Wie ist die Regelung bei getrennten Eltern und Wohnwechsel ins Ausland

Archiv des urbia-Forums Familienleben.

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Forum: Familienleben

Die Oma füttert die Kinder übermäßig mit Süßigkeiten, Probleme mit der Schwiegermutter, Tipps zum Feiern der Taufe: Hier ist Platz für alle Themen rund um die Familie.

Beitrag von reethi 28.05.10 - 12:48 Uhr

Hallo!

Ich habe einen Sohn (9 Jahre) aus erster Ehe und bin wieder verheiratet. Mit meinem jetzigen Mann haben wir eine 2-jährige Tochter.
Mein Sohn sieht seinen Vater regelmäßig alle zwei Wochenenden und in den Sommerferien für 2 Wochen.
Nun hat mein Mann evtl eine Stelle im Ausland in Aussicht. Und wir überlegen schon, ob das eine Option wäre. Dort leben auch mehrere Verwandte meinerseits.
Aber wie sieht das mit meinem Sohn aus? "Darf" er ohne weiteres mitkommen, oder kann der Vater sein Veto einlegen? Wir möchten natürlich keinen Stress und das ganze ist ja auch nicht akut. Aber grundsätzlich interessiert mich die Frage schon, ob wir eine Möglichkeit hätten. Oder ob wegen eines Vetos quasi die ganze Familie nicht umziehen darf.

Vielen Dank!

Neddie

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:53 Uhr

bei wem liegt denn das sorgerecht?

Beitrag von reethi 28.05.10 - 12:54 Uhr

Wir haben geteiltes Sorgerecht.

Beitrag von blaue-blume 28.05.10 - 12:57 Uhr

dann hat er glaube ich mitsprache-recht...
meine mich so vage an ne story aus dem tv zu errinnern, wo das auswandern der familie daran gescheitert ist, das der leibliche vater es nicht wollte....

welches ausland ist es denn, also von welcher entfernung reden wir hier?

lg

Beitrag von reethi 28.05.10 - 13:17 Uhr


Das wäre um die halbe Welt :-)

Das er ein Mitsprache Recht hat ganz klar. Ich will ihm ja auch nicht seine Rechte an seinem Sohn absprechen. Mich interessiert die Frage inwieweit er das komplett verhindern könnte, wenn man sich nicht einigen kann.
Und in weit zB zum tragen kommt, dass dort mehrere Verwandte leben.

Ich möchte ja auch die Interessen meines Sohnes im Auge behalten. Für mich käme zB auch die Option in Frage den Unterhalt zu erlassen und davon die Kosten für regelmäßige Kontakte in den Ferien zu ermöglichen.
Zumal mein Sohn ja auch älter wird und in ein paar Jahren sicherlich auch ein Mitsprache Recht hätte wo er lieber leben möchte (jedenfalls von mir aus gesehen).



Beitrag von hedda.gabler 28.05.10 - 14:11 Uhr

Hallo.

Mal ein prominentes Beispiel:

Ein Gericht hat Claudia Effenberg untersagt, mit den Kindern (denen von Strunz) zu Stephan Effenberg in die USA zu ziehen ... Strunz hatte dagegen geklagt und Recht bekommen.
Ende vom Lied: Claudia Effenberg blieb mit den Kindern hier und Stefan Effenberg hat die amerikanische Nachbarin flach gelegt;-)

Um auf Deine Frage zurückzukommen ... ja, der Vater Deines Sohnes kann das verhindern, zumal ja ein enges Verhältnis über den regelmäßigen Umgang zwischen Vater und Sohn besteht.

Gruß von der Hedda.

Beitrag von kati543 28.05.10 - 13:18 Uhr

Er hat auf alle Fälle die Möglichkeit, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für seinen Sohn zu beantragen. Das ganze sind Einzelfallentscheidungen und müssen vor Gericht geprüft werden. Du musst sehr gute gründe nennen können, warum du mit dem Sohn wegziehen willst. Wichtig ist auch, WOHIN. Und du solltest von vornherein planen, wie der Umgang in Zukunft gestaltet wird und wie du das finanzierst. Denn du darfst nie vergessen, dass der Vater und der Sohn ein Umgangsrecht haben. Wenn aus finanziellen Gründen nicht mehr alle 2 Wochen möglich sind, dann eben eine viel längere Zeit in den Ferien.

Beitrag von reethi 28.05.10 - 13:23 Uhr


Ja, wir hatten darüber nachgedacht quasi die Unterhaltskosten zu erlassen,
um davon dann die Besuche in den Ferien zu ermöglichen. Der Kontakt soll ja nicht abreißen.

Beitrag von kati543 28.05.10 - 13:33 Uhr

Du darfst ihm gar nicht die Unterhaltskosten erlassen, denn es ist nicht dein Geld. Dein Sohn könnte sonst sogar später von dir dieses Geld einfordern. Es ist das Geld deines Sohnes.
Es kommt darauf an, wo du hinwillst. Ein Arbeitsplatz ist immer ein guter grund. Das sieht auch das gericht so. Allerdings muss dein Sohn das auch selber wollen. Er wird definitiv dazu gefragt. Du musst deinen Sohn auch geeignet darauf vorbereiten (Sprache lernen). Du wirst dich an den Kosten für den Umgang beteiligen müssen/bzw. fast vollständig übernehmen. Die ferien wird dein Sohn dann zukünftig ziemlich komplett beim Vater verbringen. Wichtig ist einfach, dass niemand auch nur im entferntesten auf den gedanken kommt, dass du den Umgang erschweren und/oder verhiundern willst. Also solltest du von vorn herein größzügige Möglichkeiten anbieten.

Beitrag von simian 28.05.10 - 14:41 Uhr

Ist der Umzug mit der neuen Arbeitsstelle denn finanziell tatsächlich so rentabel, dass es sich trotz der dann nicht zu unterschätzenden Besuchskosten (Flüge Weihnachtsferien/Sommerferien, etc.) auszahlen würde? Bzw. ist es für euch finanziell notwendig oder eher ein nice-to-have?

Ich würde eher die "nichtrechtlichen" Seite bedenken. Nämlich was ein solcher Umzug für Konsequenzen für deinen Sohn haben wird. Es ist für ein Kind ein Riesenunterschied, ob er seinen Vater alle 2 WE sieht, oder dann plötzlich monatelang gar nicht mehr und nur noch in den Ferien.
Ich gehe mal davon aus, dass dein Sohn ein gutes Verhältnis zu seinem Vater hat. Hier würde zwangsläufig eine gewisse Entfremdung zu seinem stattfinden, denn sein Vater wird vieles aus dem alltäglichen Leben deines Sohnes gar nicht mehr mitbekommen. Das wird dann auch ein paar Wochen Sommerferien nicht wirklich aufholen können. Dein Ex kann ja dann auch nicht die gesamte Ferienzeit als Urlaub mit seinem Sohn verbringen, also wird die effektive nutzbare Zeit noch weniger sein.

Dein Sohn hat aber ein Anrecht auf seinen Vater, und auf den entsprechenden Kontakt mit ihm. Und auch der Vater hat ein Anrecht auf den Kontakt zu seinem Sohn.

Ist sicher ne schwierige Situation, und auch verständlich da es auch um einen Arbeitsplatz geht. Aber versetz dich mal in die umgekehrte Lage. Wie würdest du es finden, wenn dein Ex mit seinem Sohn soweit weg ziehen würde?