Wie verarbeitet man einen Kaiserschnitt am Besten?

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Forum: Geburt & Wochenbett

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Beitrag von katrinchen-p 28.05.10 - 10:12 Uhr

Hallo ihr Lieben!

Sie Geburt meines kleinen Anton's ist jetzt mittlerweile schon 4 Wochen her, wir kommen sehr gut miteinander zurecht. Er ist ein so entspanntes Baby :-).

Leider musste ich einen KS bekommen, die Herztöne meines Kleinen sind plötzlich stark abgefallen. Zuvor lag ich 12 Std in den Wehen, ich war müde, ich war ausgelaugt aber ich wollte meinen Schatz auf natürlichem Wege auf die Welt bringen. Das war mein allergrößter Wunsch und hätte unseren Start wesentlich einfacher gemacht. Irgendwann kam dann der Oberarzt in den Kreißsal und stellte mich vor vollendete Tatsachen, keine 10 Minuten später war ich schon im OP-Saal und mir wurde die PDA gesetzt. Zu dem Zeitpunkt stand ist aber erstmal völlig unter Schock, ich stand wirklich total neben mir und habe alles nur noch sehr weit entfernt wahrgenommen. Als ich dann schließlich auf den OP-Tisch lag sind alle Dämme gebrochen, ich bekam mich nicht mehr unter Kontrolle und habe nur noch geweint, ich war ganz hysterisch und bekam mich nicht mehr unter Kontrolle. Als ich dann bemerkte wie an meinem Bauch herumgerissen wird, war ich wie erstarrt. Ich dachte ich falle vom OP-Tisch herunter. Für mich war das alles sehr schrecklich und ich kannte mich so ängstlich auch gar nicht und das beunruhigte mich noch viel mehr.

Jetzt, 4 Wochen nach de Geburt habe ich noch immer schreckliche Alpträume, wache ruckartig auf und schlafe ganz schlecht. Ich kann nicht richtig essen und immer wenn ich meinen Bauch berühre fange ich wieder an zu weinen.....

Mittlerweile komme ich mit total lächerlich vor, denn andere Frauen überstehen einen KS doch auch. Ich habe eine Nachsorgehebamme, aber auch sie konnte mir meine Furcht noch nicht nehmen.

Wie seit ihr damit umgeangen und hattet ihr auch solche Probleme damit?


Liebe Grüße

Katharina+Anton (*29.04.2010)

Beitrag von nisivogel2604 28.05.10 - 10:59 Uhr

du hast post

Beitrag von andrea761 28.05.10 - 12:50 Uhr

Hallo Katharina
Bei mir war es ähnlich. Nach 22Std. Wehen, immer wiederkehrenden Herztonabfall und nur 6cm offener Muttermund, mußte bei mir auch ein NotKS gemscht werden. Die PDA wirkte leider nicht da wo geschnitten wurde (weiter oben war ich betäubt und konnte auch meine Arme nicht bewegen)-ich habe also jeden Schnitt und riss bei vollem Bewußtsein miterlebt und schrie den ganzen OP zusammen-Leider konnte man mir erst eine Vollnarkose verpassen, asl Lia auf der Welt war, sonst hätte sie auch Teile der Narkose mitbekommen und hätte es wahrscheinlich nicht überlebt-sie mußte nämlich direkt wiederbelebt werden.
Ich habe immernoch voll den Horror und auch Albträume davon, aber ich kann dir sagen, daß es mit der Zeit besser wird!
Ich denke beim zweiten Kind werde ich mir vor der Geburt nochmal Hilfe holen, damit ich entspannt bzw lockerer an die nächste Geburt rangehen kann. Im Alltag komme ich mittlerweile ganz gut damit zurecht.
Falls nötig hole dir Hilfe um die ganze Sache zu verarbeiten-Viel darüber reden und auch schreiben hat mir bis jetzt ganz gut geholfen.
Ich finde es zwar immernoch schrecklich und bin traurig, daß ich die ersten paar Stunden nicht genießen konnte, aber ich habe es nun akzeptiert.
Lg
Andrea

Beitrag von 0indira0 28.05.10 - 13:31 Uhr

Hallo,
Also ja was soll ich sagen, tut mir ja schon Leid das ihr die Geburt so erlebt habt.
Ich hatte auch nach 11std.wehen mit wehentropf u.u.U.ein Kaiserschnitt.
Als der Arzt meinte wir kommen nicht drum herum ein KS zu machen ,brach ich auch in tränen aus.
Aba nicht weil ich entäuscht oda angst hatte,sondern weil ich wusste das es bald geschafft ist und ich bald meinen
Schatz im arm habe.ich habe eine Riesen große Panik vor Krankenhäuser und spritzen.
Aba das alles hab ich ausgeschaltet und vergessen weill mein schatz bald da sein wird.deswegen schau dir dein kind an und es wird dir ein lächeln schenken und dafür ist eigentlich alles vergessen.schau nach vorne dein Kind liebt dich,braucht dich und du schenkst ihm auch deine liebe ihr seit glücklich und das vergisst doch alles andere!!!
Viel Spaß mit deinen Sonnenschein alles liebe,
Indi mit #stern kl alea

Beitrag von dragonmam 28.05.10 - 14:25 Uhr

mein maximiliam kamm auch ber ks zur welt.

hatte drei tage wehen die nichts bewirkten.
ich erfreu mich immer darüber das der kleine gesund zur welt kamm und ich ihn meine ganze liebe schenken kann auch wenn ich meinen kugelbauch vermisse. aber das, denk ich mal geht einer jeden mutter so!

Beitrag von agrokate 28.05.10 - 14:37 Uhr

Hallo Katharina,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deines kleinen Anton´s#sonne!
Ich kann Dich sehr gut verstehen, da ich vor 2 1/4 Jahren auch nach 20 Stunden Wehen meine Tochter per Kaiserschnitt entbunden habe#schwitz!
Die ersten Wochen/Monate waren wirklich schlimm für mich, da ich mich als kompletter Versager gefühlt habe-Stillen hat dann auch nicht geklappt und am 3.Tag nach Geburt wurde zugefüttert, da sie fast 500 gr. abgenommen hatte.
Das war dann zuviel für mich, noch einmal kämpfen, wie bei der Geburt und doch verlieren-ich habe mich fürs Flaschen geben entschieden, was ich im nachhinein sehr bereut habe.
Nach 4 Tagen Klinik Aufenthalt kam ich als psychisches und körperliches Wrack nach Hause und dabei hatte ich mich so sehr auf die Geburt gefreut!
Für mich persönlich hat es geholfen, den Geburtsverlauf von der Klinik anzufordern und der Gedanke daran, daß durch die Wehen die Kleine zumindest geburtsreif war und nicht unvorbereitet aus ihrem Zuhause gerissen wurde#pro!
Dafür habe ich gerne die ganzen Wehenschmerzen auf mich genommen, auch wenn sie nicht zum Ziel geführt haben#schmoll.
Ich habe das Buch "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht" gelesen und mich irgendwann damit abgefunden, daß meine Maus sich eben ein anderes Tor zur Welt ausgesucht hat;-)!

Ich wünsche Dir alles Liebe und denk daran, daß wichtigste ist, daß das Kind gesund ist, egal wie es auf die Welt gekommen ist!

GLG,agrokate!

Beitrag von cooky2007 28.05.10 - 17:53 Uhr

Darf ich ehrlich sein?
Ich verstehe es NICHT.
Mir ging die Gesundheit meines Kindes immer über alles und deshalb habe ich mich von Anfang an wohl auch nie in etwas versteift wie "ich will ihn alleine zur Welt bringen".
DAS KIND ist das Wichtigste, seine Gesundheit und wenn die herztöne runtergehen, ist KS eben ein MUSS und hilft dem Liebsten, das du auf der Welt haben wirst.

Ichb hatte auch einen Not-KS, mit Vollnarkose exakt 1,5 Stunden nach Blasensprung und 20 Minuten nach Ankunft im KH. Ich hatte nur noch Angst um dieses so ersehnte Wunschkind, dass es mir egal war. Habe freiwillig hingehalten beim Zugang legen, alle wichtigen Medikamente noch schnell genannt. Die Hebamme meinte hinterher, dass unser Kleiner ganz viele Englein gehabt haben muss.

Nun wird es wieder ein KS - dieses Mal bitte geplant, denn ich möchte nie, nie wieder eine solche Angst um ein (mein!) Kind erleben.

Cooky

Beitrag von tragemama 28.05.10 - 19:34 Uhr

Ich stimme Dir völlig zu - der KS hat in dem Fall dafür gesorgt, dass dem Kind nichts passiert - die TE hätte deutlich mehr "verarbeiten" müssen, wenn das Kind geschädigt worden wäre.

Ich hatte zwei Sectios und würde nach meinen Erfahrungen eine solche immer vorziehen.

Andrea

Beitrag von minnie85 30.05.10 - 00:26 Uhr

Also ganz ehrlich, dass ist etwas ignorant von dir. Nur weil du mit dem KS gut klar kamst, andere hätten ihre Kinder gerne aus eigener Kraft geboren statt sie sich aus dem Leib schneiden zu lassen.
Klar, die Gesundheit des Kindes steht an erster Stelle (daher versucht man es ja erstmal spontan, weil das rein statistisch sicherer ist, auch was Langzeitfolgen angeht) und man ist auch nachher dankbar, dass das Kind gesund ist, aber man selbst hat halt trotzdem zu knabbern, dass man selbst es nicht geschafft hat und die Idealvorstellung zerstört wurde.
Und dann einfach so fies zu sagen, wenn das Kind geschädigt worden wäre, hätte sie mehr zu verarbeiten gehabt, nach dem Motto "Stell dich nicht so an!" ist der falsche Weg.
Besser wäre es, aufzuzeigen dass es Selbsthilfegruppen für KS-Mamis gibt, viele Therapeuten (auch für die KS-Kinder) die darauf ausgerichtet sind einem zu helfen und viel Literatur.

Beitrag von widowwadman 01.06.10 - 08:04 Uhr

Therapeuten fuer KS-Kinder? Warum sollte denn da ein Therapie-Bedarf bestehen? Doch hiechstens wenn man dem Kind einredet dass es da was zu therapieren gibt. Ist ja furchtbar.

Beitrag von frierschaf 29.05.10 - 13:23 Uhr

Hallo,

ich finde deine Bemerkungen hier reichlich unmöglich und unsensibel. Es ist ja schön, wenn du den KS so gut weggesteckt hast, erwarte das doch aber bitte nicht von anderen auch. Die TE hat sich sicher nicht weniger Sorgen um ihr Kind gemacht. Und wenn du künftig freiwillig zur Sicherheit eine KS haben willst, dann ist das deine Entscheidung - ich kann von mir nur sagen, dass ich jedenfalls hoffe, nie wieder einen KS durchmachen zu müssen. Es war die absolute Hölle und ich leide selbst 1 Jahr später noch darunter. Deshalb liebe ich mein Kind nicht weniger und tue alles für den Kleinen.
Und übrigens mag ein KS ja evtl. sicherer sein, rein körperlich. Aber die psychischen Folgen auch für das Kind sind noch nicht unbedingt absehbar.

Gruß
frierschaf

Beitrag von itsmyday 29.05.10 - 18:51 Uhr

Hi Cooky!

Ich stimme Dir zwar in der Sache voll und ganz zu und hatte auch kurz den Impuls genau das zu schreiben, fürchte aber, das hilft der Kollegin nicht.....#schwitz

Das ist so, wie wenn Du einem Depressiven sagst "Nun reiß Dich halt zusammen"......oder einem Alkoholiker "Dann trink eben weniger".....oder einem ADHS-Patienten "Hör eben auf Rumzuzappeln".....und.....und.....#schock

Hier liegt offensichtlich ein psychisches Trauma vor und ich würde hier unbedingt professionelle Hilfe suchen! #liebdrueck
Klar, dass wir das jetzt nicht verstehen, die wir den KS als Rettung oder Erlösung empfunden haben.....aber ich verstehe auch nicht, warum sich Depressive umbringen.....oder Alkoholiker saufen....oder....oder...und trotzdem brauchen diese Menschen Hilfe! :-p

LG Itsy

Beitrag von tempranillo70 28.05.10 - 21:17 Uhr

Hallo,
es tut mir sehr leid, dass Du ein so schweres Geburtserlebnis hattest.
Es wäre vielleicht eine Möglichkeit, Dir professionelle Hilfe zu suchen.
Ich habe in meiner ersten SS auch Probleme gehabt, mit mir und der Situation klar zu werden. Ich habe dann auf Anraten meines FA mir Hilfe bei "Donum Vitae" gesucht. Dies ist eine kirchliche (allerdings konfessionsübergreifend beratende) Organisation bei Schwangerschaftskonflikten, aber auch nach einer Geburt. Mir hat das sehr geholfen und nach 2-3 Besuchen war ich mit mir wieder "im Reinen" und konnte nach vorne schauen. Vielleicht wäre das ja auch ein Weg für Dich?
#liebdrueck I.

Beitrag von frierschaf 29.05.10 - 13:43 Uhr

Hallo Katharina,

erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem kleinen Schatz. Genieße die Zeit, die du mit ihm hast. Sie ist so wertvoll. Und mit der Zeit werden die Wunden heilen - die körperlichen und auch die seelischen.

Lass dir auf keinen Fall einreden, dass deine Reaktion unnormal ist. Es geht ganz vielen Frauen so, dass sie psychische Probleme haben nach einem KS. So etwas ist ganz normal. Du hast dir eine natürliche Geburt gewünscht und plötzlich wurdest du aufgeschnitten.
In der Öffentlichkeit wird der KS oft verharmlost, als leichte und sichere Methode der Geburt, was sie nicht ist. Deinem Kind wurde so sicher das Leben gerettet. Das hilft dir vielleicht, darüber hinweg zu kommen.

Bei mir wurde im KH dafür gesorgt, dass es ein KS wird, weil die Ärzte Angst hatten vor der Geburt. Er war recht groß, wurde aber vorher schwerer geschätzt als er war. So wurde erst eingeleitet, was aber nicht funktionierte. Man ließ mich im Glauben, ich hätte Wehen, sprengte die Fruchtblase und tischte mir am Ende den KS als einzige noch mögliche Methode auf. Und weil der Anästerist die PDA nicht hinbekam, fand der KS auch noch unter Vollnarkose statt. Anschließend versemmelte er auch noch die Schmerztherapie, was die ganze Bondigphase auch noch zerstörte. Es war der Horror. Die Ärzte wollten mir dann noch eine Depression einreden, worauf ich zusah, dass ich so schnell wie möglich aus dem KH herauskam.
Zu Hause habe ich dann geweint wie verrückt. Gleichzeitig kam ich mir doch so blöd vor, weil ich doch ein gesundes Kind hatte und sogar voll stillen konnte. Mein Kleiner wuchs wie verrückt. Trotzdem war ich oft sehr unglücklich, hatte niemanden, der mich richtig verstanden hat. Oder ich bekam zu hören, dass das doch langsam mal aufhören sollte. Alles Blödsinn.
Mir hat u.a. das Buch "Der Kaiserschnitt hat kein Gesicht" sehr geholfen. Die Berichte anderer Frauen haben mir Mut gemacht, dass ich nicht alleine bin mit meiner Trauer. Und reden, immer wieder reden über die Gefühle. Mein Mann versteht mich jetzt so langsam, auch wenn es ihn ganz schön schockiert hat, dass ein KS solche Folgen haben kann. Jetzt ist es über 1 Jahr her. Manchmal muss ich noch weinen, aber es ist viel besser geworden.

Aber es ist eben wirklich eine Art Trauerprozeß, den man nach einem KS durchmacht. Der dauert seine Zeit. Und dann sprich mit deiner FÄ darüber. Vielleicht kann Sie dir raten, wo du dir auch Hilfe suchen kannst, wenn du dir keinen Rat mehr weißt. Auch das ist keine Schande, sondern ganz normal. Und so langsam lernt das auch die Medizin, die jetzt langsam anfängt, auch die psychischen Folgen des KS in den Blick zu nehmen.

Ich wünsche dir jedenfalls viel Kraft für deinen kleinen Schatz, genießt die Zeit zusammen. Es wird besser.
LG
frierschaf