Bildungsgutschein

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Forum: Finanzen & Beruf

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Beitrag von annelie.77 23.05.10 - 13:42 Uhr

Hallo!

Eine Freundin von mir möchte sich gerne weiterbilden. Sie ist momentan arbeitslos und hat gehofft einen Bildungsgutschein zu ergattern.

Leider wird dieser ihr verwehrt. Sie hat eine kaufmännische Ausbildung und möchte sich gerne im Bereich der Immobilienwirtschaft qualifizieren.

Ihr Berater bei der Agentur sagt ihr, dass sie nur einen Bildungsgutschein bekommt, wenn sie die schriftliche Zusage hat, dass sie mit dieser Qualifikation eingestellt wird.

Gibt es denn gar keine andere Möglichkeit? Diese Weiterbildung ist berufsbegleitend, so dass sie trotzdem einen Job annehmen könnte, wenn sich dieser bietet.

Hat jemand eine Idee?

Danke

Anne

Beitrag von diana1608 23.05.10 - 15:23 Uhr

Hallo, auf deine Frage kann ich dir leider keine Antwort geben, aber ich habe das gleiche Problem. Ich wollte auch einen Bildungsgutschein. Dieser wurde mir nicht genehmigt, nur wenn ich einen Arbeitsvertrag vorlege, worin steht, dass ich genau diese Weiterbildung brauche. Sonst bekomme ich nix.
Ich denke, da kann man nix machen.

Viele Grüße Diana

Beitrag von goldtaube 23.05.10 - 16:30 Uhr

Es geht nicht darum, dass sie irgendeinen anderen Job annehmen kann.

Um einen Bildungsgutschein zu bekommen, muss die Teilnahme an der Weiterbildung notwendig sein. Der SB scheint der Ansicht, das die Weiterbildung zu diesem Zeitpunkt nicht notwendig ist. Er sieht sie erst als notwendig an, wenn sie eine Jobzusage hat wo sie eben diese Qualifikation benötigt. Das ist durchaus normal. Er muss das ganze abwägen.

Und mal ganz ehrlich. Warum sollte die Agentur für Arbeit ihr eine Weiterbildung finanzieren, die eventuell nicht notwendig ist oder aber so oder so nicht zu einem Job führt?

Zitat:
Voraussetzungen

Die Teilnahme muss notwendig sein, um Arbeitnehmer bei Arbeitslosigkeit beruflich einzugliedern, eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden, oder weil die Notwendigkeit einer Weiterbildung wegen fehlenden Berufsabschlusses anerkannt ist.

Die Feststellungen zur Notwendigkeit einer Weiterbildung schließen immer auch die arbeitsmarktlichen Bedingungen ein. Das heißt, die Agentur für Arbeit muss abwägen, ob zum Beispiel die Arbeitslosigkeit auch ohne eine Weiterbildung beendet werden kann, ob andere arbeitsmarktpolitische Instrumente erfolgversprechender sind und ob mit dem angestrebten Bildungsziel mit hinreichender Wahrscheinlichkeit eine Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt erwartet werden kann.

Die Antragsteller müssen in der Regel entweder eine Berufsausbildung abgeschlossen oder drei Jahre eine berufliche Tätigkeit ausgeübt haben. Vor Beginn der Teilnahme an einer Weiterbildung muss eine Beratung durch die Agentur für Arbeit erfolgt sein.
...
Zitatende
Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_26396/zentraler-Content/A05-Berufl-Qualifizierung/A052-Arbeitnehmer/Allgemein/Bildungsgutschein.html#d1.2

Beitrag von annelie.77 23.05.10 - 17:23 Uhr

Na gut, dann kann man da eben nichts machen. Dann wird sie sich das Geld von ihren Eltern leihen, danke für deine Antwort.

LG

Anne

Beitrag von manavgat 24.05.10 - 12:22 Uhr

Das Problem ist, dass man arbeitsmarktpolitisch das Prinzip der Förderung der employability (Beschäftigungschance) aufgegeben hat, zugunsten einer Förderung von Qualifikationen für einen ganz bestimmten Arbeitsplatz.

Nutznießer: die Betriebe, die die Qualifizierung nicht mehr bezahlen müssen.

Verlierer: die Solidargemeinschaft der Versicherten sowie der einzelne Arbeitslose, der oft, wenn der jeweilige AG ihn nicht mehr braucht, feststellt, dass diese Zusatzqualifikation wertlos weil zu speziell ist und sich erneut arbeitslos wiederfindet.

Mein Rat: notfalls Minijob machen und mit dem Geld, was nicht angerechnet wird eine vernünftige Weiterbildung selbst bezahlen oder innerhalb der Familie versuchen, einen Sponsor zu finden.

Gruß

manavgat