Mein Sohn nach schwerer Krankheit ab August in den Integrations-KiGa

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von xxichxx 26.05.10 - 10:18 Uhr

Hallo Ihr Lieben,
habe im Feb. schonmal berichtet über unsere Vorgeschichte-mein Sohn lag im Wachkoma...
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=10&tid=2487343&pid=15784933
...tja nun bekommen wir ja die letzten Wochen schon ganz viele Therapien und ab August ist es dann soweit-er hat einen Platz im integrativen KiGa :-) weil er sich so toll erholt und entwickelt hat...
er hat natürlich noch seine Defizite aber ich denke dort ist er gut betreut.
Nun mal meine Frage-ich bin seitdem das Alles passiert ist so ängstlich und muss auch immer weinen wenn ich an die Zeit im KH zurückdenke-ist es normal das ich vor dieser neuen Abnabelung im Aug. Angst habe-das ihm wieder was passieren könnte etc.???Oder bin ich zu so einer hysterischen Übergluckenmutter geworden-die ich nie sein wollte???
Wie kriege ich das wieder in den Griff-habt ihr evtl. Tipps??
Vielen Dank schonmal vorab...
GLG xxichxx #herzlich

Beitrag von claudi2712 26.05.10 - 10:42 Uhr

Hallo Du:-)

Ich denke, Du hast ein Trauma erlitten. Viel darüber Reden um zu verarbeiten denke ich, wäre ein guter Ansatz. Und Deine Ängste sind lesbar "noch völlig nachvollziehbar". Du musst jetzt ein wenig auf Dich schauen, wie sich Deine Ängste noch entwickeln...

Sieh Dich hier mal um, manche Mütter ohne solche Erlebnisse bekommen schon feuchte Augen und ´nen Herzkasper wenn sie die lieben Kleinen in die Obhut anderer geben müssen (ich muss mich dazu zählen, ging mir damals ganz ähnlich - peinlich#hicks)

Beobachte Dich ein wenig und wenn Du merkst "damit geht´s mir jetzt richtig mies, ich werde damit nicht fertig" - dann suche Dir z. B. eine Selbsthilfegruppe o.ä. (Gesprächstherapie oder so)

LG
Claudia

Beitrag von xxichxx 26.05.10 - 10:57 Uhr

Hallo Claudia,
erstmal vielen lieben Dank für deine Antwort.
Am Anfang konnte ich erstaunlich gut darüber reden und auch damit umgehen aber ich denke,dass jetzt alles bei mir sackt denn zur Zeit schiessen mir sofort die Tränen in die Augen wenn mich nur jemand fragt:"und was macht der Kleine"...
An Gesprächstherapie habe ich auch schon gedacht-am 10.Juni ist ein Elterngespräch mit den neuen Erzieherinnen-evtl. hilft mir das schon weiter...
LG

Beitrag von claudi2712 26.05.10 - 11:01 Uhr

Wahrscheinlich dachtest Du nur, Du könntest gut damit umgehen - es war in deiner Psyche wahrscheinlich noch nicht angekommen. Der Körper funktioniert in extremen Stresssituationen nur - eigentlich eine tolle Sache. Nur hinterher klappt man zusammen. Die Phase scheint jetzt zu beginnen...Pass auf Dich auf und alles Gute

Claudia

Beitrag von engelshexle 26.05.10 - 11:25 Uhr

Hallo Du,

das was ihr durchlebt habt ist kaum vorstellbar...Deshalb ist deine Angst auch sehr gut nachvollziehbar....Es ist ganz schwer zu verstehen, wenn man nicht nachvollziehen kann WARUM es passiert ist....

Kann dir nur den Tip geben, daß du sehr offen und viel mit den Erzieherinnen sprichst...Die müssen wissen, was bei Euch geschehen ist....

Und dann such dir wie schon geschrieben event. fachliche Hilfe...Ich glaub so ein Trauma kann man schwer alleine verarbeiten....

Mein Vater ist 4 Wochen vor Nicos Geburt gestorben und als Nico dann 2 Tage nach der Geburt auf die Intensiv musste, wär ich fast durchgedreht...Mir hat geholfen sehr viel darüber zu reden und ich glaub ein bisschen " Gluckenmami" steckt in jedem von uns...Wir müssen es uns halt immer wieder bewußt machen und darauf achten, daß sich unsere Ängste nicht auf die Süßen übertragen ;-)

Ich wünsch Euch alles Liebe und Gute und vorallem deinem Süßen ganz viel Spaß und viele Freunde im Kindergarten :-)

Beitrag von sunshine7505 26.05.10 - 11:43 Uhr

Hallo,
ich kann dich soooooo gut verstehen. #liebdrueck
Meine Tochter hatte im Sommer 08 ein "Pleuraempyem", sie war totkrank, man wusste nicht ob man ihre Lungenhälfte retten kann, ob eine schlimmere Erkrankung dahinter steckt (Immunschwäche, Leukämie), sie lag wochenlang im künstlichen Koma. Das schlimmste war, dass wir zunächst mit einer Gott Sei Dank falschen Krebsdiagnose in die Kinderonkologie eingewiesen wurden.
Meine Tochter ist wieder kerngesund geworden und putzmunter, sie konnte wieder in den Kindergarten gehen, es wird momentan diskutiert ob sie ein Jahr später eingeschult wird, weil ihr eben auch ein halbes Jahr ihres Lebens "genommen" wurde.
Mir ging es psychisch danach lange Zeit ganz, ganz schlecht. :-( Ich nehme seitdem ein leichtes Abtidepressivum und mache eine Gesprächstherapie, die mir sehr gut tut. Meine Therapuetin hat zu mir egsagt "geben Sie sich ein Jahr, dann wird das besser" - und es stimmte. Heute habe ich durch das Erlebnis eine andere Sicht auf das Leben. Ich rege mich lang nicht mehr so schnell auf, weil ich weiß wie schnell das Leben vorbei sein kann. Ich weiß jeden einzelnen Tag mit meinen gesunden Kidnern zu schätzen, lebe viel bewusster. ABER ich habe immer noch Albträume, Angst meine Kinder zu verlieren. :-( Ich lasse sie auch ungern fremdbetreuen und habe sie am Liebsten ganz nah bei mir. Kindergarten ist n Ordnung, ich muss auf aufpassen dass ich die Kinder da nicht mitbelaste mit meinen Ängsten. Dabei hilft mir auch die Therpeutin. Du kannst dich gerne nochmal melden, dann kann ich dir mal beschreiben wie und wo ich Hilfe bekommen habe. ;-)
Liebe Grüße und schönen Tag! #winke
Katja mit Julia (5) und Sebastian (fast 2) #sonne