Heilpädagogische Gruppe - nach welchen Kriterien wird da aufgenommen?

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von fragole 26.05.10 - 12:02 Uhr

hallo,

heute war die amtsärztin bei uns im kindergarten und meinte mein sohn (4) müßte in eine heilpädagogische gruppe gehn, weil er zu verträumt ist, die fragen teilweise nicht verstanden hat, kein männchen malen konnte und sie nach rücksprache mit der erziehrin der meinung war, dass mein kleiner mit den vielen kindern überfordert ist. ich habe mich nun auf die warteliste setzen lassen in einem anderen kiga unserer stadt. erstens hängt der platz davon ab, ob die schulkinder zurückgestellt werden und zweitens, dass noch andere vor uns auf der warteliste stehen. wie war es bei euch betroffenen, nach welchen kriterien wurden da plätze in einer heilpädagogischen gruppe vergeben?
hat jemand noch ein jahr im normalen kiga verbracht und nebenbei förderung (ergo, physio etc) gemacht? wir überlegen nämlich ob das eine alternative wäre.

lg fragole

Beitrag von mama03 26.05.10 - 14:17 Uhr

Hallo!

Dein Kind soll in eine heilpäd. Einrichtung und hat noch keine Ergo o.ä.???
Also das würde ich als allererstes mal machen.
Bist Du denn mit den Erzieherinnen und der Amtsärztin einer Meinung? Was sagt Dein KiArzt dazu???

Ich an Deiner Stelle würde zum KiArzt gehen, und dann mit Therapien beginnen. Ergo, KG, Logo u.ä. bringen sehr viel!!!
Eine heilpäd. Einrichtung ist eine gute Sache, aber bist Du der Meinung das es richtig für Dein Kind ist?

Versuch die Therapien, hat das nicht den erwünschten Effekt würde ich wechseln. Dein Kind hat ja noch 2 Jahr bis zur Schule...

Wie geht es denn eigentlich Deinem Kind in dem Kiga?
Fühlt es sich wohl? Hat es Freunde? Geht es gerne dahin?
Würde ihm ein Wechsel mehr schaden als bringen?
Auch das sollte nicht vergessen werden...

Liebe Grüße

Beitrag von kati543 26.05.10 - 17:01 Uhr

Dein Kind soll in einen heilpäd. Kindergarten und bisher ist dem KiA nix aufgefallen??? An deiner Stelle würde ich ganz schnell nochmals zum KiA und das Kind dort testen lassen. Notfalls noch eine Zweitmeinung. Was sagt dein Gefühl dir denn? Was sagt dein Kind? Hast du mal im Kiga hospitiert?
So wie du es schreibst, soll dein Kind gefördert werden, ohne dass es eine Diagnose gibt. Kinder in dem Alter WOLLEN auch manchmal gar nicht verstehen.
Die Anmeldung für so einen Kindergarten ist so ungefähr der x. Schritt und du hast noch nicht einmal den ersten gemacht. Bei uns funktioniert das hier so:
1. KiA stellt eine erhebliche Entwicklungsverzögerung und/oder Behinderung fest
2. KiA empfielt die weitere Diagnostik im SPZ
3. Eltern melden Kind im SPZ an (Wartezeit von ca. 6 Monaten bei uns)
4. KiA stellt eine Überweisung ans SPZ aus
5. erster Termin bei einem Arzt des SPZ (dauert ca. 1 Stunde) - Arzt empfielt weitere Diagnostik/Therapien UND er befürwortet oder widerspricht der besonderen Förderung im Kiga
6. schriftlicher Bericht des SPZ liegt vor
7. Antrag auf Heilpädagog. Kigaplatz

Also bevor der Kiga den Platz an dein Kind vergeben kann, muß er ersteinmal genehmigt werden. Und bei uns gibt es keine Genehmigung/Weitergenehmigung ohne Berichte des SPZ und die absolute Befürwortung dafür. Ich habe für meinen Großen im April letzten Jahres angefangen, alles zu beantragen und wir haben den Platz im Februar diesen Jahres genehmigt bekommen.

Beitrag von kati543 26.05.10 - 17:03 Uhr

Sorry, ganz vergessen:
Bei uns wird der Platz danach vergeben, auf welche "Richtung" sich der Kiga spezialisiert hat und wie schwer die Kinder krank oder behindert sind und Hilfe in diesem Gebiet benötigen.

Beitrag von krokolady 27.05.10 - 08:48 Uhr

seltsame amtsärztin.......so wie sich das liest ist Dein Sohn nur etwas ruhiger und vielleicht ein wenig verzögert in manchen Bereichen.

aber ein HP-Platz ist was für behinderte Kinder......den kriegt man auch nicht einfach mal so, nur weil das Kind vielleicht ein halbes Jahr in der Entwicklung hinterher hängt.

Mach Dir mal keinen Kopf.......red mit dem Kia.....und wenn Dein Sohn wirklich Förderungen braucht, dann geht das eh erst mal über Therapien die ambulant einmal wöchentlich stattfinden