an alle arbeitenden Mütter ohne Hort/ ohne Ganztagsschule

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von giftzwerg01 21.05.10 - 20:14 Uhr

Hallo!

Ich wollte mal fragen, wie ihr das macht?

Bisher habe ich nur 15 Wochenstunden (4 Tage) gearbeitet, da ging das recht gut, dass ich mittags zu Hause war. Jetzt ist auf meiner Arbeitsstelle mal wieder die Diskussion entstanden, ob ich nicht 25 Stunden arbeiten könnte #augen.

Aber ich fürchte, das artet in Stress aus. Meine Tochter (10) geht frühestens um 7.15 aus dem Haus, d.h. ich könnte um 8 Uhr auf der Arbeit sein und wäre kurz nach 14 Uhr wieder zu Hause. Da ist meine Tochter schon längst zu Hause (Schulschluss um kurz nach 1, oft aber auch schon um 11.15 Uhr). Okay, alleine bleiben ist jetzt in dem Alter nicht das Problem...

Dann Essen kochen, das wäre frühestens um halb 3 fertig, dann Hausaufgaben betreuen bis ca. 17.00 Uhr (schwieriger Fall), Haushalt, Einkaufen, schon ist Zeit fürs Abendbrot...

Von irgendwelchen Terminen mal ganz zu schweigen.

Mein Mann arbeitet durchschnittlich 50 - 65 Stunden die Woche und zieht sich da völlig raus. Ich sehe aber irgendwo auch nicht ein, dass ich 60% arbeite + 100% die Betreuung unserer Tochter und den Haushalt übernehme.

Probleme habe ich vor allem mit dem Mittagessen. Halb 3 finde ich einfach zu spät. Wie macht ihr das? Esst ihr mittags kalt und kocht abends? Wir haben das mal versucht, das endete aber damit, dass alle nachmittags Kohldampf hatten und sich Süßes reingezogen haben und abends hatten wir keinen Appetit mehr bzw. waren irgendwie unterwegs und hatten dann auch keine Zeit mehr zum kochen.

Die Schule hat leider keine Mensa :-(

Wie organisiert ihr euch?

#danke

LG
Britta

Beitrag von wirsindvier 21.05.10 - 23:59 Uhr

Hallo

ich kann Dir zwar nicht sagen, wie ich es mit meinen Kids machen werde, da diese noch zu klein sind.
Dafür kann ich Dir schreiben, wie es meine Mama mit mir und meiner Schwester gemacht hat ;-)

Abends vorgekocht und wir haben uns das Essen dann am nächsten Tag aufgewärmt.
Geschadet hat es uns nicht.

Ging einfach nicht anders, da meine Mutter damals auch arbeiten musste ( ich war 6 J. und meine Schwester 11 J. )

lg

Beitrag von imzadi 22.05.10 - 02:34 Uhr

Einfach am Vortag eine Portion mehr kochen, in den Kühlschrank damit und der Tochter die Microwelle erklären.

Beitrag von zickentwins 22.05.10 - 14:48 Uhr

Hallo Britta!

Ich arbeite an 2 Tagen bis 14 Uhr. Die Rückfahrt eingerechnet bin ich um ca. 15 Uhr zu Hause.

An einem der beiden Tage ist mein Mann zu Hause. Und da ich Übermittagsbetreuung für meine 10-jährigen Töchter ja nur einmal in der Woche bräuchte, aber sie voll bezahlen müsste, sind meine Mädels dienstags mittags allein zu Hause.

Sie haben um 13.15 Uhr Schulschluss und sind dann gegen 13.30 Uhr zu Hause.

Vereinbart ist das sie sich, wenn sie Hunger haben ein Brot schmieren können und dann ihre Hausaufgaben machen sollen.

Das funktionierte anfangs eher nicht, sie haben sich zwar ein Brot gemacht, dann aber ferngesehen, sich eine Freundin eingeladen oder sind eine Freundin besuchen gegangen (netterweise mit Zettel auf dem Küchentisch "Sind bei ..." und Hausaufgaben Hausaufgaben sein lassen.

Inzwischen wissen sie aber das sie erst, wenn die Hausaufgaben gemacht sind zu einer Freundin gehen dürfen oder eine Freundin zu uns kann.

Das heißt díenstags frühestens um 15.30 Uhr, damit ich die Hausaufgaben vorher kontrollieren kann. Wenn die nicht oder unvollständig gemacht sind, muß das dann halt noch zuerst gemacht werden.

Warmes Essen gibt es dienstags dann abends.

Also gehen tut das schon. Wenn die Kinder sich erst mal daran gewöhnt haben.

Gruss,
zickentwins

P.S. Gemütlicher finde ich es aber auch, wenn ich schon mittag zu Hause bin.
;-)

Beitrag von bibip13 24.05.10 - 08:39 Uhr

Hallo Britta,

also bei uns ist das mit der Betreuung ein riesiges Problem. Unsere Tochter ist 6 Jahre und kurz vor ihrer Einschulung letztes Jahr habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Erst einmal 12 Stunden pro Woche mit der Option dies zu steigern. Da beide Kinder (wir haben noch einen 3-jährigen Sohn) in einer Kita untergebracht waren, funktionierte das natürlich alles gut. Für unseren Hund hatten wir auch eine Betreuung, also wäre Aufstocken zu diesem Zeitpunkt kein Thema gewesen und nach der Einschulung hätten wir das dann in Angriff genommen. Bei den Elternabenden vor der Einschulung wurde immer über die OGS-Plätze gesprochen und dort wurde gesagt, dass die Plätze nach Schnelligkeit der Anmeldung während der 3 gängigen Tage im November verteilt wird. Ich war dann ganz schön auf Zack und habe unseren Anmeldetermin als Erste fix gemacht. Die Schulsekretärin hatte noch nicht mal den Kalender soweit vorbereitet. Sowohl Schulleitung als auch Sekretärin bestätigten mir, dass wir die erste Familie beim Anmeldegespräch waren, aber einen OGS-Platz haben wir nicht bekommen :-(

Im Nachhinein haben wir nun häufig mitbekommen, dass die Plätze nach Vitamin B vergeben wurden und auch bei einem letzten Elternabend vor der Einschulung konnte ich beobachten, dass die zuständige Dame von der OGS, bestimmten Eltern zunickte und ihnen so zu verstehen gab, dass sie einen Platz bekommen haben. Ich bin über die Vorgehensweise entsetzt und nun werden stetig Plätze abgebaut und im Sommer wieder neue Kinder eingeschult, die auch einen Platz benötigen. Eine Initiative, die sich Stadteltern nennt, beginnt nun bei groß angelegten Elternabenden gegen die ungerechte Verteilung der OGS-Plätze anzugehen, aber das bringt uns derzeit gar nichts. Wir stehen auf der Warteliste und das wars auch.

Bei uns ist das Problem, dass unsere Tochter noch häufig sehr früh Schulschluss hat. Momentan arbeite ich in der Kita, die mein Sohn besucht, als Bürokraft und kann Feierabend machen, wenn meine Tochter Schulschluss hat, aber welcher Arbeitgeber macht das mit. Da ich auf keinen Fall Vollzeit arbeiten möchte, damit die Kinder nicht zu kurz kommen, würde sich eine Tagesmutter nicht lohnen. Die wäre einfach zu teuer. Die Mütter aus der Klasse, denen es ähnlich geht, warten lieber auf einen OGS-Platz, anstatt sich zusammen zu tun. Meine Mutter kann die Große auch nicht regelmäßig betreuen und so muss ich daheim bleiben. In der Kita meines Sohnes hatte man letztes Jahr darüber nachgedacht, Schulkinder zu betreuen. Zumindest, die die aus der Einrichtung sind und in die örtliche Grundschule gehen, aber durch das Kibiz sind die Hortplätze ja sowieso abgebaut worden und das Jugendamt hat diese Idee ganz schnell abgelehnt. Für uns kommt noch dazu, dass wir nicht im Stadtteil der Grundschule wohnhaft sind und unsere Tochter einen langen Schulweg vor sich hätte, wenn sie allein nach Hause führe. Für eine Grundschülerin definitiv zu weit. So sieht es also auf lange Sicht auch schlecht für aus, was uns finanziell auch total zurückwirft.

Dir muss ich sagen, dass ich meinem Mann Feuer unterm Hintern machen würde. Meiner fing letztes Jahr auch an, ich könnte doch direkt mit mehr Stunden einsteigen und und und. Er hat nur das Geld gesehen, aber nicht, was für einen Stress ich habe mit Arbeit, Kinder abholen, Hund abholen, Haushalt, Einkäufe etc. Im Moment arbeite ich ca. 10 Stunden wöchentlich und stämme die Kinder, den Haushalt und alle Termine der Kids allein. Das ist schon hart genug. Bei mehr Stunden müsste mein Mann sich einbringen, aber das würde er auch tun. Ganz klar.
Das Mittagessen koche ich jetzt auch meistens vor, weil es sonst einfach zu spät würde. Der Kleine bekommt ja in der Kita Mittagessen. Aber spaßig ist es nicht, wenn man abends noch das Essen für den nächsten Tag vorbereiten muss. ;-)

Unsere Nachbarn haben uns da nun einen Tipp gegeben. An Stelle einer Tagesmutter haben sie eine "Praktikantin" und zwar immer über 1 Jahr. Die kommen an den Tagen, wo die Eltern beide arbeiten und kochen, gehen mit dem Hund und übernehmen auch Hausarbeiten wie Fenster putzen oder so. Leider hatte ich noch keine Gelegenheit zu erfragen, wie man an so einen Kontakt kommt und ob das für jede Familie in Frage kommt. So könnte ich zumindest stundenweise arbeiten gehen. Ich habe als Erstes meine Freundin beim Jugendamt gefragt, aber die wusste über so eine Möglichkeit leider überhaupt nichts.

So, helfen konnte ich Dir sicher nicht, aber die Schicksale sind ähnlich und es geht vielen Familien so.

Alles Liebe
Bianca

Beitrag von bluevil 24.05.10 - 12:12 Uhr

Hallo Brittag,

Alles gar nicht so einfach unter den Hut zu bekommen.

Könnte Dein Mann vielleicht das Verabschieden Deiner Tochter in der früh übernehmen, so dass Du ein wenig früher in der Arbeit beginnen kannst?

Du könntest dann vielleicht 2 volle Tage arbeiten und 3 halbe? Kannst Du einen Teil Deiner Arbeit mit nach Hause nehmen, so dass Du Nachmittags noch ein wenig arbeitet, während Deine Tocher Hausübung macht.

An den vollen Tagen könntest Du mit anderen zwei Eltern die zusammentun und Deine Tochter dann anderswo mittag Essen lassen und im Gegenzug also ein- oder zweimal die Woche für 2 oder 3 Mädels Mittags kochen und die Hausarbeit betreuen.

Ich war als Grundschülerin manchmal auch vor meiner Mutter zu Hause und schnell mal Reis aufsetzen, TK-Gemüse aufwärmen und Putenfleisch abbraten das konnte ich schon aber der 2. Schulklasse. Hat mich auch immer stolz gemacht so selbständig zu sein :-) Kochkurse in der Schule habe ich mir gespart und konnte sinnvolleres machen (mit 10 waren meine Kochkünste auch so gereift, dass ich mehr konnte als Fleisch, Reis und Gemüse).

Da Deine Tochter ja nicht mehr so klein ist, kannst Du sie ja auch mal fragen, was sie gerne übernehmen würde.

Meine Tochter macht mit anderen gemeinsam die Hausübung viel schneller als daheim. Daheim kann sie sich oft nicht motivieren, findet irgendwas blöd und schiebst gaaaanz lange hinaus... Vielleicht ist das bei Deiner Tocher ja auch so. (das funktioniert aber nur, wenn HÜ gleich mal nach dem Essen ist und danach noch Zeit zum gemeinsamen Spielen ist)

Alles Gute beim Organisieren,
bluevil

Beitrag von giftzwerg01 25.05.10 - 23:08 Uhr

Danke für eure Antworten!

Leider kann ich mich auf meinen Mann da überhaupt nicht verlassen, seine Arbeitszeiten sind absolut unregelmäßig, manchmal arbeitet er von 6.00 - 19.00 Uhr, manchmal von 19.00 Uhr bis 7.00 Uhr, absolut nicht planbar, manchmal ist er auch 2 Wochen gar nicht zu Hause (Arbeitseinsatz weiter weg). Arbeit mit nach Hause nehmen geht von meinem Arbeitgeber her nicht.

Momentan hoffe ich noch, dass sich diese Diskussion um meine Arbeitszeit mal wieder um ein Jahr verschieben lässt #augen

Wenn nicht, wird mir wohl auch nichts anderes übrig bleiben als vorzukochen... Es ist und bleibt ein Spagat zwischen Familie und Job, auch wenn uns Frauen immer vorgegaukelt wird, dass beides funktioniert. Bei uns hat das nur im Kiga einigermaßen geklappt, mit der Einschulung hatte das schlagartig ein Ende. :-(

Liebe Grüße an euch alle

Britta