Finger lassen von Erbpacht?

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von jenjo 27.05.10 - 12:17 Uhr

Hallo,

wir sind schon länger auf Häusersuche und stoßen immer wieder auf Erbpacht.... ist es schlecht? Ist es gut?

Z.B. das Reihenendhaus soll in einem guten Stadtteil mit 108 qm Wohnfläche und 500 Grundstück 145.000 € kosten, Erbpacht zur Zeit 680€ im Jahr.... ich ahbe mal gelesen, dass Erbpacht für Menschen gut wäre, die finanziell sich kein Gründstück leisten können, allerdings ist 145 TSd auch nicht soooo wenig (z.B. bei 160 Tsd hat man hier meist ein eigenes Grundstück mit dabei, also kein Erbpacht).....

Gibt es Vor-und Nachteile? Würdet ihr die Finger davon lassen? Bitte mit Begründung, da wir uns nicht gut mit Erbpacht auskennen...

LG Jennifer

Beitrag von schwarzbaer 27.05.10 - 12:36 Uhr

Erbpachtgeber haben im Vertrag häufig einen Passus stehen, daß sie die Erbpacht im Rahmen der allgemeinen Preisentwicklung anpassen dürfen. D.h. wenn die Teuerungsrate nächstes Jahr 5% ist, kann Deine Erbpacht auch um 5% hochgesetzt werden. Über die Jahre gerechnet kann das richtig weh tun.
Und: auch nicht in Sicherheit wiegen wenn der Erbpachtgeber die Kirche ist und seit vielen Jahren die Pacht nicht erhöht wurde: ich kenne Fälle, wo die Kirche das genau jetzt die Klauseln in den Verträgen zieht - die haben eben auch Geldprobleme.
Wir haben deswegen von unserem Traumgrundstück Abstand genommen - Erbpacht ist für mich ein no-go. Allerdings war es bei uns auch nicht erforderlich, aus finanziellen Gründen unbedingt auf Erbpacht zu gehen, nur das Grundstück war so toll...

Beitrag von coppeliaa 27.05.10 - 12:55 Uhr


vorteil einer erbpacht kann es bei engeren finanziellen verhältnissen geben. wenn ich zb bei einem gakuften grundstück schon alleine viel mehr zinsen (für den aufgenommenen kredit) zahlen muss als bei einer erbpacht. da müsst ihr einfach für euch durchrechnen.

nachteil wäre halt, dass euch das grundstück nicht gehört - das ist vor allem für die erben ein nachteil, was eigenes können die dann verkaufen, bei erbpacht sieht es halt anders aus ....

wir sind froh was eigenes zu haben, allerdings zahlen wir natürlich auch zinsen für den kredit (momentan weit mehr als 680 euro im jahr). in erster linie ist es für uns einfach das gefühl, dass es halt wirklich "unseres" ist, was uns so gefällt.

lg

co

Beitrag von mineos 27.05.10 - 14:50 Uhr

Hallo,

unser Haus steht auf einem Erbpachtgrundstück von der Stadt. Die Pacht ist ziemlich günstig und stört uns momentan nicht. Irgendwann wollen wir das Grundstück aber dann auch abkaufen, wenn es mal passt. Du kannst ja mal fragen, wem das Grundstück gehört und ob man es auch abkaufen könnte, dann hättest du ein "Problem" weniger. Allerdings stört es mich momentan gar nicht, würde ich das Grundstück finanzieren wäre es sicher teuerer. Und die Pacht läuft noch 89 Jahre. Wer weiß, ob sich meine Erben dann überhaupt noch dafür interessieren, falls ja können sie den Vertrag immer noch verlängern...

LG

Beitrag von rain72 27.05.10 - 23:35 Uhr

Hallo Jennifer,
viele empfinden ja bei Erbpacht als Nachteil, dass die Immobilie nicht "auf ewig Dein" ist, also theoretisch nach 99 Jahren oder welchem Zeitraum auch immer an den Verpächter zurückfällt. Ich finde diesen Punkt jetzt nicht wirklich einen Nachteil, denn ich selbst würde ja in 99 Jahren ohnehin nicht mehr leben und in der heutigen Zeit ist wohl eher nicht damit zu rechnen, dass die Kinder oder Kindeskinder noch in diesem Haus wohnen werden. Außerdem hat man als Pächter immernoch ein Vorkaufsrecht nach Ablauf der Pachtzeit.
Ansonsten würde ich bei Erbpacht eben durchrechnen, welchen Kaufpreis man finanzieren könnte, wenn man die Erbpachtrate mit einrechnet. Hier habe ich nämlich häufig den Eindruck, dass Leute mit günstigen "Kaufpreisen" für Erbpacht geködert werden sollen, die Erbpachtraten dann aber so hoch sind, dass man von denselben Beträgen einen sehr hohen Kaufpreis finanzieren könnte....
LG
rain72

Beitrag von ginchen01 11.04.11 - 15:36 Uhr

Hallo Zusammen,

wir überlegen auch gerade ein Haus zu kaufen, welches auf einem Erbpachtgrundstück steht.
Kann mir jemand die Frage beantworten, ob man auch die gleiche Höhe an Grundsteuern zahlen muss, als wenn das Grundstück mein eigenes wäre.
Danke.

LG Carina