ich brauch Hilfe

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von josefine13 24.05.10 - 09:53 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
ersteinmal kurz zu meiner Person ich bin 31 Jahre und stehe momentan eigentlich ganz gut im Leben.
Vergangene Woche habe ich einen ss test gemacht da ich eine Woche überfällig war. Er ist positiv ausgefallen... unter anderen Lebensumständen würde ich mich wahnsinnig freuen, da ich vor drei Jahren eine Fehlgeburt erleiden musste.
Jedoch jetzt nicht... ich habe auch über haupt keine Gefühle für dieses Baby...
In meinem Leben hat sich in den vergangen 12 Monaten alles grundlegend geändert, ich hatte bis dahin eine leitende Position in einem erfolgreichen Unternehmen und eine intakte harmonische Beziehung.
Vergangenes Jahr wurde bei meinem Partner ein schwerer Herzfehler diagnostiziert, der mehrfach operativ behandelt werden musste, als er dann nach etlichen Monaten wieder nach Hause kam und sich, den Umständen entsprechendes, normales Leben einstellte... brach ich zusammen, Burn Out mit schweren Depressionen. Ich war lange Zeit krank geschrieben und habe meinen sicheren Job aufgegeben um mich noch einmal neu zu orientieren.
Jetzt ist es so, das ich einen guten Job habe der aber befristet ist und mein Lebenspartner nach wie vor in der beruflichen Wiedereingliederung ist. Man muss da vielleicht noch erwähnen das wir ein Haus haben mit Kreditraten...
Ich bin sozusagen ein finanzieller Pfeiler...
Wenn ich jetzt ein Kind bekommen würde, wäre das unser finanzieller Ruin, da wir unser Leben nicht mehr bestreiten könnten und ich meinen Job verlieren würde.
Mein nächstes Problem ist aber das ich mir die Kosten einer Abtreibung gar nicht leisten kann...
Ich weiss ehrlich gesagt garnicht wie ich aus dieser Situation heraus kommen soll...
Hat jemand vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht?
Habt Ihr vielleicht irgendeinen Rat?

Liebe Grüße

Beitrag von minusl 24.05.10 - 10:21 Uhr


Guten Morgen,

Ich drück dich erst mal ganz lieb, wenn ich darf. Was du erlebst ist bestimmt eine große Belastung für Dich und Euch.

Ich kann dir nur Raten einen Termin bei Pro Familia zu machen um Dich dort Eingehend Beraten zu lassen.

Das ist sowiso Pflicht wenn man vor hat Abzutreiben.
soweit ich weis übernimmt die KK bei Pflichtversicherten die Kosten für den Eingriff.

Frag bei Profamilia nach die Helfen gut. Zeigen Dir aber auch auf welche Finanziellen Hilfen Du bekommst wenn Du das Kind bekommen wuerdest.

Da Du ja schreibst das Du Dich eigentlich über das Kind freuen wuerdest, wenn die Umstände anders wären.!

Beitrag von josefieni 24.05.10 - 10:38 Uhr

Hallo Namenspartnerin,

vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mich in einer sehr ähnlichen Situation befunden. Mein Mann hatte Krebs, seine Operation stand bevor, die Prognose war zwar gut, aber trotzdem stand unsere Lebensplanung auf dem Kopf. Wir haben zwei Kinder, gerade ein Haus gekauft, ohne Platz für ein weiteres. Ich musste mir überlegen wie ich es evtl. ohne meinen Mann schaffen kann und hatte genau in dieser Situation einen positiven SST in der Hand. Ich war mehrere Tage völlig gelähmt. Ich wollte kein Kind! Ich habe Hilfe gesucht und nur eingeschränkte gefunden, denn mir haben alle! in dieser Situation zur Abtreibung geraten. Die Gynäkologin, eine gute Freundin, die Theologie studiert hat, die Schwangerschaftsberatung, die Hebamme. Ich habe dann das Kind auch abgetrieben. Es war für uns in dieser Situation das richtige. Das anschliessende Jahr war weiter hart für uns. Mein Mann hatte erhöhte Tumormarker, was auf Metastasen hindeuten kann, meine kleine Tochter war ein 3/4 Jahr schwer krank. Ein Baby hätte uns rein körperlich über die Belastungsgrenze gebracht, an deren Rand wir ja bereits standen. Zum jetzigen Zeitpunkt stehe ich zu unserer Entscheidung, ich würde sie wieder so treffen, aber ich bedauere zutiefst, dass ich nicht zu einem anderen Zeitpunnkt schwanger geworden bin. Denn auch ein drittes Kind hätte es bei uns gut gehabt. Ich trauere um dieses Kind!
Ich denke, der wichtigste Rat ist, sich für die Entscheidung Zeit zu nehmen. Sich zu überlegen, wie die Zukunft aussehen könnte. Bis das Kind auf der Welt ist, hat Dein Mann ja vielleicht wieder eine richtige Stelle und dann ist es finanziell kein Desaster mehr. Oder aber er versorgt das Kind und Du arbeitest weiter? Möglichkeiten gibt es viele. Und man sollte der Überlegung Vorrang geben, wie man es mit Kind schaffen kann. Denn ein Kind erfordert zwar viele Anstrengungen, aber vor allem ist es auch das größte Glück!!!
Solltest Du Dich allerdings für eine Abtreibung entscheiden, gibt es für diese auch finanzielle Unterstützung (unter bestimmten Vorraussetzungen).
Viele Grüße und alles Gute für Dich
Josefieni

Beitrag von josefine13 24.05.10 - 11:22 Uhr

ich danke Euch beiden ersteinmal von ganzen Herzen.
Mein Problem ist aber das mein Partner ja die Stelle hat, und das auch sicher, aber die Wiedereingliederung wird noch sehr lange andauern, es ist auch noch eine weitere Op geplant, die dann den gesamten Heilungsprozess von vorn beginnen lässt...
Er hat wirklich gute Chancen wieder gesund zu werden, aber das dauert noch ewig.
Bei mir ist es so, wenn ich jetzt auf Arbeit erwähne das ich schwanger bin, bin ich weg vom Fenster, denn ich arbeite in einer Abteilung, wo ich nicht sehr lange als Schwangere bleiben könnte und wie gesagt der Vertrag läuft während der ss aus... ich würde nicht übernommen werden, selbst wenn ich nach der vorgeschriebenen Schonfrist wieder kommen wöllte...
Und es ist nicht irgendein Job, sondern einer wo ich mich wirklich wohl fühle und gute Aussichten auf ein unbefristetes Verhältnis habe, so eine Chance kommt nicht noch einmal.

Was mich jedoch auch noch belastet ist die ungewisse Frage der Kosten, meine Einkommen liegt über der Grenze (habe aber durch die ganze Situation viel mehr Ausgaben, so das da nichts über bleibt)... einige schreiben ja das die KK das alles übernimmt, andere schreiben von der Grenze...
ich bin was das betrifft völlig ratlos, werde am Dienstag zum Arzt gehen und zu einer Beratungsstelle.
Notfalls wenn es zeitlich passt gehe ich auch gleich noch zur KK...
Aber bis dahin bin ich wahrscheinlich völlig am Ende#zitter

Beitrag von salida-del-sol 24.05.10 - 15:29 Uhr

Hallo, liebe Josefine13,
boah, es wird mir ganz schwer ums Herz, wenn ich sehe was Du bereits alles durchleidet und durchkämpft hast. Dass Du da den Mut nicht verloren hast, spricht davon, dass Du eine starke Frau bist. Fühl Dich mal ganz sanft von mir gedrückt.
Du hast auch eine Fehlgeburt hinter Dir, diese Erfahrung hat Dich und Dein Leben geprägt. Eine Abtreibung könnte darum für Dich zu einer weiteren Verlusterfahrung werden. Denn die logischen Argumente des Verstandes zählen meist wenig, wenn das Herz weh tut.Du hast jedoch keine Kraft mehr und siehst den finanziellen Ruin kommen. Du brauchst nicht rackern, bis Du keine Kraft mehr hast. Gehe von Beratungsgespräch zu Beratungsgespräch und lass Dir aufzeigen, welche Hilfen Dir alle zustehen. Denn die Möglichkeiten und Motivation kann von Beratungstelle zu Beratungstelle sehr unterschiedlich sein.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von howgh 24.05.10 - 19:36 Uhr

Hi, ich bin zum Teil in einer ähnlichen Situation und trotzdem von deiner unterschiedlich..

'Ich kann absolut gut verstehen, dass die angeschlagene gesundhitliche Situation ein großes Argument ist..Es ist z.B. auch bie mir der hauptgrund, dass ich zweifele..

Wo ich mich aber von dir grundlegend unterschiede..hey, wir haben nicht nur eins sogar zwei häuser zurzeit die auf Kredit laufen...wir kommen zurzeit mit unserem Geld nicht aus, weil es so sein musste.. (zu kompliziert zu erklären...das eine Haus muss einfach verkauft werden)...und so ein Zustand ist für mich nie ein Argument..

Es sind tausende Familien, die zur Miete wohnen..die bescheidener wohnen... Man kann sich selbstverständlich Gründe suchen...nur müssen es ehrliche Gründe sein..ich will einfach mein Standard nicht aufgeben..punkt..

Ja, die abtreibung kostet z.B. hier satte 900 euro..
Die Schwangerschaft wird dich erheblich mehr kosten..

ich sag mal...wenn jemand so blöd ist und nicht aufpassen kann...und das meine ich uns beide...dann muss man es leider auslecken..

Jetzt ist nur die FRage, wo die Wahrheit leigt..Was du aus gesundheitlichen Grunden angibst...ist shocn bisl erschreckend..eine Schwangerschaft wird dich mit Sichrrehti belasten...aber man sich auch eine Therapie rechtzeitig suchen..Ich habe genau su dem Grund ab nächste woche bereits meinen ersten Therapietermin..

Ich kann deine Situation vollkommen verstehen..Es wird nie passsen, es wird nie der optimale Zeitpunkt sein..Gerade jetzt brauchten wir es am wenigsten..es ist aber halt passiert..ich habe aber bereitd ein Kind...bei mir ist es bisl einfacher..

Ich halte dir die Daumen. Howgh