Welche Richtlinien gelten beim Umgang?

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von glueckskind86 26.05.10 - 10:55 Uhr

Hallo!

Ich habe eine 4 Jährige Tochter und bin vom KV seit 1 1/2 Jahren getrennt. Wir waren nicht verheiratet und ich habe alleiniges Sorgerecht.

Nun streitet er mit mir um Umgangsrecht, im Moment aber NOCH außergerichtlich.

Ich habe allerdings das Gefühl, dass er den Umgang zu dem Kind nur deshalb sucht um vor der Öffentlichkeit als guter Vater dazu stehen.

Eine Zeitlang war es so geregelt, dass er sie alle 14 Tage 1 Nacht bei sich hatte. Die Zeit vertrieb er mit ihr so, dass er sich immer wieder Besuch einlud, der dann mit dem Kind spielte, ihm selbst ist das zu anstrengend.
Oder er setzt sich dann mit ihr in irgendein Kaffee und sie muss dann warten bis er fertig.

Jetzt plant er im Oktober wegzuziehen. (ich hoffe so dass er es auch tut, aber meistens hält er nur große Reden und es passiert doch nichts)
Er hat sich in den Kopf gesetzt jetzt mit 32 zu studieren, ohne Bafög, als Pizzabote....
Er sagt von sich aus, dass er dann kaum noch Zeit haben wird, er muss sich schließlich um seine Zukunft kümmern. Deshalb möchte er sie jetzt öfter. Er will sie für 2 Nächte bei sich.

Da ich das nicht in Ordnung finde (1. weil es ihr zu langweilig ist, 2. weil sie Heimweh hat, 3. weil er sie jetzt an sich gewöhnen will damit sie ihn dann mehr vermisst??? ) habe ich nein gesagt.
Sie selbst sagt zu mir, dass sie sich zwar mit ihm treffen möchte aber nicht da schlafen will. Sie möchte ihn auch eigentlich nicht so lange sehen, sondern lieber für 2 Stunden auf den Spielplatz und dann wieder nach Hause und am nächsten Tag vielleicht wieder.
Aber leider ist es ihm egal.

Prompt war er beim Jugendamt.
Dort habe ich gesagt, wenn er so viel Umgang will dann muss er schon vor Gericht gehen. Die Mitarbeiterin meinte dann dass Recht würde ihm ganz sicher zugesprochen werden.

Gut. Ich wollte die Taktik versuchen ihn mit seinen Pflichten zu konfrontieren. Dann MUSS er sie eben verpflichtend nehmen. Ich hatte Hoffnung, dass ihm das auf Dauer zu anstrengend wird, er hatte früher schon viele Wochenenden abgesagt, weil irgendeine Party wichtiger war, oder er sich nicht so fühlte.

Letztes Wochenende war dann das erste 2-nächtige Treffen. Und was macht er???
Er hat am ersten Tag das Kind zu einer Freundin gegeben!!!
Ich kann es nicht verstehen.
(War mir sehr lieb, da sie eigentlich eine Freundin von mir ist und sogar mit meiner Tochter bei mir vorbei kam um uns zu besuchen :-) )

Doch jetzt wird er noch dreister und will immer mehr Umgang.
Er fragt nach extra Terminen und weißt mich darauf hin, dass es ihm rechtlich zu steht.

Da es mir jetzt langsam zu viel wird, überlege ich ihn wirklich herauszufordern.
Allerdings bin ich mir unsicher.
Wieviel Umgang wird denn in diesem Alter gewährt?
Es ist ja nichts rechtlich festgelegt. Aber was sind denn so die Richtlinien?

Danke für eure Hilfe!

Beitrag von karna.dalilah 26.05.10 - 11:53 Uhr

Prinzipell ist ein stetiger Umgang als etwas positives zu betrachten und zu fördern.
Das heißt nicht das der seine "Forderung" stellt und der andere zu springen hat.
In dem von dir geschilderten Fall, teile ich deine Bedenken.
Er intensiviert jetzt den Kontakt zu eurer Tochter, um in absehbarer Zeit den Kontakt nahe dem Nullpunkt wieder abzubauen.
Das hat er dir gegenüber ja schon so öffentlich gemacht.
Diese Pläne entsprechen definitiv nicht dem Kindeswohl und der werte Papa sollte mal darüber nachdenken, wie es seinem Kind dabei gehen wird.
Ich würde ganz klar dem Jungendamt sagen, Umgang gerne, das unterstütze ich auch, ABER ich will auch eine gerichtliche Festlegung damit eine Regelmäßigkeit für das Kind und die ganze Familie gegeben ist, zumindest eine Planbarkeit.
Dann würde ich mich ganz relaxt zurücklegen und schauen was da kommt.
Da du ja schreibt, dass der Papa eh viel redet und was da kommt eher wenig ist, wird nicht viel kommen.
Er versucht ein Spielchen zu spielen- spiele es nicht mit!

Karna

Beitrag von winnie_windelchen 26.05.10 - 14:07 Uhr

Hi, ich würde auf das hören was mir mein Kind sagt.

Lini meint seit einigen Wochen auch das sie nicht mehr beim Papa schlafen möchte aber dennoch gern mit ihm einen Tag verbringen will.

Ob da wirkliche Gründe dahinter stecken oder obs nur eine Phase ist, aber wieso sollt ich sie zwingen? Keinesfalls.

Lini sieht (im Normalfall) ihren Dad 2x im Monat für einen Tag (6-8 Std.) und die andere Woche wird telefoniert. -> Momentan ist das nicht so, weil mal wieder alles in der Luft hängt aber mir solls egal sein, Lini wird später von allein darauf zurück kommen.

Ich würde mich sicherlich riesig freuen wenn der KV sagen würde ich möchte sie öfters sehen, möchte das sie öfters bei mir ist aber auf der anderen seite haben auch kinder rechte und wenn sie es nun mal nicht 100%ig so wollen wir ihr KV ja dann halt nicht. Es gibt immer Wege irgendwie Kompromisse und Lösungen zu finden.

Wenn er nicht damit einverstanden ist das er die kleine meinetwegen 2x pro Woche für nachmittags 3-4 Stunden holen kann dann ist das sein Problem. Muss er halt vor Gericht gehen und die werden letztendlich raus finden mit welcher Situation deine kleine am besten klar kommt.

Lieben Gruß

PS.: Ich glaube am häufigsten wird die Variante jedes zweite Wochenende (Fr.-So.) und einen Tag in der Woche gewählt, was den Umgang angeht.

Beitrag von parzifal 27.05.10 - 10:49 Uhr

Man sollte immer das Kind will. Dieses Argument ist immer zutreffend.

Was solls wenn dann Zähneputzen und Zahnarztbesuche wegfallen.

Und erst das Impfen. Wer keine Spritze will soll auch keine bekommen.

Oder ist es doch nicht so einfach mit dem Argument, wenn das Kind nicht will dann wird es schon das beste sei?

Du bist natürlich auch der Überzeugung, wenn das Kind vom Vater kommt und sagt dort sei es viel schöner und es wolle lieber da leben, dass man sopfort die Klamotten packt. Das Kind wird schon wissen was am besten für es ist, oder?

Du hast also bestimmt immer Recht mit der Meining "ich würde auf das hören was mein Kind sagt". Aber dann bitte nicht nur dann, wenn dir diese Meinung genehm ist.

Oder Du gehst mit Erfahrung an die Sache heran und entscheidest neutral. Schwer vorstellbar stimmts?

Einfach zu raten der Vater soll sein Kind nur drei-vier Stunden sehen und die TE eine Klage provozieren soll es nun sein? Und die Begründung ist, weil das Kind ja nicht will?

Wer sollte denn im Übrigen Deiner Meinung nach die Gerichtskosten zahlen, wenn die TE unterliegt und der Vater doch eine Übernachtung zugesprochen bekommt?


Beitrag von parzifal 27.05.10 - 11:03 Uhr

"Ich habe allerdings das Gefühl, dass er den Umgang zu dem Kind nur deshalb sucht um vor der Öffentlichkeit als guter Vater dazu stehen."

Vor welcher Öffentlichkeit? Gibt es dafür auch konkrete Argumente/Nachweise?

Sollte er den Umgang einstellen und sein Kind nicht mehr besuchen wenn dies der Grund sein sollte?

Ist Langeweile des Kindes fast so schlimm wie Mißhandlung und sollte den Umgang ausschließen bzw. stark einschränken?

Wäre dies für das Kind dann das Beste?

Klär doch mit einem Anwalt ab, wieviel Besuchstermine ihm zustehen und beschränke ihn darauf. Der Wunsch nach mehr Umgang ist per se verwerflich und sollte auf das rechtlich zwingende beschränkt werden.

Man stelle sich vor ein Vater hätte das Sorgerecht und die Mutter wünscht häufigen Umgang. Da muss man sgenauso mit der ganzen Härte des Rechts dagegen vorgehen. Und natürlich sollte man sich auch verklagen lassen und bloß keine einvernehmliche Regelung finden. Am Ende muss man sich sonst vorwerfen mehr Umgang zugelassen zu haben, als das Gericht.

Beitrag von uttinger6048 29.05.10 - 02:06 Uhr

Ich bin der Meinung das man schon den Umgang normal regeln kann, meine Frau und ich sind jetzt mittlerweile knapp 5 jahre getrennt und unsere Tochter ist jetzt 7 jahre alt.
ich mußte leider auf Grund von Krankheit ziemlich weit weg ziehen (450 km) und wußte dadurch das auch der Umgang mit meiner Tochter erschwert wird. Aber ich konnte und kann meine Tochter jederzeit sehen, ist zwar jetzt meistens nur in den Ferien, aber besser wie nichts!
Aber selbst wo unsere Tochter 3 Jahre war gab es keine Probleme das ich sie zu mir nehmen konnte, ok muß auch zugeben das ich in der Zeit alles zurückgestellt hatte und nur für meine Tochter da war und auch heut noch bin, wenn dann gab es soweit ich mich erinnern kann 2 Mal abends ne Verabredung aber die wurde darauf verlegt nachdem das Kind im Bett war und meine Mutter auch noch da war.

So aber ich denke mal man solte ein Kind nicht zwingen das es bei dem kindesvater schlafen soll wenn es dies nicht möchte, klar tut es dem Vater weh aber da muß man halt durch.
Letztes Weihnachten war auch geplant das ich meine Tochter Weihnachten und Silvester habe aber zwei Wochen vorher meinte sie das sie doch nicht zu mir möchte und lieber bei "Mama" bleiben möchte. Ok hab ich akzeptiert und gut war, obwohl das schon weh tat.

Der Umgang sollte halt auch von der Kindesmuter so gewährt werden wie es das Kind in etwa möchte, natürlich unter Berücksichtigung der eigenen Interessen wie Urlaub usw.
je mehr Umgang mit dem vater umso besser find ich und sei es nur das es Telefonate sind wie bei mir zwischen den Ferien.

Gruß uttinger