Blasto´s- JA/NEIN? Wer kennt sich aus?

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Beitrag von christ82 25.05.10 - 13:36 Uhr

Hallo Mädls!

Wir befinden uns grad in unserer 1.IVF
Heute ist Stimutag 5!

Habe mal paar Fragen,was Blastozysten betrifft!
Also mein Doc hält generell nix mehr davon und er hat uns auch dazu geraten keine Blasto´s einsetzen zu lassen!
Seine Meinung ist einfach,dass die beste "Brutmaschine" der weibliche Körper sei!

Naja aber jetz wollt ich trotzdem mal einiges wissen!

*Wie ist das wenn sie am 5.keine Blastos sind?? das heißt also dass der Verusuch "negativ" ausgefallen wär,wenn TF nach 3 Tagen gemacht hätten oder??

*Wie hoch sind die Chancen,dass sie am Tag 5 Blastos sind??

*Was ist der Unterschied? Müssen sich die Blastos "nur noch" einnisten?

Und wie wird das entschieden,welche genommen werden?
wenn ich z,b 10 Eizellen habe.??

Fragen über Fragen.....

LG Christina

Beitrag von inconnyto 25.05.10 - 13:55 Uhr

Hallo Christina,

tja, das ist wohl immer eine schwere Entscheidung, vor der ihr da gerade / bald steht. Wir haben uns gestern (PU-Tag) für einen Blasto-TF entschieden, obwohl ja nicht so 100%ig bewiesen ist, dass dadurch Vorteile entstehen o.ä. Hie rim Forum habe ich auch schon oft Kommentare wie "reine Geldmacherei" gelesen, die mich auch verunsichert hatten... aber mein Mann ist da sehr sachlich, ihm schien logisch, was uns die Klinik damals erklärt hatte und deswegen ist er seitdem vom Blasto-TF nicht mehr wegzudiskutieren ;-)

Zu deinen Fragen - alle kann ich nicht beantworten, aber ich fang mal an:

- wenn sich deine Embryonen in den 5 Tagen nicht zu Blastos entwickelt haben, muss das nicht gleich "negativ" heißen. Kann sein, dass sie einfach etwas langsamer sind und erst im Morula-Stadium angekommen sind. Optimal ist das sicherlich nicht, aber auch noch kein Grund, den Versuch abzuschreiben. ALso darüber würde ich mir erstmal keine Sorgen machen.

- Chancen kann man hier glaub ich nicht angeben. Wenn sie sich "normal" entwickeln, sind sie am 5. Tag Blastos. Wenn sie etwas langsamer sind, sind es Morulas... Eine Wahrscheinlichkeit lässt sich hier schwer ermittlen...

- Was unsere Kiwu-Klinik uns über den Unterschied zwischen Embryonen-TF und Blasto-TF gesagt hat, fand ich am einleuchtendsten: Beim TF werden die Embryonen / Morulas / Blastos ja direkt in die Gebärmutter injiziert. Bei einer natürlichen Schwangeschaft befinden sich jedoch weder Embryonen noch Morulas in der Gebärmutter... man sagte uns damals, dass die Embryonen nach dem TF einfach noch ein paar Tage, bis sie sich zur Blastozyste entwickelt haben, in der Gebärmutter "rumschwimmen", bevor sie sich - hoffentlich - einnisten. Da bestünde halt die Gefahr, dass sie wieder in die Eileiter gelangten und sich im dümmsten Falle dort einnisten... Embryonen im Ebryonenstadium in der Geebärmutter seien also "nicht natürlich" im Sinne von "nicht von der Natur vorgesehen".
Bei Blastos sei das eben anders, weil bei einer natürlichen Schwangerschaft die befruchtete Eizelle halt als Blastozyste in der Gebärmutter ankommt und beim Blasto-TF diese Situation am ähnlichsten dem natürlichen Gang komme.......

.....andererseits sagt auch meine Klinik, dass die Gebärmutter die bessere Petrischale ist ;-) Also sind wir nach den ganzen Ausführungen genauso klug wie vorher...

Wie so oft müssen wir hier einfach eine Entscheidung treffen, daran glauben und vor allem an den Erfolg glauben!!

Sorry, dass es so lang geworden ist ;-)

LG von
Conny

...mit Blasto-TF am 29.05.

Beitrag von lucccy 25.05.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

ich versuche mal zu antworten:

- die Zellen entwickeln sich unterschiedlich schnell, sie müssen also nicht unbedingt einem Zeitplan perfekt gehorchen, wenn es also an Tag 5 "nur" Morulas und noch keine Blastos sind, hat das nichts zu sagen
- in der Regel sind aber an Tag 5 nach PU Blastos zu erwarten
- auf dem Weg zum Blasto scheitern halt auch schon Zellen und man hat eine Art "Selektion". Ob die nun im Körper genauso laufen würde, weiss ich nicht.

Wenn es tatsächlich 10 befruchtete, gute EZ gibt, werden in der Regel die besten EZ transferiert und die übrigen entsprechend Eurem Wunsch entweder verworfen oder bereits am Tag nach der PU kryokonserviert (eingefroren).

Gruß Lucccy

Beitrag von inconnyto 25.05.10 - 14:00 Uhr

...achso:

es werden diejenigen befruchteten Eizellen ausgesucht, die am vielversprechendsten aussehen. Je nachdem ob ihr euch für eine Diagnoseverfahren entscheidet (z.B. PN-Scoring), wird anhand dessen entschieden. Die Auswahl muss allerdings erfolgen, bevor die Zellkerne miteinander verschmolzen sind (Embryonenschutzgesetz).

Wenn ihr euch gegen eine Kryokonservierung entscheidet, werden die "übrigen" befruchteten Eizellen noch vor der Verschmelzung der Zellkerne entsorgt - so bitter das klingt.

Viel Erfolg bei eurer Entscheidung!!

#klee

Beitrag von christ82 25.05.10 - 14:09 Uhr

Danke für eure Antworten!
Aber das "aussuchen" der 2 besten kostet ja wieder extra oder???
Das wollen wir ja nicht!
oh man schwere Entscheidung!

und was ist,wenn sie sich garnicht entwickelt haben bis zum 5.tag?
also weder blasto noch morula??


LG

Beitrag von lucccy 25.05.10 - 14:20 Uhr

Hallo,

aussuchen kostet erstmal nix. Die müssen ja eh gucken, ob die EZ noch "leben" und dabei werden sie gleich klassifiziert.

Wenn sich gar nix entwickelt, wird halt nix transferiert. Es muss auch nicht jede befruchtete EZ erfolgsversprechend aussehen.

Gruß Lucccy

Beitrag von inconnyto 25.05.10 - 14:29 Uhr

Ne, wie Lucccy schon geschrieben hat, kostet das normale Aussuchen nichts. Es kommen erst dann Zusatzkosten ins Spiel, wenn zusätzliche Diagnoseverfahren angewendet werden sollen.

Und: Ich denk mal, entweder entwickeln sich eine oder mehrere Zellen einfach nicht mehr weiter (=abgestorben), dann findet kein TF statt.
Oder sie entwickeln sich, aber langsamer. Dann wird der TF mit dem was da ist vorgenommen.

Aaaaber... du solltest nicht ganz so negativ an die Sache herangehen. Es gibt zwar immer mal Fälle, wo kein Transfer stattfinden kann, aber so weit ich das in den letzten drei Jahren Kinderwunsch mitbekommen habe, ist das nicht die Regel... Guck positiv nach vorn und geh erstmal davon aus, dass bei dir alles funzt. Mach dir nicht zu viele Gedanken, vertrau auf deinen Körper (und auf deine Ärzte)!!




Und @ Lucccy:
erstaunlich, dass man meinen langen Text auch mit wenigen prägnanten Worten sagen kann... *gg*


Beitrag von lucccy 25.05.10 - 14:48 Uhr

Hallo,

vermutlich bin ich einfach unsensibel... ;) Ich bin halt meist sachlich nüchtern unterwegs, da bleiben die Texte dann auch kurz. Das meiste kann man ja auch auf guten Internetseiten nachlesen, wenn man mehr Worte möchte.

Und es gibt ja auch gute Bücher zum Thema, je nach Typ der Leserin sachlicher oder emotionaler.

Gruß Lucccy

Beitrag von inconnyto 25.05.10 - 17:58 Uhr

Hi Lucccy,


das war gar nicht bös gemeint oder krittelnd... ich neige nur dazu, so ausschweifend zu schreiben - auch wenn ich mich kurz fassen WILL! Deswegen staune ich manchmal... :-)
Auf den Punkt kommen zu können ist schon was positives.. ;-)

LG

Beitrag von verabella 25.05.10 - 14:48 Uhr

Hallo,

ich kann dir gerne von meiner Erfahrung der ersten IVF berichten, die wir im Februar gemacht haben.

Es war ein Blasto Transfer am 5. Tag (Mehrzeller) der aber leider nicht geklappt hat.

Wir wollten auch sicher gehen das wir eine gute Voraussetzung für eine Einnistung haben und haben uns eben dafür entschieden.

Es wurden bei mir 5 EZ punktiert, die auch alle befruchtet wurden.
Am Tag des Transfers war nur noch eine Blasto über, die Vorletzte hatte sich am Morgen des 5. Tages verabschiedet. Es war eine Blasto mit B Qualität. Eigentlich sollte sie sich nach dem Transfer einnisten. Leider ist daraus nichts geworden, die IVF also fehlgeschlagen.

Wir hatten uns auch gedacht das wir auf diese Weise schauen wollen welche Zelle "die Beste" ist, mit welcher wir die größten Chancen haben.......

Mein Mann arbeitet mit Biologen (Zellforschern) zusammen und wollte ihre Meinung zu dem Thema wissen. Also lieber nach 2-3 Tagen oder eher nach 5 Tagen wieder "einsetzen" lassen. Es waren sich alle einig das Zellen in ihrer "natürlichen" Umgebung die Besten Chancen zum Wachstum haben.

Das haben wir dann auch den Arzt in der KIWU Klinik gefragt und der hat eben nur geantwortet, das es nicht bewiesen ist wo die Zellen besser aufgehoben sind und das nur nachgewiesen wurde das es bis zum 5. Tag eben keinen Unterschied macht, ob Petri Schale, oder Gebärmutter. Nun ja, was soll er auch anderes sagen, er verdient damit sein Geld und mit den Blastos noch ein paar Euro mehr dazu - da die längere Kultur auch mehr kostet. #augen

Nun ja, was soll ich sagen. Diesmal, bei der 2. IVF haben wir anders gemacht. Nach drei Tagen habe ich einen 7 Zeller in A Qualität zurück bekommen. Heute bin ich TF + 4, kann also noch nichts über das Ergebnis sagen, aber vom Gefühl her bin ich mit dieser IVF jetzt schon zufriedener als mit der Ersten.
Mal sehen was bei raus kommt, aber dazu muss ich noch bis zum 4.6 warten!!

Euch viel Erfolg,
Gruß, Vera

Beitrag von motmot1410 25.05.10 - 19:40 Uhr

Hallo Vera,

ich bin etwas verwirrt. #kratz
Du schreibst ja, dass 5 EZ befruchtet werden konnten. Aber ist es nicht so, dass nur 3 davon weiterkultiviert werden dürfen? Bei 5 EZ bestände ja die Gefahr, das mehr als 3 zum Zeitpunkt des Transfers noch leben. Die überschüßigen Embryonen müssten dann ja vernichtet werden, was ja nicht mit dem Embryonenschutzgesetz vereinbar ist.
Oder hab ich Dich einfach falsch verstanden?

Beitrag von verabella 26.05.10 - 11:59 Uhr

Hallo motmot,

nein, das hast Du alles richtig verstanden.
Hätten mehr als die eine Blasto überlebt, die wir zurück haben wollten, dann hätten wir sie Kryo konservieren müssen, da sie eben nicht verworfen werden dürfen, laut Embryonenschutzgesetz. Blastos dürfen nicht verworfen werden, das ist richtig.
Da wir aber gar keine Kryo wollten (aus ethischen Gründen), war es für uns ganz "praktisch" das nur die eine Blasto überlebt hat. Hat ja trotz allem nichts genützt.

Gruß, Vera (TF+ 6)

Beitrag von motmot1410 26.05.10 - 19:30 Uhr

Danke für Deine Erklärung :-D
Aber einfrieren darf man doch nur im Vorkernstadium? Oder gab es da eine Änderung?

Beitrag von verabella 26.05.10 - 19:36 Uhr

Da wir uns generell gegen eine Kryo entschieden haben, waren wir auch sehr erstaunt das die Klinik uns anrief und sagte das wir die Blastos einfrieren lassen müssen, wenn mehr über bleiben als wir benötigen.

Angeblich fallen die Blastos unter das Embryonenschutzgesetz und dürfe nicht verworfen werden. Erst nachdem sie ein halbes Jahr im Eis gelegen haben dürfen sie aufgetaut und verworfen werden... #augen klingt für mich nicht logisch.

Wären wir in die Situation gekommen hätte ich sicher mehr darüber schreiben können, sorry.

Beitrag von kleinemaus166 25.05.10 - 14:33 Uhr

Hallo Christina!

Ich hatte am 10.05.TF von zwei Blastos und bin nun durch die erste ICSI schwanger. #huepf

Vorher hatten wir neun IUI Versuche, die bis auf eine ss mit FG alle negativ waren.

Natürlich kann ich nicht sagen, ob ich meine Chancen auf diese Schwangerschaft mit dem Blastotransfer erhöht habe, oder ob es mit Morulas auch geklappt hätte, trotzdem würde ich mich immer wieder für einen Blastotransfer entscheiden.

Alles Gute für Dich!

Lg kleinemaus