überschneidung 10mal am Tag. Danach hat es sich bei 6 mal einpendelt: jeweils nüchtern und 1 Stunde danach).

Mir wurde dann gleich gesagt, dass sie spätestens am ET einleiten werden. Hatte die Hoffnung, dass es ohne Einleitung klappt, zumal ich 5,5 Wochen lang mit Wehen zu kämpfen hatte, aber er wollte einfach nicht raus. Die Einleitung an sich (mit Tabletten in oraler Form) war nicht schlimm und zog sich Gott sei Dank auch nicht ewig.

Allgemein für Mütter heißt das:
Es kann zu gesteigertem Durst kommen, Harnwegs- und Nierenentzündungen, Zucker im Urin, übermäßige Gewichtszunahme (war bei mir mit insgesamt 7,5kg Zunahme nicht der Fall) und erhöhtem Blutdruck kommen. Das sind oft Anzeichen für eine SS-Diabetes. Häufig kommt es dann auch zu Kaiserschnitten, weil die Kinder oft größer sind.

Für Colin hieß das:
Er kam mit einer leichten Unterzuckerung auf die Welt, bekam Zuckerlösungen gespritzt. Aber das war nach 2 Tagen wieder vorbei. Ansonsten war er komplett gesund. Hätte ich Insulin spritzen müssen, weil die Ernährungsumstellung allein nicht gereicht hätte, hätte Colin nach der Geburt 24 Stunden unter Beobachtung gestanden. War aber auch nicht notwendig.

Allgemein für Babies heißt das:
Es kann bei einer unentdeckten SS-Diabetes zu einer Mangelversorgung des Babies kommen, die auch zum Tode führen kann. Babies werden oft größer und schwerer (ich hatte Glück mit Colin: 52cm und 3.210g), Fehlentwicklung der Lunge können ebenso Folgen sein wie ein Mangel an Kalzium und Magnesium in den ersten Lebenstagen


Gleich, ob man Risikopatient ist oder nicht (ich war es eigentlich nicht) sollte man das Thema sehr ernst nehmen. Und sich schon bewußt gesund ernähren, so dass das Risiko etwas eingedämmt wird. Weil ich die Folgen sehr schlimm finde.

Ich würde die Werte auf alle Fälle überwachen (lassen) und einen Diabetesarzt aufsuchen. Anfangs reicht auch erstmal eine Ernährungsberaterin, die sich mit SS-Diabetes auskennt. Die hatte mir damals sehr geholfen.

LG
Franzi mit Colin und den Stiefkids Niklas und Justin

Beitrag von nickel-79 21.05.10 - 10:10 Uhr

die Werte sind die Leitlinien, wenn du nach der Ernährungsberatung gehst.
Aber nicht die Werte nach dem Belastungstest.

Beitrag von blackcat9 21.05.10 - 10:41 Uhr

Die Werte sind die von zwei Diabetesärzten, bei denen ich war. War nur mit dem einen Arzt unzufrieden, weil der mir trotz Werte darunter Insulin verabreichen wollte und keine Ernährungsumstellung probieren wollte. Die Diabetesärztin, die ich mir dann direkt in der Entbindungsklinik gesucht habe, hat mir die gleichen Werte gegeben.

Von der Ernährungsberaterin habe ich lediglich Tips für Lebensmittel bekommen, da ich es erstmal mit einer Umstellung versuchen wollte und der Termin bei der Diabetesärztin erst ein paar Tage später war.