Fieberkrämpfe/MOE lang

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Forum: Kindergartenalter

Ein großer Schritt ins Leben für jedes Kind ist der Start in den Kindergarten. Aus dem Kleinkindalter herausgewachsen, wird euer Sprössling nun zunehmend unabhängiger. Es stellen sich ganz neue Fragen, bei denen euch unser Forum hilfreich zur Seite stehen kann.

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 14:08 Uhr

Hallo,

mein Sohn (3) hatte vor knapp vier Wochen den ersten Fieberkrampf in Verbindung mit einer Mittelohrentzündung. Wir waren dann damit auch 3 Tage in der Kinderklinik.

Der arme Kerl hat jetzt innerhalb von 7 Wochen vier MOEs gehabt. Für Mitte Juni haben wir jetzt einen Termin für eine Polypen OP bekommen.

In der Nacht zum letzten Dienstag ging dann alles von vorne los. Wieder Ohrenschmerzen, so dass wir direkt morgens zum KIA sind, um 8.oo Uhr hatte ich ihm dann Nurofen Saft gegeben. Zuhause wollte er sich dann hinlegen und schlafen und um kurz nach 9.oo Uhr hörten wir ihn dann nur noch stöhnen.

Er hatte wieder einen Fieberkrampf gehabt, den wir gar nicht mitbekommen hatten, und war danach überhaupt nicht ansprechbar:-(

Lange Rede kurzer Sinn : wir waren dann wieder mit ihm im KH.

Wie geht Ihr mit der ständigen Angst vor den Fieberkrämpfen um ? Ich fahre nächste Woche mit ihm an die Nordsee und hab jetzt schon Panik das wieder was passiert. Vorallem da da ja auch nicht so viele KIAs und Krankenhäuser sind ( wir haben eine Kinderklinik 5 Minuten von uns entfernt, sind also etwas verwöhnt;-)).

#danke fürs Zuhören mir war gar nicht wirklich bewußt, dass es mich doch so belastet.

LG Ina

Beitrag von 3erclan 27.05.10 - 14:20 Uhr

Hallo

ich hab meinem dann immer ab 38.5 grad gleich Fiebermittel gegeben.Hatte auch immer das NOtfallset dabei.

lg

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 14:25 Uhr

Dank Dir für Deine Antwort.

Das hab ich ja gemacht . Um 5 .00 Uhr Paracetamol und um 8.00Uhr Nurofen bei 38,3°. Der Abstand von 3 Stunden war mit der KIÄ abgesprochen und genützt hat es gar nicht:-(

Ich fühl mich so machtlos.

LG Ina

Beitrag von curlysue2 27.05.10 - 19:58 Uhr

Hallo Ina,

unser Sohn hatte auch zwei Fieberkrämpfe als er kleiner war. Inzwischen ist er fast sechs Jahre alt und hatte seit gut 4 Jahren keinen Fieberkrampf mehr gehabt.
Lt. unserm KH und den Kinderärzten verwächst es sich mit zunehmenden Alter. Bei den meisten Kindern "verschwinden" die Fieberkrämpfe ca im Grundschulalter.
Bei uns war es so mit der ständigen Angst, dass wir langsam in die Situation hineingewachsen sind und immer besser damit umgehen konnten. Ich habe (schon bevor ich mich beruflich umorientiert habe und den Kurs haben musste) einen Erste-Hilfe-Kurs speziell auf Kinder ausgelegt gemacht. Dann haben wir überall das Diazepam in Reichweite entweder deponiert oder mitgeführt (gibt so kl. Kühltaschen für z.B. im Sommer).
Wir waren bei Krankheiten, die vor allem mit Fieber auftraten, immer ängstlicher als andere Eltern, deren Kinder mit Fieberkrämpfen nie was zu tun hatten, haben auch frühzeitig das Fieber gesenkt, aber die Angst wird weniger. Ihr müsst Euch nur die Zeit nehmen mit der Situation zu wachsen und vor allem müsst Ihr Euch zugestehen, dass diese Angst normal ist. Geholfen hat uns auch zu wissen, dass ein Fieberkrampf zwar sehr schlimm mit anzusehen ist und man jedesmal Todesängste um sein Kind aussteht (beim Ersten dachte ich er stirbt mir unter den Händen weg), aber im Grunde "harmlose" (soweit es harmlose gibt) Krämpfe sind und sich irgendwann in der Regel verwachsen. Inzwischen lasse ich ihn sogar wieder fiebern und gebe nur noch was zur Nacht oder erst ab 39,5°C, je nach Allgemeinzustand.

Eine Fieberkrampf kannst Du mit einem Kurzschluss vergleichen. DAs Fieber steigt zu schnell an, das Gehirn kann es (die Gründe sind leider immer noch nicht bekannt) bei einigen Kindern nicht verarbeiten und fährt kurzfristig runter. So wie die Sicherung bei einem Kurzschluss herausspringt. Dann fährt es nach und nach die Funktionen wieder hoch.
Du kannst versuchen einen Fieberkrampf zu verhindern, aber - wie Du leider die Erfahrung machen musstest - funktioniert das nicht immer, da das Fieber oft schneller steigt als die Medis wirken. Ein Fieberkrampf kann auch shcon bei knapp über 38°C auftreten. Es kommt nicht auf die Höhe der Tempi an, sondern auf die Schnelligkeit des Anstiegs. Es gibt Kinder, die haben nur einen einzigen Fieberkrampf (den die Eltern mitbekommen), andere haben "nur" zwei, die nächsten mehr als 10 oder sogar weit mehr.

Macht Euch auch bitte keine Vorürfe, dass Ihr den zweiten Krampf nicht mitbekommen habt. Uns wurde im KH und auch von unserer Kinderärztin gesagt, dass es ganz viele Kinder gibt, die einen Fieberkrampf im schlaf bekommen haben und es erst z.B. am nächsten Tag beim Arzt festgestellt wurde. Es geht mitunter so schnell, dass man keine Chance hat.

Neben den Fiebermedikamenten könnt Ihr vorsorglich auch noch folgendes beim nächsten Fieber machen: nur leicht ankleiden, dünn zudecken, möglichst alles vermeiden was die Temperatur noch weiter hinausjagen könnte. Und vor allem viel Flüssigkeit anbieten.

Hier bei Urbia gibt es auch noch einen Club von Fieberkrämpfchen (bzw. den betroffenen Eltern). Wenn Du magst kannst Du gerne mal vorbeischauen:
http://www.urbia.de/club/Fieberkrampf+bei+unserem+Kind-ern

LG

curlysue

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 21:47 Uhr

Hallo curlysue,

danke für die ausführliche Info. Irgendwie macht man sich ja doch Vorwürfe, aber Du hast Recht verhindern hätte man es nicht können. Nach dem ersten Fieberkrampf war ich noch relativ entspannt( nach dem KHK- aufenthalt, beim akuten Krampf dachte ich erst er stirbt), da hatten wir den Krampf mitbekommen, aber die Zeit danach bis der Notarzt kam hat er ganz ruhig geschlafen.

Diesmal war es halt so, dass es so schlimm war zu sehen, dass er überhaupt nicht ansprechbar war, mein erster Gedanke war : "Er stirbt oder ist behindert." Wir hatten es zuerst nicht mit einem Fieberkrampf in Verbindung gebracht.

Jetzt wissen wir das es normal ist und man kann es dann besser einordnen.

Aber trotzdem bin ich unsicher, vorallem weil er ja in letzter Zeit eine MOE nach der anderen hatte.

Ich hoffe, dass es nach der OP besser wird.

Vielen Dank für den Link zum Club, da werde ich bestimmt rein schauen.


Danke nochmal für Deine ausführliche Antwort, ich wünsche Dir einen schönen Abend, lg Ina

Beitrag von cwittich 27.05.10 - 14:39 Uhr

Bei MOE nehmen wir jetzt immer Bromelain, das ist pflanzlich (Ananasenzym) und wirkt Wunder.

Bei meiner Tochter hat das so gut angeschlagen, das wir die geplante Paukenröhrchen OP absagen konnten :-)

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 14:42 Uhr

Das ist ein guter Tipp, ich selbst hab es schon genommen. Gibt es das nur in Tablettenform?

LG Ina

Beitrag von agrokate 27.05.10 - 14:44 Uhr

Hallo Ina,

meine Maus (2 1/4 Jahre) hatte auch im Januar einen Fieberkrampf#wolke-
ich habe mich noch nie im Leben so hilflos gefühlt und wußte zuerst nicht einmal, was sie hat#schock!
Nachdem wir nach 2 Tagen Kinderklinik mit der Diagnose "Drei Tage Fieber" entlassen wurden, habe ich mich mit dem Thema "Fieberkrampf" intensiv auseinander gesetzt.
Diese Seite kann ich Dir ans Herz legen, die hat mir sehr geholfen Ängste abzubauen!
http://www.fieberkrampf.de/

Alles Gute für Deinen kleinen Mann!

GLG,agrokate!

PS:Ich habe überall Diazepam gebunkert und auf Reisen immer im Gepäck!

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 15:30 Uhr

Hallo agrokate,

vielen Dank für Deinen Tipp. Ich habe nach dem 1. Krampf auch relativ viel gelesen und trotzdem hat mich der 2. aus heiterem Himmel getroffen. Ich fühlte mich auf der sicheren Seite, weil ich ihm ja was fiebersenkendes gegeben hatte.
Schlimm fand ich, dass er auf dem Weg ins KH nicht ansprechbar war, mittlerweile weiß ich, dass das " normal" ist und trotzdem bleibt die Unsicherheit.


Ich drück Euch ganz fest die Daumen, dass sich der Fieberkrampf bei Euch nicht wiederholt.

Diazepan nehm ich auf jeden Fall mit ( wobei die 5 Stück, die wir bekommen haben auch relativ schnell verteilt sin ( Oma, KIGA, Handtasche etc;-))


Ganz liebe Grüße Ina

Beitrag von agrokate 27.05.10 - 15:46 Uhr

Hallo Ina,

danke für das Daumen drücken!
Ich habe mir nach dem Krampf auch Gedanken gemacht, da ich Kira den ganzen Tag ohne fiebersenkende Mittel fiebern lassen habe-
unsere Ärztin meinte aber, daß der Fieberkrampf auch mit Medis gekommen wäre!
Man ist wohl davon abgekommen gleich fiebersenkende Mittel zu geben, da der Fieberkrampf nicht vermieden werden kann#zitter!
Tröstlich ist nur, daß mit durchschnittlich 4-5 Jahren die Fieberkrampfneigung sinkt!

Hattest Du als Kind einen?

GLG,agrokate!

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 19:39 Uhr

Hallo agrokate,

ich fürchte auch, dass man wirklich nicht vorbeugen kann.

Nein, wir hatten ( mein Mann und ich) keine Fieberkrämpfe als Kind auch gibt es bei uns im Familienkreis keine Fälle von Fieberkrämpfen.

Wie ist es denn bei Euch, liegt bei Euch eine Veranlagung dazu in der Familie?

LG Ina

Beitrag von agrokate 28.05.10 - 13:18 Uhr

Hallo Ina,

ich hatte auch als Kind einen Fieberkrampf, daher kann es gut sein,
daß ich die Veranlagung meiner Maus vererbt habe:-[!

Alles Liebe,agrokate!

Beitrag von 3erclan 27.05.10 - 14:50 Uhr

Hallo

wollt noch schreiben dass Fieberkrämpfe sich auswächst.
Meine hatte nur welche als Baby und seitdem nie wieder!!!!!!!!!Mittlerweilie ist sie 8 Jahre alt und bis auf die 4 Stück als Baby hatte sie keine mehr

Das wichtigste ist dass ihr ruhig bleibt und immer alle Medis sicherheitshalber wenn ihr wo anders schlaft dabei habt.

Ich habe meine dann nie alleine schlafen lassen wenn sie gefiebert hat.

lg

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 15:34 Uhr

#danke.

Es tut total gut darüber zu reden.
Diazepam ist schon so gut wie eingepackt.
LG

Beitrag von sunshine38 27.05.10 - 15:05 Uhr

Hallo Ina,

unser Kleiner hatte auch einmal einen Fieberkrampf - das war vor 1,5 Jahren und das Erlebnis steckt mir immer noch in den Knochen :-(

Seit damals hatte er keinen mehr, obwohl er des öfteren Fieber hatte und wir gerade letzte Woche einen "Fieber-Virus" hinter uns gebracht haben, der auf fiebersenkende Mittel fast nicht ansprach und unser Sohn dadurch 3 Tage lang immer zwischen 38,8°c Und 40,3°C lag - trotz 4-std. Gabe von Fiebersaft #schwitz

Tja, was kann ich dir raten ....

Ein Kinderarzt meinte, dass der Beginn einer Infektion, also wenn das Fieber das erste Mal steigt am gefährlichsten für die Auslösung eines Fieberkrampfs wäre.

Man hat mir damals im KH gesagt, dass ein Fieberkrampf eher dann auftritt, wenn der Körper "zur Ruhe" kommt - also wenn sich die Kinder hinlegen und schlafen wollen.

Ich versuche also auch zu Beginn der Infektion frühzeitig (also bis max. 38,3°C) den Fiebersaft zu geben und behalte ihn dann bei mir, bis das Fieber anfängt zu sinken (ca. 30 min) . In der Zeit lese ich was vor, versuche ihn wenn er sehr müde ist vom Schlafen abzulenken mit erzählen, spielen, oder wir schauen auch mal TV ;-)

Leichte Kleidung (kurze Schlafhose) ist auch wichtig. Du kannst auch wenn Waden und Füße warm sind einfach immer wieder mit einem feuchten Waschlappen drübergehen, die Verdunstungskälte hilft auch etwas.
Richtige Wadenwickel mache ich wenn das Fieber schnell steigt - also die 4 Stunden bis zur nächsten Fiebersaft Dosis eigentlich nicht zu schaffen sind :-[

Achte auf die richtige Dosierung des Fiebersaftes - also eher nach Gewicht dosieren, als nach Alter. Aber das wirst du ja schon mit deinem Kia besprochen haben.

Sind alles keine Patentrezepte, aber vielleicht helfen sie euch doch #klee


Liebe Grüße und alles Gute
sunshine38

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 15:38 Uhr

Vielen Dank für deine Ratschläge.

Besonders interessant ist, dass die Anfälle auftreten, wenn der Körper zu Ruhe kommt.

Fiebersaft gebe ich auch ab 38,3° und vom KHK und der KIÄ habe ich die Freigabe Paracetamol und Nurofen alle 3 Stunden zu geben.

Dank Dir nochmal, liebe Grüße Ina

Beitrag von tragemama 27.05.10 - 15:09 Uhr

Wir geben sofort (also bei 38,5 Grad) Ibuprofen und ich habe immer Diazepam-Rectiolen dabei für den Fall eines Fieberkrampfs.

Andrea

Beitrag von misspiggy90 27.05.10 - 15:38 Uhr

danke, so handhabe ich das z.Z. auch.
LG Ina