Pferde genügsamer als Schafe? Welches Weidetier zur Robusthaltung?

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Forum: Mein Tier & ich

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Beitrag von matsel 28.05.10 - 11:20 Uhr

Hallo,
vielleicht kennt sich ja jemand von euch bestens aus. Meine Schwiegereltern halten einige Schafe. Diese weiden unsere Wiesen immer sehr schlecht ab. Bei Pferden hab ich beobachten können das sie fast alles, ausser Brennnesseln oder hungerstöcke abfressen und anschließend nicht so viel nachgehauen werden muß. jedesmal wenn ich das erwähne kocht die diskussion wieder hoch schafe seien eben wählerischer als pferde? ich habe ca. 15 jahre lang aktiv mit pferden zu tun gehabt und glaube das ehrlich gesagt nicht. kennt sich da jemand von euch aus?
desweiteren wollen mein mann und ich, gezwungener massen, auch weidetiere halten (sehr viele flächen). wir überlegen nun welche tierart den geringsten aufwand machen würde. es geht uns nur um die abweidung unserer flächen. habt ihr erfahrungswerte?
lg

Beitrag von windsbraut69 28.05.10 - 11:27 Uhr

Pferde sind definitiv pingeliger und anspruchsvoller als Schafe.
Wenn Du sie hungern läßt, fressen sie wohl irgendwann auch ihren eigenen Mist bzw. die Geilstellen aber das dürfte auch bei Schafen so sein.

Wenn Ihr nur lebende Rasenmäher haben wollt, sind Pferde m. E. eine sehr schlechte Wahl, die haben ja mehr Ansprüche als ein Stück Wiese!

Gruß,

W

Beitrag von matsel 28.05.10 - 11:31 Uhr

pferde kommen definitiv nicht in frage...einfach zu kostspielig;-) da sprech ich aus erfahrung. die frage ist ob ziegen zb einfacher als schafe zu halten sind oder ggf alpakas eine alternative darstellen.
danke

Beitrag von windsbraut69 28.05.10 - 11:36 Uhr

Ziegen sind nicht so robust wie Schafe und Alpakas m. E. auch nicht.

Beitrag von matsel 28.05.10 - 11:50 Uhr

und von den ansprüchen her? unsere Bäume sind alle eingezäunt können also nicht verbissen werden. wir hätten einen einfachen unterstand der an drei seiten geschlossen ist für 2-3 tiere. wir wollen zb nicht ständig die weide nachstecken müssen, sondern ein ganzs großes areal eingezäunt halten. im winter gäbe es ausschließlich heu, falls nötig auch pellts. das ist so im groben der plan. das was hier auf dem hof mit der bewirtschaftung der flächen und der unnötige ausfriss mit den schafen betrieben wird geht mir auf den zeiger, da habe ich auch keine zeit dafür, ab nächstem jahr geh ich auch wieder arbeiten. wir bräuchten also gute "selbstläufer";-)
lg

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:03 Uhr

das klingt ganz so, als wären heidschnucken wirklich ideal für euch...genauso haben wir unsere gehalten.

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:04 Uhr

1x im jahr scheren und klauen schneiden, entwurmen, für wasser und im winter für heu sorgen, und wenns richtig kalt war noch hafer (besser als pellets) und fertig...

Beitrag von windsbraut69 28.05.10 - 12:20 Uhr

Ich denke nicht, dass es bessere Selbstläufer als Schafe gibt - keine Tierart arbeitet wie ein Rasenmäher und irgendwelche Bedürfnisse haben sie alle, und seien es nur regelmäßige Wurmkuren und die Schur!

Was hast Du gegen die Schafe bzw. warum verpacktet Ihr die Flächen nicht, wenn Euch die Arbeit zuviel ist?

Beitrag von matsel 28.05.10 - 12:38 Uhr

mir prsönl. sind tiere immer lieber als rassenmäher;-)
nur der aufwand der hier mit den 3 viehchern betrieben wird regt mich auf. wir machen jedes jahr heu als wenn wir 10 schafe hätten. das alte fressen sie dann (angebl.) nicht mehr. das schaffen wir dann alle paar jahre raus auf den misthaufen. reell gesehen machen wir heu für den misthaufen. und nicht etwa mit dem traktor oä. nein per hand. das heu bleibt dann auch nicht uf den flächen liegen u wird gewendet. nein. es wird in den hof geschafft, weils da besser trocknet. die schafe stehen von anfang oktober bis ende april im stall...weil sie das heu fressen müssen...weil wir ja so viel haben. im sommer trampeln sie das gras eher nieder als das sie es fressen, weil wir zu viel weidefläche haben und sie ständig weitergesteckt werden. dann muß dementsprechend nachgehauen werden. sie bekommen jeden tag gerste, werden wahnsinnig fett und wenn sie dann geschlachtet werden regt man sich auf, weil man ja heutzutage mit dem fett nix mehr anfangen kann.
ich habe mal ein schaf aus robusthaltung mitgebracht, der war entsprechend kleiner und nicht so fett, das war alles nur nix gutes.
verstehst du warum ich da keinen bock drauf habe. mir gehts nicht darum meinen hintern zu bewegen und zu arbeiten aber dieser blödsinnige aufwand...da mach ich nicht mit.
lg

Beitrag von windsbraut69 28.05.10 - 13:11 Uhr

Ja, wessen Flächen und Tiere sind es denn?
So ganz folgen kann ich nicht - wenn Deine Schwieger(?)eltern sich die Arbeit machen, laß sie doch!

Beitrag von matsel 28.05.10 - 13:19 Uhr

ja, könn sie ja auch, aber es bleibt die erwartungshaltung von ihnen mit zu helfen. die großeltern können nicht mehr und so sollen die nächsten generationen mit einspringen. würd ich ja auch gern, aber nicht bei nem 40h job und zwei kleinkindern,nem mann 60 h woche und mit dem haus. und dann noch so in zenober mit den schafen.

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:01 Uhr

hallo!

ich kann definitiv aus erfahrung sagen, das schafe einfacher zu halten sind als ziegen...

ich würde allerdigns keine 08/15 schafe nehmen, sondern eine robustrasse, wie zb. die graue gehörnte heidschnucke.
die haben wir jahrelang gezüchtet, udn diese tiere sehn nicht nur hübsch aus, sondern sind auch sehr zäh und genügsam, und auch nicht pingelig, was das abweiden angeht. sie brauchen nur einen unterstand, wenns richtig übel regnet, können auch den ganzen winter über draussen bleiben...

alternativ wäre noch eine nicht-wollende schafrasse (zb. kammerunschafe) eine möglichkeit, das erspart dann das scheren. diese tiere müssten dann aber übern winter (wie ziegen auch) eingestallt werden.
der vorteil gegenüber ziegen ist, das du nicht so hohe zäune ziehen musst, nicht drauf achten musst, das keine bäume in der nähe vom zaun stehen etc....


lg anna

Beitrag von matsel 28.05.10 - 12:05 Uhr

das scheren wäre nicht das thema, wir haben hier einen schafscherer an der hand, wäre ja nur einmal jährlich. ich habe eben keine lust aufzustallen und dann auszumisten usw. wir haben auch die möglichkeit bei einer abgeweideten fläche auf die nächste umzuziehen. wie macht ihr das bei frost mit der tränken? muß bei den klauen was beachtet werden?

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:07 Uhr

die klauen haben wir 1x jährlich beim scheren mit schneiden lassen und gut, evt. noch einmal im herbst nachschneiden, dann kann man sie auch gleich nochmal mit entwurmen...

und die tränken, das ist das einzige, was ein bissel aufwändiger ist...halt immer wieder aufbrechen, oder für fliessendes wasser (zb. bachlauf) sorgen...

Beitrag von matsel 28.05.10 - 12:17 Uhr

was kauft man da am besten? eine trächtige zippe oder zwei einzelschafe? für 2-3 tiere haben wir platz. ggf kann man auch mal eines schlachten oder abgeben.

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:24 Uhr

also, schmecken tun die heidschnucken auch sehr lecker...zarter und weniger "penetrant" als normale schafe, weil sie weniger fett haben...

wenn ihr ernsthaft überlegt, die lämmer im herbst regelmässig zu schlachten, würde ich 2 junge weibchen und einen bock holen, am besten vom letzen jahr.
heidschnucken bekommen meist 1 lamm, ab und an auch mal 2, aber mehr sind uns in über 10 jahren schnucken haltung noch nicht untergekommen.

das lammen geht bei den schnucken auch komplett alleine, wir mussten kein einziges mal helfen oder gar den tierarzt holen, udn es ist nie ein lamm unter der geburt gestorben.

übrigens, gemessen an grösse/verbrauch kommen ca. 1,5 heidschnucken auf ein "normales" schaf...

auf jeden fall würde ich mind. 2 tiere kaufen, nicht nur 1 trächtiges...
sind halt herdentiere, das eine würde sich ganz schön verloren fühlen, und das, bis die jungen erwachsen sind...

und die böcke sind natürlich immer wunderschön...

da heidschnucken recht scheu sind, braucht man auch nicht damit rechnen, auf einmal von hinten vom bock überfallen zu werden, die kleine herde zieht sich einfach zurück, wenn man ihnen zu nahe kommt.


ihr müsstet halt überlegen, ob es für euch in frage käme, regelmässig schlachten wollt, dann würde ich auch einen bock dazu nehmen, wenn dicht würde ich 2-3 weibchen holen.

lg anna

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:27 Uhr

wenn nicht meinte ich natürlich...immer diese buchstabendreher...#klatsch

Beitrag von celini13 28.05.10 - 12:22 Uhr

Wenn Schafe, dann kann ich dir von Kamerunschafen nur abraten! Die brauchen genauso stabile und hohe Zäune wie Ziegen. Wir hatten richtigen starken Viehdraht, der 1,50 m hoch war. Das war der einzige Zaun, der diese Ausbruchkünstler im Zaum halten konnte. Normalen Maschendraht haben die Böcke mit ihren Hörnern aufgehebelt. Wir hatten den Vergleich zwischen normalen Fleischschafen, Ziegen und Kamerunschafen: Die einfachen Schafe waren am robustesten und genügsamsten. Kameruner würde ich mir nicht mehr zulegen, zumal bei uns bewohntes Gebiet ist und diese Biester nur am Blöcken waren, was wiederum nicht auf viel Gegenliebe stößt. Jetzt haben wir nur noch meine Stute und ein Shettland-Pony hier stehen - für uns die beste Lösung.

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:29 Uhr

das ist dann wieder ein punkt für die schnucken, die hebeln nämlich auch keine zäune auf...

das die kammeruner so ausbüchsen, wusst ich ganret, ein bekannter von mir hatte welche, da wars nie ein problem...

Beitrag von matsel 28.05.10 - 12:41 Uhr

da mußt du aber auch d schied kommen lassen o selber feilen, wenn sie denn barfuß sein sllten. und bei den ponys , muß man da nicht auf rehe achten, grad im frühjahr?

Beitrag von celini13 28.05.10 - 13:16 Uhr

Ja, die Hufe müssen regelmäßig gemacht werden. Mittlerweile machen wir das selber aller 6 Wochen. Aber ich persönlich habe mehr Liebe für die Pferde als für diese kleinen Weidegenossen. Auf jeden Fall sind Pferde für den Halter aufwändiger als jetzt Schafe. Bei unseren Pferden kontrolliere ich jeden Tag die Hufe, bei Bedarf (grade bei langen Regenzeiten) muss auch mal was gegen Strahlfäule unternommen werden. Am besten ist, man hat neben der Weide noch einen Paddock mit Rindenmulch oder Kiesboden (und guter Drainage), in diesem Paddock sollte dann auch der Unterstand stehen. Im Winter würde ich kein Tier auf der Weide stehen lassen. Schließlich brauch die Grasnarbe auch Zeit für Erholung. Durch den Paddock ist es auch möglich, Ponys langsam ans Gras zu gewöhnen, damit das Problem der Hufrehe nicht auftritt. So kann man die Tiere anfangs nur abends, dann halbtags usw. ins Grün lassen. Und meine Tiere brauchen auch die Zuneigung, also Putzen, Spazieren gehen, Longieren, Reiten usw. Ich denke, wenn man das nicht gern macht, ist man auf jeden Fall mit solchen Selbstläufern, wie einfachen Schafen, besser bedient.
Meine ältere Stute habe ich mittlerweile 11 Jahre und mich freud es riesig, wenn sie mich freudig wiehernd begrüßt jedesmal wenn sie mich sieht. Die Schafe haben zwar auch was "gesagt", aber permanent und das bei jedem, der an der Wiese vorbeilief. Mit Schmusen war auch nicht viel. Wir hatten unsere ja im Offenstall gehalten, da war nicht viel mit zutraulich werden (zumindest bei den Kamerunern).
Unsere normalen Wollköpfe waren OK und auch pflegeleicht.

Beitrag von matsel 28.05.10 - 13:23 Uhr

also pferde wollte ich eine mehr halten. meine stute ist vor 2 jahren zum schlachter gegangen wegen gesundheitl probleme. ich habe sehr an ihr gehangn, das werd ich mir nicht noch mal antun. dann lieber solche"anonymen" weideabfresser.
lg

Beitrag von celini13 28.05.10 - 13:33 Uhr

Das stimmt, an diesen großen Genossen hängt man sehr. Wenn meine Große nicht mehr ist, will ich mir auch kein Pferd mehr anschaffen.

Beitrag von paankape 28.05.10 - 12:42 Uhr

Schafe fressen zudem nicht so viel wie Pferde und wenn du große Weiden abzugrasen hast, brauchst du auch entsprechend große Herden.

Das wiederrum ist ja auch mit zusätzlichen Kosten verbunden. (Tierarzt, Zufüttern evtl etc)

Beitrag von paankape 28.05.10 - 12:43 Uhr

Evtl kannst du die Weide ja auch vermieten oder Pferdeleuten kostenfrei zur Verfügung stellen.

Dann wird es abgegrast ohne das du Kosten hast.

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