Hat noch jemand so einen Einzelgänger?

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Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um Ihr Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von emilia72 27.05.10 - 13:00 Uhr

Hi an alle,

brauche mal Rat. Johannes ist 2 1/2 Jahre alt. Schon immer ein Mama-Kind, sehr anhänglich, wurde viel und lange getragen, weint oft und will oft nicht mal zu Papa (der übrigens - da selbständig - tags immer zu sprechen und zu sehen ist). Nur Oma geht immer. Wir waren noch nie viel getrennt, er ist 2 x die Woche morgens bei Oma, wenn ich ein Mal arbeite und den anderen Vormittag meine Wocheneinkäufe erledige. Im Kinderturnen waren wir mal ne Zeit, allerdings schläft er jetzt immer zu der Uhrzeit, wo das Turnen stattfindet. Selbst im Alter von 1 Jahr hat er dort immer den Abstand zu den anderen gesucht.

Ansonsten mag er keine Kinder, am besten auch gar keine anderen Leute. Sieht er Kinder auf dem Spielplatz, erstarrt er zuerst einmal und würde am liebsten gleich gehen. Erst nach ca. 10 Minuten bewegt er sich an die Stellen, wo keine Kinder sind. Menschenansammlungen - wie z.B. Gartenwirtschaften - hasst er. Kaum sind wir dort, will er wieder heim. Sind wir bei Freunden - will er heim. Einkaufen - er will heim.

Den ganzen Tag ist er auf Körperkontakt. Einschlafen kann er nur, wenn er mit beiden Händen meinen Kopf festhalten kann. Ständig will er getragen werden.

Ich kenne nur Kinder in dem Alter, die alles alleine machen wollen. Nur er irgendwie nicht. Jedes Mittagessen kochen ist ein Kampf. Nicht mal auf die Leiter nebendranstehen. Nur auf dem Arm (war natürlich beim Kochen nicht geht). Bei jedem Toilettengang steht er neben dran. Als ob er Angst hätte, ich würde ihm abhandenkommen. Er spielt nie alleine, immer muss ich mit dazu oder er spielt lieber nicht und sitzt dann neben mir in der Küche.

Manchmal kann ich diesen ständigen Körperkontakt kaum noch aushalten. Nicht falsch verstehen - aber ich würde zumindest mal gerne alleine aufs Klo gehen.

Ab nächsten Winter darf/soll er in den Kindergarten. Ich kann mir kaum vorstellen, dass er von den vielen Kindern dort begeistert sein wird.

Hat noch jemand so ein Kind? Wird das irgendwann mal besser? Ich selbst war übrigens ein ähnlich anhängliches Kind, aber nicht ganz in diesem Ausmaß. Auch ich mag keine Menschenansammlungen und habe den Kindergarten gehasst. Mir war da immer zu viel los. Ich bemühe mich sehr, meine Abneigungen nicht auf ihn zu übertragen, habe viel mit Menschen zu tun und wir gehen auch gerne mal aus. Anscheinend habe ich ihm das also vererbt. Aber sind wir die einzigen, die so sind? Warum ist er so anhänglich?

Sorry, wirklich lang geworden. Suche also einfach nur Mütter, mit ähnlichen Kindern zum Meinungsaustausch.
Radikale Maßnahmen wie weinen lassen oder ignorieren kommen nicht in Frage - er soll wissen, dass ich immer für ihn da bin.
Gerne könnt ihr mich auch über PN anschreiben.

Christina

Beitrag von minishakira 27.05.10 - 13:15 Uhr

hi,
man kann kindern das auch ohne Radikal Maßnahmen beibringen.Wie soll er anders sein wenn du immer ihn rumträgst und dich immmmer mit ihm bescheftigst?Er versteht schon etwas also erkläre ihm das er kurz allein spielen soll da du auf die Toi willst.Ich würd ihn so oft aus dem Bad bitten bis er es versteht.Und glaub mir vor der Tür wird er net jedesmal über ein längeren Zeitraum stehen.dann sucht er sich irgendwann was.und wenn ja dann las ihn doch stehen und die tür anschaun."er soll wissen das ich immer für ihn da bin"""DAS weiß er auch wenn du ihn net ständig herum trägst uns von morgens bis abends dich NUR mit ihm bescheftigst!das hast du ihm von anfang an so erlaubt und deswegen ist er auch so-er kennt ja net anderes.
sorry für meine meinung.

lg kathy

Beitrag von sterni84 27.05.10 - 13:15 Uhr

Hallo Christina,

Leonie ist 3 Jahre alt und auch ein absolutes Einzelgängerkind. Gerade heute morgen hat sie 2 Stunden auf meinem Schoß verbracht, als wir zu Freunden zum Spielen wollten.

Vor einigen Wochen war es so schlimm, dass wir nicht mal auf den Spielplatz gehen konnten, wenn dort andere Kinder waren, sie fing direkt an zu weinen und wir mussten nach Hause. Sie geht seit August letzten Jahres 2 Mal die Woche in eine betreute Spielgruppe - ohne mich. Anfangs hat sie mit den anderen Kindern gespielt, inzwischen isoliert sie sich sehr und spielt nur für sich alleine.

Allgemein kann sie mit anderen Kindern bzw. anderen Erwachsenen nichts anfangen. Der KiA fand das nicht bedenklich, er meinte, wir sollen ihr noch Zeit geben.

Das Problem mit dem ständigen Körperkontakt haben wir allerdings nicht, sie schläft auch problemlos alleine ein.

Wir versuchen ihr mehr Selbstvertrauen zu geben, indem sie viel alleine machen darf und uns helfen kann, z.B. beim Tisch decken, Einkäufe in den Schrank räumen, beim Waschmaschine einräumen. Seitdem traut sie sich mehr zu - klettert auf dem Spielplatz total angstfrei, läuft nicht mehr weinend weg, wenn ihr andere Kinder zu nahe kommen.

Hast Du schon mal mit dem Kinderarzt darüber gesprochen?

LG Lena

Beitrag von minishakira 27.05.10 - 13:29 Uhr

hi,
ich finde nicht DAS man nach haus muß nur weil das kind mit der situation nicht klar kommt.Ich erkläre mein sohn es und geh auf ihn ein warum???er weind zb auf dem spielplatz.zeigt er auf kinder -sag ich ihm das sie nichts tun und mit ihn spieln wollen und ihn total lieb finden wenn er mit spielt und er versteht das.Er ist 20 monate das erste mal hatte ich solche und ähnliche situation mit 11-12 monaten.und wirke liebe voll endgegen damit er es nicht so schwer hat.oftmals wenn ich beuruhigt bin bzw mich über sein verhalten erschrecke übernimmt er das noch doller und es wird verstärkt.mein kia sagte man soll es üben nicht dem ausdem wege gehen.

lg kathy

Beitrag von emilia72 27.05.10 - 13:18 Uhr

Danke für eure beiden Antworten. Ich suchte allerdings nach Müttern mit ähnlichen Kindern. Da ihr anscheinend beide nicht dazu gehört, freue ich mich zwar über eure Antworten, habt mir allerdings keine große Hilfe gebracht.

Beitrag von minishakira 27.05.10 - 13:39 Uhr

hi,

sorry meiner war öfters so.deswegen sperrte ich mich nicht mit kind ein!mit dem wc hatte ich das selbe probl.hab ich doch geschrieben.aber du suchst net jemand der dir sagt wie es zu ändern geht sondern jemanden der dich bemitleidet und ihr schön darüber reden könnt wie anstrengend solche kinder sind!hast du ein schlechtes gefühl in menschenmengen hat dein kind es auch mache es anders rum!habe ein gutes und dein kind wird es auch ok finden!!!!!!!!!!!!dein sohn tut mir leid - du bist nicht für ihn da du verschlimmerst nur sein ängste.und das finde ich echt schlimmmmm.


lg kathy

Beitrag von auditu 27.05.10 - 13:26 Uhr

Hallo,
vielleicht sucht ihr euch nochmal eine andere Gruppe als das Turnen.
Eine Spielgruppe mit weniger Kindern, oder ihr besucht einen Kurs (Musikschule, Schwimmen....)
So kann er sich an die Gruppensituation gewöhnen und hat die Gelegenheit Bezug zu den anderen Kindern aufzubauen und in eine Beziehung zu treten.
Ich sehe nicht die Schuld bei dir!
Versuche ihm langsam beizubringen, dass auch du mehr "Raum" brauchst.
Vielleicht auch mal Zeit mit nur Papa einplanen.
Wie groß ist den der Kindergarten wo er angemeldet ist?
Ich hoffe ja die Gruppen sind klein und überschaubar.
Alles Gute für euch.

Beitrag von rumpl07 27.05.10 - 13:29 Uhr

Hallo!

Also meine Tochter ist auch 2,5 Jahre alt und hängt auch sehr an mir. Allerdings ist das was Du beschreibst schon extrem.

Meine Tochter hat auch Angst vor anderen Kindern... aber das ist auch erst so, seitdem sie von einem Mädchen in unserer Krabbelgruppe regelmäßig gehauen und geschubst wird. Das ist wirklich nervig, aber die Mutter sagt da nicht viel.

Nun ja seitdem hat sie Angst vor anderen Kindern. Sogar wenn Ihr ein anderes Kind nur ein Gummibärchen schenken will, erstarrt sie richtig.

Aber bei etwas älterne Kindern ist das anders. Von denen ist sie irgendwie fasziniert. Nur vor gleichaltrigen hat sie Angst.

Sie kommt ab September in den Kindergarten und ich frage mich auch, wie das werden soll.

Wo viele Menschen sind, das macht Ihr nix. Sie geht gerne mit einkaufen, zum schwimmen.....

Vielleicht probierst Du es einfach mal, dass Du das tragen etwas einschränkst! Du musst auch an Deinen Rücken und Deine Gesundheit denken. Ich trage meine Tochter nur noch selten... sie hat zwei gesunde Füsse und kann gehen!

Damit würde ich echt einmal anfangen und zur Not auch mal schreien lassen! Deswegen bist Du keine schlechte Mutter!

Auch das schlafen muss er ohne Dich lernen und ja, an dem bist Du meines erachtens selber Schuld. Ich habe ich mich noch nie mit hingelegt wenn meine Tochter schlafen soll. Schalfanzug an, Zähne putzen, Geschichte vorlesen, beten und dann schlafen. Ohne langes tam tam. Das ist meiner Meinung nach von Dir anerzogen.

Liebe Grüße

Beitrag von emilia72 27.05.10 - 13:44 Uhr

Danke nochmal an alle.

Nachdem ich meinen Beitrag nochmal gelesen habe, hätte ich es doch zeilenweise anders schreiben sollen. Natürlich läuft er viel, rennt viel draussen rum und klettert auf Bäume. Es ist nicht so, dass ich ihn den ganzen Tag nur rumschleppe. Und natürlich gehen wir nicht nach Hause, nur weil Junior es so mag. Vielleicht klingt der Beitrag etwas radikal, weil der Kleine krank ist und es jetzt gerade noch schlimmer ist. Seit 1 Woche habe ich nicht mehr richtig geschlafen.

Alles in allem nette Antworten - bis auf die erste... sozialgestört ist er sicher nicht. Mit größeren Kindern kommt er meißt klar, so lange sie nicht geballt auftreten.

Das mit dem Schlafen - da mag es unterschliedliche Meinungen geben. Für mich gab es als Kind nichts schöneres, als dass meine Mutter bei uns Kindern in den Betten lag und bei uns blieb, bis wir geschlafen haben. Daran sehe ich nichts Verkehrtes und werde es gerne so lange beibehalten, bis Johannes das nicht mehr mag.

Wünsche euch allen einen schönen Tag.

Christina

Beitrag von fbl772 27.05.10 - 13:56 Uhr

Liebe Christina,

das sind zwei verschiedene Dinge, die du beschreibst. Einerseits mag er keine Kinder und andererseits liebt und braucht er den Körperkontakt mit dir.

Mein Kleiner ist auch ein richtiger "Körperfresser", er schläft auch nur ein, wenn er Nase-an-Nase mit mir liegt und mich am Hals oder Ohren oder insgesamt im Kopfbereich festhalten kann. Das war schon so, als ich ihn noch in den Schlaf gestillt habe - das sah sehr lustig aus :-) Wenn es nach ihm ginge, würde ich natürlich ständig mit ihm spielen und er würde bei Mama auf dem Schoß sitzen, wenn diese auf dem Klo ist. Dieses Bedürfnis nach Nähe solltest du natürlich soweit wie es geht befriedigen. Wenn bei dir eine Grenze erreicht ist, dann musst du ihm diese auch aufzeigen. Woher soll er die denn kennen?
Unser Kleiner ist ansonsten aber genau das Gegenteil von deinem Kleinen - extrem offen und liebt andere Kinder. Er geht seit seinem 5./6. Monat in die Krippe und ist somit wie unter Geschwistern aufgewachsen. Deshalb glaube ich nicht, dass die Anhänglichkeit und diese Angst miteinander zu tun haben.

Die Kleine einer Freundin mochte keine Kinder und schrie sich immer in Rage, wenn unser Kleiner ihr zu nah kam. Sie kam mit 15 Monaten zu einer TaMu und mittlerweile ist sie 2,5 Jahre alt und küsst unseren Kleinen sogar mal. Eine TaMu mit wenigen Kindern war ideal. Es hat sich ganz langsam entwickelt, dass sie offener wurde. Das geht aber nur, wenn dein Kleiner auch Kontakt bekommt. Es ist ein langsamer Prozess.
Wenn er jetzt in den Kindergarten kommt, dann wird es für ihn vielleicht ein Schock - so viele Kinder auf einmal.

Versuche deinen Kleinen nicht zu sehr zu beschützen, er schafft das schon!

LG
B