Pfandrecht Vermieter - Wohnungsinhaber tot

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von cashmere0815 21.05.10 - 16:00 Uhr

Hallo,

wer kennt sich mit Mietrecht aus?
Oma ist gestorben und die Miete wird nun nicht mehr bezahlt, da Konto erloschen ist und auch kein Guthaben vorhanden war. Nun schreibt der Anwalt vom Vermieter, daß man die Schlüssel beim Anwalt abgeben soll, der Grund wird weggelassen. Klar, hier will er ein Pfandrecht ausüben. Ist ja auch soweit in Ordnung, immerhin bekommt er ja noch Geld für die ausstehende Miete und die Folgekosten. Ist man dazu überhaupt verpflichtet? Und wenn ja, wann? Sofort? Es wurde eine 10tägige Frist ausgesprochen. Die Wohnung ist zum einen noch nicht mal gekündigt, bzw. die ausgesprochene Kündigung ist nicht rechtskräftig, geschweige denn hat bisher überhaupt irgendeiner das Erbe angenommen oder aber abgelehnt.

Beitrag von manavgat 21.05.10 - 16:04 Uhr

Ich würde Dir empfehlen, in die Wohnung zu gehen und die Erinnerungsstücke an denen Du hängst (z. b. Fotoalben) herauszuholen. Dann gib die Schlüssel ab, wenn Du das Erbe ohnehin ausschlagen wirst (auch für Deine Kinder bitte gleich mit).

Hast Du ausgeschlagen, hast Du keine Möglichkeit mehr persönliche Dinge zu bekommen.

Gruß

Manavgat

Beitrag von cashmere0815 21.05.10 - 17:29 Uhr

hmm....es geht mir nicht so sehr um Erinnerungsstücke oder Fotos, letzteres kann ich alle von meiner Mama haben, aber ich glaube, ich darf so oder so nicht in die Wohnung und überhaupt etwas nehmen, da sonst das Erbe angenommen wird.
Es geht mir eher darum, daß der Vermieter mir bzw. meinen Eltern mit Konsequenzen droht und dann Forderungen über seinen Anwalt stellt, die nicht offensichtlich sind. Das er sauer ist, weil die Miete nicht bezahlt wird, kann ich nachvollziehen, wäre ich auch, wenn ich Vermieter wäre. Aber mir drohen...weder kenne ich ihn persönlich, noch stehe ich in irgendeinem Vertragsverhältnis mit ihm. Meine Oma war 2 Tage tot, da wurde ich direkt von ihm am Telefon klein gemacht...nicht das es wichtig wäre, aber er hat noch nicht einmal sein Beileid bekundet. Und dann kommt einen Tag nach dem Telefonat noch eine schriftliche Drohung, sowie er wäre immer zu meiner Oma fair gewesen.......also dieses persönliche...das hätte er sich sparen können.

Beitrag von sassi31 21.05.10 - 17:56 Uhr

Ich würde dem Anwalt mitteilen, dass es noch keine Klärung bzgl. der Erbschaft gibt.

Beitrag von gunillina 21.05.10 - 19:29 Uhr

Warum kündigt und räumt ihr die Wohnung nicht?

Beitrag von wasteline 21.05.10 - 19:24 Uhr

Damit wäre ich ganz vorsichtig. Sollte aus der Wohnung irgendwas entfernt werden, dann kann das als Annahme des Erbes ausgelegt werden.

Beitrag von nisivogel2604 22.05.10 - 08:10 Uhr

Und wer will ihr nachweisen das sie 2 Schmuckstücke, 3 Fotoalben und ein Deko Teilchen mitgenommen hat? Meinst du da kennt einer exakt die Sachen die in Omas Wohnung liegen?

Beitrag von manavgat 22.05.10 - 10:21 Uhr

eben.

Gruß

manavgat

Beitrag von werner1 22.05.10 - 12:03 Uhr

Dazu reicht bereits die Aussage eines Nachbarn.
Es ist so, dass - wenn alle das Erbe ausschlagen - das Bundesland erbt.

Und dann geht es nicht mehr um eine unbezahlte Miete, sondern um Steuerhinterziehung etc.

Und dann viel Spass, die sind sehr nachtragend.

freundliche Grüsse Werner

Beitrag von nisivogel2604 22.05.10 - 12:14 Uhr

Wenn sie mit einem Leinenbeutel in die Wohnung geht udn eben mit diesem Beutel die Wohnunga uch wieder verlässt, was soll der nachbar denn dann sagen? kannd er durch den Beutel gucken? Oder wenn sie die Sachen in dei Jackentasche steckt? Weiß der Nachbar genau was Oma in ihrer Wohnung hatte? Ich bezweifel das? Und mit einem Familienfotoalbum Steuern hinterzeihen? Na, wohl kaum. Sie soll hier nicht die Millionen unter der Matratze rausholen sondern sich 3 oder 4 persönliche Erinnerungsstücke sichern.

lg

Beitrag von joann210586 22.05.10 - 11:51 Uhr

Hallo,

nur mal rein interessehalber, aber ist die Wohnung nicht "automatisch" gekündigt wenn der Mieter verstorben ist? Bei anderen Verträgen müsste das doch auch so sein oder?

Immerhin ist ja eine Vertragspartei nicht mehr vorhanden, somit auch kein Vertrag mehr. NK etc. zahlen bringt doch auch nichts, werden doch keine mehr verbraucht.

Kenn mich in dieser Richtung leider gar nicht aus, aber wäre mal interessant zu wissen.

LG Joann
PS: Sorry für die blöde Ausdrucksweise.

Beitrag von bezzi 24.05.10 - 08:32 Uhr

Ich kläre Dich da gerne auf:

Wenn ein Vertragspartner stirbt, wird nicht automatisch auch der Vertrag unwirksam. Wäre ja auch ziemlich blöd, wenn am Tag nach dem Tod des Vermieters, das Räumkommando vor der Tür steht, um die Mieter vor die Tür zu setzen ;-)

Vielmehr treten die Erben (und zwar alle gemeinsam !) des Verstorbenen mit allen Rechten und Pflichten in das bestehende Vertragsverhältnis ein.
Die Erben müssen also unter Einhaltung der ganz normalen Kündigungsfrist kündigen und sind solange auch für die Miete und die Nebenkosten (die sich ja nicht nur auf Heizung, Wasser und Strom beziehen) zuständig.

Beitrag von joann210586 24.05.10 - 11:57 Uhr

ah ok. Danke für die Aufklärung.