Bin mir unsicher bezüglich Erziehung durch Großeltern...

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von weltraumreise 26.05.10 - 21:48 Uhr

Hallo Ihr Lieben,

ich brauche heute mal ein paar neutrale Meinungen zu einem Thema, das mich seit längerem sehr beschäftigt. Manchmal sieht man Dinge, die einen selbst betreffen ja leider etwas zu eng und deshalb hätte ich gerne mal einige Meinungen von Außenstehenden.

Das Problem ist folgendes:

Wir haben ziemlich häufigen und regelmäßigen Kontakt zu meiner Schwiegerfamilie. Meine Schwiegermutter kommt uns zwei Tage die Woche besuchen und die Oma meines Mannes besuchen wir an drei Nachmittagen in der Woche. Unser kleiner Sohn ist ein Jahr alt, der Große wird im Sommer drei. Es ist mir natürlich klar, dass wir alle unterschiedliche Ansichten haben, was das Thema Kindererziehung anbelangt, wobei wir im Umgang mit unseren Kindern eigentlich eher tolerant und aufgeschlossen sind, d.h. wir lassen sie ihre Welt auch einfach mal selbst entdecken, greifen nicht permanent ein oder bremsen ihren Forscherdrang.

Für gewöhnlich mische ich mich nicht in den Umgang der Groß- bzw. Urgroßeltern mit unseren Kindern ein doch es gibt da eine Sache, die mir schwer im Magen liegt und mich würde einmal interessieren, ob ihr in dieser Situation eingreifen würdet.

Die Situation ist folgende: Meine Schwiegermutter ist zu Besuch und unser Großer kriegt nen Heulkrampf, einen Wutausbruch oder eine Trotzattacke - wie das eben manchmal so ist in dem Alter. Kommentar meiner Schwiegermutter entweder: "Wenn Du einen Bock hast, hab ich Dich nicht mehr lieb!" oder "Na wenn Du heulst, dann geh ich wieder!" Und das geht jedesmal so. Da sie ja den ganzen Nachmittag hier verbringt, kommt es mindestens einmal, wenn nicht sogar öfter vor, dass der Große wegen etwas weint und immer der Kommentar: "Wenn Du heulst dann geh ich wieder" oder "Tschüß ich geh jetzt, wenn Du heulst dann brauch ich ja nicht hier bleiben."

Ich finde es so furchtbar, dass sie ihn in meinen Augen damit total unter Druck setzt bzw. ihm sagt, dass sie ihn nicht mehr lieb hat!

Weitere Situation heute bei der Oma meines Freundes: Unser Sohn ist eigentlich trocken, trotzdem ist ihm heute ein Missgeschick passiert und er hat sich dort in die Hosen gemacht. Kommentar der Oma: "Wenn Du Dir in die Hosen machst, dann bist Du gar nicht mehr mein Freund!" Ich hab gedacht mir bleibt die Spucke weg.

Ich möchte das Ganze jetzt nochmal mit meinem Mann besprechen und dann mal das Gespräch mit seiner Familie suchen aber ich würde ganz gerne nochmal von Außenstehenden hören, wie Ihr diese Situationen beurteilt. Ist sowas für Euch ein normaler Umgang? Reagiere ich über, wenn ich die Familie darauf anspreche? Ist es Sache von den Groß- bzw. Urgroßeltern, wie sie mit den Kindern reden oder darf ich solche Sätze unterbinden?

Für ein bißchen Brainstorming wäre ich Euch wirklich dankbar.

Liebe Grüße aus dem Weltall...

Beitrag von perserkater 26.05.10 - 21:59 Uhr

Huhu

Jaja, emotional Druck, drohen mit Liebesentzug usw. #aerger

Rede mit deiner Familie. Ihr seht euch ja viel, also habt ihr einen guten Kontakt zusammen.:-) Erkläre wie dein Sohn solch eine Aussage aufnimmt, dass er sie ernst nimmt und reale Angst bekommen kann. Man darf ein Kind nicht auch noch unter Druck setzen wenn es gerade selber überhaupt nicht mit seiner Welt klar kommt.

Und wenns nicht hilft,und die Oma sagt das nächste mal: "Dann geh ich eben" dann packst du die Kinder und gehst. Denn dann drehst den Spieß um.;-)
Erkläre deinem Sohn auch immer, dass seine Gefühle ok sind, dass er ok ist und das das an der Liebe zu Oma/Opa/Mama nie etwas ändert.

LG

Beitrag von weltraumreise 26.05.10 - 22:04 Uhr

Hallo,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort. Ich denke auch, dass sie mit diesen Aussagen einfach eine Grenze überschreiten. Es ist ja schon so weit, dass wenn wir mal eine Auseinandersetzung mit unserem Sohn haben er uns fragt: "Soll ich jetzt gehen?" Das finde ich richtig krass, denn wir schicken ihn nie von uns weg oder aus dem Zimmer oder sowas, wenn er schreit oder bockt. Wir versuchen immer, die Situation zu klären und auf seine Gefühle einzugehen.

Ich weiß, dass ich manchmal etwas empfindlich bin, was meine Kinder betrifft, deshalb habe ich hier nachgefragt, ob ich die Situation vielleicht überbewerte.

Vielen Dank also nochmal für Deine Antwort.

Liebe Grüße

Beitrag von rmwib 26.05.10 - 22:29 Uhr

HUHU

ich würde das mal außerhalb solcher Situationen mit ihr besprechen. Ganz ruhig und versuchen, ihr die Gefühlswelt Deines Kindes nahezubringen.

Wir hatten das hier auch so in der Art a la "Wenn Du böse bist, mag Oma Dich nicht mehr" --- zu dem Thema muss ich sehr deutlich gewesen sein, kam in der Form nicht nochmal, aber ich bin noch direkt nach dem Satz total entsetzt auf sie zu und hab sie gefragt, wie sie SOWAS zu ihm sagen kann #schein war aber auch meine eigene Mutter, da ist man vielleicht direkter als zu Schwiegers?

Ich bin aber auch immer sehr direkt, bei so nem "Wenn Du jetzt weinst, geh ich wieder" hätt ich die Jacke geholt und ihr noch eine schöne Woche gewünscht #hicks

Ich finde auch, man sollte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen und ich glaub, man selber erzählt auch oft mal Stuss aber solche Sachen, die Kinder psychisch unter Druck setzen, verbiete ich ganz klar.
Meine Oma nimmt das auch immer alles so persönlich, wenn der Kurze mal nicht direkt zu ihr kuscheln will oder mal so einen Anfall kriegt #schein
ich hab auch schon voll oft versucht, ihr zu erklären, dass das nichts mit ihr, mir oder sonst jemandem zu tun hat und sie mal aufhören soll mit ihrem "Na Du magst uns wohl nicht mehr" usw.- aber die änder ich nicht mehr, die ist so ;-)

Red mit ihr.

GLG

Beitrag von dani.m. 26.05.10 - 22:45 Uhr

Das mit der Jacke hätte von mir sein können! #hicks Bin bei meiner Oma in solchen Situationen auch kurz davor!

Und das mit dem Kuscheln kenne ich auch - da kann ich (und der Reste der Family) noch so oft erklären, dass sei selbst Schuld ist, weil sie mir die Kleine aus dem Arm reißt #augen sie versteht es einfach nicht!

Ich würde das auch in Ruhe klären.Mal fragen, wie sie sich fühlen würde, wenn sie gerade einen schlechten Tag hat und jemand sowas zu ihr sagt #gruebel

Beitrag von aita91 26.05.10 - 22:30 Uhr

Hallo!
Ich würde auch freundlich mit ihnen sprechen und versuchen ihnen zu erklären, warum sie das so nicht sagen sollen. Wenn sie aber nicht in der Lage sind das abzustellen, weil sie es schon immer so gemacht haben, würde ich mir vor Augen halten, dass Dein Freund ja wohl auch deshalb keine bleibenden Schäden behalten hat.
Viele Grüße!

Beitrag von scrollan01 27.05.10 - 09:37 Uhr

Ich würde mal zusehen, dass ihr den Kontakt etwas reduziert!

Ihr habt ja quasi jeden Tag die Verwandtschaft vor der Nase!
Da würde ich die zeit mit meinem Kind wirklich effektiver nutzen wollen und somit entgehst du auch solch blöden Sprüchen!

Und so ein Druck ist echt gemein und hat mit Liebe nicht viel zu tun!

LG

Beitrag von weltraumreise 27.05.10 - 21:11 Uhr

Wir ziehen demnächst um, zwar nur 25 km von hier aber wir wohnen dann zumindest nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Schwiegerfamilie. Ich denke, dann wird sich der Kontakt etwas reduzieren und ich denke auch, dass das nicht unbedingt verkehrt ist. Dann kommen wir vielleicht alle mal ein bißchen zur Ruhe. Vielen Dank für Deine Antwort.

Liebe Grüße

Beitrag von blaue-blume 27.05.10 - 12:03 Uhr

bah, da läufts mir kalt den rücken runter.."dann hab ich dich nicht mehr lieb" ist emotionale erpressung.

wenn das jemand zu meinem kind sagen würde, würd ich genau einmal sagen, das er das zu lassen hat, und wenns nochmal vorkommt, braucht die person nicht mehr zu besuch zu kommen, egal ob mutter, oma oder sonstwas.

ich würde mich mal in ruhe mit den beiden zusammen setzen, udn ihnen sagen, das du das ausdrücklichst nicht möchtest, und sie das gefälligst zu lassen haben. punkt.


lg anna

Beitrag von juniorette 27.05.10 - 20:07 Uhr

Das sehe ich genauso!

LG,
J.

Beitrag von jazzbassist 27.05.10 - 23:09 Uhr

Kann mich auch nur anschließen.

Beitrag von marion2 27.05.10 - 12:35 Uhr

Hallo,

sie sagt jedes Mal: "dann hab ich dich nicht mehr lieb" ?

Das ist ja total unglaubwürdig!

Deine Kinder werden diese Aussage nicht besonders ernst nehmen.

Aus meiner Sicht musst du dir keine großen Gedanken machen. Aber du kannst deiner Schwiegermutter natürlich trotzdem sagen, dass es albern ist, so einen Quatsch zu erzählen und dann regelmäßig wieder zu kommen.

Gruß Marion

Beitrag von connie36 27.05.10 - 15:44 Uhr

hi
es ist eine andere generation. überlege dir mal wie deine schwiegermum aufgewachsen ist, in welcher zeit!
ich würde mit ihr reden, und ihr sagen, dass sie deinen grossen damit unter unnötigen druck setzt.
die sprüche die sie loslässt, sind mit sicherheit dieselben die damals zu kindern gesagt wurden, die eben genausolche phasen hatten.
rate ihr einfach dann lieber nix zu sagen und ihren spruch runterzuschlucken;-)
alles gute
conny

Beitrag von nane29 28.05.10 - 10:22 Uhr

Hi,

ich schließe mich den anderen an, das geht gar nicht.

Ich würde folgendermaßen damit umgehen:

Ich denke, dass sie mangels anderer Ideen und mangels Verständnis für mögliche Folgen zu dieser "Erziehungsmaßnahme" greifen. Vielleicht kennen sie es so aus ihrer Kindheit. Jedenfalls reflektieren sie nicht.

Klar kannst du dich mit ihnen zusammensetzen und dir den Mund fusselig reden. Ich habe aber oft die Erfahrung gemacht, dass ältere Menschen, bzw. vermeintlich "erfahrene" Mütter nicht wirklich kritikfähig sind. Bzw. nehmen sie einen nicht ernst.

Ich habe es gerade wieder erlebt, weil mein Kleiner so tierisch fremdelt und wahnsinnig an mir klammert. Es hieß dann, ICH würde ihn nicht loslassen können und würde ihn verhätscheln#bla
Da konnte ich noch so oft sagen, dass es normal sei und dass es falsch sei, ihn unter Druck zu setzen - sie lächelten milde und dachten: "Glucke".

Ich habe mich also mit "Expertenmeinungen" bewaffnet. Habe in meinen Büchern und im Internet gestöbert und 1-2 knackige Texte kopiert, die total nachvollziehbar und sachlich diese Phase erklären und in denen genau das steht, was ich rüberbringen möchte.

Die Texte habe ich meinen Verwandten gegeben und seitdem sind sie total entspannt, was das Thema angeht. Puh.

Also: Mach dir die Arbeit und suche dir Texte aus Erziehungsbüchern raus, in denen etwas über "Liebesentzug" als Erziehungsmethode steht.
Am besten keine 10 Seiten, sondern möglichst knackig zusammengefasst.
Wichtig ist auch, ihnen Alternativen mit an die Hand zu geben.
Findest du bestimmt, wenn du Tipps brauchst, frag mal hier. Ich kann auch mal in den 2 Büchern gucken, die ich habe.

Ich finde das eine gute Taktik, denn es ist etwas "schonender" für eure Beziehung, wenn du Experten für dich sprechen lässt - und die Beziehung zu den Großeltern soll ja möglichst entspannt bleiben.

Diese Generation steht einfach auf Autoritäten, nutze das aus. ;-)

Viel Erfolg
Jana mit Lena (4) und Karl (1)

Beitrag von stineengel 28.05.10 - 13:27 Uhr

Hallo,

wir hatten letztes Wochenende eine recht ähnliche Situation. Wir waren bei meinen Großeltern, welche wir seit knapp 2 Jahren nicht mehr gesehen hatten, der Kontakt ansich war aber die ganze Zeit richtig gut, es ergab sich halt nicht. Naja, Lennard kennt seine UrGroßeltern, telefoniert auch ab und an mit Ihnen, aber wie es halt bei 5-jährigen ist, sie können gut blocken. Jedenfalls waren wir da, Lennard stürzte sich auf alle zum spielen etc. (Onkel, Tante und 2 Cousins waren auch da) aber zu meiner Oma war er halt "nur" nett, hat Hallo gesagt etc. aber halt sonst sie eher ignoriert. Ich glaube, er hatte ein bissi Angst vor Ihr, sie kommt manchmal etwas forsch rüber. Naja, auf jeden Fall meinte meine Oma dann auch irgendwann, wenn dDu das und das nicht machst oder weiter so bist, dann bekommst Du keine Pakete mit Geschenken mehr von mir. Da ich meine Oma kenne und wusste, dass sie nur traurig war, dass er sie so geschnitten hat (in ihren Augen) und ich merkte, das es meinen Sohn absolut nicht interessiert, hab ich es dabei belassen. Kinder sind so und das kann die ältere Generation manchmal nicht verstehen und reagiert dann so. Wieso auch immer. Egal, wir haben ihn machen lassen wie er will und nach 2 Tagen hat er sich ganz lieb von ihr verabschiedet, mit drücken und gesagt, das er es ganz toll bei ihnen fand (das ganze von sich aus). Er brauchte halt etwas, aber er hat danach auch gesagt, das er Uroma und Uropa mag.

Also, bei euch ist es natürlich extremer, da es ja so häufig vorkommt, da würde ich es sicher ansprechen, aber ansonsten gelassen bleiben.

LG Steffi