Knickfuß

Archiv des urbia-Forums Kindergartenalter.

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von louis2005 21.05.10 - 10:11 Uhr

Hallo, welches Kind hat noch extreme Knickfüße? Würde mich ggfs. gern austauschen ... Vielen Dank, Franziska

Beitrag von kati543 21.05.10 - 10:12 Uhr

Was ist denn extrem?Mein Sohn hat Knick-Senkfüße. Er hat Einlagen und bekommt Physio.

Beitrag von louis2005 21.05.10 - 10:17 Uhr

Wir waren gestern wieder beim Arzt und er hat auf's Rezept eben "extrem" draufgeschrieben. Darum gehts mir ja gar nicht ... Mein Sohn hat vor ca. 6 Wochen Einlagen erhalten; er hat sich aber innerhalb einer Stunde Blasen gerieben. Wir sind nun das 3. mal beim Schuster gewesen, der dann die Einlagen nachgeschliffen hat. Aber auch dies hat bislang nichts genützt. Jetzt haben wir auch KG verschrieben bekommen, wir müssen zum Röntgen ...

Kann ich Dich fragen, ob die Einlagen bei Euch helfen und ob Ihr auch Probleme damit hattet? Wie lange macht Ihr schon Physio? Lieben Dank .-)

Beitrag von kati543 21.05.10 - 10:23 Uhr

Wir sind beim 3. Rezept jetzt. Wie kann man denn von dein Einlagen Blasen bekommen? Aus was sind denn eure Einlagen? Beiuns wird es jetzt immer besser. Die Ärzte haben uns gesagt, dass es sogar mal wieder ohne Einlagen gehen wird.

Beitrag von louis2005 21.05.10 - 10:27 Uhr

Die Innenfüße meines Sohnes liegen fast auf dem Boden auf, deshalb wahrscheinlich auch "extrem". Die Sohlen sind ja dafür gedacht, daß die Fußbeuge wieder in Form kommt; deshalb wird natürlich massiver Druck auf den Fuß ausgeübt. Wir mußten auch mit ner halben Stunde erst anfangen und dann steigern. Nur sind wir dazu nicht gekommen, da wie schon geschrieben am Innenfuß jeweils Blasen entstanden sind. Die Sohlen wurden nach Fußabdruck von nem Orthopädischen Schuhmacher angefertigt und bestehen aus 3 Lagen. Keine Ahnung, was das für Material ist. Unser Arzt hat nur gestern ggfs. von OP gesprochen, deshalb bin ich nun etwas beunruhigt und würde gern von anderen erfahren, was sie gemacht haben, um die Füße wieder "in Form" zu bringen.

Beitrag von kati543 21.05.10 - 13:01 Uhr

Nur was ich schon beschrieben habe. Allerdings war es bei meinem Großen auch nicht so schlimm.

Beitrag von curlysue2 21.05.10 - 19:55 Uhr

Hallo,

unser Sohn hat Klumpfüße und durch eine Überkorrektur auch extreme Knick-Senkfüße zurückbehalten. Die müssen auch mit Einlagen korrigiert werden. Seine Fußsohlen lagen beim Stehen auf dem Boden auf, keinerlei Wölbung zu erkennen. Inzwischen kann man eine Besserung erkennen und der Orthopäde ist auch sehr zufrieden.
Wir haben auch die Abdrücke (wurden per Scanner angefertigt) und Einlagen bei einem Orthopädietechniker machen lassen. Wir konnten sie direkt "ganz" in den Schuhen lassen. Wir sollten auch erst langsam mit ein bis zwei Stunden anfangen und dann in ca zwei Wochen bei ganztags angekommen sein. Bei unserem Sohn ging es sogar schneller.
Blasen oder Wundgelaufen hatte unser Sohn gar nicht - nur gemeckert in der ersten halben Stunde aufgrund des ungewohnten und auch teilweise ungemütlichen Gefühls. Das wurde uns aber auch beim Anpassen vorausgesagt und auch dass er evtl. leichte Blessuren aufgrund der ungewohnten Einlage geben könnte.

Seine Einlage ist oberflächlich aus Kork, biegsam und dennoch fest und stark an den nötigen Stellen, unser Orthopäde war begeistert als er sie das erste Mal gesehen hat und wollte auch direkt Name und Sitz des Technikers wissen, der sie gefertigt hatte. Daraus habe ich gefolgert, dass wir wohl Glück hatten an einen guten Techniker zu kommen und es wohl auch an der Verarbeitung mancher Einlagen liegen kann, wenn es da zu extremen Problemen kommt.

Wenn bei Euch die Einlagen solche Probleme machen würde ich vorschlagen Euch evtl. noch mal eine zweite Meinung über die Machart der Einlagen bei einem anderen Techniker einzuholen (wenn die das denn machen). Vielleicht kommt auch nur einfach alles zusammen: empfindliche Füße und zu harte oder doch nicht wirklich passende Einlagen.

LG

curlysue

Beitrag von fussverbieger 22.05.10 - 11:12 Uhr

Für Kassenpatienten gibt es in Deutschland zweier Art von Einlagenversorgungen für Kinder mit Knickfüßen:

1). Es werden einfache Weichschaumeinlagen verschrieben, die oft mehr schaden als nutzen (siehe Schwammtuchfilm auf meiner HP oder youtube).
Diese Weichschaumeinlagen werden maschinell gefertigt, sind nicht wirklich nach Maß angefertigt (dürfen aber so genannt werden) und bringen dem Sanitätshaus ordentlich Geld ein,- hier ist der einzige Nutzen dieser Kasseneinlagen zu finden.

2). Es werden Backen- oder Schaleneinlagen verschrieben, die den Fuß und die gesamte Beinstatik ins rechte Lot bringen bzw. halten.
Vorausgesetzt, diese Einlagen werden exakt nach Gipsfußmodellen angefertigt, ist die Wirkung optimal und nach nur wenigen Minuten ist das Abrollverhalten der Füße ganz anders.
Der Fuß drückt am Anfang ungemein gegen die seitlichen Stützbacken der Einlagen, denn schließlich will er ja einknicken.
Die Haut steht nun als Zwischenpuffer zwischen Fuß und Einlage. Die Haut kennt an dieser Stelle keinen Druck und muss einen Schutz aufbauen.
Bis sich die Haut an den Druck gewöhnt hat, können (je nach Kind) einige Stunden oder auch eine Woche vergehen!

Es gibt Tricks, die die Eingewöhnung erleichtern:
1). am ersten Tag ein paar Minuten barfuß auf den Einlagen laufen lassen und danach die roten Stellen der Haut massieren - 3 -4 mal wiederholen

2). Ein Pflaster an die Stelle kleben, die nun besonders gedrückt wird und an der Einlage eine kleine Polsterung anbringen oder anbringen lassen.

Bitte zu bedenken, dass nicht die Einlage drückt, sondern der Fuß schräg steht und durch die Einlage korrigiert werden muss!

Erfolgsprognose:

Beim Beispiel 1 liegt die Erfolgsprognose meist unter 0% - später wird oft die OP empfohlen, weil man das feststellt, was ich oben geschrieben habe.

Das Beispiel 2 funktioniert dann, wenn das Kind die Einlagen den ganzen Tag über trägt,- maximal 10 Minuten am Tag ohne Einlagen läuft,- einzige Ausnahme WEICHE NATURBÖDEN. Dazu wird mindestens zwei mal am Tag eine Gymnastikübung gemacht, die zur Stärkung der Fuß- und Beinmuskeln dient (der Orthopäde der seinen Job ernst nimmt, zeigt diese Übung).

Kurz um:
Das Kind braucht gegen den Knick- Senkfuß im Sommer stets drei Paar Einlagen (für Hausschuhe, Sandalen und für die Freizeitschuhe).
Die gesetzliche Krankenkasse bezahlt ein- bis maximal zwei Paar. Das andere Paar zahlen die Eltern.
Achtung: Preisvergleiche lohnen sich
- Einlagenmuster zeigen lassen (wer den Schwammtuchfilm gesehen hat, wird beurteilen können, ob die angebotenen Einlagen etwas taugen oder nicht)
- Gipsfußmodelle des Kindes unbedingt zeigen lassen (oft werden die erst garnicht angefertigt!).

Wird eine Erfolgsgarantie angeboten, können sich die Eltern sicher sein, dass hier wirklich ein Interesse daran besteht, Kunde Kind schnell wieder loszuwerden, weil die Füße sich so entwickeln, dass Einlagen nicht mehr benötigt werden -:)