Schwiegergroßmutter feiert Geburtstag, schlechtes Verhältniss...

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von engelchen1989 27.05.10 - 15:54 Uhr

Hallo,

die Oma meines Mannes ist die Woche 70 geworden und feiert am Wochenende in einem Restaurant. Wir haben schon vor einiger Zeit die Einladungen bekommen.

Nun ist es so, dass wir nicht das tollste Verhältniss zu ihr haben. Wir haben vor über einem Jahr das Haus neben ihrem renoviert. (es gehört ihr auch, dort wohnte früher ihre Mutter) Es kam schon während den Renovierungsarbeiten immer wieder zu Streit weil es ihr nicht schnell genug ging, es wurde sich immer wieder eingemischt und gemotzt wo es nur ging. Ich war zu der Zeit hochschwanger und habe mich trotzdem immer bemüht mitzuarbeiten. Bis auf Dinge wie lackieren und steichen habe ich geholfen wo ich konnte. Ich war mehr als ein Mal kurz vorm Zusammenbruch weil meine Nerven nicht mehr wollten.
Einen knappen Monat bevor unser Sohn zur welt kam sind wir eingezogen und der Stress wurde immer schlimmer. Die Oma hatte natürlich noch einen Schlüssel zum haus den sie auch ungeniert benutzte ohne zu klingeln. Wenn wir nicht da waren ist sie in unser Schlafzimmer gegangen um zu schauen ob die Heizung aus ist weil das Fenster gekippt war. Sie stand ständig vor der Tür und wollte irgendwas im Keller, auf dem Dachboden oder im Gästezimmer nachschauen. Wenn wir grade keine Zeit hatten war es egal, sie könnte ja alleine rein gehen, sie kennt sich ja aus. Sie kontrollierte unseren Müll, bestimmte wo unsere Tonnen zu stehen haben, verlangte 100 Euro monatlich nur für Heizöl!
Kurz bevor unser Kleiner zur Welt kam wurde uns gesagt, morgen kommen Dachdecker die haben einen Schlüssel falls ihr nicht da seid und sie auf den Dachboden wollen. Wir wurden nicht gefragt ob uns das Recht ist und erst kurz vor kanpp darüber informiert.
So ging es ewig weiter ohne dass man sich einigen konnte. Wir haben sie so oft darum gebeten unsere Privatsphäre nicht zu missachten und zu akzeptieren dass wir erwachsene Menschen sind. In ihren Augen waren wir wohl immer noch Kinder...
Im Frühjahr war es für mich soweit dass ich aus diesem Haus nur noch raus wollte. Wir haben uns dann eine Wohnung gesucht und sind ausgezogen. 20000 Euro umsonst in ein haus gesteckt von dem wir nie wirklich etwas hatten. Wir sind beide anfang 20, da ist das verdammt viel Geld.

Wir hatten keine Ersparnisse mehr, keine Rücklagen und sind trotzdem ausgezogen. Ich habe jeden Tag geweint, meine Nerven lagen blank. Bis vor einigen Monaten ging es uns finanziell eher schlecht, wir hatten einige Monate in denen wir jeden Cent fünf mal umdrehen mussten. Es ging uns wirklich sehr schlecht. Mitlerweile haben wir uns aus diesem Tief rausgearbeitet, es geht wieder besser und so langsam macht das Leben wieder Spaß.

Wir haben es oft mit Reden versucht, ich habe versucht diese Frau zu verstehen. Sie lügt einem dreist ins Gesicht wie ein pubertierender Teenie und hat sich in der ganzen Zeit so oft total daneben benommen. Als wir ihr erzählten, dass es das Beste für alle ist wenn wir ausziehen hat mein Mann geweint und ihr erklärt, dass er das so nicht will. Er wollte nicht im Streit auseinander gehen und er hat sich entschuldigt, wofür auch immer.
Von ihr kam nichts außer, dass es schon gut wäre. Während unserem Auszug hat sie außer ein paar patzigen Befehlen kein Wort mit uns gewechselt. Sie hat uns noch gedroht von wegen, wehe wenn sie nicht alle Schlüssel zurück bekommt.
Eine Entschuldigung kam von ihr nie, als wir sie einmal bei meiner Schwiegermutter getroffen haben ist sie uns ausgewichen und schnell weg gegangen. Sie und zwei ihrer kinder haben uns oft deutlich zu verstehen gegeben dass wir in ihren Uagen das Letzte sind (wohl besonders ich, denn ich bin die böse Frau die so schlecht für meinen Mann ist)

Und nun sollen wir an ihrem Geburtstag Friede Freude Eierkuchen spielen!? Ich und ganz besonders mein Mann sind zutiefst gekränkt von dieser Frau. Mein Mann hat so oft geweint deswegen, an seinem Geburtstag hat sich keiner von denen gemeldet, an dem Geburtstag unseres Sohnes auch nicht.

Mein Mann will auf jeden Fall zu dem Geburtstag fahren und er erwartet glaube ich, dass ich mitkomme. Er sieht das als Chance sich mit seiner Oma zu versöhnen. Ich würde mich auch wirklich darüber freuen wenn es so wäre, aber mitlerweile weiß ich es einfach besser. Ich weiß wie sie ist und dass von ihr nichts anderes kommen wird als: Oh, ich habe so schlimem Schmerzen, ich kann mich nicht bewegen, mir geht es so furchtbar schlecht. Das hat sie früher schon gern gemacht wenn ihr etwas nicht passte. Wenn es mal wieder einen Streitpunkt gab hat sie schnell die Leidende gespielt, damit wir die Bösen sind und sie als Gutmensch dem das alles als einziger an die Nieren geht dasteht. Dieses falsche Spiel hat hervorragend funktioniert. Das Verhältniss zu seinen eltern ist seitdem angespannt und seine Schwester hat sich ganz von uns abgewandt. Und das obwohl die beiden vorher wie Freunde waren.

Ich habe keine Lust auf diese scheinheilige Veranstaltung, ich will mir das Gejammer dieser Frau nicht anhören. Ich will nicht behandelt werden wie der letzte Dreck nur weil ich nicht in deren Idealvorstellung einer Schwiegertochter passe. Ich habe mich damals so schlecht und minderwertig gefühlt wie ich behandelt wurde! Mein Selbstwertgefühl hat darunter sehr gelitten, ich war teilweise wirklich depressiv! Mir geht es jetzt wieder ganz gut und das soll auch so bleiben. Ich bin nicht stark genug um mich in dieser Situation am Wochenende zu behaupten. Mein Vater sagt: Augen zu und durch. Ich weiß nur 100%ig dass ich auf dem Nachhauseweg wieder weinen muss weil irgendwas passiert ist oder gesagt wurde. Ich fühle mich wohl mit genug Abstand zu seiner Oma.

Ich glaube nur, dass mein Mann sehr sauer wäre, wenn ich jetzt kurz vor kanpp sage ich komme nicht mit. Ich habe mich als die Einladung kam von ihm überreden lassen. Ihm zu liebe wollte ich über meinen Schatten springen. Aber je näher der Tag rückt desto schlechter geht es mir. Ich denke den ganzen Tag an nichts anderes mehr, lege mir Antworten auf fiese Sprüche zurecht, male mir aus mit welchem Methoden seine Oma nun wieder versuchen wird uns hinzustellen wie die bösen Menschen die ihr so viel Stress zugemutet haben und dann nach nicht mal einem halben Jahr einfach ausgezogen sind...

Wie soll ich meinem Mann verständlich machen, dass ich das nervlich nicht schaffe? Er wird stinksauer sein auf mich und ich habe jetzt schon Angst vor dem Gespräch mit ihm. Er wird enttäuscht sein und verletzt und er wird es nicht verstehen (wollen).
Was würdet ihr tun? Hingehen und den seelischen Stress in Kauf nehmen dem Mann zu Liebe oder egoistisch sein und ihn alleine hinschicken?
Und wie würdet ihr eurem Mann so etwas erklären? Ich meine es ja wirklich nicht böse...

Entschuldigung, dass es nun so lang geworden ist. Ich hoffe der ein oder andere hat den text trotzdem gelesen und kann mir vllt einen Tipp geben.

Liebe Grüße,
Sabrina

Beitrag von c.l.e.o. 27.05.10 - 16:20 Uhr

Hallo,
für mich wäre die Sache ganz klar: wenn ich weiß, dass mir die Gesellschaft eines bestimmten Menschen nicht gut tut bzw. sogar schadet, dann vermeide ich den Kontakt. Ich verstehe Deinen Mann nicht: er weiß doch, dass Dich diese Geschichte aufreibt. Dann sollte er doch akzeptieren, dass Du nicht dorthin willst. Warum ist es für ihn so wichtig, dass Du dabei bist? Schließlich wäre es für ihn doch angenehmer, wenn er im Kreise seiner Familie ist ohne ständig acht zu geben, was mit Dir geschieht. Rede nochmal mit ihm, aber tu nichts was Du nicht willst.

LG,
Cleo

Beitrag von oma.2009 27.05.10 - 16:43 Uhr

Hallo engelchen,

also, zu der vorherigen Wohnsituation: Es hätte doch von euch aus jederzeit das Türschloss ausgewechselt werden können. Dann wäre Schluß mit Lustig von seitens der Oma gewesen. Keine Ahnung, warum Keine auf die Idee kommt. Schlösser wären nicht so teuer gewesen, wie ein Umzug. Aber ist nun Schnee von gestern.

Aber zu dem Geburtstag würde ich gehen, den ganzen Abend auf Liebkind machen. Selbst wenn von der Oma aus irgendwelche Pfeile in deine Richung geschossen werden, sei immer lieb, sag nur Nettigkeiten. Glaube mir, die Oma wird innerlich kochen vor Wut, aber dir kann keiner der Familie irgendwas anhängen, die sind doch alle dabei.

Und als Geschenk würde sie von mir einen "Schwiegermuttersessel" bekommen. Ist ein großer flacher stacheliger Kaktus, den schön verzieren, ein paar Pralinen auf die Stacheln setzen und gut ist.

Ich würde mir (und hab ich auch schon, griiiins) da einen Riesenspaß von machen. Ich wäre diejenige, die in diesem Fall zuletzt lacht.

Viel Erfolg

Beitrag von engelchen1989 27.05.10 - 17:03 Uhr

Das mit dem Schloss wollten wir eigentlich von Anfang an so machen. Allerdings hat seine Oma und direkt gesagt, wenn wir das Schloss austauschen schmeißt sie und raus. Es ist ihr Haus und ihr Schloss.
Hinter dem Babyzimmer war auch noch ein Gästezimmer mit kleinem Bad, diese Räume durften wir nicht benutzen, weil die Schwester seine Oma die vor zig Jahren mal renoviert hat für ihre Besuche. Zum einen ist das ewig her und zum anderen kommt die Schwester schon lange nicht mehr hin (wohnt in der Schweiz) weil sie zu alt ist und das nicht mehr schafft. Aber eben weil diese beiden Räume nicht benutzt werden durftenund weil es ihr Haus ist durften wir auch keine Schlösser austauschen.

Wenn ich mit zum Geburtstag gehe werde ich sowieso nett und freundlich sein, einfach weil ich vom Wesen her so bin. Ich kann einer Person nicht zeigen dass ich sie nicht mag. Und schon gar nicht bei Leuten die älter sind als ich. Ich habe da einfach respekt und bin IMMER freundlich. Das war ich auch bis auf zwei Ausnahmen ganz zum Schluss immer während wir dort gewohnt haben. Sie konnte mcih noch so doof anmachen, ich hab immer zugehört, versucht zu verstehen warum sie das so sagt und freundlich mit ihr gesprochen.

Ich bin dann aber einfach nicht stark genug das hinterher nicht an mich ran zu lassen. Ich kann mir nicht einfach denken: Ach komm, lass sie reden, ist mir doch egal. Ich mach mir danach wieder Tagelang einen Kopf, fresse das in mich rein und frage mich was ich falsch gemacht habe.
Ich bin was das betrifft (leider) unheimlich sensibel.

Beitrag von oma.2009 27.05.10 - 20:02 Uhr

Hallo engelchen,

dann nimm die Gelegenheit wahr und übe mal, alles nicht an dich ranzulassen, Glaube mir, du wirst als Siegerin aus dem ganzen Theater hervorgehen. Und Omi wird sich grün und blau ärgern, bring es hinter dich und hinterher lacht ihr gemeinsam, du und dein Mann. Das wird schon

viel Spaß und berichte doch einfach mal

Beitrag von yvonnechen72 27.05.10 - 17:20 Uhr

Hallo,

wir haben knapp 2Jahre keinerlei Kontakt zu meinen Schwiegereltern gehabt und plötzlich bekommen wir eine Einladung zum 60. Geburtstag meines Schwiegervaters. Wir haben dies als ersten Schritt seitens meiner Schwiegereltern gesehen.Allerdings war uns auch klar, dass wir nach zwei Jahren Funkstille nicht einfach auf diesen Geburtstag maschieren und auf heile Welt machen. Mein Mann hat seine Eltern angerufen und ihnen gesagt, dass wir uns vor dem Geburtstag erstmal zu viert treffen und aussprechen sollten. Wären meine Schwiegereltern nicht darauf eingegangen, wäre die Sache für uns erledigt gewesen.
Ist bei euch jetzt natürlich alles etwas kurzfristig, aber ich würde nach dem Theater, das ihr hattet, da auch nicht hingehen und so tun als wäre nichts gewesen. Und für eine Aussprache finde ich einen Geburtstag nicht unbeding den geeigneten Ort.

LG Yvonne