Kündigungsschutz in der Probezeit?Kennt sich jemand aus?

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Beitrag von melli.87 25.05.10 - 11:16 Uhr

Hallo ihr lieben,
ich habe am 14.5. einen Vertrag unterschrieben und arbeite seid dem im Pflegedienst. Ich habe normal 6 Monate Probezeit und mein Vertrag ist unbefristet.
Jetzt habe ich am 21.5. einen positieven Schwangerschaftstest in den Händen gehalten und meine Freude darüber ist ziemlich zweigeteilt.
Mein Arzt sagte mir vorhin, dass ich im Kündigungsschutz bin und dieser auch in der Probezeit gilt.
Ich kenn mich damit nicht ganz so gut aus und hoffe vill könnt ihr mir da helfen?
Liebe Grüße

Beitrag von chaoskitty 25.05.10 - 11:29 Uhr

Wenn er befristet ist, dann müssen sie ja auch nicht kündigen, kommt natürlich drauf an, wie lang befristet.

Aber hat man nicht in der Pflege irgendwann BV bei ss?

LG kitty

Beitrag von lilly479 25.05.10 - 11:29 Uhr

Hallo Melli,

zunächst einmal herzlichen Gückwunsch zu´m positiven Test und Dir alles Gute!

Sobald Du schwanger bist, greift für dich das Kündigungsschutzgesetz, d.h. Dir darf nicht gekündigt werden:

Auch der besondere Kündigungsschutz für Schwangere gilt bereits während einer vertraglich vereinbarten vorgeschalteten Probezeit. Da das Gesetz hier keine Wartezeit vorsieht, greift dieser Sonderkündigungsschutz sofort mit Beginn des Arbeitsverhältnisses ein. Auch hier ändert die Probezeit also nichts daran, daß der Arbeitgeber einer Schwangeren gemäß § 9 Abs.1 Mutterschutzgesetz (MuSchG) während der Schwangerschaft nicht kündigen kann.

Viele Grüße

Lilly

Beitrag von miau2 25.05.10 - 13:23 Uhr

Hi,
wie schon gesagt wurd - du hast Kündigungsschutz.

Allerdings musst du wohl damit leben, dass dein Arbeitgeber wohl kaum einen Freudentanz aufführen wird (wird wohl kaum einer in der Situation, erst recht nicht in einer Branche, wo er vermutlich eher früher als später einen alternativen Arbeitsplatz anbieten oder mit einem BV fertigwerden muss).

Da dein Arbeitsvertrag nicht für die Probezeit befristet ist (so habe ich dich verstanden) wird er auch nicht "auslaufen".

Allerdings - wenn es jetzt nicht so ist, dass deine Arbeit die Schwangerschaft deutlich gefährdet, dann solltest du mit der Info an den AG warten. Ist halt schwierig in deinem Fall...leider ist nun mal das Fehlgeburtsrisiko in den ersten 12 Wochen besonders groß, und bei frühen Fehlgeburten gibt es danach überhaupt keinen besonderen Schutz - und die meisten Chefs würden dann die Situation wohl ausnutzen (wäre ja dann auch noch in der Probezeit problemlos möglich).

Also, wenn es nicht unumgänglich ist - abwarten mit der Bekanntgabe...

Ist halt irgendwie ziemlich blöd, auch für deinen Chef, gerade in dem Job.

Dein Chef wäre übrigens auch zur Rücknahme einer bereits ausgesprochenen KÜndigung verpflichtet, wenn du ihn innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt der Kündigung über die bestehende Schwangerschaft informierst. Und wenn er dafür eine ärztliche Bescheinigung haben will als Bestätigung (die darf er verlangen) muss er dafür die Kosten tragen.

Viele Grüße
Miau2