Totgeburt bei einer Freundin .....

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Beitrag von 1familie 27.05.10 - 21:32 Uhr

Hallo,

eine gute Freundin hatte uns mitgeteilt, das sie entbunden hat im 8. Monat.
Leider ist das Kind gleich nach der geburt gestorben, wegen einem defekt :-(

Ich schrieb ihr natürlich zurück und fragte nach dem Namen - als einzige.
das fand sie sooo schön und hat geweint.....

Mensch meine Freundin tut mir so leid und ich weiss nicht was ich sagen soll.
Sie fragte wie es meinem Kleinen geht und ich sagte gut, aber in dem Moment habe ich mich elendig gefühlt, da sie ihr Kind nicht hat .......
nun will sie sich mit mir treffen und ich hab echt angst vor dem ersten Treffen danach....

ist das normal, ich befürchte ich habe Hemmungen irgendwas zu sagen :-(

LG

Beitrag von mamavonyannick 27.05.10 - 21:43 Uhr

Hallo,

das ist völlig normal. Ich glaube jeder wäre verzweifelt nach auf der Suche nach den richtigen Worten. Lass doch sie reden... von ihrem Kind und ihren Gefühken und Ängsten. Sei einfach nur für sie da, du musst gar nichts sagen.

LG, m.

Beitrag von 1familie 27.05.10 - 21:52 Uhr

Hi,

danke..... ich hoffe nur das macht nicht auch einen schlechten Eindruck.

Am telefon hat sie die ganz normalen Sachen besprochen, wie Wandertag unserer grossen Kinder usw
Und nur so Alltagsgewäsch passt auch nicht .... dachte ich eigentlich...

Mh, mal schauen *heul*
Sie tut mir so leid

Gruss

Beitrag von yvivonni 27.05.10 - 21:58 Uhr

Du brauchst nichts sagen, nimm sie in den Arm und sage ihr, wenn sie reden möchte du bist da. Hör dir an was sie zu sagen hat, sie wird es dir danken.:-)
Ich finde es toll von dir das du nach den Namen gefragt hast, ich denke in dir hat sie eine tolle Freundin.#liebdrueck

Ich wünsche deiner Freundin viel Kraft für die Zeit die noch kommt, dir wünsche ich das du so bleibst wie du bist, nämlich eine tolle Freundin.#liebdrueck

GLG yvi mit #stern Mikkeline tief im #herzlich stillgeboren 24.Woche

Beitrag von 1familie 27.05.10 - 22:09 Uhr

Danke schön :-)

Ich fand es so wichtig nach dem Namen zu fragen, denn das ist auch das erste was man bei einem lebenden Kind fragt.

das ich die Einzigste war fand ich schon etwas traurig...

Ich hoffe dir geht es auch wieder gut?

LG

Beitrag von yvivonni 27.05.10 - 22:17 Uhr

Ja da hast du recht, das ist eigentlich das erste was man fragt. Schade das du die einzige bist.

Danke, ja es geht mir wieder gut. Ich hatte aber auch hilfe, ich bin in einer Gruppe für stillgeborene kinder, das schon seit 2 Jahren, es hilft mir sehr, denn dort wird über das Kind gesprochen, was bei der Familie und Freunden ja nicht der Fall ist. Leider.
Reden ist das wichtigste was es in der Situation gibt, wenn man das nicht tut, erstickt man daran.

LG

Kannst mich auch gerne über die VK anschreiben;-)

Beitrag von schnaki1 27.05.10 - 22:02 Uhr

Hallo,

ich finde es ganz wichtig, dass du ihr sagst, dass du nicht weißt, wie du mit der Situation umgehen sollst.
Sag ihr gleichzeitig, dass du immer für sie da bist, signalisiere Gesprächsbereitschaft und wenn du grad irgendwas von deinem Kind zu berichten hast, dann frag, wie es ihr dabei geht, ob das okay ist.

Ich denke, es gibt nichts Schlimmeres, als durch Unwissenheit und Unsicherheit zu schweigen und damit eine unsichtbare Barriere aufzubauen.

Wenn du ihr zeigst, dass du wirklich für sie da bist, dann wird sie auch mit dir über all die Dinge und Gedanken reden.

LG,
Andrea

Beitrag von 1familie 27.05.10 - 22:11 Uhr

Hallo,

ich sagte ihr schon am Telefon, das ich nicht weiss, was ich sagen soll .....
zum Glück verstand sie es.
Nun ja, das erste treffen danach ist noch was anderes, als ein Hörer in der Hand.

Ich lass sie solange reden, wie sie mag und sie möchte sich mit Kindern treffen. Wir haben ja auch noch grosse Kinder und ihren Grossen lässt sie gerade ungern allein.

LG

Beitrag von jettekul 28.05.10 - 00:24 Uhr

Ja, das ist wirklich ein sehr, sehr guter Ratschlag.
Gerade bei schlimmen Schicksalsschlägen, Todesfällen etc gibt es oftmals nicht "Richtiges" was man sagen könnte, seine Unsicherheit und Zuneigung zu artikulieren kann dem anderen schon helfen.

Beitrag von hezna 28.05.10 - 07:38 Uhr

Mir sind damals ein paar Freunde abhanden gekommen, vermutlich weil sie mit der Situation auch nicht umgehen konnten und sich lieber zurückzogen. Ich habe sie ziehen lassen.

Aber es gab zwei Freundinnen, die mir zur Seite standen, die mich gefragt haben, wie die Kleine aussah, wie die Geburt war, eben alles, was man auch fragen würde, wenn das Baby "da" wäre.

Frag sie nach Fotos...hat sie welche gemacht? War die Beerdigung schon? Laß sie darüber sprechen..all diese Dinge können so unglaublich befreiend sein für eine Frau in ihrer Lage.

Sag ihr ruhig, wenn du nicht weißt, was du noch sagen könntest. Sie selbst wird vermutlich gerade nicht besser wissen, mit dem Erlebten umzugehen.
Es macht einen sprachlos, unglücklich und nicht zuletzt wütend.

Ihr wird es reichen, das du ihr zuhörst und sie durch Fragen zum reden ermunterst. Und keine falsche Scheu, nach ihrem Baby zu fragen. Sie hat nur die Stunden der Geburt, die kurze Zeit danach mit ihrem Kind gehabt. Je mehr sie davon spricht, desto mehr prägen sich Einzelheiten bei ihr ein, die sie auch nach Jahren noch an das Baby denken lassen, als sei es gestern gewesen. Sie braucht das zur Verarbeitung.

Wenn du noch etwas für sie tun willst, schau mal im Internet, da gibt es Seiten über Sternenkinder, auf denen sie ihr Schicksal mit anderen Frauen teilen kann. Vielleicht bringst du ihr einen solchen Link mal mit...auch das hilft.

Du schaffst das schon !

Alles Gute auch für deine Freundin.

Gruß Hezna #klee

Beitrag von chibimoon 28.05.10 - 08:43 Uhr

Hallo,

ich kenne das Gefühl das du grad empfindest.Du weißt nicht was du sagen kannst ohne sie zu verletzen. Meist ist es ungewollt , aber die Person lässt sich das meist nicht anmerken wenn man unwissentlich was falsches gesagt hat .
Meine beste Freundin hatte damals eine Totgeburt im 7. Monat , wir hatten zu dem Zeitpunkt noch Streit. Sie hat mich aus dem Krankenhaus angerufen , und ich bin dann sofort zu ihr und habe ihr zur Seite gestanden. Die Zeit danach war hart geb ich zu , sie war natürlich völlig fertig und man wusste nicht so recht mit ihr umzugehen. Weil man ja nicht wusste ob man jeden Moment was falsches sagen könnte.
Der kleine von ihr wurde dann nach ein paar Wochen begraben , ich habe ihr bei allem beigestanden , habe versucht sie aufzubauen , und selbst wenn es nur ein Spaziergang war , ich habe mich bemüht sie ein wenig abzulenken. Vergessen wird man es niemals ,aber man kann helfen den Schmerz etwas zu lindern :-)

Anders war es bei einer anderen Freundin von mir, wir waren zum selben Zeitpunkt schwanger ,und hatten fast denselben ET . Sie hat ihre kleine Maus tot im zweiten Schwangerschaftsdrittel gebären müssen . Es war seehr schwer für sie, sie hat auch erstmal den Kontakt abgebrochen. Ich habe es verstanden und respektiert ihr jedoch geschrieben das wenn was ist ich jederzeit für sie da bin .
Als meine kleine Maus dann da war , hat sie von sich aus gesagt das sie ins krankenhaus kommen möchte .
Ich habe ihr gesagt das ich mich freue, sie aber jederzeit bescheid sagen kann wenn es nichtmehr gehen sollte. So ist es heute noch , wenn sie nichtmehr kann dann möchte ich das sie mir das sagt , dann bin ich die letzte die Sie zwingtmit mir und der meiner kleinen was zu unternehmen oder so .

Sag ihr das die Situation für dich auch nicht ganz einfach ist , dass du aber jederzeit für sie da bist. Und vorallem das sie ehrlich sein soll wenn sie ums doof auszudrücken " den Anblick von dir zusammen mit deinem Kind " nicht ertragen kann, das du das Respektierst, und ihr dann auch den Freiraum gibst den sie dann braucht .

Ich wünsche deiner Freundin und dir alles Gute .