Und dafür soll man arbeiten!

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Forum: Finanzen & Beruf

Dieses Forum bietet Platz für alle Fragen und Antworten rund ums liebe Geld und die Absicherung der Familie - egal ob ALGII, Haushaltsgeld, Baufinanzierung oder Altersvorsorge. Auch Themen wie ElterngeldKindergeld sowie der Wiedereinstieg in den Beruf sind hier richtig.

Beitrag von honolulumieze 26.05.10 - 21:13 Uhr

Hatte ja gestern schon gepostet, dass ich heute ein Gespräch mit meinem Chef über die Arbeit nach der Elternzeit habe. Es ist noch schlechter gelaufen als ich dachte:

Ich habe vorher 35 Std./Woche gearbeitet und möchte nach der Elternzeit 20 Std./Woche arbeiten. Zuerst eröffnete er mir (was ich aber von einer Mitarbeiterin der Sozia schon wusste), dass er pleite ist und nicht mehr weiß, wovon er Gehälter bezahlen soll. Offiziell ist er wegen der Wirtschaftskrise pleite. In Wahrheit ist er aber Alkoholiker und hat dadurch alle Kunden verloren. Er torkelt besoffen im Büro rum und beleidigt im Suff Kunden und Mitarbeiter.

Jedenfalls habe ich ein Jahr Elternzeit beantragt, die mit dem 1.Geburtstag meiner Tochter ja endet. Und das ist im Juli. Nun hat er mich gefragt, wie lange ich denn Elterngeld bekomme. Ich bekomme bis September Geld, da ich die beiden Vätermonate auch noch bekomme. Nun möchte er, dass ich erst im September bei ihm anfange und das an 3 Tagen die Woche. Zwei mal 8-15 Uhr und einmal 8-14 Uhr. Und dafür will er mir 700 Euro brutto bezahlen. Mehr wäre nicht drin. Ich habe vorher auch nicht die Welt verdient (1400 Euro bei 35 Std.), aber 800 Euro brutto wäre der absolute Mindestlohn gewesen für den ich arbeiten kann.

Die Kita kostet 120 Euro im Monat, wovon der Kindesvater die Hälfte tragen wird. Aber erstens habe ich nun einen Kitaplatz ab Juni, den ich noch gar nicht brauche und zweitens kann man von so einem mickrigen Gehalt schlecht den Sprit zur Arbeit, Autokosten (Busse fahren dorthin nicht) und Kitakosten bezahlen.

Ich weiß nun gar nicht was ich machen soll. Muss ich nun bei ihm 2 Monate länger Elternzeit beantragen? Bekomme ich eine Sperre, wenn ich selbst kündige? Er hat schließlich gesagt, dass er pleite ist.

Fakt ist, für 558 Euro netto braucht man ja kaum aufzustehen und drei Tage zu arbeiten. Eine Putzfrau verdient mehr!

Nun ist guter Rat teuer. Was würdet ihr tun und was ist vor allem wegen der Elternzeit zu beachten? Wenn ich jetzt im Juli nicht wieder arbeiten gehe, welche Auswirkungen hat das?

Beitrag von nightwitch 26.05.10 - 21:33 Uhr

Man könnte sich natürlich auch andersweitig umschauen ....

Solltest du unter dem ALGII-Niveau verdienen, steht dir auch ergänzend ALGII zu.

Und ehrlich gesagt: ich würde 558 Euro netto für 20 Std / Woche als Sprungbrett zurück in die Arbeitswelt annehmen, mich dann aber direkt weiter umschauen...

Gruß
Sandra

Beitrag von dani.m. 26.05.10 - 23:26 Uhr

So würde ich das auch sehen! Hab ich beim Großen auch: während und kurz nach der Elternzeit auf 400-Euro-Basis gearbeitet, den gleichen Job wie vorher gemacht. Dann wurde mir gekündigt :-(

Beitrag von manavgat 26.05.10 - 21:35 Uhr

Mein Rat:

Du kehrst zurück wie geplant. Er kann Dir kündigen. Sollte er dies tun, beantragst du ALG 2 und suchst Dir in Ruhe eine andere Stelle oder Du bleibst zuhause. Bis das Kind 3 Jahre alt ist, musst Du nicht arbeiten gehen.

8,33 Euro/Std. ist Putzfrauentarif!!!!!!!!!!!!

Never ever solltest Du dafür eine qualifizierte Tätigkeit ausüben.

Alles Gute und ärger Dich nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von litalia 26.05.10 - 22:20 Uhr

aber nicht im osten.

Beitrag von dani.m. 26.05.10 - 23:27 Uhr

Wieso ALG2?? Normal müsste doch ein Anspruch auf ALG1 da sein???

Beitrag von manavgat 27.05.10 - 09:57 Uhr

Warum soll sie die Kita bezahlen, wenn sie keine Arbeit hat? Ohne Kitaplatz kein ALG1

Gruß

Manavgat

Beitrag von dani.m. 27.05.10 - 10:32 Uhr

Seit wann das denn? Weißt du, ob nicht Verwandte/Bekannte das Kind betreuen können? Hab ich da was überlesen? #gruebel

Beitrag von dani.m. 27.05.10 - 10:36 Uhr

Okay, hatte ich überlesen. Gestern ist auch lange her #schein
Trotzdem würde ich mir das mit dem ALGII stark überlegen! Ich finde, man kann sich aus einer ungekündigten Stelle heraus besser bewerben als aus dem ALGII-Bezug heraus. Klar muss man das dem AG nicht mitteilen, aber irgendwie kommt es dann doch zu einer "Lücke" im Lebenslauf zwischen Elternzeit und Bewerbung.

Beitrag von laterne74 26.05.10 - 21:44 Uhr

Das ist nicht viel. Aber viele bekommen noch weniger.

Während meiner Elternzeit wurde meine Firma verkauft und der neue Arbeitgeber zahlte einen anderen Lohn (es gab eine Übergangszeit von einem Jahr, in der wurde noch das alte höhere Gehalt gezahlt). Nach meiner Elternzeit hatte ich einen BRUTTO Lohn von 1031,00 Euro (hab grad extra nochmal nachgeschlagen) für 36 Stunden! Vorher war der Bruttolohn 1556,00 Euro Brutto für 40 Stunden.

DAS IST EIN WITZ!!!!!!!!!!!!!!

Ich wurde aber eh gekündigt, weil ich dann mit zwei Kleinkindern nicht mehr flexibel genug war. Das man sich von dem Geld für die Stunden nach 17 Uhr keinen Babysitter leisten kann liegt sicher auf der Hand. Ich hätte jeden Tag bis 19:30 Uhr arbeiten müssen und wäre nciht vor 20 Uhr zu Hause gewesen.

Ich an Deiner Stelle würde es erstmal annehmen und dann schnellstens etwas Neues suchen.

Beitrag von manavgat 26.05.10 - 21:49 Uhr

Das ist nicht viel. Aber viele bekommen noch weniger.


Was ist denn das für ein Schwachsinn!


Ausbeutung kommt vor, also lass Dich ruhig verarschen?!


Mann, mann, mann.

Das kann ja nix werden in unserem Land, wenn sich jeder immer nur wegduckt.

Gruß

manavgat

Beitrag von sassi31 27.05.10 - 02:12 Uhr

Das denke ich auch jedes Mal, wenn ich den Kommentar hier lese.

Genauso toll finde ich "Im Osten bekommt man aber noch weniger."

Für mich ist weder das Eine, noch das Andere ein Grund, sich ausbeuten zu lassen.

Gruß
Sassi

Beitrag von windsbraut69 27.05.10 - 06:43 Uhr

Ist es denn ein Grund, einen bestehenden Job zu kündigen, dass man für anteilig weniger Arbeit weniger Geld bekommt?

Ich hab jetzt nicht nachgerechnet aber sie arbeitet nicht mal mehr die Hälfte in Teilzeit, da ändert sich der Stundenlohn doch überhaupt nicht!

Gruß,

W

Beitrag von windsbraut69 27.05.10 - 06:44 Uhr

Upps, hab mich verlesen.
Ich bin dennoch der Ansicht, dass sie entweder auf ihrem bisherigen Stundenlohn bestehen soll, oder zu den alten Bedingungen anfangen und warten sollte, dass ihr gekündigt wird.

Mit unter 800 Euro Brutto rutscht sie ja in die Gleitzone und hat weniger Abgaben.

Gruß,

W

Beitrag von manavgat 27.05.10 - 09:58 Uhr

Die Gleitzone ist nicht dafür gedacht, den AG zu entlasten!

Das Argument sticht nicht.

Gruß

Manavgat

Beitrag von windsbraut69 27.05.10 - 10:06 Uhr

Hab ich nicht behauptet!

Gruß,

W

Beitrag von sassi31 27.05.10 - 18:56 Uhr

Mir geht es bei meiner Antwort auch weniger um den Verdienst der TE, als um die Aussagen grundsätzlich. Leider liest man diese hier sehr häufig und ich wundere mich immer wieder, was die Leute sich so gefallen lassen.

An Stelle der TE würde ich den Job vorerst behalten, mich aber nach etwas anderem umsehen. Allerdings würde ich auch 800 Euro brutto haben wollen, denn das entspricht dem alten Stundenlohn.

LG
Sassi

Beitrag von mamavonyannick 27.05.10 - 19:53 Uhr

Wenn man nicht in der Situation ist, dann kann man sich wundern... aber verstehen, wird man es sicher nie! Ich habe einen Bekannten, der ist seit mehr als 1,5 Jahren arbeitslos. Er ist 24 Jahre alt und hat Schweißer gelernt. Er hat genügend Jobangebote bei uns. Nur "leider" hat er die Einstellung, dass er für gerade mal 8,50€ brutto die Stunde nicht arbeiten geht. Kann ich verstehen... er ist eben kein Duckmäuser, wie es hier jemand genannt hat. Und so wartet er, und wartet er, und wartet er... Worauf? Auf bessere Zeiten... oder eben auf das ultimative Jobangebot nach fast 2 Jahren Arbeitslosigkeit.
Übrigens bewirbt er sich jetzt in der Firma meiner Schwester als CallCenter-Agent, weil er 1340€ brutto für Vollzeit für einen guten Lohn hält in unserer Gegend.
Das kann niemand verstehen... aber wundern tun sich viele drüber.;-)

Beitrag von sassi31 30.05.10 - 02:56 Uhr

Ich würde dann vorübergehend auch eher einen schlecht bezahlten Job annehmen. Aber dann trotzdem weitersuchen, bis ich etwas Besseres gefunden habe.

Der Trend ist halt einfach erschreckend. Immer weniger Verdienst, so das die AN ergänzend ALG II beantragen müssen. Und viele Firmen lassen sich zusätzlich zu diesen Einsparungen dann noch vom Staat subventionieren. Da läuft doch was falsch. Arbeiten muss sich lohnen. Wenigstens so weit, dass man ohne staatliche Hilfen auskommt.

Beitrag von mamavonyannick 27.05.10 - 10:41 Uhr

Kommst du aus dem Osten?#kratz

Und welche Alternativen hat der, der einen Job sucht aber nur Angebote bekommt, die deiner Meinung nach Ausbeutung sind? Zurücklehnen, weiter Alg2 bekommen und auf DAS ultmiative Angebot warten? Oder sollen alle umziehen?. Könnte schwierig werden, wenn alle Arbeitslose aus dem Osten woanders hinziehen.

Beitrag von marionr1 27.05.10 - 07:11 Uhr

Hallo!

Ich habe ca. 7 Euro in der Stunde in Österreich und das ist Kollektivvertrag. Was ist daran so schlimm?

Lg Marion

Beitrag von mamavonyannick 27.05.10 - 10:34 Uhr

Hallo,

was ist denn das für eine überhebliche Antwort? Schön, wenn bei euch in der Umgebeung und dir als Lehrerin mehr gezahlt wird. Aber was soll bitte der machen, der in einer Region wohnt, in der die Stellen rar und schlecht bezahlt sind? 10 Jahre bei Alg2 warten, bis es besser wird? Oder in ALLE deine Region ziehen, dort die Nachfrage erhöhen und damit die Gehälter sinken lassen?

Mann, mann, mann... Das kann ja nichts werden in unserem Land, wenn alle, die es nicht betrifft, nur blöde Kommentare geben.

m.

Beitrag von manavgat 27.05.10 - 10:41 Uhr

Wo ist dein Limit?

5 Euro, 3 Euro

oder bringst Du demnächst was mit zum Arbeiten?

Auch in unserer Region (Rhein-Main-Gebiet) gibt es jede Menge AGs die es einfach versuchen. Und auch hier gibt es Leute die sich ausbeuten lassen!

Wenn der AG dann noch verlangt, dass Du Dich beim Arbeiten nackig machst, machst Du mit? - es gab gerade einen Bericht bei Stern-TV

Wenn 4 Stunden bezahlt werden und 2 Stunden unbezahlt erwartet werden, dann auch?

Die meisten Leute hier wissen weder wie man Gewerkschaft schreibt, noch wofür sie da sind!

Was für eine Geisteshaltung ist das: ich lasse alles! mit mir machen??????

Wie arm.

Manavgat

Beitrag von ayshe 27.05.10 - 10:47 Uhr

jetzt übertreibst du wirklich #augen

Beitrag von mamavonyannick 27.05.10 - 10:52 Uhr

Stell dir vor... die meisten hier lassen sehr viel mit sich machen. Weil ihnen die Alternativen fehlen. Klar freut sich niemand, wenn er für 400€ bei Penny arbeitet aber jeden tag 2 unbezahlte Überstunden machen muss. (mehr als 400€ macht Penny ungern). Aber ist es beeser zu hause zu bleiben, wenn man genau weiß, dass bessere Jobs in nächster NICHT in Aussicht sind?
Oder meine Schwester, die für 1340€ Brutto bei 40 Std./Woche arbeiten geht. Sie ist eine von über 1500 Beschäfteigten einer großen westdeutschen Firma, die eine Niederlassung hier im Osten aufgemacht hat. Ein Kollege von ihr hat vorher für gutes Geld bei BMW gearbeitet. Vertrag nicht verlängert und arbeitet jetzt für das selbe Geld wie meine Schwester bei der besagten Firma. WARUM werden die das wohl tun? Weil sich sich mit Freude ausbeuten lassen? Was sollen die Leute machen, die auch weiterhin ihren Verpflichtungen nach kommen müssen?
Bei uns gibt es NUR solche AG von denen du sprichst. Und die, die gut bezahlen sind voll besetzt. Und jeder hier würde gern mehr verdienen, aber die Zeiten sind momentan nicht so gut, dass man pokern könnte.
Und mich würden wirklich mal deine Lösungsvorschläge interessieren. WAS soll man machen, wenn das Lohnniveau ALLGEMEIN besch... und die Jobs rar sind?

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