Stehe völlig unter Schock

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von stillmami110703 22.05.10 - 09:38 Uhr

Hallo,

ich kanns irgendwie immer noch nicht richtig realisieren.

Gestern sollte das erste Screening sein, SSW 11+4.

Unser Krümelchen hat sich ca. in der 8+1 verabschiedet. :-(

Gestern waren schon die Voruntersuchungen im Krankenhaus und am Dienstag wird die Ausschabung sein.

Ich fühl mich so sch****. Erst wollte ich es nicht, dann habe ich es im erstn Ultraschall gesehen. Da war mir klar, daß wir dieses Kind bekommen. Und jetzt...... wollte es nicht mehr bei uns bleiben.

Gruß
Heike

Beitrag von maigloeckchen83 22.05.10 - 10:01 Uhr

Hallo Heike,

lass dich erst mal drücken... Es tut mir leid, dass du das auch erleben musst.

Es dauert auch, bis man das realisiert und man richtig mit der Trauerarbeit anfangen kann. Nimm dir auf jeden Fall die Zeit, die du brauchst.

Alles Gute für die OP und für die Zukunft #klee

Beitrag von krikri75 22.05.10 - 11:06 Uhr

Liebe Heike,

ach Du Arme! Ich weiß gut, wie Du Dich fühlst! Tut mir sehr Leid, Deine Zeilen zu lesen!

Der Schock kann noch ne Weile dauern und wie meine Vorrednerin schreibt: Auch bei mir hat es gedauert, bis ich es wirklich realisieren konnte und angefangen habe mit der Trauerarbeit. Der Schmerz war gleich da, irgendwie schneidend und gleichzeitig wie unter einer Käseglocke.

Gib Dir Zeit, gemischte Gefühle sind nun leider dran oder auch gar kein Gefühl oder was auch immer...

Falls Du vor der AS Angst hast: Die war für mich körperlich nicht schlimm, hatte auch keine Schmerzen danach und es ist alles gut verlaufen.

Ich würde Dir gern noch etwas Hilfreiches sagen. Vielleicht hilft es Dir, daran zu denken, dass nicht Dir allein das widerfährt. Es gibt gar nicht so wenige Sternenmamis...

Ich wünsche Dir für die nächsten Tage alles erdenklich Gute!! Hoffe, Dein Mann oder Freund ist bei Dir und sonst vielleicht noch der ein oder andere liebe Mensch.

Sei lieb umarmt! #klee
Krikri




Beitrag von sunnyloca 22.05.10 - 11:56 Uhr

Liebe Heike,

bis auf ein paar kleine Änderungen an den Zahlen könnte Dein Post von mir sein. Ich war am vorgestern bei rechnerisch 11+5 beim US und freute mich auf ein kleines zappelndes Wesen mit Ärmchen und Beinchen. Ich war absolut positiv gestimmt, da ich seit gut 2 Wochen auch keine Schmierblutungen mehr hatte und alles in Ordnung schien. Leider hat auch mir mein Arzt sagen müssen, dass die Schwangerschaft nicht in Ordnung ist. Unser Fröschlein hat bei sonographisch 8+5 (rechnerisch müssten wir da bei 9+2 gewesen sein) aufgehört zu wachsen. Kein Herzschlag mehr. Ich war auch absolut wie betäubt, zumal bei uns der Kinderwunsch sehr stark ist. Ich hab schon ein Extremfrühchen zu den Sternen gehen lassen, danach hat es lange nicht geklappt und auch unser Fröschlein war nur mit Hilfe von Insemination von seiner Wolke zu locken. Nun ist es wieder dort. Bei Julia. Und wir sind hier unten - alleine.

Bei mir war die Ausschabung schon gestern in der gleichen Privatklinik, wo auch die ganze Kinderwunschbehandlung stattgefunden hat. Ich fühlte mich dort sehr gut aufgehoben und begleitet. Jetzt räume ich gerade innerlich mit mir auf, hab schon 3 KG seit vorgestern abgenommen, weine sehr viel, aber letztlich ist der Schmerz doch nicht so groß, wie ich befürchtet hatte. Wahrscheinlich, weil ich mit unserer Julia so viel Schlimmeres durchgemacht habe und ich daher zum jetzigen Zeitpunkt besser akzeptieren kann, dass wohl etwas nicht in Ordnung war und die Natur sich deshalb gegen unser Fröschlein entschieden hat. Besser jetzt als später.

Kennst Du die Geschichte vom Seelenkind? Eine liebe Freundin hat sie mir geschickt und ich gebe sie Dir gerne weiter:



Seelenkind

Colin, mein zwölfjähriger Sohn ertappte mich an einem verregneten Spätnachmittag Ende Januar am Küchentisch, wie ich ein feuchtes zerknülltes Kleenex in der Hand hielt, mir die Tränen abwischte und um seinetwillen versuchte, mich zusammenzureißen. Seit meiner Fehlgeburt waren mindestens zwei Monate vergangen, aber ich bekam immer noch mindestens einmal am Tag das heulende Elend.

Rog und ich waren wie vor den Kopf geschlagen gewesen, voller Zweifel und zwiespältiger Gefühle, als sich der Schwangerschaftstest als positiv erwiesen hatte. Ich war 41 Jahre alt, und mein Beruf nahm mich voll in Anspruch. Ich hatte endlich erreicht, was einige für unmöglich gehalten hatten: Ich war Beleghebamme in der Alta-Bates-Klinik, und folglich florierte meine Praxis. In manchen Monaten entband ich zwölf Kinder, und niemand wusste genau, ob und wann ich zu Hause sein würde. Auch Rog war ausgelastet: Er musste nicht nur dafür sorgen, dass sein eigenes Geschäft lief, sondern auch noch den Haushalt in Gang halten, der durch meine häufige Abwesenheit vernachlässigt wurde. Colin und Jill näherten sich der Pubertät, ein schwieriges Alter mit Herausforderungen ganz eigener Art. Wie sollte da ein Baby ins Leben passen? Doch als die Schwangerschaft abrupt endete und alle Hoffnungen sich in Tränen auflösten, verliebte ich mich in das Kind, das nicht sein sollte.

„Weinst du wegen des Babys?“, fragte Colin, und als ich betrübt nickte, meinte er: „Dann musst du einfach noch eins bekommen, weil es ein Seelenkind ist und du ja seine Mutter sein solltest.“
Ich muss ihn wohl verdutzt angeschaut haben, denn er fügte hinzu: „Weißt du nicht, was ein Seelenkind ist? Wieso weiß ich es dann? Ich meine du bist schließlich meine Mutter“ Ich war völlig perplex, hatte keine Ahnung, war er meinte. Deshalb zog sich mein Erstgeborener einen Stuhl heran, setzte sich neben mich und legte mir seinen Arm um die Schulter.

„Ich werde es dir erklären, Mom. Vielleicht war ich selbst eins und ich weiß es daher. Jede Frau kann eine bestimmte Anzahl von Babys in ihrem Leben kriegen, und diese Babys bilden einen Kreis, der unsichtbar über ihren Köpfen schwebt. Jeden Monat ist ein anderes Baby an der Reihe; wenn die Frau schwanger wird, wird es geboren. Wenn nicht, kehrt es zu den anderen in den Kreis zurück. Wenn sie schwanger wird, und es passiert etwas Schlimmes vor der Geburt, kehrt es in den Kreis zurück und wird ein Seelenkind, und alle andere Babys lassen ihm beim nächsten Mal den Vortritt. Jeden Monat ist es als Erstes dran. Und deshalb musst du wieder schwanger werden, damit du dasselbe Seelenkind noch einmal bekommst. Wenn nicht, wird es einfach in den Kinderkreis einer anderen Frau gebeamt, und dann ist es dort als Erstes an der Reihe. Es bleibt immer irgendwo an erster Stelle, bis es schließlich geboren wird. Aber es wäre traurig, wenn du es nicht bekommst, denn ich weiß wie gerne du es haben möchtest. Du musst es also noch einmal versuchen. Erinnerst du dich an das Baby, Mom, das du vor meiner Geburt verloren hast?“ Ich nickte wortlos. „Das war ich. Wirklich. Ich habe immer gewusst, dass ich ein Seelenkind bin. Ich weiß genau, wovon ich rede, Mom.“

aus "Tagebuch einer Hebamme" von Peggy Vincent



Weiter schrieb meine Freundin ein paar ganz liebe persönliche Zeilen an mein Fröschlein, die mich sehr berührt haben. Hier ein kleiner Auszug, auch zum Trost an Dich gedacht:

"..... Du bist Liebe. Und Liebe ist Energie. Und Energie kann nicht verloren gehen. Das weiß sogar die Wissenschaft."

Traurige Grüße
Sunny mit zwei Sternchen fest im #herzlich

Beitrag von celebrian 22.05.10 - 12:55 Uhr

Liebe Heike,
es tut mir sehr leid das dir das passiert ist, ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit.
Ich kenne das Gefühl man steht völlig neben sich und fragt sich die ganze zeit "Warum".

LG Celebrian

Beitrag von stillmami110703 25.05.10 - 14:13 Uhr

Vielen lieben Dank an Euch, die Ihr auf mein Posting geantwortet habt.

Am Samstagabend mußte ich wegen sehr starker Blutungen schon ins Krankenhaus. Im Ultraschall war schon nichts mehr vom Krümelchen zu sehen. Es hat sich selbst verabschiedet.

Die Ausschabung erfolgte noch in der Nacht.

Nun bin ich wieder zuhause und dachte bis gerade, daß es mir seelisch eigentlich ganz gut geht. War aber doch wohl eher die Verdrängung. Na ja, ich schätze, daß ich bzw. wir noch einige Zeit an der Sache zu knapsen haben werden.

LG
Heike