Mein Sohn (9) ist total unordentlich. Er lebt im Chaos. Wie helfen?

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Beitrag von susanntje 26.05.10 - 12:59 Uhr

Wir haben 2 Söhne (11+9).
Mit dem Großen hatten wir nie größere Probleme in Punkto Ordnung und Sauberkeit. Alles funktioniert relativ selbstständig.

Unser kleiner Sohn macht mir inzwischen wirklich Sorgen.
Er lebt in einer Art Chaos.
Teilweise hat er keine Lust aufzuräumen, teilweise weiß er nicht wie er aufräumen soll.
Im Grunde zieht es sich durch alle Bereiche (Schule, Zimmer...).

Grundsätzlich würde ich ihm ein Stück Chaos auch durchaus zugestehen, allerdings wird es langsam zum richtigen Problem.

Seine Lehrerin rief mich heute an, dass sich sein Chaos verschlimmern würde und er sich somit viel verbauen würde.

Wir haben schon sehr viel ausprobiert (Punktetabellen, wenn alles erledigt ist, Belohnungen etc.). Aber nichts ist wirklich von Dauer. Wenn er keine Lust hat verzichtet er lieber auf die Belohnung.

Nun meine Frage.
Kennt jemand ähnliche Probleme?
Kann mir jemand Tipps geben, wie ich meinen Sohn dauerhaft helfen kann?
Könnte evtl. ein Psychologe helfen?

Ich bin wirklich am verzweifeln und freu mich über jede Antwort.

Viele Grüße

Susann

Beitrag von marion2 26.05.10 - 13:30 Uhr

Hallo,

"Jedes natürliche System strebt den Zustand höchster Unordnung an"

Du musst ihm nicht helfen - Unordnung entsteht von ganz allein, birgt aber in sich häufig ein Ordnungssystem.

Gruß marion

Beitrag von gunillina 26.05.10 - 18:43 Uhr

Was nützen deine weisen Worte dem Kind, wenn es dann in der Schule seine Sachen nicht findet und demnach nicht mitarbeiten kann?

Beitrag von marion2 27.05.10 - 10:36 Uhr

Das sind nicht meine weisen Worte ;-) Das stand in meinem Biologiebuch.

In der Schule wird das Kind seine Sachen finden. Ich kenne keinen Chaoten, der nicht zurechtkommt/kam.

Beitrag von gunillina 27.05.10 - 13:56 Uhr

Im Biobuch? Wow. :-)
Die Lehrerin hat ja aber die Mutter darauf angesprochen, weil er sich selbst im Wege stünde, bezüglich des Unterrichts.
Den Spruch mag ich sehr, versteh mich nicht falsch.
Ich denke aber, dass die Schulen unseres Landes sich nicht an diesem Spruch orientieren. Wenn die Hausaufgaben verschlampt wurden, sie aber dennoch richtig gelöst wurden (was aber nicht mehr überprüfbar ist, weil sie ja weg sind), dann werden sie als nicht erledigt gewertet. So sieht es doch aus im Alltag.

Beitrag von marion2 27.05.10 - 14:36 Uhr

ich denke, dass das Kind merken wird, dass es Probleme aufgrund seiner natürlichen Ordnung hat.

Einsicht ist der erste Weg zur Besserung.

Manchmal muss man sie einfach machen lassen. Manche Kinder lernen einfach weniger über ständiges Predigen als über eigene Erfahrungen. Ich könnte wetten, er ärgert sich enorm, wenn verschlampte Hausaufgaben als "nicht erledigt" gewertet werden. Gut wäre, wenn die Lehrin ihm die Möglichkeit einräumen würde, zu suchen und am nächsten Tag nachzureichen.

Beitrag von susanntje 28.05.10 - 08:14 Uhr

Vielen Dank erstmal für die vielen Antworten.

Ich merke schon, im Grunde muß ich (wir) mehr dran bleiben.

Mein Sohn merkt nicht, dass er sich selbst im Wege steht. Evtl. ignoriert er es auch einfach. Er ist 3. Klasse und hat schon mehrfach Einträge für vergessene Unterschriften bekommen für Einsen oder Zweien in Arbeiten. Völlig unverständlich, denn für gute Noten gibt es eine Belohnung. Das stört ihn nicht, im Gegenteil. Er nimmt lieber den Eintrag mit.

Die Lehrerin hat auch nochmals drauf hingewiesen, dass wir bei ihm einfach stärker kontrollieren müssen als beim Großen.
Das ist evtl. unser Problem. Wir waren erfolgsverwöhnt :-)

Es ist eben schwer den guten Mittelweg zu finden. Ständig meckern demotiviert doch sicher auch.

Aber schön ist zu hören, dass es anderen ähnlich ergeht, sonst würde man an seinen eigenen Erziehungsfähigkeiten.

Ein schönes Wochenende.

Grüße

Susann

Beitrag von luka22 27.05.10 - 21:37 Uhr

Also, wenn die Mutter wegen des Chaos schon von der Lehrerin angerufen wird, scheint Hilfe notwendig!

Und egal von wem dieses Zitat stammt - stimmen tuts doch nicht wirklich. Die meisten Menschen fühlen sich in einer gewissen Grundordnung doch viel wohler als in einem Haushalt höchster Unordnung. Bei letzterem bekommt sogar Probleme mit dem Jugendamt.

Grüße
Luka

Beitrag von marion2 29.05.10 - 14:31 Uhr

"Und egal von wem dieses Zitat stammt - stimmen tuts doch nicht wirklich. Die meisten Menschen fühlen sich in einer gewissen Grundordnung doch viel wohler als in einem Haushalt höchster Unordnung. Bei letzterem bekommt sogar Probleme mit dem Jugendamt. "

Wenn du nicht beständig dagegen steuerst, landest du im Chaos.

Sieh dir eine Wiese an. Selbst der Rasen auf dem Golfplatz wächst nicht "geordnet" und Ameisen laufen immer kreuz und quer... Oder kipp ne Kiste mit Lego um. Autos in der Spielzeugkiste liegen nie geordnet...

"Grundordnung" im "chaotisches Kinderzimmer" -> das kann schon vorkommen. Das heißt ja nicht, dass sich dir die Ordnung im Kinderzimmer erschließen muss.

Probleme mit dem Jugendamt wegen Unordnung bekommen allerhöchstens Messis.

Gruß Marion

Beitrag von mansojo 26.05.10 - 13:40 Uhr

hallo,

ich hab auch ein chaoten

wir ahben sein schreibtisch in zwei hälften aufgeteilt

schulseite und spiel/mal/bastelseite
das ist das einzige an ordnung die wir aufgestellt haben

den rest muss er alleine sortieren

ich schau mir einmal die woche mit ihm zusammen die mappe an
d.h. er räumt nochmal alles raus und wieder rein
und ich geb nur hie und da einen tip(zettel abheften ,wo ist der füller u.ä.)

er muss seine ordnung sein systhem ganz allein finden
denn in meiner ordnung findet jonas sich gar nicht zurecht
und es funktioniert
nur kleine anschubsa sind nötig

lg manja

Beitrag von graublauesoriginal 26.05.10 - 17:26 Uhr

Hallo Susann,

bei uns war/ist es ähnlich. Mein Sohn wird 7 und hat ohne Ende Kleinkram, wie die kleinen Legosteine etc. Ich habe immer wieder durch ein neues Regal und Holzkästen vom Baumarkt, Kartonschachtel etc. versucht, eine Ordnung in sein Zimmer zu bekommen, die er zum Teil auch übernommen hat. Allerdings ließ er dann ganz gerne einfach mal alles liegen und räumte die Dinge selten gleich weg.

Und irgendwann merkte ich, dass er mir nicht einmal mehr zuhörte und das Thema bzw. mich total ignorierte, als es mal wieder darum ging, dass er doch seine Baukästen gleich wieder ins Regal stellen sollte.

Tja, da kam dann die Konsequenz zum Zuge, die ich ihm bereits angekündigt hatte: Ich habe sämtliche Legokisten einkassiert. Er bekommt sie auch erst wieder, wenn ich das Gefühl habe, dass er mir nun wirklich zuhört. Und siehe da: Es gab erst dicke Tränen, dann aber klappte es auf einmal viel besser mit dem Ordnunghalten (und auch mit dem Zuhören klappt es deutlich besser!)... #pro

Und nun hat er zwar so seine aufgebauten Themenwelt (Hafen siehe weiter unten...), aber die darf auch bleiben, solange man zum Bett und zum Fenster gelangt. ;-)

Ich denke, dass wir auch noch den Fehler gemacht haben, das Thema Aufräumen immer erst so am Wochenende oder so anzusprechen, da in der Woche meistens eh wenig Zeit dazu da ist. Jetzt beharre ich viel mehr darauf und helfe auch, wenn nötig, da ich ja auch selbst weiß, wie das ist, wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll... ;-)

Ich wünsch Dir viel Geduld und Durchsetzungsvermögen...

LG Nuray

Beitrag von gussymaus 27.05.10 - 16:19 Uhr

ich weiß nicht wie viel da normal ist... ich weiß nur, dass ich auch so ein unordnungsproblem habe, und ich denke, da hilft nur dranbleiben.

bei uns ist es im zimmer immer mal wieder ein problem... ein weile klappt es prima, ich brauche nicht mal zum aufräumen animieren bzw dran erinnern, aber dann gibt es auch wieder zeiten wo ich mit der mülltüte drohen muss bevor etwas passiert... oder den laufenden staubsauger in die tür stellen, damit er seine legos einsammelt. Wenn ich dann einsammeln muss, weil er sich weigert, gibt es eine weile entsprechend weniger spielzeuge, denn was ich einsammel lege ich auch weg, aber nach einer weile wird das langweilig und dann klappt es wieder eine ganz weile - meistens... ich denke das kommt halt immer mal wieder so eine phase. ich denke das ist normal... je nach typ halt mehr oder weniger oft... bei meinem großen ist es eher selen, bei meinem kleinen sehr häufig, und der ist dann so stur, dass er mittlerweile das kleinste kinder-zimmer hat, weil er nicht aufräumen will, und was sagt er: "du kannst der kleinen ruhig das riesenzimer geben, dann kannst du es auch selber aufräumen!" ich war erstaunt über so viel logik eines 5jährigen, aber er ist sehr beharrlich dabei... und glücklich mit seinem kleinen zimmer.... manchmal ist weniger eben mehr...

in der schule haben wir das problem bisher zum glück nicht so... der große macht halt nur was er muss und keinen deut mehr, aber übel nehmen kann ich s ihm auch nicht... ist ja nicht ungewöhnlich dass ein grundschüler wenig ehrgeizig ist... das was er soll macht er ja ordentlich und das soll mir dann reichen...

Beitrag von luka22 27.05.10 - 21:42 Uhr

Ich denke, so ist er einfach veranlagt. Der wird mal ein zerstreuter Professor ;-). Wenn mein Kind große Probleme hätte Ordnung zu halten, dann würde ich Folgendes tun:

Alles Überflüssige aus dem Zimmer entfernen. Auch alles, was nur rumsteht, aber nicht bespielt wird. Für den Rest gibt es Kisten. Autokiste, Legokiste, Kruschtkiste. Da geht das Aufräumen schnell. Ein System ist für Chaoten extrem wichtig - ich spreche aus eigener Erfahrung #schein.
Wichtig ist auch, dass du auch hinterher bist und ihn nicht alleine lässt. Ordnung halten überfordert deinen Sohn noch. Vor allem in schulischen Dingen, musst du eben mehr hinterher sein, als andere Mütter.
Ist doch schön, dass bei deinem Älteren alles reibungslos klappt. So weißt du: es ist wohl angeboren und liegt nicht an dir!

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von susanntje 28.05.10 - 08:21 Uhr

Ja, zerstreuter Professor passt.
Mein Sohn hat, glaube ich, auch Anlagen zu einem Messi.
Er kann ALLES auch noch gebrauchen.
Wenn jemand eine Kiste übrig hat...
Marius bastelt noch was draus.

Was ich alles in seinen Hosentaschen finde... Haken, Knöpfe, Steine...

Naja. Wie gesagt. Er ist unheimlich kretiv, aber mindestens genauso unordentlich.

Danke nochmal für die Anteilnahme.

LG Susann

Beitrag von luka22 28.05.10 - 18:51 Uhr

Oh je ein Kruscht- u. Krempelsammler ;-).
Ich hoffe er hat nicht ein fotografisches Gedächtnis. Wenn ja, hast du endgültig verloren. Wenn nein, landen jeden Tag 5-10 Teile im Müll - ganz unten versteht sich.

Böse Mama
Luka,
die auch mit großer Hingabe überflüssige Dinge ihrer Kinder entsorgt.