Selbstbehalt bei Unterhalt für eigene Eltern

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Beitrag von aichkatzel 21.05.10 - 21:01 Uhr

Hallo,
weiß zufällig jemand, wie sich der Selbstbehalt bei Unterhalt für die eigenen Eltern errechnet.
Mein Vater wird wohl ins Heim kommen, und nun frag ich mich, was ich wohl dazu beisteuern muß.
Eigenes Vermögen hat mein Vater keins.
Ich bin die einzige Tochter, verheiratet, 3 Kinder (5, 8, und 10 Jahre).
Mein Mann ist selbständig, und ich bin bei ihm auf 650 Euro angestellt.
Außerdem hab ich noch einen Mini-Job.
Also zusammen, recht gut verdienend.
Wir das Einkommen meines Mannes auch berücksichtigt? Vermögen auch?
Kredite fürs Haus?
Vielleicht kennt sich da ja jemand aus.
Wäre superlieb!
Danke schon mal!
Anja

Beitrag von liki 21.05.10 - 21:11 Uhr

Hallo Anja, ich befasse mich im Moment auch gerade damit (bin aber noch am Anfang). Es gibt eine gute Seite, die heißt:

www.elternunterhalt.de - die verschafft Dir einen guten Überblick.

Alles Gute.
Liki

Beitrag von liki 21.05.10 - 21:12 Uhr

stopp, sie heißt:

www.elternunterhalt.org

Beitrag von aichkatzel 21.05.10 - 21:25 Uhr

Danke, da werde ich mal reinschauen.
Ich stehe auch noch am Anfang.
Mein Vater liegt seit gestern in der Klinik, und nun muß alles schnell geregelt werden.
Liebe Grüße
Anja

Beitrag von liki 21.05.10 - 21:26 Uhr

Alles Gute wünsch ich Euch, sowas kostet viel Kraft, das weiß ich leider aus Erfahrung.

#klee

Beitrag von yvonnechen72 21.05.10 - 23:58 Uhr

Hallo,

das Einkommen deines Mannes wird nicht angerechnet. Und ich denke 1050€ sind unter der Selbstbehaltgrenze.

LG Yvonne

Beitrag von bi_di 22.05.10 - 06:03 Uhr

Indirekt wird das Einkommen Deines Mannes schon berechnet. Mit deinem Einkommen liegst Du zwar mit Sicherheit unter der Selbstbehaltgrenze, aber wenn das Einkommen Deines Mannes hoch genug ist, kann Deine Selbstbehaltgrenze nach unten verschoben werden. Allerdings bist Du (und Dein Mann) vorrangig Deinen Kindern und Eurer eigenen Altersvorsorge verpflichtet.

Beim Vermögen kommt es darauf an, für was es dient. Altersvorsorge und selbstgenutzte Immobilie: ok, alles andere kann durchaus herangezogen werden. ABER: Da ist wohl ziemlich viel Ermessungsspielraum dabei. Es gibt irgendeine Gerichtsurteil, das Kinder wegen Unterhalt ihrer Eltern ihren Lebensstandard nicht einschränken müssen, es sei denn sie leben im Luxus. Allerdings bleibt 'Luxus' Ermessensache ;).

Eure laufenden Kredite interessieren übrigens niemand.

Grüsse
BiDi

Beitrag von aichkatzel 22.05.10 - 06:55 Uhr

Hallo,
die vom Sozialamt meinte es würde das Familieneinkommen zählen.
Und da weiß ich halt nicht wie die Grenzen sind. Konnte die Dame mir auch nicht sagen.
Außerdem meinte sie daß bei Selbständigen der Steuerbescheid zugrunde gelegt wird. Aber dann wird mein Mann ja voll mitgerechnet.
Ach, ich weiß auch nicht!:-[
Liebe Grüße
Anja

Beitrag von sassi31 22.05.10 - 13:09 Uhr

Hallo,

lass dich von denen nicht verunsichern. Dein Mann muss für deine Eltern keinen Unterhalt bezahlen.

Wie schon gesagt, kann es sein, dass dein Selbstbehalt etwas niedriger angesetzt wird. Aber du verdienst ja nicht wirklich viel Geld und der Selbstbehalt lag vor einigen Jahren schon höher.

LG
Sassi

Beitrag von aichkatzel 22.05.10 - 14:12 Uhr

Hallo,
das ist lieb daß du das so schreibst, aber ich hab halt gelesen, daß das Familieneinkommen zählt. Und dass mein Mann verpflichtet ist, sein Einkommen darzulegen.
Außerdem sagte mir die Dame vom Sozialamt, daß es bei Selbstständigen sowieso anders sei. Da wird wohl der Steuerbescheid zugrunde gelegt.
Ja, und da hängt mein Mann ja voll drin!!
Kennst Du dich damit auch aus?
Ich hab in meinem Bekanntenkreis nämlich niemand, der das schon durchhat.
Ganz schön blöd, da ich ihn auch nur als Erzeuger sehen, (wenig Kontakt, keine wirkliche Beziehung). Nun stinkts mir halt gewaltig, daß ich dafür evt. auch noch zahlen soll.
Lieb Grüße
Anja

Beitrag von sassi31 25.05.10 - 14:21 Uhr

Hallo,

ich kenne mich nicht wirklich aus. Vor ein paar Jahren war das Thema für mich wichtig, weil ich Unterhalt für meinen Vater bezahlen sollte. Zum Glück habe ich zu wenig verdient, weil ich unter dem Selbstbehalt lag. Und ich habe mehr verdient als du. Ansonsten habe ich mich aber eh auf eine Härtefallklausel bezogen, da ich weder Kontakt zu meinem Vater hatte, noch jemals Unterhaltszahlungen von ihm für mich geleistet wurden (Eltern haben sich getrennt, als ich 3 Jahre war).

Erkundige dich am Besten bei einem Fachanwalt. Mir hat damals der Verein für Sozialhilfeempfänger geholfen.

LG
Sassi

Beitrag von misses_b 22.05.10 - 09:11 Uhr

Hallo!

Schwiegerkinder sind Ihren Schwiegereltern gegenüber NICHT unterhalspflichtig. (Hatten wir hier in der Familie).

Du bekommst einen Fragebogen, in dem Du über deine Einkünfte Angaben machen mußt.

Wir haben damals auf dem Bogen die Fragen nach dem Einkommen des Ehemannes quer durchgestrichen. (War das besagte Schwiegerkind!)

Es mußte nichts bezahlt werden.

Gruß

misses_b

Beitrag von aichkatzel 22.05.10 - 14:06 Uhr

Hallo,
ist das bei dir schon länger her?
Vielleicht hat sich das inzwischen geändert. Ich habe nämlich jetzt auf der Seite die mir die erste Schreiberin empfohlen hat gelesen, daß mein Mann dazu verpflichtet ist Angaben zu machen.
Vielleicht magst Du mir ja mehr dazu schreiben.
Leider kenne ich nämlich bei mir im Bekanntenkreis niemand, der sowas überhaupt schon durch hat.
Liebe Grüße
Anja

Beitrag von manavgat 22.05.10 - 10:41 Uhr

Du wirst, wenn überhaupt, nur wenig zahlen müssen, da Du unter dem Selbstbehalt liegst. Das Einkommen Deines Mannes spielt keine Rolle.

Wenn ein Fragebogen vom Amt kommt, dann kann - soweit ich weiß - Dein Mann die Auskunft verweigern. Du musst Dein Einkommen angeben. Wenn dann ein Bescheid kommt und sie Geld wollen, dann musst Du den Bescheid von einer Anwältin überprüfen lassen. Ein großer Teil der Bescheide ist nämlich falsch, zu Ungunsten der Betroffenen.

Es gibt zu diesem Thema jede Menge Ratgeberliteratur. Es macht sich bestimmt bezahlt, wenn Du Dich da mal querliest.

Gruß

manavgat

Beitrag von aichkatzel 22.05.10 - 14:01 Uhr

Hallo manavgat,

danke erst mal für Deine Antwort. Ich lese öfters Beiträge von Dir, und stimme dir immer voll zu.

Ich weiß aber nicht genau ob das so stimmt. Ich hab auf der Seite gelesen, die mir die erste Schreiberin genannt hat. und da steht, daß ich verpflichtet bin, auch das Einkommen meines Mannes offenzulegen.
Ich habe nun auch schon mehrfach gelesen und gehört, daß mein Selbstbehalt sinkt, wenn man mein Mann besser verdient.
Wobei ich nicht weiß, was besser verdienen ist.
Werden die drei Kinder gar nicht angerechnet?
Wäre ja fies, wenn jemand mit einem Kind den gleichen Selbstbehalt hätte, wie jemand mit mehr Kindern.
Außerdem sagte mir die Dame vom Sozialamt, daß bei Selbständigen der Steuerbescheid Grundlage zur Berechnung ist. Wenn das so ist, zählt mein Mann ja voll mit!

Ich mach mir da echt Sorgen, da es sich eigentlich nur um meinen Erzeuger handelt, zu dem ich weder viel Kontakt, geschweige denn eine Beziehung hatte. (Er weiß nicht mal die Geburtstage seiner Enkel!)
Es würde mich echt ärgern, wenn ich für so jemanden von meinem hart erarbeiteten Geld was abgeben müßte. (Wäre bei meiner Mutter was komplett anderes)
Liebe Grüße
Anja

Beitrag von manavgat 22.05.10 - 15:31 Uhr

da es sich eigentlich nur um meinen Erzeuger handelt, zu dem ich weder viel Kontakt, geschweige denn eine Beziehung hatte.


Es kommt immer auf den Einzelfall an. Wenn der Erzeuger seinen Unterhaltspflichten nicht nachgekommen ist, dann kann es ohnehin sein, dass du nicht zahlen musst.

Auskünfte irgendwelcher SBs sind sowieso nicht rechtswirksam und oft falsch.

Dein Mann ist nicht verpflichtet, Dir Auskunft zu erteilen. Ergo auch nicht dem Amt. Ich wäre mit Auskünften irgendwelcher Websites vorsichtig und würde immer - wenn es um Geld geht - eine Anwältin befragen/beauftragen.

LG

Manavgat

Beitrag von aichkatzel 22.05.10 - 16:06 Uhr

Okay, danke.
Ich hab eine Anwältin empfohlen bekommen, die soll sich gut mit solchen Geschichten auskennen. Ich glaube da führt kein Weg daran vorbei.

Unterhalt wurde von ihm übrigens nicht durchgängig bezahlt. Meine Mutter hat dazu wohlweislich alles aufgehoben. (Gott sei Dank)
Leider ist sie gerade verreist.
Aber vielleicht komme ich über die Schiene "Recht auf Unterhalt verwirkt" da raus.
Liebe Grüße
Anja

Beitrag von liesschen_1980 22.05.10 - 20:16 Uhr

Hallo Anja,
meine Schwiegermutter lebt im Behindertenheim. Bei ihr ist es allerdings so, dass sie etwas dazuverdient, im Ganzen dann doch eine etwas andere Situation.
Ich weiss nur, dass wir alle paar Jahre einen 'Fragebogen' bekommen vom Amt, in den WIR ALLE unsere Einkünfte offenlegen sollen/müssen, also auch ich. Worüber ich auch nicht wirklich erfreut war und bin.
Mein Mann hat irgendwann mal mit der zuständigen Sachbearbeiterein gesprochen und sie meinte, dass man sich im Allgemeinen keine Sorgen machen muss, für seine Eltern aufzukommen, weil die eigene 'neue' Familie vorgeht.
Der Selbstbehalt sei angeblich also (sinngemäß wiedergegeben) 'anständig hoch'.
Zahlen kann ich Dir keine nennen, da das Telefonat auch schon über ein jahr her ist, aber vielleicht solltest Du Dich mal mit den zuständigen Leuten unterhalten. Irgendwer wird da ja sicher auf Euch zukommen.
Mein Mann hat das Gespräch mit der Dame auch nur gesucht, weil wir irgendwo gelesen hatten, dass man nicht unterhaltspflichtig sei, wenn man ein (extrem) gestörtes Verhältnis nachweisen kann (was bei meinem Mann und seiner Mutter leider so ist).
Wir jedenfalls mussten auch so noch nie etwas zahlen (beide berufstätig, allerdings nicht selbstständig).
LG Anne