An alle mit vielen Versuchen... (lang...)

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von stefanielena 26.05.10 - 08:41 Uhr

Hallo!

Ich hatte ja meinen 8. Versuch, eine ICSI in CZ, mit 3 Blastos, leider wieder vorzeitige Blutungen.
Gestern dann doch den BT, auf Drängen der Klinik wegen möglicher ELSS und weil es ja immer mal Wunder gibt..

Natürlich negativ, was uns mal wieder unnötige 20€ gekostet hat.

Nun ja. Wir sind immer noch sehr traurig und geschockt.
Aber, mit einer Woche Abstand, obwohl wir gesagt haben, dass das der letzte Versuch ist, sind wir uns beide einig, dass wir doch weiter machen würden, wenn wir das Geld hätten und Urlaub (der Versuch in CZ hat meinen Mann insgesamt mit Voruntersuchungen , DR... 14 Tage Urlaub gekostet).

Wer von euch hatte auch viele Versuche und gibt nicht auf?
Wer warenja in diesem Versuch auch schon Selbstzahler, spätestens dann fängt es echt an weh zu tun..

Ich hatte 7 Clomi Versuche, 4 mit Menogon, 3 IVF, 3 Kryo und die ICSI. Alles negativ.
Nur eine Kryo war positiv, mit FG Ende der 7. Woche.
Gen Untersuchung unauffällig, ich PCO, er neuerdings schlechtes SG (was in CZ aber garnicht so schlecht war).
Die Ärzte sagen, sie verstehen es nicht, woran es liegt. Gute EZ, gute Befruchtungsrate, gute Blastos diesmal.

Meine Frage an euch, macht es Sinn weiter zu kämpfen?
Oder machen wir uns da nur was vor?
Wann sollte man aufgeben (auch wenn es der allersehnlichste Wunsch ist und man wohl nie aufhört zu hoffen, so lang es rein theoretisch biologisch noch möglich ist??)?

Ich wünsche mir so sehr ein Baby, hab dafür schon so viel auf mich genommen und habe ja auch ein Sternchen.
Aber ich hab auch angst, mich zu verlieren, auf "verlorenem Posten" zu kämpfen..
Seit Jahren stecken wir zurück, ich würd auch so gern mal wieder in den Urlaub fahren..

Ach menno, versteht ihr mich?

traurige Grüsse stefanielena

Beitrag von unicorn1004 26.05.10 - 08:55 Uhr

Hallo Stefanielena,

wir haben einen ähnlich langen Weg hinter uns:
Kiwu seit März 2005, mehrere Monate GV nach Plan, 3 IUIs, 1 ICSI, 2 Kryos, dann einen abgebrochenen Kryoversuch, weil die Eisbären das Auftauen nicht überlebten, 1 IVF, noch einen abgebrochenen Kryoversuch, 3. durchgeführte Kryo - alle Versuche bislang ohne Erfolg - nicht einmal eine Einnistung.
An Untersuchungen haben wir zu Beginn den Postkoitaltest hinter uns gebracht, dann hatte ich eine Echovist-Untersuchung (o. B.), eine Gebärmutterspiegelung bei der zwar kleinere Verwachsungen entfernt wurden, aber dennoch ohne Befund, einen Doppler-US zur Messung der Durchblutung, Hormone sind sowohl bei mir als auch bei meinem Mann völlig in Ordnung...

Aber die Hoffnung haben wir auch noch nicht aufgegeben. Ich will es versuchen, bis es klappt und es wird sicherlich irgend wann klappen, da glaube ich noch immer ganz fest dran. Gott sei Dank haben wir finanziell keine Probleme und können uns trotz der Behandlungen auch alles andere leisten, das macht es natürlich ein großes Stück einfacher für uns. Aber solange ich auch gesundheitlich in der Lage bin, diese Behandlungen durchstehen zu können, werde ich sie immer wieder auf mich nehmen...

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und positive Gedanken - schließlich kam es bereits zu einer Einnistung! Es wird bestimmt wieder klappen. Hast Du Dich denn schon auf Gerinnungsstörung, Schilddrüsenwerte und immunologisch untersuchen lassen - vielleicht ist das ja noch eine Möglichkeit?

LG
unicorn

Beitrag von stefanielena 26.05.10 - 09:31 Uhr

Hey!

Danke dir für deine Antwort..

Dann bin ich ja doch nicht die Einzige, die sich immer weiter dadurch quält.

BS und GS hatte ich auch schon, bereits 2mal. Minimale Endo, aber am Darm und somit nicht relevant. Wurde natürlich entfernt. Die SS war damals übrigens direkt nach der 2. BS.
Ich habde SD Unterfunktion, aber schon ewig und gut eingestellt. Werd da seit der Fg engmaschig kontrolliert.

Zur Immu hat mir die Klinik jetzt auch geraten, ist das einzige was noch aussteht.

Finanziell verdienen wir nicht schlecht, aber auch nicht berrauschend gut. Haben aber gerade gebaut, das fordert natürlich viel ein.
Gehe aber neben meinem Hauptberuf noch in einem Hotel jobben. Schon anstrengend, aber für den KiWu bin ich bereit, das noch weiter zu machen...

Beitrag von redsea 26.05.10 - 09:17 Uhr

Hallo,

ich glaube diese Frage kannst du für dich nur alleine beantworten.

Viele geben irgendwann auf, weil es sich finanziell nicht mehr ausgeht, weil sie körperlich und seelisch die Kraft dazu nicht mehr haben, weil es ihre Ehe gefährdet, weil sie nicht mehr unerreichbaren Zielen hinterher jagen wollen.

Eine Psychologin hat zu mir mal gesagt, man sollte sich eine Frist setzen (Bsp. max. 9 Versuche) und wenn es dann nicht klappt, sollte man das Ergebnis akzeptieren.

Du bist ja "erst" 30 Jahre (sorry ich weiß, dass hast du sicher schon oft gehört und kannst es nicht mehr hören), aber ich würde mal eine Pause einlegen... ein paar Monate, ein Jahr, zwei Jahre.. und nur mehr Dinge tun die dir Freude machen (Urlaub fahren, ein Auto kaufen, etc.)... einfach das Leben geniesen, fernab des Kiwu-Stresses. Dann würde ich in mich hineinhören, wie geht es mir jetzt.. ist der Kiwu immer noch so groß und du hast nochmal die Kraft für einen erneuten Versuch, würde ich es wagen.

Aber vielleicht kommst du dann auch zu er Erkenntniss, dass auch ein Leben ohne Kind schön sein kann und du dir diese Strapazen nicht mehr antun willst.

LG
Redi

Beitrag von stefanielena 26.05.10 - 09:34 Uhr

Hallo.. Danke dir für deine Antwort.
Finanziell und zeitlich müssen wir eh bis nächstes Jahr pausieren..
Für einige Wochen kann ich schon sagen, dass mein Leben auch so gut und schön ist, was ja auch stimmt.

Aber dann hab ich immer gemerkt, dass mir der KiWU doch wichtiger ist, ich bereit bin dafür alles zu tun.

Wir werden uns jetzt auch mal wegen ADO und/oder Pflegekindern informieren.
Ohne Kinder kann ich es mir einfach nicht vorstellen...

Beitrag von 444444444444444 26.05.10 - 09:39 Uhr

Hallo
Auch ich habe jetzt ein paar Versuche hinter mir die alle Negativ verlaufen sind. Wir haben zwar einen etwas anderen Ausgang als ihr. Bei uns entwickeln sich wegen dem schlechten Sperma die Eizellen nicht mal zu Blastos.

Aber wie du es schon angeschrieben hattest. Leider benötigt man Geld um sich diesen Traum zu erfüllen und wenn es dann nur per ICSI geht und auch noch als Selbstzahler. Wir wissen es alle..

Ich werde nach 7 Versuchen aufgeben zu kämpfen um ein Kind mit meinem Mann zu bekommen. Den ich kann jetzt schon zu 99% sagen die nächsten 2 Versuche gehen wieder Negativ aus.

Nur ich werde nicht auf ein Baby verzichten.

Wir werden auf Fremdsperma zurückgreifen. Bei mir ist so alles in Ordnung und dann könnten wir evtl sogar eine IUI wagen. "Billigere" Kosten mehrere Versuche im Jahr und dann hoffen wir, dass es doch mal klappt.

Eines muss euch klar sein. Dieses Kind wäre nie ohne euch enstanden. Es ist also euer Kind und per Notarvertrag wird schon vor der Behandlung dein Mann als Vater bestimmt. Ich kenne mittlerweile viele Paare die diesen Weg gegangen sind und glückliche Eltern sind.

Vielleicht solltet ihr wirklich mal eine kleine Auszeit nehmen in den Urlaub fahren und über die "Möglichkeiten" die es gibt reden.

Alles Gute

Beitrag von stefanielena 26.05.10 - 10:07 Uhr

Hi!

Also bisher war das Sperma sehr gut, die IVF gab es allein wegen meinem PCO.
Bei einer Routinekontrolle Ende letzten Jahres war das Sperma auf einmal sehr schlecht, daher die ICSI. (vielleicht wegen dem Stess des Hausbaus)

Jetzt war das Sperma während der ICSI aber plötzlich wieder gut.
A20% (vorher kurzzeitig 0%!)
B25%

Denke Spendersperma brauch ich nicht. Hatte eher an Eizellspende gedacht, aber die Ärzte sagen, dazu bestehe kein Grund, weil die EZ und die Befruchtungsrate(13 von 16) sehr gut sind und eben auch Blastos..

Überlege auch an Embryoonenspende, aber da finde ich nur was in Spanien??

Eine Freundin musste eine ICSI mit Spendersperma machen lassen.
Kosten waren für die ICSI 5000€, für das Sperma ebenfalls 5000€ (Köln).
Hat nicht geklappt.

Beitrag von ella99 26.05.10 - 14:33 Uhr

Hallo,

wir haben 5 stimulierte GV Zyklen, und 5 Icsis und eine Kryo hinter uns. die zweite ICSI war positiv, endete aber in einer fehlgeburt.

Wir werden definitiv nur noch die 6. ICSi machen, da die Krankenkasse sie bezahlt. Im Moment läuft die immun. Untersuchung, die hoffentlich den erhofften Effekt bringt. Bei mir alles OK, mein Mann OAT 2. Sollte diese letzte ICSI auch nicht fruchten, haben wir noch drei Eisbärchen.

Aber was soll ich sagen... nach über vier Jahren Kinderwunsch und Dauerhormonbelastung bin ich froh, wenn es zu Ende ist. Ich habe keinen Lust mehr meinen Körper mit Hormonen vollzupumpen, die dort nicht in diesen Mengen hingehören. Ich habe dann alles getan - und dann soll das unser Schicksal sein- Ich nehme es hin.

Denn ich weiß, so oft Eltern sich wünschen keine Kinder zu haben, so oft werde ich mir wünschen welche zu haben. Und damit kann ich gut leben, denn es gibt ein Leben ohne Kinder. Kaum vorstellbar- aber wahr.

Es hat lange gedauert, bis ich das eingesehen habe. Es war ein schleichender Prozess und nun bin ich froh, wenn ich sagen kann:" Ich habe alles getan - es soll nicht sein".

Mein Leben geht definitiv weiter. Mir ist klar geworden, dass es schlimmeres gibt, als keine Kinder zu bekommen (auch wenn das viele hier nicht glauben - hört euch um)

So, ich bestimme ab August wieder, wie mein Leben läuft...

und ich freu mich drauf #winke

Ella

Beitrag von stefanielena 26.05.10 - 14:48 Uhr

Im Grunde hast du ja recht..
Ich hoffe ich komme da auch irgendwann mal hin..
5 Jahre in Behandlung, das schickt mir eigentlich auch.
Habe einiges zugenommen, was mich so natürlich echt ärgert.

Aber ich weiss doch auch ganz genau, so lang ich meine Tage bekomme, wenn auch unregelmässig, werd ich immer irgendwie hoffen.
Und das macht mir auch Angst.

Nach 5 Jahren hab ich mich auch an das Leben ohne Kinder gewöhnt. dennoch ist es immer noch mein sehnlichster Wunsch...

Beitrag von ella99 26.05.10 - 16:28 Uhr

....nochmal ich,

ja, ich hoffe auch jeden Monat, dass die Pest nicht kommt. Aber das ist anders, die Hoffnungen sind viel kleiner, demnach auch die Enttäuschung. Mittlerweile gibt es sogar Tage an denen ich Morgens nicht als ersten Gedanken "Kiwu" habe und Abends auch.

Für uns ist nur klar, dass wir wahrscheinlich keine eigenen Kinder bekommen werden. Wir wissen aber, dass wir ein anderes Kind irgendwann in unsere Familie aufnehmen werden. Denn ganz auf Kinder möchte ich nicht verzichten.

Villeicht ist es unsere Aufgabe im Leben einem fremden Kind ein gutes Zuhause zu schenken?

Wer weiß! Ich glaube fest daran, dass alles im Leben einen Sinn hat. Ich zum Beispiel habe mir viele Oberflächlichkeit abgewöhnt (ist jemand dick oder weniger hübsch so hat er vielleicht eigene Kinder - der Glückspilz...). Leider wissen wir erst am Ende unseres Lebens warum alles so kam wie es kam!

In diesem Sinne viiiiiiel Kraft für die Zukunft

Ella #klee