Ungeplant schwanger - ich kann es nicht behalten

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von nur_ich 21.05.10 - 21:55 Uhr

Hallo zusammen,

ich bin ungeplant schwanger geworden und kann das Kind nicht behalten.

Ich habe heute schon bei einer Beratungsstelle einen Termin für den 31.5. ausgemacht.

Ich wollte die Schwangerschft medikamentös beenden. Muss ich denn, wenn ich bei der Beratung war auch zu einem Frauenarzt wegen der Festellung der Schwangerschaft, oder wird das gleich beim Abbruch in der Klinik/Praxis mitgemacht?

Auch wenn das jetzt alles sehr nüchtern und emtionslos klingen mag, ist es das bei weitem nicht. Ich würde mich über ernste und nicht abwertende Antworten freuen. Vielleicht mag mir auch jemand seine Erfahrung mit der Mifegyne mitteilen.

Schöne Grüße
Nur_ich

Beitrag von blaue-blume 21.05.10 - 22:10 Uhr

hallo!


ich habe vor ein paar jahren medikamentös abgebrochen.

du musst 2 x in die frauenarztpraxis, und bekommst dort die entsprechenden tabletten. danach kannst du nach hause gehn, der abgang geschieht zuhause...

man bekommt leichte bauchkrämpfe, ich würde sagen es ist ähnlich einer fehlgeburt, vom körperlichen vorgang her.

ich wünsche dir alles gute.

lg anna

Beitrag von Nur_ich 21.05.10 - 22:18 Uhr

Hallo Anna,

bekommt man nicht 3 Tabletten. Die letzte mit diesem Hormon, wo man dann auch zur Überwachung bleiben muss?

Muss ich vorher zwigend zum Frauenarzt, damit die Schwangerschaft festgestellt wird, oder reicht es wenn ich zur Beratungsstelle gehe, dann einen Termin in der Praxis ausmache wo die Abtreibung gemacht wird und dann nach der Wartefrist von den 3 Tagen dann dorthingehe?

Lg
Nur_ich

Beitrag von blaue-blume 21.05.10 - 22:42 Uhr

wenn ich mich richtig errinnere, habe ich nur 2x tabletten bekommen.

da du die tabletten ja nur bei (manchen) frauenärzten oder in der klinik bekommst, werden die sicherlich vorher nochmal per ultraschall abklären, ob du wirklich schwanger bist, du brauchst also nicht vorher nochmal zum arzt.

lg

Beitrag von Nur_ich 21.05.10 - 22:58 Uhr

Danke für die Antwort.

Warst du denn vor der Abtreibung bei einem Arzt um die Schwangerschaft festzustellen?
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob das nicht benötigt wird zur Abtreibung.

Lg

Beitrag von blaue-blume 21.05.10 - 23:07 Uhr

ich war vorher bei meinem frauenarzt.

aber wie schon gesagt, da die tabletten ja auch von einem gyn. gegeben werden, kann der dann eifnach vorher noch ne untersuchung machen. ich denke, das das schon gemacht wird, um eben auch die schwangerschaftswoche in etwa fest zu stellen, da medikamentös abbrechen ja nur bis zur 6. woche möglich ist.

lg

Beitrag von Nur_ich 21.05.10 - 23:18 Uhr

Danke für die Info.

Ich werd einfach nochmal bei der Beratungsstelle nachfragen. Ich hab den Termin ja am 31.05. und am 01.06. hätte ich einen beim FA.

Ich will halt, dass das alles so schnell wie möglich rum ist. Und nicht noch unnötig länger warten.

Kriegt man die Schwangerschaftsbescheinigung vom FA denn gleich, oder muss man dann da wieder warten bis evtl. Blutergebnisse da sind usw?
Wird das überhaupt gemacht, wenn man Abtreiben will, oder wird nur ein Ultraschall gemacht?

Lg

Beitrag von blaue-blume 21.05.10 - 23:23 Uhr

wenn du schon einen schwangerschaftstest gemachthast, und du abbrechen willst, warum dann noch nen bluttest?

wichtig ist nur der us, um eben die schwangerschaftswoche zu bestimmen.

darf ich dich fragen, warum du abbrechen willst bzw. musst? wenn du nicht darauf antworten willst, ist das auch ok...


lg anna

Beitrag von Nur_ich 21.05.10 - 23:41 Uhr

Mein Mann arbeitet sehr viel. Täglich min 10 Std. und das auch oft am We. Wir haben eine Firma mit 7 Angestellten und ich mach das ganze Büro, alle Entscheidungen, den Haushalt mit einem Kind (5) alleine.

Leider ist bei mir vor 2 Jahren einen ganz schlimme Angsterkrankung ausgebrochen. Mir ist das alles jetzt schon viel zu viel und ich komm nicht zur Ruhe, werde nicht gesund und kann mich kaum erholen.

Lg

Beitrag von blaue-blume 21.05.10 - 23:49 Uhr

ach mensch, du arme...da kann ich gut verstehen, das du nicht noch ein weiteres kind willst, mit angsterkrnkungen ist nicht zu spassen, eine freundin vo mir leidet auch darunter...

ich wünsche dir wirklich alles gute, und das du das ganze möglichst problemlos hinter dich bringen kannst.


lg anna

Beitrag von eileen1109 22.05.10 - 00:11 Uhr

hallo....

ich habe sehr schlechte erfahrungen mit den tabletten gemacht!!!!
wie schon gesagt, man muss zweimal in die praxis und dann darf man nach hause. ich kann mich noch sehr gut daran erinnern das ich samstag die ersten bekommen hab und montag dann die letzten zwei....
dienstag nacht hatte ich wahnsinnig starke unterleibsschmerzen.
das waren schon gar keine schmerzen mehr, ich dachte ich muss sterben!!!!
dann ging es noch mitten in der nacht in die klinik zur ausschabung.
zum glück!!!! es hatten sich schon giftstoffe ausgesetzt.
mein körper hat die tabletten nicht wirklich angenommen.
auch die ärzte in der klinik meinten das die tabletten wohl nicht so gut wären da ich nicht die erste war....

und eine ausschabung kommt wohl nicht in frage?

liebe grüße und alles, alles gute#liebdrueck eileen

Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 07:10 Uhr

Ich hatte auch erst einen medikamentösen Abbruch vorgehabt, da ich dachte, dass dies einfacher ist. Allerdings habe ich dann auch sehr viel Negatives gehört und mein Arzt hat davon sehr abgeraten, da eben die Blutung der Frau sehr schlecht kontrollierbar sei. Es gibt wohl viele Ärzte, die diese Methode komplett ablehnen. Normalerweise muss man bei der zweiten Tablettengabe den Tag in der Arztpraxis verbringen, um eben bei Komplikationen Hilfe vor Ort zu haben. Du sparst also nicht wirklich Zeit.
Ich habe einen Abbruch mit Absaugung gehabt (Ausschabung wird nur bei Fehlgeburten gemacht), war allerdings auch erst Anfang 6.SSW. Ich kann Dir nur berichten, dass der Eingriff wirklich nicht schlimm war. Man bekommt eine Kurznarkose und bleibt danach noch ca. 2-3 Stunden zur Beobachtung. Ich hatte weder Schmerzen, noch habe ich länger geblutet. Das kann aber auch mit meinem frühen Abbruch zusammenhängen.

Ich war vorher auch bei meinem Frauenarzt um die Schwangerschaft bestätigen zu lassen. Das wäre aber nicht nötig gewesen, da der Frauenarzt der den Abbruch durchführt sowieso einen Ultraschall machen muss um festzustellen wie weit Du bist. Die Adressen bekommst Du von Deiner Beratungsstelle.

Eines möchte ich Dir aber noch sagen: Ich weiss leider wie fies eine Angsterkrankung ist und wie das Gefühl ist, nicht mehr klar denken zu können, da eben diese Ängste so beherrschen. Trotzdem musst Du Dir ganz sicher sein, diesen Abbruch auch wirklich zu wollen. Auch wenn Du Dir ganz sicher bist, wirst Du dies verarbeiten müssen und den Rest Deines Lebens damit klarkommen müssen. Gerade wenn man psychisch eh schon angeknackst ist, ist das nicht so einfach. Überstürz erstmal nichts, horche genau auf das was DU möchtest und hole Dir gegebenenfalls psychologische Hilfe. Ich bin mit dem Abbruch sehr gut klargekommen, hatte da von Anfang an aber auch keine Zweifel das Richtige zu tun.

Ich wünsche Dir alles Gute! Wenn Du noch Fragen hast, frag einfach.

LG

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 07:39 Uhr

Danke für Eure netten Antworten.

Die Angsterkrankung ist bei mir wirklich schlimm. Es gab Tage, da hab ich es kaum geschafft in den Kindergarten zu kommen um mein Kind abzuholen. Die körperlichen Symptome (Schwindel, Lähmungserscheinungen, Hitzewallungen usw) waren so schlimm, dass ich gemeint habe ich muss sterben. Natürlich haben sich die ganzen Einschränkungen auch auf die Freizeit ausgewirkt. Mal eben in den Tierpark gehen, oder in einen Indoorspielplatz waren nicht so leicht. Oder einfach U-Bahn fahren oder in die Stadt gehen....grausam. Jedes Mal bin ich ein bisschen gestorben.

Natürlich will man das auch vor seinem Kind verstecken, damit er nicht darunter leiden muss. Und dann hat man auch noch einen Mann, der nie daheim ist und keine Omas, die auf den kleinen mal aufpassen können. Meine Mama ist leider sehr krank, daher hab ich niemanden.

Ich bin seit 1,5 Jahren zum Glück in Therapie (nehme aber keine Medikamente) und es ist auch besser geworden, aber in der Lage für ein Kind fühl ich mich einfach zur Zeit nicht.

Wie ist das denn bei der Absaugung? Kann man das auch so früh schon machen. Ich wäre dann auch so 6 SSW. Muss man für die Narkose zu einer Voruntersuchung gehen? Also so wie bei einer normalen OP. Blut abnehmen, Narkosevorgespräch usw?

Wie ist es den nach dem Beratungsgespräch? Bekommt man dann schnell einen Termin zur Absaugung, oder dauert das. Muss man da vorher schon mal hin um irgendwas zu besprechen, oder kommt man zu eigentlichen Termin und dann wird alles besprochen und im Anschluss der Abbruch gemacht? Ich weiss, viele Fragen. Ist man nach dieser Kurznarkose wieder fit, wenn man nach der Beobachtungszeit geht, oder ist man da noch angeschlagen.

Lg


Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 08:32 Uhr

Tut mir leid, dass Dich Deine Angsterkrankung so im Griff hatte #liebdrueck Hoffentlich hast Du das bald überwunden. Bei mir war es zum Glück nicht so schlimm, aber schlimme Schlaflosigkeit, Heulanfälle, Schweißausbrüche und keinen klaren Gedanken mehr fassen zu können, reichte mir auch schon. Das war übrigens vor meiner Schwangerschaft, hatte also damit nichts zu tun.

Ich kann Dir kurz den Ablauf bei mir erzählen. Zuerst hatte ich ein Beratungsgespräch bei Profamilia. Eigentlich sogar zwei. Diese Gespräche waren gut, es wurde nicht versucht mich zu beeinflussen. Es geht hierbei vor allem darum herauszufinden, was man selber wirklich möchte und das Gefühlschaos zu entwirren. Hier habe ich den Beratungsschein und Adressen von Ärzten bekommen, die Abbrüche durchführen. Den Termin beim Arzt bekam ich einige Tage später. Es müssen mindestens vier Tage zwischen Beratungsschein und Abbruch liegen. Beim ersten Arzttermin wird Blut und Urin genommen. Du führst ein Gespräch mit dem Arzt, der natürlich auch nach Deinen Beweggründen fragt, Dir den Eingriff erklärt und einen Ultraschall durchführt. Bei mir war dann zwei Tage später der Eingriff. Man bekommt eine Beruhigungstablette, vaginal zwei Tabletten und eine Tablette zum Lutschen um den Abbruch zu vereinfachen. Ich habe allerdings keine Kinder, was es etwas komplizierter macht und weiss nicht, ob dies auch bei Dir nötig wäre. Durch die Beruhigungstablette kommst Du in einen Dämmerzustand oder kannst sogar schlafen, bis Du in den OP-Raum geführt wirst. Dort bekommst Du gleich die Kurznarkose, ich habe von der Umgebung gar nichts mitbekommen. Der Eingriff dauert wohl ca. 10-15 Minuten und danach wird noch einmal ein Kontrollultraschall gemacht. Danach verbleibst Du noch für ca. 2-3 Stunden im Bett, bekommst Tee und es wird immer wieder nach Dir gesehen. Ich konnte zum Glück schlafen. Danach folgt noch ein Abschlussgespräch mit dem Arzt und Du kannst abgeholt werden. Das Personal war freundlich und sachlich. Ich war mir der Tragweite meines Eingriffs bewusst und hätte auch keine Späße vertragen. Nach 5 Tagen musst Du zur Nachuntersuchung bei irgendeinem Frauenarzt gehen. Hier wird Blut abgenommen und kontrolliert, dass Du keine Entzündung hast. Wie ich schon schrieb hatte ich danach keine Schmerzen, die Blutung war wie eine normale Mens und nach zwei Tagen vorbei.

Ich habe versucht hier möglichst sachlich zu schreiben, da ich niemanden verletzen möchte. Ich bin mir bewusst, dass hier vor allem Frauen schreiben, die sich ein Kind wünschen und einen Schwangerschaftsabbruch entsetzlich finden. Und ich wünsche jeder Frau mit Kinderwunsch, dass sich dieser erfüllt. Aber ich bin auch der Meinung, dass Frauen die mit einer Schwangerschaft und einem Kind nicht klarkommen, Informationen bekommen sollten. Noch etwas: Ich habe mich informiert und mir war wichtig, wie weit der Embryo entwickelt ist und wie der Abbruch durchgeführt wird. Ich möchte nicht später etwas erfahren mit dem ich nicht zurecht käme. Hole Dir Informationen auf Seiten von Beratungsstellen, da diese der Wahrheit entsprechen. Es gibt viele Seiten im Internet von absoluten Abtreibungsgegnern die Bilder ins Netz stellen von Abbrüchen mit falschen Angaben der Schwangerschaftswoche.

Und ich möchte nochmals ganz dringend hinzufügen: Du musst Dir absolut sicher sein! Wenn ich Zweifel gehabt hätte, hätte ich es nicht machen lassen! Denn ganz vergessen wirst Du es nie, aber Du kannst gut damit leben wenn es DEINE richtige Entscheidung war.

Fühl Dich lieb gedrückt #liebdrueck

Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 08:43 Uhr

Du hast noch nach der Narkosenachwirkung gefragt, das habe ich vergessen, sorry. Mir ging es danach gleich wieder gut, keine Übelkeit oder Schwindel. Ich konnte ganz normal essen und trinken. Natürlich habe ich mich den Tag über noch ausgeruht und konnte die folgende Nacht auch gut schlafen. Am nächsten Tag bin ich normal zur Arbeit gegangen. Man soll sich natürlich noch eine gute Woche schonen und aus Hygienegründen (Infektionsgefahr) solltest Du Sport, Sauna, Schwimmen und auch GV unterlassen. Vom rein körperlichen Standpunkt gesehen wirklich keine schlimmer Eingriff. Zumindest bei mir.

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 08:46 Uhr

Vielen, vielen Dank für deine Worte.

Sicherlich tut es weh, so etwas zu machen. Gerade wenn man schon ein gesundes, wunderhübsches Kind hat, da weiss man, was man verliert Aber für mich ist es einfach nicht möglich noch ein Kind zu bekommen. Jetzt zumindest nicht.

Als du dann entlassen wurdest, wie hast du dich denn körperlich gefühlt? Hat dieses Beruhigungsmittel noch nachgewirkt? Ist man kraftlos usw?

Ich hab sowas noch nie genommen. Selbst in meiner schlimmsten Stunde mit der Angst. Ich hatte immer mehr Angst vor der Wirkung als vor meiner Angst. Hab es immer einfach ausgehalten.

Lg

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 08:49 Uhr

Danke, jetzt hab ich ganz übersehen, dass du das mit der körperlichen Wirkung schon geschrieben hast.

Wird so ein Termin denn immer in der Früh gemacht? Am liebsten wäre mir natürlich, wenn mein Kind in der Zeit im Kindergarten ist. Ich hätte gar niemanden, der aufpasst sonst. Glaubst du, ich bin so fit um ihn danach abzuholen. Ich kann ja notfalls mit dem Taxi zum Kindergarten. Das wäre kein Problem.

Lg

Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 09:23 Uhr

Ich musste um 9.00 h in der Praxis erscheinen und der Eingriff war um ca. 12.00 h. Um 14.30 h konnte ich nach dem Arztgespräch nach Hause gehen. Da ich keine Kinder habe musste ich eben diese Tabletten nehmen und die brauchen ca. 3 Stunden, bis sie wirken. Ich weiss leider nicht ob Du diese auch benötigen würdest, oder ob man den Eingriff schneller machen könnte. Ich fühlte mich danach überhaupt nicht neben der Kappe sondern war völlig klar. Meinem Arzt war allerdings schon auch wichtig, dass ich abgeholt werde. Ich denke das ist einfach eine Sicherheitsmaßnahme.

Du hast gar niemanden der sich um Dich oder Dein Kind kümmern könnte? Das tut mir sehr leid. Weiß Dein Mann von Deiner Schwangerschaft, oder willst Du diese und den Abbruch ihm gar nicht sagen? Ich könnte mir das für mich nicht vorstellen, dies geht einfach beide etwas an und ich könnte mir nicht vorstellen mit diesem "Geheimnis" meine Beziehung normal weiterzuführen. Eigentlich sollte Dein Mann Dich hier unterstützen und wenn Du den Abbruch durchführst für Dich da sein. Du musst mir natürlich nicht antworten, dass ist meine ganz persönliche Meinung, aber denke darüber nach!

Noch etwas ist mir bei Dir aufgefallen: Es gibt wirklich gute Medikamente gegen Angstzustände, die auch nicht abhängig machen und sogar in einer Schwangerschaft genommen werden können. Mich wundert, dass nach 1,5 Jahren Theapie hier noch kein Versuch gestartet wurde. Bist Du wirklich in guten psychotherapeutischen Händen? Mir hat ein Spruch geholfen: Kein Übel ist so groß wie die Angst davor. Da ist wirklich etwas dran.

Bitte liebe *nur ich* überstürze nichts! Horche ganz genau auf Dein Herz. Der Abbruch ist wirklich schnell durchgeführt und auch wirklich nicht schlimm, aber Du musst danach mit Dir zurecht kommen, Du musst dahinter stehen können, sonst gehst Du wirklich kaputt. Aus dem Gedächtnis kannst Du das nicht streichen.

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft die richtige Entscheidung zu treffen. Wenn Du noch Fragen hast, frag. Ich lasse den PC noch eine Weile an. #liebdrueck

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 09:32 Uhr

Danke,

ich weiss nicht, ob ich diese Tabletten brauche. Ich hab zwar ein Kind, aber es war ein Kaiserschnitt. Ob das einen Unterschied macht?

Aber es kann ja auch unter örtlicher Betäubung gemacht werden. Weisst du denn warum es bei dir unter Narkose gemacht wurde?

Mein Mann weiss noch gar nichts. Irgendwie will ich ihn damit nicht "belasten" und natürlich weiss ich, dass er das Kind will. Wahrscheinlich kommt daher auch meine Angsterkrankung, weil ich nie jemanden mit was belasten will und immer alles alleine ausstehen will.

Die Therapie dauert zwar schon lange, aber sie hat auch geholfen. Wenn halt noch nicht alles ok ist, aber es hat auch Jahre gedauert bis sich das entwickelt hat. Ich möchte es halt ohne Tabletten schaffen.

Lg

Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 10:01 Uhr

Mein Arzt machte es grundsätzlich mit Kurznarkose. Der Vorteil ist, dass Du halt gar nichts mitbekommst. Ich habe im Internet gelesen, dass die Spritzen die Du bei bei einer örtlichen Betäubung vaginal bekommst recht schmerzhaft sein müssen. Und Du bist natürlich bei vollem Bewustsein und kannst eventuell hören vielleicht auch schmerzfrei spüren was vor sich geht. Kann natürlich auch sein, dass Du einen Kopfhörer mit Musik bekommen würdest. Die Tabletten bewirken, dass sich der Muttermund leichter öffnet, dadurch ist die Verletzungsgefahr beim Eingriff wesentlich geringer.

Liebe *nur ich* überlege Dir bitte gut, ob es nicht besser ist mit Deinem Mann zu reden. Natürlich weiss ich nicht wie gut Eure Ehe ist. Hast Du Angst, er könnte Dich zum Austragen der Schwangerschaft überreden? Wenn er ein guter Mann ist, wird er versuchen MIT Dir eine Lösung zu finden und auch bei einem Abbruch zu Dir zu stehen. Meinst Du, Du könntest mit diesem "Geheimnis" leben? Die nächsten Jahrzehnte? Ihr habt Euch doch einmal ein Eheversprechen gegeben? Dein Mann hat ein Recht darauf "belastet" zu werden und Du hast ein Recht darauf ihn zu "belasten". Verstehst Du wie ich es meine?

Versuche doch einfach mal zu vertrauen! Last und Ängste zu teilen! Gerade in dieser jetzt besonderen Situation! Kein Mensch kann auf die Dauer funktionieren wenn er nur in sich "reinfrisst". Und wenn der Weg zur Not über Medikamente geht, ist das auch in Ordnung. Die musst Du nicht ewig nehmen, sie geben Dir aber die Möglichkeit Deine Ängste und Gedanken verarbeiten zu können.

Ich möchte hier keineswegs klug daherreden, ich kenne Dich und Deine persönlichen Verhältnisse leider ja gar nicht . Ich habe wirklich nur Angst, dass Du im Moment auf einem Weg bist, den Du vielleicht fürchterlich bereuen wirst. Ich konnte bei meinen Angstzuständen zum Glück immer mit meinem Mann reden, habe das auch immer gemacht und ich denke das ist auch ein Hauptgrund warum diese Probleme bei mir der Vergangenheit angehören.

Ich fühle wirklich mit Dir, kenne dieses Drama mit Ängsten und kann Dir leider nur anbieten hier für Dich da zu sein.

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 12:15 Uhr

Ne, du redest bestimmt nich klug daher. Im Gegenteil, ich danke dir, dass du so nett bist und dir so viel Zeit nimmst für mich.

Ich kann es meinem Mann einfach nicht sagen. Ich weiss wie sehr er sich ein weiteres Kind wünscht. Irgendwie hab ich das Gefühl, ich muss das alleine durchstehen. Nicht so im Negativen gemeint. Ich muss das einfach mit mir selbst ausmachen. Nicht immer ist geteiltes Leid, halbes Leid.

Sollte es natürlich so sein, dass mir das ganze arg zu schaffen macht, werde ich mit meiner Psychologin darüber reden und werde mir auch Tabletten geben lassen. Bis jetzt komm ich aber ganz gut klar, obwohl es nicht immer einfach war. Aber ich bin ja auch ein bisschen stolz, dass ich es so ganz ohne aus eigener Kraft geschafft habe. Für mich war es auch ganz wichtig zu lernen, dass ich meinem Körper wieder vertrauen kann und das ich stark bin.

Was mich jetzt so verrückt macht und total belastet ist die Warterei bis ich am 31.05. das Beratungsgesrpräch habe. Ich kann kaum noch schlafen. Wälze mich im Bett und nach 5 Std war ich heute schon wieder wach. Hunger hab ich auch keinen.

Lg

Beitrag von erfahrung 22.05.10 - 13:00 Uhr

Ich kann und möchte Dir da auch gar nicht dreinreden sondern kann nur sagen wie es ICH es an Deiner Stelle machen würde. Ich denke dabei vor allem an die Zeit danach und wie man weiterhin miteinander umgehen kann. Ich kann natürlich leicht reden, da mein Mann und ich uns einig waren. Und wenn Du jetzt schon weisst, dass für ihn ein Abbruch nie in Frage käme, ist es natürlich sehr schwierig.

Ich habe übrigens auch keine Tabletten gebraucht und nicht gewollt. Mir haben die Gespräche und das Verständnis meines Mannes und der Therapeutin sehr gut geholfen. Ich hätte aber auf jeden Fall Medikamente genommen wenn ich nicht weiter gekommen wäre.

Die Warterei ist heftig, ich weiß. Kann mich auch noch gut an die schlaflosen, grübelnden Nächte erinnern. Sehe es aber als Chance Dir wirklich sicher zu sein und nichts zu überstürzen, auch wenn Dir sicherlich lieber wäre, dass alles schon vorbei wäre. Es ist auch wichtig seinen Gedanken hierbei freien Lauf zu lassen, ich habe das ganz bewusst gemacht und mir nichts "verboten". Immer auch das "Danach" im Sinn. Wäre es eine Möglichkeit eventuell schon nächste Woche mit Deiner Psychologin zu reden? Einfach um die Zeit zu überbrücken und vielleicht noch andere Gesichtspunkte ansprechen zu können? Sie unterliegt ja auch der Schweigepflicht. Ich lese bei Dir einfach sehr viel Angst und fast Panik.

Zu welcher Beratungsstelle gehst Du? Meine Gespräche bei Profamilia waren gut, ich habe mich dort verstanden gefühlt. Allerdings habe ich auch schon gehört, dass dies nicht immer so ist, gerade auch bei kirchlichen Beratungsstellen.

Versuche ein wenig zur Ruhe zu kommen. Es gibt auf jeden Fall eine Lösung. Wichtig ist nur, dass es für DICH die Richtige ist. Ich kucke immer mal wieder hier rein, also wenn Dir danach ist, schreib einfach. Schreiben tut oft auch schon gut.

LG

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 13:21 Uhr

Vielen Dank. Deine Worte tuen wirklich sehr gut.

Ich hab auch bei Profamilia einen Termin. Die Warterei bringt mich wirklich um. Ich hab jetzt ganz viel Aufgeräumt und geputzt. Das lenkt ab. Ich weiss nicht, ob ich jetzt schon was zu meiner Psychologin sage. Ich vertraue ihr zwar sehr, aber das ist schon irgendwie sehr persönlich. Vielleicht schäme ich mich auch einfach nur.

Wenn du magst, kannst du mir auch gerne per E-Mail schreiben.

Sany1982@web.de

Liebe Grüße

Beitrag von desertrose75 22.05.10 - 16:12 Uhr

Hallo,

es tut mir sehr leid, daß Du es zur Zeit so schwer hast, Deine Angsterkrankung sosehr Dein Leben beeinflußt und Dir so viel Lebensqualität nimmt. #schmoll

Leider kann ich Dir nicht viel zu den Abbruchmedikamenten sagen, nur soviel, daß eine Kollegin diese auch verwendet hat und dann einige Tage danach unter schlimmsten Schmerzen und Blutungen in die Klinik zur Notausschabung gekommen ist. Aber das muß ja bei Dir nicht so sein.


Was ich jedoch bei allem Verständnis für Dich und Deine Situation von Dir super unfair finde, ist die Tatsache, daß Du die Schwangerschaft vor Deinem Mann verheimlichst und den Abbruch hinter seinem Rücken machen willst!

Eine Beziehung hat sehr viel mit Ehrlichkeit und Vertrauen zu tun und gerade das ist ein Thema, daß beide Partner etwas angeht. Das Kind ist genauso seines, wie Deines und auch wenn Du dann am Ende entscheidest, was mit Deinem Körper passiert, hat er trotzdem in meinen Augen das Recht zu wissen, was Sache ist.

Wenn ich ein Mann wäre und würde später (aufgrund irgendwelchem Zufall) erfahren, daß meine Frau ohne mein Wissen schwanger war und sich für einen Abbruch entschieden hätte, wäre das für mich ein sehr schwerer Vertrauensbruch. Ich denke, ich würde in diesem Fall die Beziehung massiv in Frage stellen.

Auch als Frau wüsste ich nicht, wie ich die restliche Zeit der Beziehung mit so einem Geheimnis leben könnte.
Aber das ist nur meine Meinung.

Ich wünsche Dir auf alle Fälle alles, alles Gute und daß Du bald Deine Angsterkrankung besiegst.
Liebe Grüße

Beitrag von Nur_ich 22.05.10 - 18:02 Uhr

Hallo Desertrose,

vielen Dank für deine Antwort.

Für mich ist das wirklich alles schwer. Ich weiss noch nicht, ob ich es meinem Mann sagen werde. Vielleicht hätte ich dann bedenken es zu tun, weil er das Kind unbedingt haben will. Es ist bei mir oft so, dass ich meine eigenden Bedürfnisse für andere zurückstelle.

Ich kann natürlich auch deinen Standpunkt verstehen. Wahrscheinlich würde ich mich, wenn ich ein Mann wäre, und das erfahren würde genauso hintergangen fühlen und die Beziehung in Frage stellen.

Liebe Grüße

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