Mein Kind ...

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 07:13 Uhr

Hallo,
es geht um meine Tochter(8).
Sie hat große soziale Probleme in der Schule. Sie will immer die erste Geige spielen und die Bestimmerin sein. Sie möchte über jeden bestimmen, sie möchte die Anführerin sein.:-(
Sie hat ein sehr bestimmendes Wesen.#zitter
Die Kinder in der Schle machen ihr eigentlich sehr deutlich klar, dass sie das nicht möchten. Sie lernt daraus nicht. Die Lehrer reden mit ihr, wir reden mit ihr. In dem Moment ist sie sehr einsichtig, aber wenn es darum geht, wer der "Wortführer" ist, dann steht sie in der ersten Reihe.#aerger
Dadurch, dass sie in ihrer "Rolle" nicht anerkannt wird, wird sie agressiv und "schlägt" verbal um sich. Was sie auch nicht beliebter macht.
Da sie Einzelkind ist, habe ich mir gedacht, ab in einen Verein. Sie spielt seit 1,5 Jahren Handball. Mehr schlecht als recht, aber sie will unbedingt weiter machen.:-D
Eigentlich hat es dort bis jetzt ganz gut geklappt. Sie hat sich zwar auch dort als Mannschaftsführerin aufgespielt, aber die Kinder haben das akzeptiert.
Nun war die Gruppe über Pfingsten verreist. Als ich meine Tochter vom Bus abholte, da hagelte es wieder mal Beschwerden von anderen Kindern und vom Trainer. Sie hört nicht auf Anweisungen und ärgert die anderen Kinder.:-[

Auf der anderen Seite ist sie unheimlich sozial und lieb. Auf den ersten Blick hat sie eine sehr positive Ausstrahlung. Sie hat ein sehr ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden, wenn es um Andere geht. Bei ihr schaltet das leider aus. Solange sie die Ungerechtigkeit nicht getan hat, setzt sie sich für andere "bis aufs Messer" ein.

Auf der Handballfahrt hat sie sich mit einem Mädchen gestritten. 5 Minuten später borgt sie ihr Geld, damit sie sich ein Eis kaufen kann. Danach ging der Streit weiter.
Ich verstehe das nicht.

Hat jemand einen Tip, wie sie ihr Verhalten ändern kann, oder zumindest kontrollieren kann?

Es geht der Begriff A-Kinder rum. Ja, sie ist so eines. Aber es gibt doch noch mehr A-Kinder, die mit Anderen auskommen und sich unter ordnen in der Gemeinschaft.

Habe Angst, dass sie in der Pubertät total abrutscht und sich gar nichts mehr sagen läßt.

Vielen Dank fürs Lesen.
Gruß
Karola

Beitrag von marion2 25.05.10 - 07:59 Uhr

Hallo,

kaufen: http://www.amazon.de/Warum-unsere-Kinder-Tyrannen-werden/dp/3579069802

bis das Buch kommt, lies die Produktbeschreibung.

Gruß Marion

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 08:08 Uhr

Hallo,
vielen Dank für den Tip, aber das Buch habe ich zu Hause. Und auch gelesen.
Erwachsenen gegenüber ist ja großartig nichts auszusetzen, aber bei Kindern weiß sie sich nicht unterzuordnen.
Sobald ihr jemand widerspricht, ist sie der Meinung, er provoziert sie.
Da hat mir das Buch leider auch nicht weiter geholfen. Aber sonst ist es ein sehr gutes Buch.
Gruß
Karola

Beitrag von marion2 25.05.10 - 10:26 Uhr

Hallo,

was sind eigentlich A-Kinder?

Ich finde, das hört sich ganz nach dem Beispiel mit dem imaginären Muffin an. (Sobald ihr jemand widerspricht, ist sie der Meinung, er provoziert sie.)

Ob sie so ein Verhalten bei Kindern zeigt oder bei Erwachsenen ist, meiner Meinung nach, relativ egal.

LG Marion

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 10:44 Uhr

A-Kinder sind dominante Kinder.
Imaginärer Muffin? Seltsamer Ausdruck#kratz

Beitrag von jenx 25.05.10 - 11:05 Uhr

Huch??? Ich musste gerade doch sehr lachen...bei uns sind A-Kinder auch als A****loch-Kinder bekannt #hicks Wusste gar nicht dass das auch für Alpha stehen kann. Wieder was dazu gelernt...

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 11:19 Uhr

Heißt eigentlich auch Alpha Kinder. Bin nicht auf das Wort gekommen. Hast recht mit A...Kinder. Meinte das natürlich nicht im Zusammenhang meiner Tochter.

Beitrag von marion2 25.05.10 - 11:15 Uhr

Hallo,

ich meinte das Beispiel aus "warum unsere Kinder tyrannen werden"

Das kann auch ein anderer kuchen gewesen sein.

Möglicherweise solltest du das Buch noch Mal lesen ;-) Die Mutter holt das Kind ab, beißt in den Kuchen....

Alle Kinder sind dominant.

Gruß Marion

Beitrag von marion0689 25.05.10 - 08:37 Uhr

Hallo.

Ich denke, teilweise seit da ihr als Eltern auch Schuld.
Ich bin auch Einzelkind und hatte nie derartige Probleme ( hat also meines Erachtens nicht an dem Einzelkind an sich zu tun, sondern an eurer Art mit ihr Umzugehen )

Ich hatte aber so ein "Exemplar" in der Klasse.
Als ich das gelesen habe, könnte ich das genauso für das Mädel aus meiner Klasse unterschreiben.

Sie hat es allerdings leider auch erst gelernt, als sie mit ihrem Verhalten auf die "Schnauze" gefallen ist, dh. sie wurde irgendwann total aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen, war dann quasi Aussenseiter und hats dann schließlich kapiert und sich geändert.

Ich denke, du wirst da nicht viel machen können, außer zu warten, bis sie es selber kapiert.

LG

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 09:37 Uhr

Hallo, vielen Danki für Deine Antwort.
Du scheinst Lehrerin zu sein. Kannst also als Außenstehende antworten. Das ist schön.
Ich weiß, dass wir als Eltern auch schuld sind. Allerdings hat sie hier nicht das Sagen. Sie versucht es zwar immer wieder, aber ich denke, im Endeffekt tut sie das, was wir sagen. (Hoffe ich zumindest). Klar, als Einzelkind muß sie sich nicht anderen Kindern auseinander setzen.
In der Klasse wird sie von den Meisten schon ausgeschlossen. Nur die "Coolen-Gruppe" nehmen sie noch an. Was ich nicht so schön finde. Leistungsmäßig sind die unter ihrem Level. Sie gehört in diesem Fall zu den Leistungsstarken.
Leider macht die Gruppe sehr viel Blödsinn und im Endeffekt ist immer meine Tochter die Schuzldige. Alle Schuld nimmt sie dann auf sich. Soll wohl auch cool sein. Sie steht in dieser Beziehung also dann auch ganz vorne.
Gruß
Karola

Beitrag von marion0689 25.05.10 - 09:52 Uhr

Auch das mit der "Coolen-Gruppe" trifft auch wieder voll auf das Mädel zu.

Wenn sie ständig jegliche Schuld auf sich nimmt, wird sie wahrscheinlich auch genau deswegen angenommen.
Für die Coolen ist es ja schließlich einfach, jemanden zu finden, der alle Schuld auf sich abwälzt. Die anderen sind dann ja aus dem Schneider.

Aber wie gesagt, ich denke, dass deine Tochter ihre eigenen Erfahrungen machen muss.
Das Mädel aus meiner Klasse hats auch erst kapiert, als sie mit ca 16 Jahren aus der Gemeinschaft ausgeschlossen wurde.
War dann natürlich extrem hart, nicht auf die ganzen Parties mitzukönnen weil man dort einfach niemanden hatte.
Am Montag kam man in den Unterricht, besprach noch alle Details des Wochenendes und sie saß da und konnte nichts dazu sagen.

Und erst an dem Punkt hat sie gemerkt: Moment, irgendwas läuft da falsch.

Im übrigen waren bei ihr die Eltern Schuld ( Meiner Meinung nach ).
Was bei dir ( insoweit ich das nach deinem Text schließen kann ) nicht der Fall ist.
Bei ihr waren die Eltern einfach total überzeugt von sich, beide Beamten und alle anderen, deren Eltern eben "normale Arbeiter" waren ( wie z.B mein Vater ) waren für sie nur ein Stück Dreck/Pöbel usw...Ihr wurde einfach aus dem Elternhaus gezeigt, dass SIE das Sagen hat, denn SIE haben Geld usw... Nach deren ihrer Auffassung, haben Arbeiterkinder auch nichts an einem Gymnasium verloren...

Aber ich denke, da liegt euer Problem nicht. Hört sich zumindest aus deinem Schreiben nicht so an ;-)

LG

Beitrag von schnuffieundschmusie 25.05.10 - 10:21 Uhr

Nein, wir haben gar keine Vorurteile, außer der "Coolen Gruppe" gegenüber. Am Nachmittag trifft sie sich zum Glück nicht mit den.
Wenn man sie kennenlernt, ist jeder total angetan von ihr. Wie ich schon geschrieben habe, sie hat ein total positives Auftreten. Ist lieb und nett und höflich. Sehr sozial am Anfanf. Aber sobald sie merkt, dass die Zurückhaltung vom Gegenüber weicht und der andere Offen wird, "schlägt" sie zu und versucht das "Spiel" an sich zu reißen.
Im Kindergarten wurde schon gesagt, dass sie eine totale Führungsposition einnimmt. Da kam sie damit durch, aber nun bei den Großen nicht mehr.
Wenn sie aber jemanden gefunden hat, den sie dominieren kann, dann läßt sie sich teilweise auch etwas sagen, bis zu einem gewissen Punkt.

Beitrag von frauke131 25.05.10 - 10:58 Uhr

Hallo,

das, was Du beschreibst, trifft auf einige Einzelkinder zu, die ich kenne. Sie kreisen um sich selbst, sie ordnen sich nicht unter und erwarten, dass ihr Verhalten toleriert wird. Da sie meist Mittelpunkt der Eltern sind, sind sie auch sehr überzeugt von sich. Zumeist haben diese Kinder auch mehr Bezug zu Erwachsenen, d.h. wollen eher mit Erwachsenen zusammensein, als mit Gleichaltrigen.

Ich glaube, dass es schwerer ist, nur ein Kind zu haben, weil bei Geschwistern viel Erziehungsarbeit durch die typischen Geschwisterkonflikte unnötig wird. Daher war Deine Idee mit dem Verein auch gut und auch wenn sie weniger begabt ist, sollte sie weitermachen, wenns ihr Spaß macht (meine Kinder haben auch Hobbys, obwohl sie dafür kein herausragendes Talent haben!). Was ihr tun könnt? Leider nicht viel. Wie sieht es zu Hause aus, wird viel so gemacht, wie sie es möchte? Gibt es andere Kinder in der Verwandtschaft, wo sie sich unterordenen muss, z.B. bei Oma? Muss sie zu Hause zurückstecken? Auf jeden Fall müsst ihr versuchen die fehlenden Geschwister-Konflikte auffangen.

Ansonsten ist vieles sicher auch Charaktersache und hat nicht nur damit zu un, dass sie Einzelkind ist.

LG

Beitrag von manavgat 25.05.10 - 13:46 Uhr

Solange man Dein Kind nicht kennt, ist es schwer hierzu was zu sagen. Auffällig ist, dass Mädchen die sich als Alpha-Tier geben, von der Peergroup abgestraft werden, Jungen in der Regel nicht. Was mich stutzig macht, ist dass sie keine Wahrnehmung zu haben scheint, wie sie auf andere wirkt.

Ich würde sie einer Kinder- und Jugendpsychiaterin vorstellen, einfach um zu schauen, ob es ein Wahrnehungsproblem ist und falls ja, was die Ursache ist.

Gruß

manavgat

Beitrag von arthurmama 25.05.10 - 13:53 Uhr

Hallo Karola,
ich kann verstehen wovon du sprichts. Ich habe gerade so einen 4,5-jährigen, der gerade soziale Grenzen austestet, bzw. sich in den Vordergrund schieben will. Es sind nicht immer und ausschliesslich die Einzelkinder (meiner hat einen 8-jährigen Bruder) und auch nicht die Eltern mit ihrer Erziehung und auch nicht der Charakter des Kindes. Manchmal ist es ein Wunsch nach Anerkennung, mangelndes Sebstwertgefühl, mangelndes Selbstvertrauen, Unterforderung, Überforderung in der Situation, ... Und klar ist eines der Regulative, die Gesellschaft (Klasse), die das Verhalten nicht akzeptiert. Und wenn das Kind noch stur ist, wird es lange brauchen um über diesen steinigen Weg das zu lernen. Versuche Deiner Tochter anders zu helfen. Immer nur Konsequenzen aufzuzeigen, was passiert, wenn sie so weiter macht scheint ja sinnlos zu sein. Vielleicht kannst Du mal ein paar Gründe abklopfen, und vielleicht besprichst Du das mit dem KiA, was der empfiehlt. Vielleicht geht ihr zur schulpsychologischen Beratung / Erziehungsberatung, ....

LG, I.