! 12 jähriger mit ADHS -Wer kann helfen?

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von cbelana 26.05.10 - 07:49 Uhr

Hallo Ihr Lieben....

hier mal eine Frage , da es mich doch sehr belastet, und wir unseren nächsten Termin bei der Psychologin erst Ende Juni wieder haben:

Mit meinem Sohn (12 Jahre-ADHS`ler ) gibt es momentan sehr arge Probleme.
Mitte letzten Jahres haben mein Mann und ich uns getrennt und seit Dezember habe ich einen neuen Partner. Für meine Kinder kein Problem, im Gegenteil sie kommen mit meinem Partner sehr gut aus.
Mein Sohn hat unter meinem EX sehr gelitten und nun läuft es für ihn etwas lockerer hier . Wir sehen nicht alles allzu streng -alles in allem bisschen lockerer.
Das Problem ist aber, das seine 6 jährige Schwester schon immer als Prinzessin von meinem EX behandelt wurde. Sie konnte/durfte alles tun, wenn dies mein Sohn gemacht hat, wurde er sofort bestraft.
Da jetzt alles lockerer Gehandhabt wird, versteht er nicht , das meine Tochter nicht bestraft wird wofür er früher bestraft wurde. Er sieht es als ungerecht an.
Aussagen wie: "ich hätte jetzt von Papa eine schlimme Bestrafung bekommen" sind hier an der Tagesordnung. Dabei sehen wir bei ihm auch alles lockerer. Doch er hält da ein seiner Vergangenheit fest, und möchte das seine Schwester auch so leidet wie er leiden musste.....

Gespräche nützen nichts, er versteht es einfach nicht ....

Hat jemand ein Tipp für uns, denn die Situation spitzt sich täglich zu.

Danke und Grüße cbelana

Beitrag von petra1982 26.05.10 - 08:27 Uhr

Schwer mein Cousin ist 14 und keine Schule kein Heim kann ihn mehr nehmen er vergleicht auch immer sich mit seiner schwester. Seid für ihn da sucht hilfe tut ihr ja schon ich drück euch die Daumen das ihr nciht gesagt bekommt letzte chance geschlossene Psychatrie soweit ist es bei meinem Cousin da er jegliche Hilfen nicht angenommen hat

Beitrag von gh1954 26.05.10 - 08:47 Uhr

Ist nicht einfach für deinen Sohn.

ADHS-Kinder brauchen sehr geregelte Verhältnisse.

Er muss damit fertigwerden, dass seine Eltern sich vor knapp einem Jahr getrennt haben und dass ihm ein halbes Jahr später ein neuer Mann vorgesetzt wurde.

Er muss damit fertigwerden, dass seine Mutter, die früher mitangesehen hat, wie er selber "schlimme Bestrafungen" bekommen hat, jetzt alles bei der Tochter plötzlich "locker" sieht.

>>>Gespräche nützen nichts, er versteht es einfach nicht .... <<<

Ich verstehe, dass er das nicht versteht, er ist erst 12 Jahre alt und soll von heute auf morgen alles "vergessen", was früher war und auf die neue "Lockerheit" umschalten.

Ich hoffe, die Psychologin kann ihm helfen.

Beitrag von lichtchen67 26.05.10 - 09:22 Uhr

Genau wie gh schreibt, er KANN es nicht verstehen. Es ist einfach zu viel für ihn. Ich kann ihn da sehr gut verstehen....

Was ich über ADHS weiß ist, dass diese Menschen klare Strukturen brauchen, jede noch so kleine Änderung ist absoluter Stress... und davon gab es ja genug bei euch. In der Kürze der Zeit von einem Jahr Papa raus und neuer Mann da, neue Strukturen und Regeln ebenso... das ist selbst für Kinder ohne ADHS viel zu verarbeiten.

Wenn sich die Situation so zuspitzt bei Euch mach Dampf beim Psychologen und verleg den Ende Juni Termin vor, aus akuten Gründen.

Lichtchen

Beitrag von pupsismum 26.05.10 - 09:26 Uhr

Was heißt denn "die Situation spitzt sich täglich zu"? In welcher Form?

Grüßle
p (Mutter eines 14-jährigen AD(H)S-lers)

Beitrag von cbelana 26.05.10 - 09:30 Uhr

Es spitzt sich zu bedeutet, das er seine Schwester schlägt oder mit den übelsten Worten beschimpft. Ich muss die beiden immer trennen-Diskussionen um Diskussionen , zum Schluss folgen Wut und Ärger sowie weinen....
Klar weiss seine Schwester an welchen Schräubchen sie drehen muss, aber das wissen wir und achten auch darauf.

LG cbelana

Beitrag von pupsismum 26.05.10 - 10:00 Uhr

Dererlei Situation kenne ich aus der Vergangenheit nur zu gut, allerdings fand das bei uns nie in der Familie statt, sondern mit Klassenkameraden.

Ich würde, ehrlich gesagt, bei eurer Tochter ansetzen. Du schreibst selber, sie weiß, welche Schräubchen sie drehen muss. Wahrscheinlich achtet ihr doch noch nicht gut genug darauf, dass sie das nicht tut.

Es steht außer Frage, dass dein Sohn nicht adäquat darauf reagiert, aber genau diese Impulsivität ist es ja, die deine Tochter provoziert. Also muss dieses Verhalten unbedingt Konsequenzen für beide haben. Und das muss er auch mitbekommen, dass das Verhalten seiner Schwester ebenso wenig toleriert wird, wie sein eigenes.

Ihr dürft nicht zulassen, dass diese ersten Züge von Mobbing innerhalb der Familie stattfinden.

Was die neuen Regeln anbelangt, könnt ihr nur immer und immer wieder (Wissenschaftler sagen, ein AD(H)S-ler braucht 80 Mal so lange, wie ein nicht betroffenes Kind, um Dinge zu lernen/verinnerlichen) darauf verweisen, dass es jetzt neue Regeln gibt, die für alle gelten. Vielleicht verdeutlicht ihr die noch mal in schriftlicher Form und hängt sie irgendwo an den Kühlschrank o.Ä. für alle sichtbar. Damit man ihm immer wieder vor Augen führen, hier... siehst du... es steht so in den Regeln. Unserem Sohn hat das ungemein geholfen.

Ihr habt eine nicht ganz einfache Situation geschaffen (auch wenn sie oberflächlich betrachtet unproblematisch scheint), da hilft manchmal nur - so blöd das auch klingt - aushalten und konsequent dagegen wirken.

Grüßle
p




Beitrag von leiahenny 26.05.10 - 10:57 Uhr

ADHS brauchen klare Strukturen und keine Diskussionen.
ADHS erleben Ungerechtigkeiten extrem emotional und können hier keine Distanz schaffen.
Strukuren würde hier für mich bedeuten - klare Ansage an die Schwester jegliche Art der Provokation hat umgehend Folgen - ohne Diskussion.
Ansage an deinen Sohn - sobald er schlägt / schreit - geht er alleine in sein Zimmer (Boxsack hilft).
Jeder Tag ohne Streß bekommt ein Sternchen (Belohnung) bei beiden.

Ansonsten such Dir Hilfe und loben, loben und lieben.

Beitrag von unilein 26.05.10 - 13:26 Uhr

Hast du ihm schonmal gesagt, dass es dir leid tut, dass sein Vater früher so streng zu ihm war und du das nicht verhindert hast?

Was nützen ihm Erklärungen, die ihm zeigen sollen, dass es ja gar nicht so ungerecht ist, wie er empfindet? Gib doch lieber zu, dass es eben DOCH ungerecht ist, denn das ist es. Das Leben ist ungerecht. Ihn hat es getroffen. Er musste unter Bedingungen aufwachsen, die du dir heute für keins deiner Kinder wünschen würdest. Das machen auch Erklärungen nicht besser. Entschuldigungen aber vielleicht erträglicher.

Ich würde mich entschuldigen und ihm klar machen, dass ich meine beiden Kinder sehr liebe und deshalb nicht seiner Schwester die Sachen antun kann, die er erlebt hat. Schließlich weiß ich ja jetzt, dass das nicht richtig war. Und entschuldigen würde ich mich so oft er es hören will.

(ja, ich habe keine Kinder und keine Ahnung, aber dafür gibt es ads in unserer Familie und ich habe zwei kleine Geschwister, die unter ihrem leiblichen Vater längst nicht so leiden mussten wie ich unter meinem Stiefvater (dem selben Mann). Ich weiß also, wie sich Ungerechtigkeit anfühlt.)