Trotzphase

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von sally14 24.05.10 - 21:54 Uhr

Hallo,
meine Tochter ist im Moment in einer starken Trotzphase, sie ist viel müde und immer wenn sie müde ist, wird alles schwierig. Sei es Zähneputzen, sei es Haare kämmen, sei es Anziehen. Essen ist auch schwierig und wenn man sie nicht stark ablenkt, isst sie kaum etwas. Wenn man mit ihr unterwegs ist, muss man befürchten nicht mehr so schnell nach Hause zu kommen, weil sie entweder auf den Arm will oder irgendwo wütend liegen bleibt und sich auch nicht hochnehmen lässt. Das ist aber alles nur, wenn sie müde ist, sonst ist sie superlieb und süß. Es ist auch alles kein Problem, wenn man zu zweit ist, aber alleine kann es schon schwierig werden.

Sie will auch oft nicht in den Autositz, auch wenn ich mir größte Mühe geben, sie anzuschnallen, aber sie geht dann ins Hohlkreuz und wirft sich nach links und dann geht gar nichts mehr.

Wir lassen ihr nicht alles durchgehen, im Gegenteil, aber wenn sie ein Nein hört, geht das Geschreie los.

Letztens war sie krank mit hohem Fieber und wir mussten alle vier Stunden ein Zäpfchen geben und das war ganz schlimm, denn es ging nur mit energischem Festhalten und nur zu zweit. Sie fühlte sich ja auch sehr schlecht dabei und es tut einem so leid, wenn man sie zwingen muss, aber es geht ja nicht anders. Auch Medizin geben kann ein Problem werden.

Mein Mann muss für einige Tage dienstlich weg und ich mache mir Gedanken, wie ich solche Situationen dann alleine schaffe, manchmal kann man sie einfach nicht festhalten. Gut, ich könnte sagen, dann werden die Zähne halt nicht geputzt oder wir schlafen auf dem Aldi-Parkplatz, aber ist ja auch keine Lösung :-).

Meine Eltern stellen mich dagegen als total bekloppt dar und meinen, das sei alles kein Problem und es wäre doch gar nicht schlimm alleine zu sein und man könnte alles mit einem Kind machen, den Garten, den Haushalt, kochen. Sie hätten das ja auch alles geschafft. Und die Mütter von heute wären nicht mehr belastbar.

Meine Tochter ist aber im Moment so, dass sie sehr anhänglich ist, manchmal kann ich etwas nebenbei oder mit ihr zusammen machen aber oft auch nicht.
Ich bin im Moment noch zuhause und irgendwie wird das nicht anerkannt, solange ich nicht arbeite, mache ich nichts und sich um ein Kind kümmern, ist keine Arbeit.

Bitte zerreisst mich nicht in der Luft, ich bin im Moment traurig, weil ich mich so unverstanden fühle, ich genieße jede Minute mit meiner Tochter, aber ich bin abends auch oft müde, irgendwie macht man ja immer was, was zu essen, aufräumen, spielen , Diskussionen mit dem Kind usw. ihr kennt das und doch ist man ja der, der "nur zuhause" ist und den ganzen Tag Urlaub hat.

Meine Eltern helfen mir, auch spontan, aber irgendwie bleibt da bei mir immer so das Gefühl, dass sie es lächerlich finden, wenn ich Hilfe brauche und jemand mal das Kind hält oder so. Hinzu kommt, dass sie bei meinen Eltern so gut wie nie Widerstand leistet.

Ich möchte daher am liebsten gar nicht mehr meine Eltern fragen, wenn ich Hilfe brauche. Irgendwie bleibt immer das Gefühl, dass sie mich nicht verstehen und alles lächerlich finden, was ich sage. Wie verhalte ich mich da am Besten? Oder wie kann ich es schaffen, das Kind alleine festzuhalten, wenn irgend etwas einfach sein muss? Sie entwickelt sehr viel Kraft, wenn sie etwas nicht will.

Liebe Grüße
Sally

Beitrag von felix0907 24.05.10 - 22:24 Uhr

... das geht vorbei... das macht glaube ich jeder mit!!!!:-))

Bei meinem sohn war das auch soooo, der ist jetzt mittlerweilen knapp 6 und es wird ein klein wenig besser...
Meine Tochter ist jetzt 17 Monate und die fängt jetzt gerade damit an, genauso wie Du es beschreibst......

Da hilft nur eins, konsequenz!!!!!

LG
tatjana

Beitrag von nicki1820 24.05.10 - 22:36 Uhr

Hallo,

wir waren vor kurzem mit meinen Schwiegereltern eine Woche in Dänemark und nun wissen auch meine Schwiegereltern, dass sich hinter den blonden Engelslocken ein Teufel versteckt. Momentan kommt dieser Teufel auch wirklich oft hoch...

Es fängt oft schon Morgens damit an, dass sie wach wird und der Papa möchte sie aus dem Bett holen und sie sagt, "Nein Mama" und wehe der Papa fast sie an, dann ist alles aus. So kann sich das dann den ganzen Tag weiter führen. Paßt ihr nicht, dass ich den Nutelladeckel aufgedreht habe kann es schon mal passieren, dass das ganze Glas durch das Esszimmer fliegt... "Selber machen" ist nämlich angesagt.

Das mit dem Autositz funktioniert mittlerweile ganz gut da wir sie selber rein klettern lassen.

Heute wollte Emilia, sie ist übrigends 27 Monate alt, auf die Schaukel aber ihre Schwester war schneller und so hat Emilia sich brüllend auf den Boden geschmissen. Nach dem diese Situation überstanden war und meine beiden Mädels glücklich auf der Wippe saßen wollte Emilia unbedingt alleine Anschwung auf der Wippe geben und hat so dolle gebrüllt und gezappelt, dass ich sie runter genommen habe und sie nach Hause zum Papa gebracht habe.

Ich kann dich aber sehr gut verstehen, dass die ganze Sache zu 2. besser durchzustehen ist aber ich denke, es ist auch alleine möglich-vielleicht sogar manchmal besser.
Sei dir einfach in deinem Handeln sicher, versuche die Abwesenheit deines Mannes zu nutzen um besonders konsequent zu sein aber nicht alles zu verbieten. Manchmal erwische ich mich auch dabei, dass ich viel zu schnell ein "nein" rausschieße. Ist dieses "Nein" aber mal ausgesprochen sollte es auch durchgezogen werden auch wenn man sich hinterher nicht ganz sicher war ob es nötig ist.
Wer brüllt wird ignoriert, was auf dem Aldiparkplatz ja nicht besonders einfach ist. Du könntest sie aber in das Auto schleppen und dort weiter brüllen lassen. Sag ihr, dass du wieder für sie da bist, wenn sie wieder ruhig ist-das Geschrei tut dir in den Ohren weh. Das geht natürlich auch nur, wenn es die Zeit zuläßt.
Wir haben ganz oft Geschrei am Essenstisch und machen es mittlerweile so, dass wir das schreiende Kind in das Kinderzimmer tragen und sagen, dass es wieder kommen darf, wenn es ordentlich am Essen teilnehmen kann.
Bei unserer Großen (4 Jahre) hat das irgendwann ganz gut funktioniert, deshalb denke ich, dass der Weg nicht ganz falsch sein kann.

Wir haben 2 Kinder mit einem sehr starkem Willen und deine Beschreibung deiner Tochter klingt mir auch sehr dannach!!!

Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir, dass die Zeit schnell vorbei geht.

Wie alt ist denn dein Kind?

nicki

Beitrag von minx 24.05.10 - 22:40 Uhr

Oh das kenne ich, es könnte meine Kleine sein, ausser, dass wir kein Auto haben :-D dafür 'nen Buggy und da haben wir das gleiche Theater. Ich weiss auch nicht, aber du schaffst das schon. Ich denke auch immer ich schaffe das nicht und dann geht es doch. Mein Mann musste jetzt über Pfingsten ins Spital, ganz blöd und ich war ganz allein mit der Maus. Zu den grossen Sorgen um meinen Mann kamen dann noch kleine, wie, wie bekomm ich noch Essen ins Haus, wie die Kleider ins Spital und das alles ohne Familie, denn die lebt über 1000km weit weg :-( Blöderweise waren auch alle guten Freunde nicht da, eben Feiertag, aber weisst du es hat irgendwie geklappt und es wurden immer Zähne geputzt und in ihrem Tagesablauf hat sich nichts geändert. Ich bin einfach nur totmüde und muss morgen früh wieder um 6Uhr fit auf der Matte stehen und zur Arbeit. Versuch es einfach mal allein, das klappt schon, vielleicht noch viel besser als mit Hilfe, dann redet dir nämlich keiner rein und du hast kein schlechtes Gewissen und brauchst dir auch nicht ständig anhören, das früher alles ging. Früher war früher und heute ist heute! Früher haben z.B. Eltern nur 25 min am Tag mit ihren Kindern verbracht, deswegen ging das auch alles ;-) ohne Probleme.
Lass dir nichts einreden!!!! Du kannst das!!! Aber das trotzig sein ist schon echt hart, das finde ich auch!

Liebe Grüsse

Beitrag von sally14 24.05.10 - 22:55 Uhr

Ihr Lieben,
vielen Dank für Eure aufbauenden Worte, das hat richtig gut getan, ich bin mir sicher, dass alles richtig ist, wie es ist, aber wenn die eigenen Eltern einem ständig sagen, was man sich doch anstellt und so weiter und man doch eigentlich keinen Streit will, dann platzt mir irgendwann der Kragen. Hab jetzt Streit mit Ihnen, aber sie werfen mir soviel vor, dass ich nichts schaffe und so, dabei schaffe ich alles. Hab jetzt gesagt, sie brauchen mir nicht helfen, ich schaffe das auch alleine. Aber dann sehen sie das Enkelkind nicht und dann kommen sie doch wieder. Finde das so ungerecht, wieso kann ich nicht mal erzählen, dass es mal nicht einfach war.
Auf jeden Fall ganz liebe Grüße an Euch alle.
Sally