Schimpfwörter und Nachbarskinder

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von chaoskati 22.05.10 - 13:53 Uhr

Oh Mann, oh Mann...

Mein Sohn (22.08.06) macht mich z. Zt. wieder bzw immer noch wahnsinnig wegen der Schimpfworte, die er mitbringt.
Wir haben inzwischen auch ein ganz beachtliches Sammelsurium zusammen.
Aber alle Maßnahmen, die ich bisher ergriffen habe um sie ihm wieder abzugewöhnen sind mehr oder weniger gescheitert.

Nun ist es so, dass gestern unser 6-jähriger Nachbarssohn wieder noch ein besonders tolles Wort angeschleppt hat...
Und die Reaktion meiner Frau Nachbarin darauf regt mich so dermaßen auf, dass mir fast übel wird vor Wut :-[

Sie reagiert überhaupt nicht, oder erteilt für den Rest des Tages TV-Verbot! Sowas juckt aber meinen Sohn gar nicht, weil er sowieso nicht so viel guckt.
Ich habe ihm gestern z. B. dann ein paarmal mit Nachdruck erklärt, dass er solche Worte nicht sagen darf und ich jetzt keines mehr hören will, weil wir sonst von draußen rein gehen.
Wir sind dann nach einer weiteren Ermahnung tatsächlich rein, wobei die 3 anderen Kids aus der direkten Nachbarschaft unbeirrt und ohne Konsequenz draußen weiter gespielt haben.

Meinem Sohn gegenüber finde ich es echt total unfair, zumal sich 4 Kinder ja immer gegenseitig aufpeitschen und das "Wörter-Sagen" sich so schlecht einstellen lässt.
Heute ist es so, dass die Nachbarn grillen wollen und das läuft gezwungenermaßen immer auf ein Gemeinschaftsprojekt hinaus, weil wir alle im selben Haus wohnen.
Aber ich habe mich jetzt absichtlich ausgeklammert und gehe nachmittags mit meinem Kleinen in den Park und abends in den Biergarten zum Essen.
Nur damit ich da nicht dabeisitzen muss, mein Sohn wieder in diesen Strudel gezogen wird und dann am Ende auch wieder der einzige ist, der seine Grenzen gewiesen bekommt...

Es ist zum Heulen!!! #schmoll
Gruß Kati

Beitrag von kirschcola 22.05.10 - 19:37 Uhr

Tja du wirst ja nicht alle anderen Kinder mit erziehen können! Sag ihm, dass bei euch zuhause solche Wörter verboten sind und gut. Und deshalb auf die Nachbarin böse sein...ich weiß ja nicht. In der Schule und überall wird er auch mit solchen Wörten konfrontiert werden. Du kannst ihn ja nicht zuhause einsperren! Also nimms nicht so ernst und erklär ihm, wieso du solche Schimpfwörter nicht hören möchtest.

LG
kirschcola

Beitrag von silbermond65 22.05.10 - 22:03 Uhr

Heute ist es so, dass die Nachbarn grillen wollen und das läuft gezwungenermaßen immer auf ein Gemeinschaftsprojekt hinaus, weil wir alle im selben Haus wohnen.
Aber ich habe mich jetzt absichtlich ausgeklammert und gehe nachmittags mit meinem Kleinen in den Park und abends in den Biergarten zum Essen. Nur damit ich da nicht dabeisitzen muss, mein Sohn wieder in diesen Strudel gezogen wird und dann am Ende auch wieder der einzige ist, der seine Grenzen gewiesen bekommt...

Geht dein Sohn in den Kindergarten? Du wirst ihn nicht davor abschirmen können.
Wenn er es nicht von den Nachbarskindern hört,dann eben im Kindergarten,in der Schule ,auf dem Spielplatz.
Was erwartest du denn von deiner Nachbarin ,wie sie ihr Kind bestraft?
Meine Tochter (3) verbessert momentan noch ,falls irgendwo das Wort "Scheiße" (selbst mir schon rausgerutscht) fällt in "Scheibenkleister".
Irgendwann wird das nicht mehr so sein.Und ich denke je mehr die bösen Worte verteufelt werden,desto interessanter werden sie.

Beitrag von chaoskati 23.05.10 - 09:04 Uhr

Naja weißt du, Scheiße ist ja inzwischen genauso wie das Wort "geil" auch schon fast Umgangssprache!

Aber wenn dann solche Sachen wie Arschloch und das neu erlernte Wort "Fotze" fallen, da schwillt mir schon der Kamm!!!
Sowas muss nicht sein und ich würde es sehr begrüßen wenn andere Leute (in dem Fall meine Nachbarin) das genauso sehen würden...

Gruß K.

Beitrag von cristmas 23.05.10 - 13:48 Uhr

Um so mehr du dies für deinen Sohn zum thema machst um so mehr wird er diese SChimpfworte benutzen, natürlich würde mir der Atem auch stocken bei dem Wort Votze oder was dein Sohnemann noch alles mit nachhause bringt. ICh würde ihm sagen das diese Worte nicht schön sind und würde es dabei belassen, den wie schon gesagt, in dem das du so reagierst werden die WOrte nur noch interessanter. Kinder haben eine Phase in dennen sie eben mit den Schimpfworten herumexperiementieren.

ICh würde deine Nachbarin einfach mal so bei Gelegenheit fragen ob ihr da nicht manchmal der Atem stockt wenn die Kinder so Schimpfwörter in den Mund nehmen, oder was sie für ERfahrungen macht !

lg cristmas

Beitrag von imzadi 23.05.10 - 20:34 Uhr

Du hättest natürlich auch den Grillabend nutzen können und das Thema mal anschneiden bei den anderen Nachbarn/Eltern. Einfach mal fragen was ihnen so einfällt wie man den Umgangston der Kinder freundlicher gestalten könnte. Damit hättest du auch die Meinung aussenstehender einholen können, und die Nachbarin hätte bestimmt mitbekommen das es andere Erziehungsmethoden gibts als Fernsehverbot. Sicher hätte sich auch herrausgestellt das du nicht die einzige bist die das stört und was unternehmen möchte.

Beitrag von oma.2009 24.05.10 - 20:56 Uhr

Hallo Kati,

laß dir von deinem Sohn doch mal die "Bedeutungen" der schlimmen Worte erklären! Meistens kennen die Kinder diese nämlich nicht und plappern nur nach was andere vorgeben. Anderenfalls soll er sich die Bedeutung bei den anderen Kindern erfragen. Aber auch die können nichts sagen, weil auch sie nur nachplappern. Ansonsten ignorier diese Worte, dann bringt es irgendwann keinen Spaß mehr und hört von selber wieder auf. Mußt nur konsequent bleiben. Mit Verboten machst du diese Worte doch erst recht interessant.

LG

Beitrag von king.with.deckchair 25.05.10 - 13:32 Uhr

Im Gegensatz zu dir reagiert die Nachbarin goldrichtig: Einfach nicht zur Kenntnis nehmen, solche Worte. Vor allem, wenn die Kinder sich untereinander damit belegen.

Du machst aber soviel Bohei drum, dass es natürlich erst recht interessant ist. Millionen anderer Mütter - inkl. mir - haben aber die Erfahrung gemacht, dass Ignorieren solcher Worte verbunden mit absolutem Nichtdulden, dass man Verwandte, andere Erwachsene oder die Eltern mit Schimpfworten belegt, noch immer der beste Weg ist.

Aber wenn du meinst, das Rad neu erfinden zu müssen, bitte sehr.

"Meinem Sohn gegenüber finde ich es echt total unfair"

Nicht "es" ist unfair - du bist es.

Beitrag von imzadi 25.05.10 - 23:06 Uhr

Meinst du nicht das man durch Ingnorieren die Worte einfach legalisiert und sie dadurch zur normalen Umgangssprache werden?

Woher soll mein Kind wissen wenn es mich 100 mal unbeachtet Ar...loch genannt hat das man das nicht auch zu jedem anderen sagen darf?