Alles Voodoo?

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Forum: Unterstützter Kiwu

Dein Arzt hat Hindernisse für eine normale Empfängnis festgestellt und du bist in Behandlung in einer Kinderwunschpraxis? Hier kannst du dich mit anderen über die künstliche Befruchtung etc. austauschen. Auch nützlich: Lexikon der Abkürzungen. Unser Kinderwunschmediziner Dr. David Peet beantwortet deine Fragen in unserem Expertenforum.

Beitrag von tammi04 28.05.10 - 13:42 Uhr

Hallo ihr,
mit je mehr Ärzten ich spreche und je mehr ich hier lese, desto stärker ist mein Eindruck, dass all diese Kinderwunschmedizin ein Stochern im Nebel ist. Geht euch das auch so?

Wenn man keinen eindeutigen Befund hat, wird fröhlich drauflos dosiert. Man kann's aber auch lassen, "das ist Ihre Entscheidung", sagen die Ärzte. Die Follikelgröße misst jeder Arzt ein bisschen anders. Mehr oder minder nach Gefühl wird entschieden, ob der ES ausgelöst werden soll - ein oder zwei Dosen Brevactid, kommt ja nicht so darauf an. Utrogest wird angeblich vaginal besser aufgenommen, aber es gibt keinerlei Studien dafür - woher will man es dann wissen?

Versteht mich nicht falsch, meine Kiwu-Ärzte sind alle nett und bemüht. Aber so richtig plausibel erklären kann mir die Behandlungsmethoden keiner.

Wie geht es den anderen hier, die auch keine genaue Diagnose zur Kinderlosigkeit oder zu Fehlgeburten haben? Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass die Ärzte eigentlich keine Ahnung haben, was wie wirkt, und einfach irgendwas verschreiben? Wieviel Prozent sind medizinische Fachkenntnis, wieviel Prozent sind "Voodoo", also willkürliches Rumdoktorn nach Augenmaß in der Hoffnung, dass schon irgendwann ein Placeboeffekt auftreten wird?

Grüße
Tammi

Beitrag von katici 28.05.10 - 13:56 Uhr

ich hab zwar eine diagnose, aber trotzdem möcht ich was dazu sagen.
vieles ist einfach noch nicht erforscht, so können die ärzte nur das machen, was nachweislich hilft.so ist zumindest mein arzt. er macht weder untersuchungen, noch verschreibt er mittel, die nicht nachweislich helfen. wenn er mal die therapie ändert, dann aus dem grund, weil es zig möglichkeiten gibt.
das utrogest wird vaginal genommen, weil die nebenwirkungen geringer sind, als bei oraler einnahme.
es ist halt einfach auch noch viel natur dabei, die wir nicht beeinflussen können.
vodoo würde ich das nicht nennen. eine kollegin,die kurz vor der rente steht, wäre froh, hätte es damals die repro-medizin gegeben.sie ist kinderlos bis heute.
wir haben wenigstens eine chance;-)
gib die hoffnung nicht auf, es ist ein beschwerlicher weg, der sich doch irgendwann lohnen wird!
lg

Beitrag von tammi04 28.05.10 - 14:31 Uhr

Hallo Katici,
gibt es denn eine Studie zu Utrogest? Meines Wissens nicht. Ich habe beides ausprobiert und hatte bei der oralen Aufnahme keine Nebenwirkungen - obwohl ich dabei höher dosiert habe.

So viele hier nehmen Utrogest (ich auch), obwohl kein Progesteronmangel nachgewiesen wurde. "Zur Unterstützung", sagte man mir in der Kiwu. Aber was wird denn unterstützt, wenn keine Gelbkörperschwäche vorliegt?

Sogar als Fehlgeburtsursache ist der Progesteronmangel nicht nachgewiesen, iwe ich in einer medizinischen Zeitschrift gelesen habe: Kein Mensch weiß, ob ein zu niedriges Progesteron tatsächlich den Embryo absterben lässt - oder ob nicht der Körper einfach kein Progesteron mehr produziert, weil der Embryo bereits schadhaft ist und abgehen soll. Dann würde man mit der Progesterongabe nur das Unvermeidliche herauszögern.

Tja, ich weiß im Moment auch keine bessere Lösung, als eben selbst mitzudenken ... Aber mir wäre es lieber, wenn die Ärzte aufrichtig sagen würden, sie wissen es nicht, anstatt "unterstützend" irgendwelche Hormone zu verschreiben.

Grüße

Beitrag von katici 28.05.10 - 14:41 Uhr

ja da hast du schon recht.
parallel informiert hab ich mich schon immer, einfach weil ich wissen will,wovon die ärzte reden. und man ganz anders ein gespräch mit ihnen führen kann.
auf der anderen seite vertrau ich meinem arzt, dass er mir zu einem baby verhilft und wenn ich dazu das utrogest nicht schlucken soll, dann mach ich das halt;-)
bist du am überlegen die ganze prozedur aufzugeben?so hört es sich an.

Beitrag von redsea 28.05.10 - 13:57 Uhr

Hallo,

ja, das ist so wie du schreibst.

Allein schon das Ausmessen der Follis, zwei verschiedene Ärzte, zwei verschiedene Ergebnisse. Dem einen ist die GSH viel zu niedrig, dem einen reicht sie vollkommen aus. Anmerkung einmal 5,5 gemessen und einmal 10 mm gemessen.. innerhalb weniger Stunden.....

In der Medizin wird einfach was ausprobiert in der Hoffnung, dass diese Methode wirkt, wenn nicht, dann wird was anderes ausprobiert. Warum es nicht klappt kann dir kein Mensch sagen, wenn nicht eine eindeutig Diagnose (verschlossene EL, PCO) vorhanden ist, aber sogar mit dieser Diagnose sind Leute noch schwanger geworden, obwohl jeder gesagt hat, es geht nicht.

Deshalb darf man sich auf Ärzte auch nie verlassen, man sollte schon selbst den Überblick über seine ganze Kiwu-Geschichte haben. Sonst wird wieder irgendwas vergessen, weil man ist schliesslich ja nicht der einzige Kunde, da kann schon mal was verwechselt werden.

Ursachenforschung wird meistens nicht betrieben, sondern es wird einfach weiter darauf hingedockert. Als ich damals unbedingt wissen wollte, warum ich eine ELLS hatte und auf einen Clamydientest bestanden habe musste ich darum streiten. Der Tenor der Ärzte was bringt es Ihnen naträglich zu wissen, ob die ELLS durch eine Clamydieninfektion verursacht wurde oder nicht. Wenn der Test positiv ist, kann das der Grund sein, muss es aber nicht....

Ich habe mal einen Artikel gelesen, in der Medizin ist erst rd. 3% erforscht, der Rest ist Spekulation.. ich denke das sagt alles aus...

LG

Beitrag von daisydonnerkeil 28.05.10 - 18:08 Uhr

Hallo,
Nun, Medizin ist eben keine Wissenschaft wie Mathematik, wo 1 und 1 immer 2 gibt. Es gibt in der Regel nicht nur eine Therapie für ein Problem, sondern in der Regel mehrere. Und da hat jeder Arzt seine Haltung, Erfahrung, Ausbildung. Dazu kommt, dass es viele Dinge gibt, die eben nicht erforscht sind, und andere, wo die Forschung ständig Neues zutage fördert. Wir befinden uns in einem Prozess, in dem es keine endgültige und absolute Lösung für unser Problem gibt.

Das wirst du in jedem Bereich der Medizin erleben, dass sich Therapien ändern. Ich denke zum Beispiel daran, wie ich als Kind den Arm gebrochen hatte und meine Eltern gedacht haben, ich bekomme ein Armschlinge zum ruhig stellen. So war das bei denen, als die Kinder waren. Aber die Ärzte haben mir ein Blatt mit Gymnastikübungen mitgegeben.

Ich frage meine Ärzte übrigens oft: Warum machen sie das so und nicht anders, und habe bislang auch plausible Antworten auf meine Fragen bekommen.

Ich habe eher das Gefühl, dass du von der Medizin und den Ärzten zu viel erwartest.

Alles Gute,
Da.

Beitrag von daisydonnerkeil 28.05.10 - 20:39 Uhr

Sorry, verpostet. Das sollte an Tammi gehen.

Beitrag von annaline 28.05.10 - 14:30 Uhr

Ja, sicher kann es sein, dass alles ein bissi Spekulation ist. Jeder Arzt hat schließlich seine eigene Meinung und sein eigenes Fachgebiet, wie bei allem im Leben.

Es kann nicht immer alles erforscht, studiert und festgehalten sein. Es gibt nicht immer nur eins oder null, nicht immer nur schwarz oder weiß.

Ich hab mich in 5 Jahren KiWu über sehr viele verschiedene Ärzte aufgeregt und versucht einen zu finden, der es "richtig" macht. Das gibts aber nicht. Wer entscheidet denn wohl, was richtig und was falsch ist???

Worum gehts denn hier? Was ist denn die Hauptsache? Ich denke, dass wir alle schwanger werden wollen. Wie ist doch hier vielen egal.
Wen interessiert es denn im Endeffekt, ob und warum Utro vaginal eingeführt besser wirkt und welche Studien dies wohl belegen?

Mir ist ehrlich gesagt furchtbar egal, welche Studien es um welche Medikationen gibt, ich will einfach nur das schönste Glück auf Erden in meinen Armen halten #verliebt

Man darf nie das Ziel vor Augen verlieren und sollte sich wohl dabei fühlen. Das ist meine Meinung #winke

Ich wünsche euch allen das größte Glück der Erde und das es so wird, wie ihr es euch alle schon immer vorgestellt habt!!!!!


#klee#blume#klee#blume#klee#blume

Beitrag von tammi04 28.05.10 - 14:38 Uhr

Hi Annaline,
natürlich ist das Kinderkriegen auch mein Ziel!

Leider hab ich das Gefühl, dass damit viel Schindluder getrieben wird. Schließlich verdient die Pharmaindustrie reichlich Geld mit Frauen, die sich dieses Glück wünschen und bereit sind, dafür alles Mögliche zu schlucken ... Ich lasse mich einfach ungern veräppeln, verstehst du?

Ich wünsch dir aber auch viel Glück! #klee

Beitrag von annaline 28.05.10 - 14:47 Uhr

Ja, das verstehe ich! Wie gesagt, ich hab mich auch drüber geärgert, aber letztlich isses mir mittlerweile fast egal, weil ich es doch eh net ändern kann.
Ich kann von Arzt zu Arzt rennen und meine Zeit verschenken, um ein bissi Geld zu sparen. Aber da hab ich nun weder Zeit, noch Nerv drauf, also gebe ich mich allem einfach so hin. Kritisch nachfragen mache ich auch, wenn ich aber beim zweiten Mal dieselbe Antwort erhalte, ist es einfach so :-)

Und wie immer: Wer eines der obersten Glieder in der Kette ist, ist der Gewinner! Das wir den Politikern das Weihnachtsgeld bezahlen und selber immer weniger haben ärgert uns auch, aber was ändern kann keiner!

Leider!

#winke

Beitrag von projektname-remruew 28.05.10 - 14:51 Uhr

Genau! Alles Voodoo, Zauberei und Bullshit!!! #augen#klatsch

Willkommen in Deutschland!
Ist es Euch schonmal in den Sinn gekommen, dass sämtliches Know how, das in anderen Ländern täglich eingesetzt wird, hier in Deutschland schlichweg verboten ist ?!
Ihr könnt doch nicht allen Ernstes eine 40-60%ige Wahrscheinlichkeit (im Ausland möglich mit eigenen Eizellen, inkl PID, Embryonenauswahl etc. pp) wegdiskutieren!
Und doch: ES IST ERFORSCHT
Und es gibt nicht nur 1 und 0, seid Ihr blind ?! Hier tummeln sich so viele Frauen mit vorzeitigen Abgängen, Fehlgeburten und und und.
Wenn Dein Arzt nicht in der Lage ist, einen Folikel auszumessen, ja dann wechsele ihn!
Sorry, ich halte das hier etwas zu sehr für Bild-Mentalität. Erkundigt Euch mal vernünftig, nehmt Euch mal ein vernünftiges med. Lexikon zur Hand, sichtet Studien (jaaaa, die sicher nicht in Deutsch zur Verfügung stehen) und kommt von dem Voodoo-Quatsch runter!
Ist ja peinlich, wenn das jemand liest....!!!

Beitrag von tammi04 28.05.10 - 15:01 Uhr

Was genau möchtest du mir zu meinem Thema sagen?
Auch in englischen Studien ist mW die Progesterongabe umstritten.

Beitrag von kra-li 28.05.10 - 15:00 Uhr

das ist eben so, wenn kein eindeutiger Befund vorliegt und keine Ursache gefunden wird, muss man eben rumprobieren. besser als zu sagen, ja wir wissen eben nicht woran es liegt, haben sie eben pech...

Beitrag von chez11 28.05.10 - 19:47 Uhr

huhu

also mein Arzt hat noch nie an mir "rumgedoctert"
es wird erst ausgiebig ursachenforschung betrieben und dann wird lange besprochen was gemacht wird, und natürlich kannst du entscheiden ob du das möchtest, schließlich ist dies eine privatleistung die du bezahlst also kannst du dir ja auch selbst überlegen ob du das möchtest.

ich für meinen Teil vertraue meinem Arzt, ich denke wenn man das nicht tut, kann mans auch gleich sein lassen.

vieles ist nicht belegt man versucht aber alles zu tun für den erfolg, vieles ist aber auch bekannt, zu beispiel mit utrogest, kannst ja mal eine oral nehmen dann wirst du den unterschied feststellen, spätestens dann wenn dir speiübel ist und sich alles dreht.

lg#herzlich