Frage zur Aufgebahrung

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von sunny_dani 24.05.10 - 23:46 Uhr

Hallo,

mein Cousin ist letzten Mittwoch verstorben. Meine Kindheit verbinde ich sehr mit ihm. Er wurde nur 27 Jahre alt. Es ist noch schwer für mich die richtigen Worte zu finden. Bitte entschuldigt das. Ich komme direkt zu meinem Problem:

Am Mittwoch wird er aufgebahrt, dann soll er verbrannt werden. Wer von euch hat schon einen nahestehenden Verwandten so aufgebahrt gesehen? Ich habe irgendwie Angst davor, habe aber das Bedürfnis ihm noch ein paar Worte zu sagen. Mein Mann meint ich soll ihn so in Erinnerung behalten wie ich ihn lebend kannte. Aber ich glaube ich würde es bereuen wenn ich nicht dorthin gehe.

Wer kann mir mit seiner Erfahrung weiter helfen?

Vielen lieben Dank!



Beitrag von arkti 25.05.10 - 00:25 Uhr

Ich habe sowas schon gesehen.
Nunja was soll man dir dazu sagen.
Da liegt halt ein toter Mensch, der vom Bestatter zurecht gemacht wurde.
Wie derjenige aussieht hängt ja auch immer von der Todesursache ab.
Ein Mensch der natürlich gestorben ist sieht normal aus.
Ein Mensch der vielleicht einen Unfall hatte mit Kopfverletzungen wird auch hergerichtet aber alles kann man natürlich nicht wegschminken.

Überleg es dir gut, es ist die letzte Gelegenheit ihn nochmal zu sehen.

Beitrag von sparrow1967 25.05.10 - 07:11 Uhr

Höre auf deinen Mann.

Was bringt es Dir, ihn dort leblos liegen zu sehen?
Er wird nicht mehr so aussehen, wie er mal war.

Ich rate dir: laß es sein. Schreib ihm einen Brief und wirf ihn mit ein paar Blumen ins Grab.


sparrow

Beitrag von motte1986 25.05.10 - 10:04 Uhr

"Höre auf deinen Mann."

das ist auch das einzige, was DU kannst.

sie hat keine eigenen bedürfnisse oder gefühle?

Beitrag von anonym5 25.05.10 - 13:05 Uhr

Wenn ich mich mal einmischen darf.....#schein

Ich denke mal der Mann kennt ja seine Frau nicht erst seit gestern und manchmal sollte man auf jemand anderes hören der eingen gut kennt weil derjenige gut einschätzen kann was einen gut tut oder was einen schwerer zum verarbeiten fällt.

Jeder hatt seine eigende gefühle und bedürfnisse das ist klar aber grade in so einer schlimmen situation sollte man den rat von denjenigen annehmen der einen am besten kennt und einschätzen kann und gutes will.

Liebe grüsse
Bibi

Beitrag von sparrow1967 25.05.10 - 13:53 Uhr

Bibi- gib dir keine Mühe...ich habe da jemanden auf Rechtschreibfehler auf seiner HP aufmerksam gemacht, wo ein Baby mit vollem Namen genannt wurde ( Patenkind der HP-Inhaberin) und die Seite vor Fehlern nur so strotzt und die Damen finden das ganz böse von mir.... ;-)und darum schießen sie jetzt wild um sich, wenn sie mich lesen ;-)

Beitrag von anonym5 25.05.10 - 14:29 Uhr

wie du warst böse???#liebdrueck

Aber das sagt alles hab mich schon gewundert warum die hier so rum gackern.Nagut dann kann ich ja mein gerede sparen ich glaub da kannst du schreiben was du willst sie schiessen trotzdem weiter.......

Naja macht dir nichts drauss.#liebdrueck

Beitrag von sparrow1967 25.05.10 - 13:50 Uhr

Ich denke, dass ihr Mann ihr einen guten Rat gegeben hat- es geht hier nicht um "gehorchen" wie Du es jetzt gerade auslegst, sondern darum, dass sie seinen Rat annimmt- denn er kennt sie besser als wir.


Was ich kann, Mädel, dass kannst du nicht mal erahnen.
Und jetzt mach besser einen Bogen um mich.
Leute wie Du sind mir ein Greuel.

Beitrag von motte1986 25.05.10 - 15:29 Uhr

da sieht man mal wieder, dass bei dir außer arroganz nicht viel dahinter steckt.

was kannst du denn, was ich nicht könnte?

ich soll einen bogen um dich machen? dann benehm dich doch einfach und gut ist.

ich bin dir ein greul, schön, mir egal. aber leute wie du gehen mehr menschen auf die eier, als du dir eigestehen willst.

Beitrag von maxundjan 25.05.10 - 07:27 Uhr

Hallo,

wenn ihr ein super Verhältnis hattet und es dir ein Bedürfnis ist hinzugehen, bzw. ihn nochmal zu sehen, dann solltest du das tun.

Wie schon gesagt kommt es auf die Todesart an, aber er war doch dein Cousin, und wenn eine Aufbahrung gemacht wird, kann man davon ausgehen das man ihn sich auch noch anschauen kann.

Aus meiner Arbeit heraus kenne ich viele Leute, die es bereut haben nicht hingegangen zu sein, aber niemanden der es bereut hat, dort gewesen zu sein.

man sollte eben immer daran denken, es ist definitiv das letzte mal!

Ich wünsch dir viel Kraft, auch für die Familie!

Sandra

Beitrag von miriam__ 25.05.10 - 07:31 Uhr

Hallo,
erstmal #liebdrueck!
Ich habe so eine Aufbahrung schon zwei Mal erlebt, bei meinen Oma´s. Die eine Oma, war hinter einer Glasscheibe, da sie vor ihrem Tod ziemlich viele Medikamente bekommen hatte (angebl.riechten die Menschen dann anders) und die andere Oma war ohne Abtrennung mit uns im selben Raum.
Für mich war es sehr wichtig, mich nochmal direkt bei ihnen zu verabschieden (die erste Oma durfte ich von meinen Eltern aus nicht mehr sehen, da sie auf Intensiv lag). Ich bereue es nicht, auch wenn dieser Gang sehr schwer war. Sie sahen aus, als würden sie schlafen - ganz zufrieden.
Was Du machst kannst Du nur für Dich selbst entscheiden. Aber wenn es für Dich wichtig ist, dann geh hin. Sprich mit ihm (ob in Gedanken oder wirklich).
Viele Grüße und viel Kraft
Miriam

Beitrag von xxichxx 25.05.10 - 08:51 Uhr

Hallo,
lass dich ersmal #liebdrueck...
also ich war auch sehr hin und hergerissen...
bei mir ging es um meinen leiblichen Vater-mit dem ich
sehr unregelmäßigen Kontakt hatte (ich wurde als Baby zur Adoption freigegeben) und ich war mir auch nicht so sicher-eigentlich wollte ich ihn so in Erinnerung behalten wie er war-meine Schwester hat mich
dann irgendwie überrumpelt und wir sind gemeinsam rein..
ich für meine Empfindungen hätte es lieber lassen sollen und hätte lieber einen Brief schreiben sollen,denn ich habe öfter das Bild vor Augen wie er aussah als er aufgebahrt war anstatt die Erinnerung/Bilder als er noch lebte-ich würde es nicht wieder tun-er ist an einer verschleppten Lungenentzündung gestorben (also keine Spuren eines Unfalls etc.-er sah aber trotzdem gaaanz anders aus...)
triff für dich dich richtige Entscheidung-ich wünsche dir ganz viel Kraft für
diesen schweren Gang..GlG xxichxx #blume

Beitrag von schullek 25.05.10 - 09:10 Uhr

hallo,

ich habe meinen vater gesehen, als ich 14 war. meine mutter hat lange mit sich gerungen und dann auch erst entschieden, ob sie uns lässt, als sie selber vorher bei ihm war. meine schwetsre (damals gerade 10) und ich sind dann mit ihr zusammen zu ihm und konnten uns verabschieden.
natürlich war das ein schock. aber weisst du, kein größerere, als der, dass er gestorben ist... . für mich und meine schwester war es in dem sinne wichtig, als dass wir begreifen, das wirklich alles wahr ist. ich glaube, ich hätte sonst auf jahre gezweifelt, denn der geist versucht alles, um sich dinge zu erklären, die er nicht fassen kann.
es war gut udn wichtig. auch hat es meine erinnerungen an ihn nicht getrübt. ich konnte und kann sehr gut trennen zwischen meinem vater wie er war udn dem, wie er da lag. ich habe ihn damals noch einmal gestreichelt, seine haare angefasst, ihm einen brief mitgegeben udn bin gegangen.
auch die nächsten jahre habe ich immer wieder geträumt, er kommt zurück, weil das und das war etc. ich mag mir kaum vorstellen, was gewesen wäre, hätte ich ihn nicht noch einmal gesehen...

also: angst brauchst du keine zu haben. mach dir nur vorher klar, wohin du gehst. du wirst wahrscheinlich weniger geschockt sein, als du jetzt vermutest.

lg

Beitrag von kerstin... 25.05.10 - 09:39 Uhr

Hallo,
mein Beileid erst einmal.#liebdrueck

Vor kurzem hat hab ich meine Freundin und Ihre kleine tochter
dort liegen gesehen.
Ich hatte Angst davor:-(
Erst war es ein Schock für mich aber Im endeffekt bin ich Froh das ich dort war,so kann ich wirklich begreifen das sie nicht mehr da sind und habe es mit eigenen Augen sehen können und vorallem mich richtig verabschieden können.
Einigen geht es da so wie mir.
Es ist deine Entscheidung.
ich wünsche dir viel kraft #liebdrueck

LG kerstin
#kerze#kerze #kerze

Beitrag von motte1986 25.05.10 - 10:03 Uhr

hallo!

erstmal mein beileid.

heißt das echt aufGEbahrung oder doch aufbahrung. naja, egal.

wenn dein cousin sich nicht gerade vor den zug geschmissen hat, oder eine schrotflinte ins gesicht gehalten hat, kannst du ihn meiner meinung nach angucken.

mein schwiegervater war aufgebahrt und er sah aus, als ob er schläft, einzig die schürfwunde am kopf (er ist nach nem hinterwandinfarkt vom fahhrad gestürzt) war untypisch.
klar, er sah nicht rosig aus, aber friedlich.

meine uroma habe ich damals nichtmehr angeguckt und es wurmt mich bis heute.

der tod gehört zum leben dazu, also auch zum leben zwischen dir und deinem cousin, ich mag diese sprüche mit "behalt ihn so in erinnerung, wie er gelebt hat!" überhaupt nicht.

es gehört dazu. und wenn man es möchte, sollte man es tun. sonst stellt man sich fragen.

einzig wenn er entstellt wäre durch die todesursache würde ich nicht hingehen.

lg und viel kraft!!!

Beitrag von tanjaleiss 25.05.10 - 10:31 Uhr

ich würde mich verabschieden, ich habe meinen vater tot gefunden , habe ihn die augen geschlossen und die hände gefaltet,...meine beiden kinder 4 und 2 waren dabei,...ich war die ersten tagen wie in trance,...konnte es gar nicht begreifen,...dann am tag der verabschiedung(mein papa wurde verbrannt war ich nochmal in der früh alleine in der leichenhalle, habe bei den sarg die schrauben aufgedreht und habe meinen papa ein bild von mir und den kinder in die hand , habe das gebraucht um zu begreifen das er wirklich da drin liegt,..,...es hat mir geholfen,...wünsche dir alles gute und geh nach deinen gefühl und nicht was andere meinen,...lg tanja

Beitrag von nala22 25.05.10 - 10:53 Uhr

Gehe nach Deinem Gefühl!

Einerseits sollte man auch daran denken, dass ein toter Körper anders aussieht und Du Dich vielleicht erschrecken könntest und dieses Bild nicht mehr rausbekommst.

Aber wenn Dun das Bedürfnis hast, Dich nochmal verabschieden zu wollen, solltest Du das tun!
Denn wenn ich Deine Zeilen lese, hast Du Dich bereits selber entschieden!

LG und alles Gute für Dich!

Beitrag von sunny_dani 25.05.10 - 11:32 Uhr

Hallo!

Es heisst wohl Aufbahrung, entschuldigt bitte!

Ich danke euch allen! Ich habe mir jede Antwort durchgelesen, ein paar Tränen vergossen und noch mal ganz tief in mich rein gehört. Ich werde morgen zu ihm gehen und mich auf meine Art von ihm verabschieden. Ganz alleine, nur wir zwei.

Eure Antworten haben mir wirklich sehr gut getan! Ich wollte euch auch noch sagen das er keinen Unfall hatte. Er musste Medikamente nehmen, diese hat er wohl nicht vertragen. Sein Herz blieb wohl einfach stehen. Mehr weiß ich aber auch noch nicht. Ich weiß nur das ich nie mehr mit ihm reden kann und das tut unheimlich weh! Deswegen werde ich zur Aufbahrung gehen. Ich denke ich werde es ansonsten bereuen.

Nochmals vielen vielen Dank!#liebdrueck

Beitrag von nala22 25.05.10 - 12:32 Uhr

Genau!
Dein Herz weiss schon was es möchte!!!

Ich fühle mit Dir!

:-(

Beitrag von tanjaleiss 25.05.10 - 11:24 Uhr

es ist aber nicht immer so das verstorbene anders aussehen, habe schon mehrere gesehen,..mein papa sah aus als würde er schlafen und auch ganz friedlich,...er fühlte sich nur kalt und porzellanmäßig an,...und unser uropa hatte ein paar bläuliche verfärbungen sah aber auch aus wie wenn er schliefe,....man muß keine angst vor den anblick haben,.. ich würde nur nicht nach einen unfall den toten anschauen , aber da raten die bestatter ja auch ab,...

Beitrag von -schmusibu- 25.05.10 - 12:07 Uhr

Hallo,

mein opa ist im Februar gestorben und ich wusste auch nicht so recht ob ich nochmal hingehen soll oder nicht, aber ich habe gedacht wie du, wenn ich es nicht tu werde ich es vielleicht bereuen!

Immerhin ist es die letzte Chance!Also habe ich es getan ich habe bitterlich geweint, dort lag mein Opa und er sah aus als wenn er schläft, es wurde alles ganz toll gemacht mit Blumen und er sah auch nicht aus wie ein toter, einfach nur schlafend!

Ich habe ihn nicht angefasst, da es ein komisches Gefühl war, aber ich weiß, dass ich es bereut hätte, wenn ich nciht gegangen wäre!

Es tut mir sehr leid für dich und deine Familie und wünsche euch ganz viel Kraft für die nächste Zeit!

LG Jenny

Beitrag von diorina 25.05.10 - 13:23 Uhr

hallo

ich habe es gerade hinter mir.
am freitag starb mein papa.
wir durften ihn im krankenhaus noch einmal sehen.

vor der tür bin ich fast zusammengebrochen, aus angst und trauer.
doch als ich dann neben ihm an seinem bett stand, wusste ich, es war die richtige entscheidung.
er lag friedlich da, zwar blass und kalt, aber er sah so schlafend aus wie immer.
an seinem bett konnte ich mich in aller ruhe von ihm verabschieden. und im nachhinein bin ich so froh es getan zu haben.

ich denke, wenn ich es nicht gemacht hätte, würde ich es jetzt bereuen.

ich wünsch dir viel kraft

die beerdigung findet nächsten montag statt, und ich habe so große angst davor.

alles liebe
krissi

Beitrag von alegrastach 25.05.10 - 16:41 Uhr

Liebe Krissi, mein herzliches Beileid für diesen schweren Verlust. Ich kann so gut nachempfinden wie du dich fühlst, mein Papa ist am 23.04.10 plötzlich völlig unerwartet am Herzinfarkt gestorben. Ich bin so traurig, dass mir das ganze Leben im Moment trostlos erscheint. Mein Papa war meine engste Bezugsperson. Noch immer kann ich es nicht fassen..
Ich kann sehr gut verstehen, dass du vor der Beerdigung Angst hast, es ist ein so schwerer Gang..Nach der Trauerfeier folgte 10 Tage später die Urnenbeisetzung, ein letztes Mal von ihm Abschied zu nehmen hat noch mehr Kraft gekostet.
Ich wünsche die sehr sehr viel Kraft für deinen schweren Weg.
Gruß Alegra

Beitrag von diorina 26.05.10 - 22:33 Uhr

liebe alegra,

vielen dank für deine herzlichen worte.
auch dir ganz viel kraft für die zukunft. es tut mir leid.

sei lieb gedrückt
kristin

Beitrag von stoltze-mami83 25.05.10 - 14:32 Uhr

hallo

also erstma mein beileid zu den schweren verlust.

ich weis wie du dich ungefähr fühlst denn ich war bei der stunde des abschiedes auch dabei als mein überalles geliebter opi verstarb und es war schlimm mit anzusehen wie er verstarb aber ich bin auch froh das ich ihn beigestanden habe und er nicht alleine war.

auch meine omi veranlaste eine aufbarung und ich ging nicht hin aber mein onkel machte ein paar letzte bilder und ich traute mir sie anzusehen und ich muss sagen wenn ich heute manchmal in einer stillen minute mir die bilder ansehe kommen mir zwar die tränen aber er sieht auf den bildern aus als würde er friedlich schlafen.

ich meine ich weis nicht wie belastbar du in solchen dingen bist das ist ja von mensch zu mensch unterschiedlich aber wenn du so einen großen wunsch verspührst deinen cousin noch was zu sagen und ihn ein letztes lebwohl zu sagen dann geh hin nicht alleine nimm dir jemanden mit ne beste freundin oder jemand anderen den du sehr vertraust du wirst die unterstützung dann brauchen.

Stille grüße und eine #kerze für dein cousin#stern

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