Mietpauschalen - Einsparungen ALG2

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Beitrag von coffea 28.05.10 - 08:06 Uhr

Moin,

ich habe eben so quasi eine Kurznachricht gesehen und dadrin gehört, dass drüber Diskutiert wird, dass es in Zukunft nur noch Mietpauschalen gibt.
Es sollten damit Beträge in 3 stelliger Millionenhöhe gespart werden #schock

Ich kann es natürlich einerseits nachvollziehen, dass gespart werden soll, aber ist das die richtige Lösung?

Was denkt ihr drüber?

VG coffea

Beitrag von nightwitch 28.05.10 - 08:51 Uhr

Hallo,

völliger Humbug.

Für den Preis, den wir für eine 83m² Wohnung bei uns mit Garten, Terrasse, Garage, zentrumsnah bezahlen, bekommste in München mal grad ne 15m²-Studentenbude.

Ich denke die Regelung, dass es von Landkreis zu Landkreis unterschiedliche Höchstgrenzen gibt, ist schon in Ordnung.

Ich wüsste auf Anhieb zig Einsparungsmöglichkeiten, aber da würden sich die Herrschaften selbst ins eigene Fleisch schneiden und das wird eh nie passieren.

Gruß
Sandra

Beitrag von virginiapool 28.05.10 - 11:35 Uhr

Dieser Beitrag wurde von den urbia-Mitgliedern als nicht angemessen bewertet und wird daher ausgeblendet.

Beitrag von king.with.deckchair 28.05.10 - 18:04 Uhr

Mal wieder ein mit heißer Nadel gestrickter Schwachsinn. Könnte zur Folge haben, dass zuhauf ALG II-Empfänger in ohnehin schon strukturschwache, finanzarme Städte abwandern, weil dort die Mieten billiger sind. Städte wie Offenbach hätten dann noch mehr ALG II-Empfänger als ohnehin schon und damit würde sich die Spirale nach unten für diese Städte schneller drehen.

LG
Ch.

Beitrag von grafzahl 28.05.10 - 19:44 Uhr

http://www.n-tv.de/politik/FDP-verteidigt-Mietpauschale-article894139.html

"Mit einer relativ einfachen regional differenzierten Pauschale könne man hier Bürokratiekosten sparen, ohne dass die Betroffenen weniger Geld bekommen."



Da bleibt von deinem Argument nicht viel nach. Ich sehe jedenfalls nicht, warum plötzlich alle ALG2-Empfänger von München nach Offenbach umsiedeln sollten.

Beitrag von marion2 29.05.10 - 15:28 Uhr

Wir haben hier schon die ersten Ghettos. Werden nun auch noch Durchschnittsmieten angesetzt, müssten viele schon bei kurzem ALGII-Bezug und derzeit noch angemessenen Mieten umziehen. Es käme zur endgültigen Entmischung der Einkommensgruppen. Ob das so clever wäre, wage ich zu bezweifeln.

Beitrag von grafzahl 29.05.10 - 15:49 Uhr

Irgendwie peilt niemand den Sinn dieser Mietpauschale.

Es soll keine Diskussionen und Prozesse wegen der Unterkünfte geben. Die Leute bekommen eine Pauschale und gut ist. Sie können dann entscheiden, ob sie ins Ghetto ziehen und dafür mehr Geld für andere Dinge zur Verfügung haben oder ob sie in einer "besseren" Gegend wohnen bleiben und dafür auf andere Dinge verzichten.

Es ist nicht beabsichtigt, die Mietpauschale so niedrig anzusetzen, dass ein ALG2-Bezieher sofort in die letzte Gegend oder gar in die letzte Stadt (z.B. Offenbach) umziehen muss.

Und eine Entmischung hat man auch früher schon wunderbar hin bekommen. Das nannte sich Fehlbelegungsabgabe. Wenn du da in einer günstigen Wohnung gewohnt hast und du warst derjenige im Haus, der morgens zur Arbeit gegangen ist, hat man dir die Miete um 4 DM je m² erhöht. Und schon ist man den Störenfried, der morgens früh das Treppenhaus benutzt hat, los.

Ich hoffe, dass die FDP wenigstens dieses Ding durchzieht. Wenn die nicht mal das hin bekommen, können sie getrost in die Opposition zurück.

Beitrag von marion2 30.05.10 - 13:15 Uhr

Dein Beitrag erinnert stark an "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen"

Beitrag von grafzahl 30.05.10 - 14:31 Uhr

... und dann nicht korrekt zitieren...

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu ERRICHTEN.


Du gehst also davon aus, dass es der FDP nicht um Entbürokratisierung geht. Die FDP will also durch möglichst geringe Kosten der Unterkunft die Hartz IV-Empfänger in Hartz IV-Ghettos in Hartz IV-Städten konzentrieren. Also quasi eine neue Form von Konzentrations...

Vielleicht haben auch nur die ARGEN Angst, sich demnächst nicht mehr mit den Kosten der Unterkunft ihrer Klientel beschäftigen zu dürfen. Ist natürlich eine Art von Machtverlust, wenn man die Verantwortung für die Unterkunft vom ARGE-Menschen auf den Hilfsempfänger überträgt. Und ein mündiger Bürger mit Selbstverantwortung geht schon mal gar nicht.

Beitrag von marion2 31.05.10 - 08:20 Uhr

"Du gehst also davon aus, dass es der FDP nicht um Entbürokratisierung geht. Die FDP will also durch möglichst geringe Kosten der Unterkunft die Hartz IV-Empfänger in Hartz IV-Ghettos in Hartz IV-Städten konzentrieren. Also quasi eine neue Form von Konzentrations..."

Mir ist egal, was die FDP bezweckt. Aber die logische Folge wäre genau die von dir beschriebene.

"Vielleicht haben auch nur die ARGEN Angst, sich demnächst nicht mehr mit den Kosten der Unterkunft ihrer Klientel beschäftigen zu dürfen. Ist natürlich eine Art von Machtverlust, wenn man die Verantwortung für die Unterkunft vom ARGE-Menschen auf den Hilfsempfänger überträgt. Und ein mündiger Bürger mit Selbstverantwortung geht schon mal gar nicht. "

Ein Machtverlust ist nicht zu befürchten.

Beitrag von tierras 29.05.10 - 00:44 Uhr

ich wüsste, woran man in deutschland sehr gut sparen könnte


wenn ich sehe, wofür unsere steuergelder oft verschwendet werden, blutet mir das herz......

Beitrag von fallen-angel89 29.05.10 - 13:04 Uhr

Aktueller Fall bei mir:

Möchte für mich kein Kindergeld mehr, da ich keinen Anspruch mehr darauf habe. Jetzt soll ich doch tatsächlich einen Antrag ausfüllen damit sie die Zahlungen einstellen.

Das ist ein Witz das dafür Gelder verschwendet werden.


Lg

Beitrag von dani.m. 29.05.10 - 07:15 Uhr

War das nicht so, dass ein ortsüblicher Durchschnittsbetrag gezahlt werden soll? So hab ich es zumindest in der Zeitung gelesen. Alles Andere wäre ja totaler Unfug!