Tochter (3) total Grobmotorisch

Archiv des urbia-Forums Leben mit Handicaps.

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Forum: Leben mit Handicaps

Stolpersteine im Leben sind manchmal überwindbar, manchmal muss man sich mit ihnen arrangieren. Hier ist der Ort, um darüber zu sprechen: Entwicklungsverzögerung beim Kind, ADHS, das Down-Syndrom, Spina Bifida, Leben im Rollstuhl ...

Beitrag von nicola_noah 28.05.10 - 08:14 Uhr

Hallo,

Wusste es nicht anders zu erklären;-)
Meine Tochter (3) kam als Frühchen auf die Welt.(34+4)
Sie hatte Anpassungsschwierigkeiten und lag insgesamt 4 Wochen auf der Intensivstation.
Ihre "Problematik" seitdem:

- Alle 2 Monate ist sie krank (Mandelenzündung)
- Sie ist in allem was sie macht Grobmotorisch
- 1x die Woche haut sie sich immer die Nase (oder was anderes in ihrem Gesicht)auf,weil wenn sie fällt sie sich irgendwie nicht mit den Händen abstützen kann.
- Sie muss nun zum Logopäden (hat man uns in der Pädaudiologie D-Dorf verschrieben) weil sie Lispelt,T statt K sagt etc.
- Wenn sie läuft dann dauert es keine 10 Minuten und sie ist wieder hingefallen.
- Roller fahren fällt ihr sehr schwer,sie bekommt das manchmal mit ihren Beinen nicht koordiniert.

Was meint ihr,hat das was damit zu tun das sie ein Frühchen war?
Ich bin der Meinung - Ja!
Was könnte für sie noch gut sein?
Frühförderung?
Ergotherapie?

Unser Kinderarzt meinte sie wäre ja erst 3,vielleicht würde sich das noch "rauswachsen"#gruebel

Beitrag von wallbreaker 28.05.10 - 09:56 Uhr

hallo,

das deutet alles komplett auf eine sensorische integrationsstörung hin = wahrnehmungsstörungen

ich hab selber eine schwer betroffene tochter (war deutlich auffälliger als deine tochter) und bin außerdem pädagogin mit zusatzausbildung in sensorischer integratin.

wenn du braucbate buchtipps magst google mal nach den büchern von ulla kiesling, kann ich dir wärmstens empfehlen....

therpeutisch würde ich folge dessen bei sensorischer integration ansetzen, weil dort die basis geschaffen wird....sprich, es werden dort die basissinne (tiefenwahrnehmung, gleichgewicht, taktiles system) so stimuliert, daß viele prozesse dann kommen können.....logopädie etc ist oft eine gute ergänzung, jedoch auch oft unnötig, weil ohne SI zu "hoch" angesetzt und mit guter SI-basis nicht nötig...

google mal bei euch in der gegen nach si-therapeuten und wenn du da nciht fündig werden solltest schau mal, ob du eine ergotherapeutin findest, die eine UMFASSENDE und GUTE ausbildung in sensorischer integration ZUSÄTZLICH hat....viele ergos glauben, sie machen eh si, da gibts aber schon gewaltige unterschiede in der umsetzung....es gibt auch frühförderer, die eine zusatzausbildung haben.....egal welche ursprungsbranche...si ist das zentrale thema, da bin ich sicher...

ach ja und ergänzend könnte motopädagogik auch interessant sein....

falls du mehr wissen magst, meld dich halt und sonst eben..bücher wie dieses: http://www.amazon.de/Sensorische-Integration-Dialog-Verstehen-Gleichgewicht/dp/3808006625/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1275033232&sr=8-1 sind wohl der geeignete start für dich zum informieren und dann mach dir dein eigenes bild...

alles liebe

elke

Beitrag von scrollan01 28.05.10 - 09:57 Uhr

Hallo

meine jüngere Tochter ist auch ähnlich drauf ;-)
Sie ist kein Früchen, kam aber mit 47 cm und 2600g auf die Welt und ist leberkrank!

Sie bekam Frühförderung bei uns daheim für 1,5 Jahre um ihre Konzentration zu steigern und um kleiner Feinmotorische Dinge zu erlernen. Danach erhielt sie Ergotherapie weil sie eine taktile und vestibuläre Wahrnehmungsstörung hat.
Sie ist seit September im Kiga und hat dort nun Ergo und Motopädie.
Ihre Fortschritte sind genial!
Beim Schaukeln geht es zwar noch immer nur so lala, aber sie kann jetzt Laufrad fahren und ein paar Meter mit dem Dreirad kommt sie auch! ;-))

Sie ist 4 Jahre und 4 Monate alt!

LG

Beitrag von emmelotte 30.05.10 - 16:56 Uhr

Ich würde dir den Rat geben, dich einfach mal an eine Frühförderstelle einer Schule für körperbehinderte Kinder zu wenden.
Zu deren Aufgaben gehört ja nicht nur die Frühförderung, sondern auch die Frühberatung. Es kann gut sein, dass die Probleme deiner Tochter auf ihre Frühgeburt zurückzuführen sind. Wenn das so sein sollte, wird man das dort erkennen und berücksichtigen.

Beitrag von goldangel81 01.06.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

ich habe selbst 2 Kids im Alter von 2 und 5 Jahren und bin Erziehungswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Sonderpädagogik/Sprache. Mein großer Sohn ist mit LKGS geboren, wobei hier auch Motorik und Sprache betroffen sind.

Kinder werden im Alter von 1-3 eigentlich stetig krank. Normal ist es, dass sie mindestens 1x im Monat krank sind. Wenn deine Maus ständig eine Mandelentzündung hat, kann es für eine genetische Komponente sprechen (andere Familienmitglieder auch oft Mandelentzündung). Sich sind dann ihre Mandeln auch vergrößert. Meistens geht vor der Mandelenzündung ein Infekt einher. Also, noch würde ich sagen ist es im Normbereich. Nimmt sie denn noch viele Dinge in den Mund? Oder ist der Mund oft offen?

Ständiges Hinfallen spricht schon für eine Wahrnehmungsstörung. Zuerst entwickelt sich die Grobmotorik und dann folgt die Feinmotorik. Ich würde dir dringend eine Ergotherapie empfehlen. Deine Maus ist erst 3 Jahre... bis zur Schule kann sie alles ausgleichen. Es ist nur so, wenn die Großmotorik ihr SChwierigkeiten bereitet, kann sich die Feinmotorik nicht so gut entwickeln. Es geht also vom Großen zum Kleinen. :-)

Was die Sprache angeht. Die Sprachentwicklung ist mit 5 Jahren abgeschlossen, so heißt es. Die Ersatzlaute von T statt K sind in dem Alter voll normal. DAs Lispeln würde ich als Nebensache ansehen und mich erst einmal der Großmotorik widmen. Das Lispeln hat was mit Muskelgleichgewicht zu tun. Wenn also die Großmotorik nicht passt, wie soll das denn mit den Muskeln im Mundbereich funktionieren?

EMPFEHLUNG: Dringend Ergo. Und auch wenn sie oft fällt. Roller fahren ist wichtig... Sturzhelm auf und ab geht die post.

:-)

LG Andrea