Scharlach ohne "Symptome" - Antibiotikum?

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von tine258 23.05.10 - 15:35 Uhr

Hallihallo,
nachdem wir nun mal etwa 2 Wochen gesund waren hat der Kleine (knapp 2 1/2 Jahre alt) nun Scharlach (da ich im Kleinkindforum aber nie unterwegs bin, poste ich hier).

Am Freitag sagte er daß er Schmerzen im Mund habe. Habe Chamomilla gegeben, es war dann auch besser, er schlief auch mit einer kurzen Unterbrechung durch. Am Samstag morgen war er topfit, nach dem Mittagsschlaf hatte erplötzlich hohes Fieber (39) und war quengelig. Nach einer erneuten Chamomilla-Gabe und abends Belladonna ging es dann wieder. Allerdings sank das Fieber nicht, und so sind wir heute doch lieber zum Kinder-Notdienst gefahren. Da ich Zahnungsbeschwerden ausschließen konnte hat die Ärztin dann doch noch einen Rachenabstrich gemacht - es ist eindeutig Scharlach.

Allerdings hat er - außer Halsschmerzen/Fieber und einer LEICHTEN Rötung im Rachen - keinerlei Symptome, sprich keinen Ausschlag, Zunge ist normal, Gesicht normal...

Wir sollen nun ein Antibiotikum einnehmen (habe ich auch schon verabreicht). Bin nicht gerade ein Freund von Antibiotika, aber dieses Mal habe ich die Kröte geschluckt - so soll er innerhalb von 48 Stunden auch nicht mehr ansteckend sein.

Kommt der Ausschlag später? Oder gerhört er zu den Erkrankten, die keinen Ausschlag bekommen? Oder wird er durch das Antibiotikum unterdrückt? Ist das ein Nachteil? Konnte die Ärztin leider nicht fragen, da Hochbetrieb herrschte und sie sofort weitereilte.

Vielleicht könnt Ihr mir ja von "Euren" Scharlacherkrankungen berichten, ich selbst hatte es noch nie, auch nicht als Kind, und mein großer Sohn auch nicht, mir fehlt hier völlig die Erfahrung

Grüße & Danke!
Tine
P.S.: "Harmlose" Sachen behandel ich gerne mit homöopathischen und antroposophischenMitteln und pflanzlichen Mitteln - von daher haben wir hier irgendwie gar keine Erfahrung mit Kinderkrankheiten oder Antibiotika, andere Kinderkrankheiten hatten wir noch nicht, da beide Kids geimpft sind!

Beitrag von madmaxx 23.05.10 - 16:40 Uhr

hallo,

unser Sohn hatte den gleichen Scharlach wie deiner. Keinen Ausschlag. Aber alles andere da. Das sind ja auch genug Symptome.

Ich hatte mich damals bissel belesen und musste feststellen,dass es ja X verschiedene Sorten des Scharlach gibt.
Fakt war, ich hab auch (guten Gewissens) AB gegeben. Er war relativ schnell wieder fit. Hatte aber den Nachteil, dass die Rückfallquote sehr hoch ist. Und der Rückfall hatte unseren Sohn volle rwischt. Auch ohne Ausschlag, aber wieder AB-gabe notwendig.

Seit dem ist scharlachtechnsich ruhe.

Der Sohn unserer Erzieherin im Kiga hatte den Scharlachvirus in unterschiedlichsten Ausprägungen 7 !!! Mal innerhalb von 2 Jahren.

Alternativ kann man dem kleinen Körper die Zeit geben, den Scharlach auszustehen, was weniger zu Rückfällen führt.
Meiner Meinung nach muss ich das dank moderner Medizin keinem Kinderkörper antun (AB-Gegner - nun könnt ihr mich steinigen).
Daneben kann ich es mir nicht leisten, wochenlang zu Hause zu bleiben.

Ich bin der Ansicht, du hast mit AB die richtige Entscheidung getroffen.

LG Mad

Beitrag von schullek 23.05.10 - 16:44 Uhr

hallo,

der punkt ist doch: du hast angefangen das antibiotikum zu geben, deshalb musst du es jetzt auch durchziehen, denn ein vorzeitiges aufhören könnte resisitenzen fördern. deshalb kommt deine frage eigentlich zu spät.

auch ist es bei scharlach recht schwierig tipps zu geben. von allen seiten hört man nur von schwerwiegenden nacherkrankungen etc. allerdings kann einem keiner genau zahlen nennen geschweige denn studien zeigen. sehr viele scharlacherkankungen verlaufen ohne symptome und die eltern bemerken es erst, wenn die haut sich an füßen oder fingerkuppen pellt. hier wäre es ja doch sehr interessant mal anzusetzen, wie häufig und schwewiegend nacherkrankungen denn nun sind! aber wie gesagt, beim arzt wird da nur drumrum geredet.
als ich dann vor der qual der wahl stand (und ich hab es mir wahrlich nicht leixcht gemacht), habe ich meinem sohn das antibiotikum dann erst nach 5 tagen gegeben und somit nen mittelweg gewählt. ich hab seinem körper die möglichkeit gegeben selber geüngend antikörper zu bilden und dann eben den nacherkrankungen vorgebeugt. im nachhinein ärger ich mich, hätte es lieber ganz gelassen, denn es ging ihm blendend. aber in der situation ist es eben etwas anderes.

generell wird in der homöopathie gesagt, dass der ausschlag wichtig ist. das heisst: wenn er rauskommt udn zwar gut, dann ist das ein gutes zeichen. da du aber eh antibiotika gibst ist es quasi unwichtig für deine weitere betrachtung.

im ürbigens hat dein sohn ja eindeutige symptome, allein der ausschlag fehlte.

lg

Beitrag von tine258 24.05.10 - 13:05 Uhr

Hallo,

danke erstmal für Deine Antwort,
ja, ich gebe das Antibiotikum die 7 Tage lang, das war mir schon von vornherein klar, daß das dann auch durchgezogen wird.

Gestern ging es ihm sehr schlecht. Heute springt er schon wieder rum, als ob nix gewesen wäre.l
Gebe gleichzeitig Belladonna D12 und dem Großen 1mal täglich C30 zur Vorbeugung.
Mich hat generell interessiert, wie denn andere Kinder den Scharlach auskuriert haben. Und es hat mich verunsichert, daß kein Ausschlag zu sehen ist. Ein deutlicher Ausschlag bedeutet ja auch weniger Komplikationen.

Leider ist unser Arzt im Urlaub. Bei einer erneuten Erkrankung werde ich es unter ärztlicher Aufsicht evtl. ohne Antibiotika versuchen (wenn der Verlauf nicht so schwer ist). Mein Mann ist da leider eher der Typ, der dann schneller zum ANtibiotikum "greift", und ich war verunsichert.

Danke auf jeden Fall!!!
Tine

Beitrag von miau2 23.05.10 - 19:03 Uhr

Hi,
ich kann dir nur von anderen KiGa-Müttern berichten, wir hatten bisher das Glück, verschont geblieben zu sein.

Ganz allgemein ist es wohl (bei leichten Verläufen) möglich, Scharlach ohne AB zu kurieren. Vorteil: kein AB. Nachteil: länger ansteckend, längerer Heilungsverlauf (wobei die Frage ist, wenn das Kind beschwerdefrei ist, ob DAS dann ausschlaggebend wäre).

Da du bereits mit dem AB angefangen hast würde ich es auch durchziehen. Das Problem mit "abgebrochenen" AB-Behandlungen kann sein, dass man dadurch resistente Erreger erhält, die dann zu einem erneuten, oft heftigeren, und vor allem halt schwerer in den Griff zu bekommenen Ausbruch der Erkrankung führen.

Also, wenn AB - dann konsequent. Oder, mit einem guten KiA und entsprechender Kontrolle, von Anfang an ohne, wenn es geht.

Viele Grüße
miau2

Beitrag von anja96 24.05.10 - 11:16 Uhr

Hallo,

meine kleine Tochter hatte nun schon das 2. Mal Scharlach. Der Ausschlag war beim ersten mal nur ganz kurz im Unterbereich da - zufällig grad da als wir beim Arzt waren. Der Himbeerzunge kam am 3. oder 4. Tag trotz Antibiotikum. Meine Große hatte auch 2mal Scharlach und beim 2. Mal hatte sie gar keine Symptome - weder Halsweh noch sonst irgendwas. Es wurde nur prophylaktisch ein Halsabstrich gemacht, da die Kleine Scharlach hatte und meine Große eine Herzfehler hat. Sie hat dann tatsächlich Beta-Streptokokken im Hals gehabt und ein AB gekommen.

Es ist also ganz unterschiedlich und man kann es immer wieder bekommen.

LG, Anja