Klärung von offenen Betriebskostenabrechnungen...

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Forum: Haushalt & Wohnen

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Beitrag von nudelmaus27 28.05.10 - 13:35 Uhr

Hallo!

Heute muss ich nochmal lang ausholen (#tasse + #torte damit ihr nicht zwischendurch einnickt ;-)), denn man stelle sich vor mein Vermieter hat doch mal wieder geschrieben.

Vorab ich habe im Januar 2008 gegen die Betriebskostenabrechnung 2006 (kam am 24.12.2007) Widerspruch eingelegt, im Januar 2009 dann gegen die für 2007 und diesen Januar gegen die Abrechnung von 2008. Alle kamen ganz knapp eben innerhalb der 1-Jahres-Frist.

Zur Betriebskostenabrechnung 2006 habe ich auch diesmal keine Erklärung erhalten aber das ist mir quasi egal, denn ich habe den entsprechenden Betrag einbehalten und wenn der Vermieter nicht an einer Klärung interessiert ist, dann eben nicht.

Nun habe ich Erläuterungen zu 2007 und 2008 erhalten. Unter anderem geht es auch um meine Nichtzahlung der Hausreinigung ab 03/2008. Ich habe Ende 2007 bzw. Anfang 2008 mehrfach telefonisch und schriftlich darauf hingewiesen, dass die Hausreinigung mangelhaft ist (haben nur den Dreck breitgewischt und mit dem Lappen dann noch das Geländer gewischt oder aber garnichts gemacht, habe auch Fotos davon) und ab 01.03.2008 dann schriftliche eine Zahlung der Reinigungsleistung verweigert. Erhalten haben die den Brief (war Einschreiben mit Rückschein) haben aber nie geantwortet. Jetzt steht in der Erklärung, lt. einem Urteil vom Amtsgericht von 2006, kann der Mieter wegen angeblich mangelhafter Reinigungsleistung nicht die Nebenkostenabrechnung kürzen. Ich meine ich habe ja einfach nur die Zahlung schriftlich nach mehrfacher Ankündigung verweigert, von daher verstehe ich jetzt nicht, dass die da ein Theater machen, wenn ich den Posten entsprechend aus der Entabrechnung gestrichen habe.

Weiterhin hatte ich Widerspruch eingelegt, weil die Wassererfassungsgeräte ohne Tausch plötzlich in ihrer Miete um über 200% gestiegen sind. Die Erklärung vom Vermieter, der Vorvermieter hatte 2006 einen neuen Vertrag abgeschlossen aber vergessen die Kosten fürs ganze Jahr zu errechnen und hatte fehlerhafterweise nur einen Teilbetrag in der Betriebskostenabrechnung für 2006 ausgewiesen und ab 2007 hat dann der jetzige Vermieter angeblich den vollen Betrag eingetragen. Ich meine erzählen kann man viel. Muss ich das so hinnehmen oder kann ich Einsichtnahme in den entsprechenden Vertrag verlangen?

Und zum Thema Einsichtnahme. Mir wurde nun mitgeteilt, was ich unterm Strich noch zu zahlen hätte, mit sofortiger Fälligkeit???? Habe ich nicht mal eine Frist? Zumal die mir geschrieben haben ich könne in diverse von mir angeforderten Unterlagen Einsicht nehmen im Büro (ist 25 km von mir entfernt!, wo ich schon mal vergeblich war trotz Termin!) allerdings erst ab 31.05.2010 und dann natürlich nur mit Termin.
Dazu kommt, dass ich nächste Woche in der 39. SSW bin und neben meinem fast 4jährigen Kind, nur noch mein Mann da ist, der jedoch in Schichten Vollzeit arbeitet und überhaupt keine Ahnung von der Sache hat. Fazit ich muss also selber dahin, kann es aber in meinem jetzigen Zustand nicht mehr und könnte erst nach der Geburt (also so Mitte-Ende Juni) dahin. Ist das ein Grund um eine sofortige Zahlungaufforderung abzuweisen oder habe ich wie gesagt eh eine z. B. 4-wöchige Frist um die Sache zu prüfen.

Ich hoffe ihr habt alles soweit verstanden und nein ich bin nicht im Mieterschutzbund oder ähnlich, sonst würde ich hier nicht fragen und ja ich könnte auch zum Anwalt gehen aber die 150 Euro Selbstbeteiligung würde ich mir gern sparen.

Also vielen Dank für erstgemeinte Tipps und Ratschläge, von Leuten die sich mit der Sache auskennen.

Nudelmaus

Beitrag von motte1986 28.05.10 - 19:22 Uhr

hallo!

also, das ist ja mal viel text, sehr verwirrend....

ich denke, dir wird nix überbleiben, als da hinzufahren und erstmal einsicht in die akten zu nehmen. dazu sollte man sich aber nen anwalt mitnehmen...

wieviel musst du denn noch zahlen? und ist das denn berechtigt? ich steig da nämlich nicht durch. du legst gegen 3 betriebskostenabrechnungen widerspruch ein? da wäre ich schon längst weg.

also wie gesagt, ich steig bei deinem text nicht so durch, ich würde aber abwägen, ob die nachzahlung höher als die selbstbeteiligung ist und dann eben einen anwalt einschalten.

oder dein mann muss mal los, er wird denk ich mal frei haben, wenn das baby kommt, oder?

lg

Beitrag von nudelmaus27 28.05.10 - 19:37 Uhr

Hmm ich weiß ist kompliziert!

Also ich habe jeweils nachdem die fristgerechte Betriebskostenabrechnung kam Widerspruch eingelegt, weil die die Wasserpreise gemacht haben wie sie wollten, weil man die Heizkostenabrechnung überhaupt nicht nachvollziehen konnte, weil die Grundsteuer nicht korrekt war und weil ich beim letzten Mal nicht eingesehen habe, dass ich was für eine nicht gemachte Hausreinigung bezahlen soll, obwohl ich schriftlich angekündigt habe, dass ich nicht mehr zahle.

Momentan wollen sie noch knapp 400 Euro von mir für die Jahre 2007 und 2008. Von 2006 haben die nichts mehr geschrieben, da kämen etwa nochmal 150 Euro dazu.

Grundsätzlich bin ich ja auch bereit mir vor Ort alle Informationen anzuschauen, nur jetzt 1 Woche vor Geburt kann ich einfach da nicht mehr hin und habe auch nicht mehr genügend Zeit alles zu prüfen. Und meinen Mann brauch ich da garnicht erst hinschicken, er hat davon weder Ahnung noch sonst irgendwas.

Wie gesagt eigentlich müsste man doch eine Frist haben um alles genau prüfen zu können?! Es kann ja eigentlich nicht sein, dass ich gegen die Betriebskostenabrechnung 2007 Anfang 2009 Widerspruch einlege und jetzt 1 1/4 Jahr später mir jemand irgendwas schreibt, mir erzählt ich könne den Rest im Büro angucken und die Zahlung wäre sofort fällig.

Und einfach schon längst ausziehen, tja tät ich gern, wenn ich hier in der Gegend eine schöne bezahlbare gleichwertige Wohnung gefunden hätte, wäre ich auch schon längst weg. Im Übrigen ist der Vermieter sogar schon im regionalen TV hier bekannt, weil er so link ist. Aber du weißt ja die meisten Typen können machen was sie wollen und werden nie gestoppt.

Nudelmaus

Beitrag von motte1986 28.05.10 - 20:43 Uhr

okay, jetzt steig ich besser durch...

oh mann, manche sind echt link. hatten auch mal so einen knaller als vermieter.

wir damals jung, dumm, ich schwanger, beide in der ausbildung.

also haben wir die bruchbude eben gemietet.

dann gingen auch so sticheleien los, z.b. durften wir keine wäsche in der wohnung oben trocknen, im keller durfte ich aber die fenster dafür nicht aufmachen, damit die feuchtigkeit nicht steht und am ende waren wir für den schimmel verantwortlich. schlussendlich sind wir ausgezogen, zahlen zwar mehr miete, haben aber etwas, was sich WOHNUNG nennen darf und unsere ruhe, unser vermieter wohnt nämlich im ausland;-)

naja, egal, geht am thema vorbei.


hab ich richtig verstanden, dass der jetzt geld für 2007 und 2008 wollen? soweit ich weis, gibts doch da ne verjährungsfrist? gut, da kann ich mich auch täuschen...

ich würde einfach ein schreiben aufsetzen, dass du bis datum xy die angelegenheit prüfen wirst, vielleicht schlucken die das ja...erwähne einfach die falsch berechneten posten, die du deshalb von rechts wegen prüfen lässt. ob du das dann zum anwalt gibtst oder nicht, geht die ja nix an...

ist ja mal echt doof, grad jetzt so vor der geburt...

lg

Beitrag von jeannylie 29.05.10 - 11:56 Uhr

Hi,
also hier mal meine Meinung dazu:

<<Jetzt steht in der Erklärung, lt. einem Urteil vom Amtsgericht von 2006, kann der Mieter wegen angeblich mangelhafter Reinigungsleistung nicht die Nebenkostenabrechnung kürzen. Ich meine ich habe ja einfach nur die Zahlung schriftlich nach mehrfacher Ankündigung verweigert, von daher verstehe ich jetzt nicht, dass die da ein Theater machen, wenn ich den Posten entsprechend aus der Entabrechnung gestrichen habe. >>

Grundsätzlich sollte man sich immer vor Augen halten dass alles ja nur Argumentation ist. Auch vor Gericht gelten ja immer nur verschiedene Denkweisen, DAS Recht gibt es ja nicht.

Trotzdem kann ich den Gedanken von Deinem Vermieter nachvollziehen.
Per MV bist Du ja verpflichtet für die Kosten der Hausreinigung aufzukommen, auch wenn die dienstleistende Firma die Arbeit mangelhaft ausgeführt hat berechtigt DIch das m.E. nicht dazu die GESAMTEN Kosten zu streichen. Das Du schriftlich darauf hingewiesen hast ist ja schon sehr umsichtig gewesen und ich würde auch hier einen Teil einbehalten, aber nicht die Zahlung ganz verweigern. Die Argumentation würde ich in der Hinsicht führen, dass Dein VM aufgrund Deiner Mängelanzeige die Möglichkeit hatte die RG der Firma zu kürzen (denn nachgebessert haben die ja offensichtlich nicht? ) und somit auch geringere NK angefallen wären.

<< Stichwort Wassererfassungsgeräte: Muss ich das so hinnehmen oder kann ich Einsichtnahme in den entsprechenden Vertrag verlangen? >>

Ich bin mir nicht mal sicher ob er überhaupt einfach so wegen eines Irrtums um 200% erhöhen kann, meines Wisens gibt es da auch eine Art "Gewohnheitsrecht" aber die Einsicht in den entsprechenden Vertrag muss er Dir bestimmt gewähren. Allein schon deshalb, weil Du ja bereit wärst die Kosten zu akzeptieren wenn sie nachgewiesen sind. Warum ziert er sich dann wenn der Sachverhalt doch stimmt?

<<Undd zum Thema Einsichtnahme. Mir wurde nun mitgeteilt, was ich unterm Strich noch zu zahlen hätte, mit sofortiger Fälligkeit???? Habe ich nicht mal eine Frist? >>

Ohne besondere Angabe hast Du 30 Tage "Zahlungsziel".
In dem Fall würde ich aber sowieso erstmal schriftlich die Forderung bestreiten, da der Sachverhalt gar nicht geklärt ist. Also nix mit sofort überweisen. Das weiß ich sicher. Allerdings bist Du natürlich gehalten umgehend zu prüfen.

Er kann natürlich von Dir verlangen dass Du Einsicht nimmst in die Unterlagen im Büro, wenn Dir das jedoch aus bestimmten Gründen nicht zumutbar ist, muss er Dir auch Kopien zur Verfügung stellen. Kann aber verlangen dass Du diese bezahlst.
Gründe hast Du als schwangere mit Kind und 25km Entfernung genug.
Du kannst also erst umgehend prüfen wenn die Unterlagen da sind.

LG

Jeannylie