Gemotze wegen Privatpatienten nervt!!!

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Forum: Gesundheit & Medizin

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Beitrag von mathildarosine 28.05.10 - 12:01 Uhr

Hallo,

ich habe grade mal wieder bei einem Bewertungsportal für Kliniken gestöbert und immer wieder tauchen da Beschwerden auf, dass Privatpatienten besser behandelt werden, bzw. nicht so lange warten brauchen.
Das nervt micht echt total. Die Leute bezahlen Geld dafür!!!! Wenn ich mehr investiere bekomme ich auch i.d.R. was Besseres, als wenn ich spare.
In diesem Land gibt es ein Gesundheitssystem wie sonst niergendwo!!!!
Auch wenn wir in der Vergangenheit verwöhnt wurden und der Sparkurs jetzt weh tut.
Was will man denn mehr? Immer diese Erwartungshaltung. Woanders -auch in Industrieländern- verreckt man, wenn man sich nicht versichern kann. Und hier will jeder gleich ne Kur und jeder meint ihm würde alles zustehen.

Ich könnt mich stundenlang auskotzen.

So, das musste mal raus.

Simone

Beitrag von polar99 28.05.10 - 12:09 Uhr

"Das nervt micht echt total. Die Leute bezahlen Geld dafür!!!!"

Den Satz verstehe ich nicht so ganz, die gesetzlich versicherten Personen zahlen doch auch. ;-)

Beitrag von sternchen1000 29.05.10 - 13:43 Uhr

... und oft sogar mehr als Privatversicherte.... #aha

Beitrag von zwiebelchen1977 29.05.10 - 21:03 Uhr

Hallo

Die ärtze und Krankenhäuser bekommen von dn Privsten mehr als von den gesetztlichen.

Bianca

Beitrag von litalia 28.05.10 - 12:21 Uhr

da muss ich dir irgendwo recht geben

vorallem damit "hier will jeder gleich ne kur" ....das finde ich auch erschreckend.

jede 2. mutter brauch ne mutterkind kur weil sie sooo fertig ist und mal aussspannen muss, mal raus aus dem alltag .... dieses gejammer ist zum würgen aber das kann der deutsche ja eh am besten ;-)

*jammerposting*

Beitrag von anika.tomai 28.05.10 - 19:00 Uhr

du weißt doch garnit warum genau eine mutter ne mutter kind kur braucht!
ich finde diese aussage sowas von daneben!
du denkst einfach aja mal urlaub machen ist ja nichts schlimmeres bei der mutter vorhanden, woher willstn das wissen!?
dieses gejammer ist schlimm und nicht wenn eine mutter in kur gehen möchte...
lg

Beitrag von enni12 28.05.10 - 12:31 Uhr

Hallo Simone,

schon mal darüber nachgedacht, dass sich der Großteil der gesetzlich Versicherten nur nicht privat versichert, weil man es sich nicht leisten kann und nicht, weil man zu geizig ist oder sparen will?!?!?!?

Es ist OK, wenn für privat Versicherte Zusatzleistungen angeboten werden aber mal ehrlich:
Findest du es in Ordnung, wenn ein wirklich ernsthaft krankes Kind von gesetzlich versicherten Eltern doppelt so lange auf einen sehr wichtigen Arzttermin warten muss wie das von privat versicherten Eltern?

Ich finde, dein Beitrag tut Leuten, die sowieso schon nicht viel haben ganz schön weh, auch wenn ich nicht selbst betroffen bin.

Ich helfe immer gern, wenn ich kann. Ich gehe auch Blut spenden, damit anderen Leuten geholfen wird. Ich frage nicht danach, ob die Leute, die mein Blut bekommen selbst nicht spenden gehen weil sie keine Lust haben und es gar nicht verdient haben.

Und ich kann nicht verstehen, dass man sich so herablassend äußert und alle in einen Topf wirft nach dem Motto

"Und hier will jeder gleich ne Kur und jeder meint ihm würde alles zustehen. "

So, auch das musste jetzt mal raus.

Dani

Beitrag von swety.k 28.05.10 - 13:19 Uhr

<<Findest du es in Ordnung, wenn ein wirklich ernsthaft krankes Kind von gesetzlich versicherten Eltern doppelt so lange auf einen sehr wichtigen Arzttermin warten muss wie das von privat versicherten Eltern?>>

Ich habe zwar den Thread nicht eröffnet, aber ich antworte darauf trotzdem mal. Für das, was Du da schreibst, können doch die Privatversicherten auch nichts. Das ist doch nicht deren Schuld. Genausowenig, wie es deren Schuld ist, daß viele Leute sich nicht privat versichern können. Schuld daran ist die Tatsache, daß Ärzte von den gesetzlichen Krankenkassen viel zu wenig Geld bekommen. Aber Ärzte müssen auch von was leben und natürlich nutzen sie die Chance, mehr zu verdienen. Ganz ehrlich, wenn Du privat versichert wärst, würdest Du doch auch einen früheren Termin nehmen und es wäre Dir ziemlich egal, ob deshalb ein gesetzlich Versicherter länger warten müßte.

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von enni12 28.05.10 - 13:28 Uhr

Hallo,

nein, ich habe auch nicht geschrieben, dass die privat Versicherten schuld sind. Schuld ist der Staat, der das alles zulässt.

Aber ich finde, man kann auch ein bisschen Mitgefühl mit sozial schwächeren Menschen zeigen! Man kann/darf doch nicht alle in EINE Schublade stecken nach dem Motto: Die sind selbst schuld, dass sie nicht privat versichert sind.

Und ja, ich würde den früheren Termin nehmen und auch ja, ich verstehe die Ärzte. Aber ich verstehe nicht, warum all das zugelassen wird!

Ich finde den Thread halt einfach etwas herablassend.

Liebe Grüße

Dani

Beitrag von swety.k 28.05.10 - 13:35 Uhr

Hallo Dani,

und was bringt das Mitgefühl? Es ändert doch nichts! Ich verdiene auch recht gut und habe gerade hier bei Urbia immer wieder das Gefühl, mich für irgendwas rechtfertigen zu müssen. Als ob's einem nicht gut gehen darf oder als ob man ein schlechtes Gewissen haben muß, weil's anderen schlechter geht.

Weißt Du, ich zahle für meinen Kitaplatz über 200 Euro im Monat, anderen zahlen für die gleiche Leistung nur 20 oder 30 Euro. Das ist doch genauso ungerecht, aber da beschwert sich keiner drüber.

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von enni12 28.05.10 - 14:06 Uhr

Mmh, verstehe ich echt nicht.

Weißt du, ich gehöre zu den Leuten, denen es besser geht, zum Glück.

Ich habe nicht das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen. Wir arbeiten hart für unser Geld, es fällt uns nicht eben mal zu. Deswegen hätte ich auch nie ein schlechtes Gewissen. Mitgefühl für andere, denen es schlechter geht habe ich trotzdem. Ich finde, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Beitrag von miau2 28.05.10 - 13:29 Uhr

Hi,
es stimmt aber leider, zumindest teilweise.

Lies dich mal allein hier durch das Forum.

Kur ist das eine Thema. Pariboys ein anderes häufiges Beispiel, um mal hier im Forum zu bleiben.

Und wehe, es wird nicht gleich bei der ersten Erkrankung ein eigenes Gerät (Kosten: 200 Euro) verschrieben, dann ist das gleich die böse, böse Krankenkasse.

Generika und die immer noch weit verbreitete Ablehnung dagegen sind ein anderes Beispiel.

Viele Menschen haben nun mal die Mentalität, dass preiswert gleich schlecht bedeutet. Ist so. Nicht nur im Gesundheitswesen: wir hatten im Studium mal eine interessante Untersuchung über die Zielgruppe vom damals mit am teuersten in Supermärkten erhältlichen Multivitaminsaft (die ja an sich eigentlich schon überflüssig sind). Häufigste Käufer: die damaligen Sozialhilfeempfänger. ALGII kam später. Ob sich das wirklich so geändert hat - keine Ahnung.

Es ist einfach so: wir haben eine ernorm hohe Anspruchshaltung. Und wir haben durch unser Gesundheitssystem auch überhaupt keine Ahnung, was das alles kostet.

Kaum ein Kassenpatient bekommt jemals eine Rechnung zu Gesicht. Wird alles direkt abgrechnet. Kaum einer guckt mal auf die Quittung aus der Apotheke, was die Medis, für die man sich gerade über die 10 Euro geärgert hat WIRKLICH kosten. Es interessiert schlicht und einfach kaum einen. Kaum einen interessiert es, was sein Arztbesuch wegen einem harmlosen Schnupfen (und ein nicht unerheblicher Anteil der Arztbesuche sind im Prinzip überflüssig) kostet. Oder was es kostet, wenn man lieber bis zum WE abwartet, um mit dem erkälteten Kind zum Notdienst zu gehen, weil man ja unter der Woche sooooo viel anderes vor hatte und es einfach nicht zum "normalen" Kinderarzt zu schaffen (und ja, bei unserem kinderärztlichen Notdienst trifft man reichlich solcher Patienten an...selbst Vorsorgeuntersuchungen wollen einige Eltern dort erledigt haben).

Es gibt in weiten Teilen Deutschlands immer noch genug Ärzte, um auszuwählen. Nicht überall, aber in weiten Teilen. Und wenn mein Kinderarzt mich wegen der Versicherung doppelt so lange warten lässt mit einem schwer kranken Kind, dann suche ich mir einen anderen.

Meiner z.B. macht keinen Unterschied, behandelt wird in der Reihenfolge, in der man sich anmeldet.

Weder beim Augenarzt, noch beim HNO, noch beim Nephrologen oder Nuklearmediziner müssen ich oder meine Kinder lange warten. Und das sogar ohne "akute" Probleme. MIT akutem Problem habe ich noch am gleichen Tag einen Termin bekommen (mein Hausarzt vereinbart den dann selbst).

Statt jammern würde ich mir eine Alternative suchen, zumindest wenn es sie - wie hier - gibt.

In einen Topf werfen ist sicher falsch, nicht jeder hat diese Anspruchshaltung. Aber doch sehr, sehr viele.

Auch das musste mal raus ;-).

Viele Grüße
Miau2

Beitrag von joshmom 28.05.10 - 12:43 Uhr

Ohja, das kotzt mich auch an!

Wir sind seit einigen Jahren privat mit Beihilfe versichert, da mein Mann Beamter ist!
Wir zahlen für die 20% bzw. 30% Krankenkassenanteil über 200 Euro, hinzu kommt ein Aufschlag da mein Sohn nierenkrank ist!


Auch als wir "nur" gesetztlich versichert waren, haben wir uns immer gut versorgt gefühlt! Er bekam auch "OFF Label USE" Medikamente und hatten nie Probleme mit der Kostenübernahme!

WEnn man seltene Krankheiten hat wird man auch immer vom Chef bzw. Oberarzt an einer KLlinik behandelt.
Und auch als privat Patient haben wir Wartezeiten.

Mein Cousin und sein Vater sind beide schwer krebskrank und die bekamen immer ziemlich schnell Termine, in verschiedenen Kliniken.


Ich hatte geplant wieder halbtags arbeiten zu gehen hatte schon mal in einem Bruttol Netto Rechner meine Daten eingegeben!
Ich hätte noch nicht mal 80 Euro Krankenversicherung zahlen müssen!

Jetzt stell ich mir vor die Kinder wären bei mir familienversichert. (Ja ich weiss das geht ja nur bis zu bestimmten Einkommensgrenzen), aber vieleicht wenn ich alleinerziehend wäre!
Wie soll denn da das System funktionieren??

Aber alle wollen schreien, aber man muss sich auch mit den Fakten befassen!

Ich arbeite auf 400 Euro Basis im Gesundheitssystem und kann mich auch immer nur wundern, was die Leute alles für ihr "Geld" erwarten.

Joshmom

Beitrag von haruka80 28.05.10 - 13:05 Uhr

Liebe Simone,

mich hat dieses Gemeckere auch immer angekotzt. Ich hab viel Geld für die private KK bezahlt und merke jetzt, wo ich seit 6 Monaten Kassenpatient bin, dass ich nie bevorzugt behandelt wurde. Ich habe auhc immer meine 1-2 Std im Wartezimmer gesessen, habe auf Termine 1-2 Wochen gewartet. Ich machs mittlerweile so, wenn cih dringend nen Termin brauche, sage ich, ich bin privat versichert und zahle das aus eigener Tasche, weil ich z.B. als es ums Röntgen bei meinem Sohn ging, als Priv.Pat. 2 Mo Wartezeit gehabt hätte, als Kassenpatient 3,5 Monate.
Ich war 29 Jahre Privatpatient und bin mittlerweile froh, in ner gesetzl Kasse zu sein durch meinen Mann, es ist billiger und das, was gemacht werden muß, wird bezahlt.

L.G.

Haruka

Beitrag von swety.k 28.05.10 - 13:16 Uhr

Hallo Simone,

ich bin nicht privat versichert, aber ich kann Dich trotzdem verstehen. Wer mehr bezahlt soll auch mehr bekommen. Die gesetzlichen Krankenkassen können nur mal nur einen bestimmten Betrag zahlen und daß Ärzte zuerst die Patienten rannehmen, an denen sie mehr verdienen, ist auch menschlich. Wenn ich sehe, wie z.B. mein FA schuftet und wie wenig er dafür bekommt, dann kann ich gut verstehen, wenn man Privatpatienten besser behandelt.

Fröhliche Grüße von Swety

Beitrag von mulle0805 28.05.10 - 13:38 Uhr

"schon mal darüber nachgedacht, dass sich der Großteil der gesetzlich Versicherten nur nicht privat versichert, weil man es sich nicht leisten kann und nicht, weil man zu geizig ist oder sparen will?!?!?!? "

#pro
Hätte ich das geld würd ich mich auch Privat versichern schon alleine aus dem Grund ein einzel oder zweibettzimmer im Kh zu bekommen.Nie wieder Vier Bettzimmer.#aerger
Ob Kasse oder privat ist aber im grunde egal.Rege mich über sowas nicht auf gibt genug andere probleme.(Gehe eh selten zum Arzt)

Ich bin Kassenpatient und wurde trotzdem schon vom Chefarzt behandelt und der Oberarzt hat den Kaiserschnitt gemacht. :-p

Beitrag von derione 28.05.10 - 14:28 Uhr

Stichwort "Mehr investieren" *lach*

Ein gesetzlich pflichtversicherter AN mit Einkommen 4.160/ Monat zahlt 296 EUR in die gesetzl. Versicherung ein (rein AN-Anteil). Ein privat Versicherter Alter rund 35 zahlt mit höherem Einkommen durchschnittlich 180 EUR ein + AG-Anteil.

Ähm wer investiert hier grad mehr?

Der pflichtversicherte AN darf nicht wechseln, weil er knapp unter der Grenze liegt, zahlt aber deutlich mehr als der durchschnittlich privat Versicherte.

Das Gequatsche mit den so super teuer privat Versicherten kann ich nicht mehr hören!
Wir sind privat versichert, weils (momentan noch) günstiger ist!
LG
N.

Beitrag von spielerin1973 28.05.10 - 18:53 Uhr

Mhhhhhhhhhhhh - findet ihr das normal, dass im Krankhaus 2 Anmeldezimmer gibt? Eins für Privatversicherte, das andere für Kassenpatienten. Dazu kommt noch 2 verschiedene Wartezimmer. Das eine ist ein Zimmer mit Tisch für die Privatpatienten, das andere ist kein Zimmer. Nein! Hier sitzen die Kassenpatienten wie die Hühner auf einer Stange im Flur!!!!!!!!!!!!!!!
Bei mir wurde Diabetes festgestellt. Mein Hausarzt hat sich gewundert, dass ich beim Diabetologen erst einen Monat später einen Termin bekommen habe. Warum? Weil ich "nur" Kassenpatient bin...
Ich finde es auch NICHT IN ORDNUNG, dass man bei Schmerzen keinen Termin beim Arzt bekommt!!!!!! Ist mir schon oft passiert... Das ist für mich unterlassene Hilfeleistung. Aber laut Gesetz - wenn ich mich nicht irre - dürfen sie das.

Nein, ich bin grundsätzlich nicht dagegen, dass Privatpatienten ihre Zusatzleistungen bekommen, aber ich bin dagegen, dass man die Menschheit in "zwei" Klassen teilt! Und das geschieht momentan, meiner Meinung nach!

Und ich zahle ca. 160€ in die Kasse (mein Anteil).... Finde ich nicht gerade wenig... und darf aber viele Medikamente selber zahlen....

Beitrag von dina131283 28.05.10 - 18:48 Uhr

Scherz oder?

Ein Freund bezahlt privat versichert genauso viel wie ich gesetzlich.
Und er kommt durchaus schneller wenn nicht sofort dran und kriegt vieles was ich nicht bekomme.

Also überlegh mal was du da schreibst, du armer armer privat Patient.

Beitrag von pizza-hawaii 28.05.10 - 19:58 Uhr

Dann gehst Du eindeutig zu den falschen Ärzten!

Ich habe jedenfalls noch nicht Probleme gehabt einen Termin zu bekommen, diverse Medikamente, etc. und ich war schon immer gesetzlich versichert!

Und vom Chef -oder Oberarzt behandelt zu werden ist auch nicht immer erstrebenswert ;-)

pizza

Beitrag von tragemama 28.05.10 - 20:33 Uhr

Kleine Denkanregung: Wir zahlen als Familie mit zwei Kindern im Moment privat versichert 350 (!) Euro weniger (!!) als gesetzlich versichert... und werden durchaus bevorzugt behandelt.

Beitrag von fallnangel 29.05.10 - 00:34 Uhr

Ich glaube in Deutschland herrscht generell ein verzerrtes Bild vom Gesundheitswesen. Das wurde mir selbst auch erst bewusst als ich in die USA gezogen bin. Hier kostet die Krankenversicherung naemlich ein Schweinegeld wenn es nicht durch den Arbeitgeber substituiert ist; und selbst dann ist das nicht so ganz billig. Wir zahlen fuer 2 Erwachsene und 1 Kind ca $250 im Monat. Das sind etwa 200 Euro. Wir zahlen zusaetzlich nochmals $30 (22Euro) pro Arztbesuch (Vorsorge ist kostenlos) und $100 (80 Euro) pro Notaufnahme pauschal.
Ich will das amerikanische System nicht hochjubilieren; das hat auch so seine Macken und Fehler. Manchmal ist es recht kompliziert einen Arzt zu finden der die Versicherung nimmt und ab und an endet man gerne mal mit einer Mordsrechnung - ich hatte mal einen Notbesuch im lokalen Krankenhaus der mich schlussendlich $500 gekostet hat, ohne Uebernachtung also reine Behandlungskosten und das ist noch guenstig.
Was ich gut finde ist, dass man mal zu sehen bekommt was alles so kostet. Mal einige Beispiele: Voruntersuchung ohne Impfungen kosten im Schnitt ca $150. Eine Uebernachtung im Krankenhaus ohne Intensivversorgung kostet ca $800. Ein orales Kortison ca $130. Ein MRT ueber $2000. Intensivbehandlung kann in die $10000 gehn. Und ja, manche Patienten stehen nach einem Krankenhausbesuch vor dem Ruin. Ob das nun gut so ist behaupte ich nicht, aber man ueberlegt sich echt zweimal ob es wirklich noetig ist gerade jetzt zum Notarzt zu gehn. Oft ist es naemlich nicht der Fall. Vieles laesst sich auch so behandeln.
Es ist in den USA uebrigens Gesetz jede Person, ob versichert oder nicht, bis zur medizinischen Stabilisierung zu versorgen und wenn der Patient komplett mittellos ist springt die staatliche Versicherung ein. Also wenns um Leben oder Tod geht wird auch hier kein Unterschied gemacht.
Gesundheit ist teuer. Umsonst gibts nichts und die Aezte muessen auch von was leben.

Beitrag von mathildarosine 29.05.10 - 12:23 Uhr

Also um das klar zu stellen: ich bin nicht privat versichert.

Beitrag von golm1512 29.05.10 - 12:30 Uhr

Hallo!
Und wir sind aus Prinzip nicht privat versichert. Lieber entscheide ich selber, für welche Behandlung ich mehr Geld ausgebe als mich auf Ärzte zu verlassen, die teilweise Dollarzeichen in den Augen haben, wenn sie "privat versichert" hören.

Als Krankenschwester habe ich sehr klar mitbekommen, was es heißt, privat versichert zu sein. Auf der einen Seite wird einem der Puderzucker du-weißt-schon-wohin geblasen und die Patienten haben das Gefühl, etwas ganz ganz besonderes zu sein..............und machen jeden Blödsinn mit. Die Kehrseite ist nämlich, dass selten abgewogen wird, was sinnvoll ist oder eben einfach nur Kohle bringt. Ich möchte nicht bis zum Anschlag therapiert werden. Ich hätte es gern individuell.
Außerdem würde ich mich nicht so ohne weitres gern in Chefarztbehandlung begeben wollen. Näher an der Praxis sind die anderen. Ich hätte gern, dass sich ein Team um mich kümmert, wenn es nötig sein sollte.

Zur Anspruchshaltung in unserem Land gebe ich dir vollkommen recht. So kann es ja nicht funktionieren.
"Ich fahr dann mal zur Kur. Die steht mir ja irgendwie zu!" Habe ich neulich noch gehört. Da muss man sich echt nicht mehr wundern.

Ehrlich gesagt, habe ich mit extra langen Wartezeiten auch als Kassenpatientin noch keine schlimmen Erfahrungen gemacht. Vielleicht setze ich mich auch zu selten in so einen Warteraum.....

Viele Grüße
Susanne