Trennung aber geteiltes Sorgerecht

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Forum: Allein erziehend

Als Alleinerziehende selbstbestimmt zu leben hat Vorteile, andererseits ist es oft sehr anstrengend, den täglichen Herausforderungen allein zu begegnen. In diesem Forum findet ihr die Hilfe und Unterstützung von Frauen, die in einer ähnlichen Situation sind.

Beitrag von steffi087 28.05.10 - 10:16 Uhr

Hallo,
ich hab mal ein paar Fragen. Ich Lebe seit kurzem von dem Kindsvater meiner Tochter (14 Monate) getrennt. Er lebt jetzt 600 km weit entfernt von uns, da ich wieder in unsere Heimat zurückgezogen bin. Wir haben damals das geteilte Sorgerecht gemacht.
Er kommt so ca. alle 2 Wochen zu uns. Seine Familie lebt auch hier. Dort übernachtet er dann. Meistens kommt er nur übers Wochenende aber zb. nächste woche von mittwoch bis sonntag. Ist es nich normal wenn er übers wochenende oder etwas länger herkommt das er seine Tochter zu sich und seinen Eltern mitnimmt (haben großes Haus)? auch über Nacht? er sagt mir aber er nimmt sie dann mal für 1 Nacht nur. Mit der begründung er will ja auch ma abends weg gehen und Freunde treffen. (oder halt wie nächste woche da sind 2 geburtstage in seiner familie) Hallo? Das is doch ne blöde Begründung, oder? Und sonst will er sie nur ma tagsüber nehmen. Ich hab da ein Beispiel wie es mal bei uns ablief! Ich war abends zum Grillen bei Freunden eingeladen und die sagen ich kann mit der kleinen da über Nacht bleiben da regt er sich auf. verlangt von mir das ich mit unserer Tochter nach Hause komm er will sie ja auch mit ins Bett bringen. Dann aber wieder gehen. Und das Fazit daraus ich sitz allein zu Haus.
Ich nehm meine Tochter viel mit und unternehme auch viel mit ihr, außer einmal die woche abends geh ich ma ohne sie weg. Ist das falsch?
Wir haben aber auch kein Umgangsrecht!
Ich weiß einfach nicht wie es jetzt weiterlaufen soll! Welche Rechte und Plichten hat er?
Habe nächste Woche nen Termin beim Jugendamt, aber ich dachte ihr könnt mir schon etwas weiter helfen.

Beitrag von mel1983 28.05.10 - 10:43 Uhr

Hallo,

zum Einen bist du weggezogen, dass hättest du so einfach ohne seine Zustimmung bei geteilter Sorge gar nicht gedurft.

Desweiteren ist er nicht in der Pflicht zu kommen, du wärest in der Pflicht sie zu bringen.

Wenn er schon kommt, und sie mal eine Nacht oder auch nur über Tags sieht, weil er auch gleichzeitig für seine Fahrtkosten noch Freunde besuchen möchte, finde ich das legitim!

"Wir haben aber auch kein Umgangsrecht! "

DOCH. Das hat der Vater sehr wohl!

Gruß

Beitrag von steffi087 28.05.10 - 10:45 Uhr

das ich weggezogen bin war für ihn ok wir sind ja im guten auseinander.. er hatte das ja vorgeschlagen das ich zurückziehen sollte

Beitrag von mel1983 28.05.10 - 10:46 Uhr

Nun ja,

ändert aber an den anderen Punkten nichts ;-)

Beitrag von friendlyfire 29.05.10 - 09:17 Uhr

Doch das ändert schon etwas an den Punkten , denn die sind einfach falsch. Sie muss sich anteilig beteiligen. Und wenn er es unterstützt hat, dann ist das eine einvernehmliche Entscheidung. Bei uns wars umgekehrt, er zog weg, ich konnte nichts tun.
Erkundige dich lieber mal vorher.
Und was das Übernachten betrifft. Wenn er die Möglichkeit hat, und sie nehmen könnte, wär er blöd es nicht zu tun, denn das würde die Vater - Kind - Bindung stärken. Weggehen kann er die restlichen 20 Tage im Monat auch.

Beitrag von karna.dalilah 28.05.10 - 14:21 Uhr

"Desweiteren ist er nicht in der Pflicht zu kommen, du wärest in der Pflicht sie zu bringen."

das ist schlicht und einfach falsch!

wenn sie ohne Zustimmung des mit sorgeberechtigten Vaters mit dem Kind umgezogen wäre,
müßte sie sich lediglich hälftig am Weg oder den Fahrkosten beteiligen.

wenn sie mit Zustimmung des mit sorgeberechtigten Vaters mit dem Kind umgezogen ist,
hat der Vater den erschwerten Umgang und dessen Folgen ebenfalls zugestimmt, oder er hat mit der Kindesmutter in diesem Zusammenhang eine Vereinbarung getroffen!

Beitrag von mel1983 28.05.10 - 14:31 Uhr

Oha,

für mich als Mutter mehr als unlogisch.

Wenn ich wegen MEINES Befindens wegziehe, dann bekommt der Vater ganz oder anteilig die Kosten der Fahrerei aufgebrummt?

Dann würd ich als Vater wohl erstrecht nicht zustimmen.

Nun gut. Dann sei es so.
Hoffentlich erfährt mein Ex von all dem nie was *feix

Beitrag von karna.dalilah 28.05.10 - 21:13 Uhr

der Vater hat ja auch ohne Wegzug Fahrkosten um sein Kind zu besuchen.
In den meisten Fällen leben die getrennten Elternteile nicht gleich in der Nachbarschaft und bis ca 20km(oder waren es gar 50km?) kann dies ja Km "straffrei" mit dem Kind umziehen.
Die Fahrkosten bleiben beim umgangsberechtigten Elternteil.

Man kann ja Vereinbarungen wegen der Fahrkosten vor Zustimmung miteinander treffen ;-)

Ich glaube es gibt auch Fälle in denen die ganzen Kosten beim umgangsberechtigten Et bleiben, trotz Umzug (z.B wenn sie wegen Job umzieht und nachweisen kann dass sie näher keine Job bekommen konnte usw.
Aber eben alles Einzelfälle ;-)

Ich bin mal auch froh das ich
a) in einem Gebiet wohnte in dem Arbeit finden nahezu aussichtslos ist alleinstehend mit Kindern
b) ich in Nähe meines neuen Partners sofort Arbeit fand
c) der Kv kein Mitspracherecht hat

#huepf

Beitrag von anja96 28.05.10 - 20:32 Uhr

Hallo,

das ist ja wohl totaler Quatsch! Natürlich kann sie umziehen - zumal es ja einvernehmlich geschah und außerdem muß sie sich auch nicht an den Fahrtkosten beteiligen. Die Umgangskosten gehen zu Lasten des Umgangsberechtigten. Wenn es - wie in diesem Fall - aufgrund ihres Wegzuges zu erhöhten Kosten kommt, so kann man das einvernehmlich regeln oder der KV muß klagen.

Und ja, sie kann sehr wohl erwarten, daß der KV das Kind auch mal über Nacht nimmt.

Gruß, Anja

Beitrag von friendlyfire 29.05.10 - 09:19 Uhr

Sie meinte damit, dass sie keine Regelungen zum Umgangsrecht getroffen haben. Das macht man, wenn Differenzen auftauchen über Anwalt oder JA. Ich glaub allerdings du WILLST sie falsch verstehen.

Beitrag von mel1983 29.05.10 - 10:54 Uhr

Hey,

nein nein, dass will ich nicht.
Zu oft liest man hier, dass Umgangsrecht und Sorgerecht gleichgesetzt wird.
Deswegen schrieb ich das.

Weiter sehe ich es so:

Der Vater mag mündlich zugestimmt haben - wenn das jetzt aber alles in einen Eiertanz ausartet (mal angenommen) und es würde über Anwalt gehen, dann wird der Vater ganz flux nicht mehr wissen, dass er das gesagt hat!

Das der Vater die Kosten dann selbst tragen muss, wusste ich nicht.
Ist für mich, wie geschrieben, auch unlogisch.
Aber dann ist es so.
(Ich würde es trotz dieser Regelung so nicht versuchen durchzusetzen. Wenn der KV freiwillig mal fährt, bitte. Wir haben abgemacht, wenn ich wegziehen sollte, bringe ich ihm seine Tochter aller 14 Tage - und das finde ich gerecht!)

Ich denke einfach, wenn man jetzt nen riesen Aufstand anzettelt, dass der Vater dann einfach gar nicht mehr kommt.
Gekonnt hat man dann ja nichts.

Er sieht sein Kind ja regelmäßig - nur eben nicht über mehrere Nächte.
Ist doch schon mal was - wie ich finde.

Grüße

Beitrag von friendlyfire 29.05.10 - 12:47 Uhr

OK. Dann kam das falsch rüber. Wenns zum Anwalt geht, wird er schlechte Karten haben, weil sich dann die Frage auftut, wieso ers nicht gleich verhindert hat. So wie ich das verstanden habe, (ich war selbst in einer ähnlichen Lage und hab mich umfassend informiert), muss er, wenn er mit dem Umzug nicht einverstanden ist, vor gericht gehen und wenn das Gericht dann befindet, dass er im Recht ist, kann man evtl etwas tun.
Sobald aber der Umzug zB aus Betreuungsgründen (Eltern) wichtig ist, und dem Kindswohl dient, sieht es schon wieder anders aus.)

Grundsätzlich finde ich, dass ein 14 Monate altes Kind nicht zwangsläufig beim Vater schlafen muss/sollte, obwohl die Gerichte sicher sagen würden, dass es förderlich wäre, solange es (wie im o.g. Fall ja scheinbar ist) regelmäßig statt findet.
Andererseits muss es ja nicht sein, ich versteh das Problem nicht so.
Wie du siehst, sind einige Dinge nicht "logisch".
Für mich zB ist unlogisch, warum der Vater meines Kindes, der sich von mir trennte und freiwillig 800 km wegzog, das Sorgerecht behalten darf.
Er kann am Alltag und an der Erziehung unseres Kindes gar nicht teilhaben, weil er durch die Entfernung sein Kind nur sporadisch sieht, obwohl ich mich bis vor kurzem sogar an den Kosten beteiligt habe, ihn unterstützt habe etc. Naja, so isses eben.
Bei uns ist es jetzt leider soweit gekommen, dass ich aktiv nichts mehr tun werde, um die vater-kind bindung zu beeinflussen. Ich werde nichts machen um sie zu behindern, aber die Hilfestellungen, die ich freiwillig gab (Auto leihen für Ausflüge hier, Beteiligung an Fahrtkosten, Kind die Hälfte der Strecke bringen), werde ich nicht mehr übernehmen. Dann schaun wir mal wie groß die Liebe ist zu unserem Kind.
Seit fast 2 Monaten war er nicht mehr da. Tja... Besser so, als dass ich immer draufzahle und er sich ins gemachte Nest setzt. ich bin nicht mehr seine Freundin, sondern habe mein eigenes Leben und wenn er meint, sich gegen mich wenden zu müssen, wird er jetzt die Konsequenzen spüren.
Nich immer logisch, aber manchmal gehts nicht anders.

Beitrag von elli2803 28.05.10 - 13:10 Uhr

Nein, es ist nicht normal das ein getrennt lebender Elternteil ein Kleinkind über Nacht nimmt, es kommt zwar bei einigen vor, ist aber nicht die Regel. Insofern finde ich es toll das er sie überhapt eine Nacht nehmen will.
Ich finde, bis af den Punkt mit dem Grillabend, sein Verhalten sehr vorbildlich. Da sollten sich andere Väter mal ne Scheibe von abschneiden.

Lg Elli

Beitrag von steffi087 28.05.10 - 20:45 Uhr

er is nich der tolle vater den sich alle wünschen... er hat nie was für uns gemacht und mich auch nie unterstützt. das war der grund für die trennung.
ich will einfach das meine tochter ihren vater trotzdem hat, auch wenn wir getrennt sind.