Was für Konsequenzen? Und wo Belohnungstafel kaufen?

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Forum: Erziehung

Kinder fordern Eltern täglich neu heraus zu Auseinandersetzung und Problemlösung. Kinder brauchen Grenzen - doch welche und wie setzt man sie durch? Welche Erziehung ist die richtige? Nutzt hier die Möglichkeit, euch hilfreich mit anderen Eltern auszutauschen.

Beitrag von spruin 28.05.10 - 13:48 Uhr

Ich brauche mal einen Rat.
Bisher war mein Sohn immer sehr ruhig lieb und umgänglich. Konflikte haben wir immer konsequent und ruhig gelöst.
Mittlerweile hat er aber zur Zeit eine ganz anstrengende Phase (er wird in 2 Wochen 4)
Er Provoziert und stänkert.
Bisher war es so dass ich ihm zum "wieder runter kommen" in sein Zimmer gesetzt habe, da ist er dann ne Zeit geblieben kam wieder mit einer Entschuldigung und alles ist wieder gut.

Ich schildere einfach mal eine Beispielsituation.
Wir kamen vom Kiga und er sollte seine Schuhe auf dem Flur ausziehen. Er wollte sie aber ausgezogen bekommen und hat laut geschriehen das "DU SOLLST DAS MACHEN" ich habe darauf erwiedert das er sich allein ausziehen kann und ich seine Schwester ausziehen muss und danach essen machen.
Er bleibt dann natürlich stur also habe ich ihm gesagt er kann erst reinkommen wenn er ausgezogen ist.
Daraufhin wollte er ein paar Mal so reinlaufen woraufhin ich ihn immer wieder rausgesetzt habe.
Danach fing er an alle Schuhe und was er finden konnte vom Flur aus in die Wohnung zu werfen.
Ich habe ihn werfen lassen und bevor er reinkommen durfte musste er zusätzlich auch noch die ganzen Schuhe wieder aufräumen.

Das lief jetzt noch noch ganz gut gestern war es schwieriger.

Da war ich auch am kochen und es ging ihm nicht schnell genug und er war immer am schreien er hat Hunger wann ist das Essen fertig etc.
Dann fing er an an mir herumzuziehen und als ich ihn ins Zimmer gebracht habe ist er immer wieder rausgelaufen und hat mich sogar versucht zu beißen.

Da ist meine Frage wie reagiert man da?
Ich kann ihn ja nicht mit Gewalt dazu bewegen auf einem Stuhl oder im Zimmer sitzen zu bleiben das wird ja sofort eine körperliche Konfrontation.

Dann hatte ich die Idee mit einer Belohnungstafel wisst ihr woher man eine gute besonders für das Vorschulalter bekommen kann?

Danke schonmal

Sabrina

Beitrag von mamavonyannick 28.05.10 - 14:01 Uhr

Hallo,

ich würde mir gar nicht so viel streß machen. Mein Sohn ist im selben alter, ich helfe ihm beim Anziehen, wenn er will. Du kannst ihm z.B. auch sagen, das jeder von euch einen schuh auszieht und er sie dann wegräumt. so hast du ihn nicht abgewatscht, sondern mit ihm ein Kompromis geschlossen und erfühlt sich ernst genommen.
Zum Kochen: Lenk ihn doch ab indem du sagst: Wenn du mir hilfst, den Tisch zu decken, dann können wir schneller essen. Oder frag, ob er dir helfen will. Bei uns gabs z.B. den tag Spargel. Ich hab ihn geschält und Yannick ihn klein geschnitten. Dauert etwas länger, aber es macht auch unheimlichen Spaß. Mein sohn hilft mir - wenn möglich - sehr oft beim Kochen.
Ist doch viel einfacher, als wenn jeder von euch ständig seinen Kopf durchsetzen will.

vg, m.

Beitrag von gussymaus 28.05.10 - 14:35 Uhr

was mir zuerst einfällt: "ich kann dir die schuhe nicht ausziehen, aber deiner schwester" - kein gute sache... damit beschwörst du im schlimmsten fall eifersucht herauf... dan muss die kleine schwester alles aushalten... in so einem "ich will auch klein sein"-fall, dem du dich nicht hingeben möchtest (geht ja nicht immer) würde ich alles sagen, aber nie, dass du wegen einem bruder oder schwester keine zeit hast. "ich muss das essen zubereiten" reicht doch?! klar, muss ein kind auch lernen, dass es vor anderen zurück stecken muss, aber gerade bei geschwistern in dem alter, kann sowas schnell mal nach hinten los gehen, darum würde ich es wann immer möglich vermeiden.

meine jungs sitzen auch gelegentlich im hinterflur "ich karieg meine schuhe nicht ab" da gucke ich kurz, ob es wirklich ein besonderes problem gibt - kann ja sein - und sage dann meist: das kannst du alleine, sonst musst du da bleiben. die schuhe kommen nicht in die wohnung, die sind dreckig." also entweder bleiibt er dann mit seinen schuhen draußen oder kommt ohne schuhe rein - meist geht es dann sehr schnell, wenn er merkt, dass ich mich nciht drauf einlasse. natürlich bleibt man freundilich aber bestimmt dabei ;-) so wut-schmeißereien haben wir selten, aber die jacke wird dann aus protest auf den boden geworfen und der hut in die gegend. bewerfen sie mich werfe ich zurück, der schreck reicht dann, ich kann gut zielen und verfehle somit immer nur knapp... an sonsten bin ich kein freund von zurückhauen oder so, aber beim werfen kann man denke ich die schrecksekunde gut nutzen, indem man "fast" trifft.. aber geht auch eben ur selten, sonst wirds ein lustiges spiel. kommen sie dann rein, zwar ohne schuhe, aber aus dem chaos aus kleidern auf dem boden, dann überlege ich mir ob das jetzt genug machtkampf war oder nicht. je nach dem räume ich dan nselber schnell auf (wenn es nur ein paar sachen sind, oder die kinder werden umgeschickt und müssen es selber machen. ja nach situation.

zum thema kochen... wir haben da manchmal ganz ähnliche situationen. weil sie quakig sind und alles nicht schnell genug geht kommt dann "mama du musst mir helfen" da kann dann der 6 jährige keine socken mehr anzihene und der 8 jährige keine reißverschlüsse zumachen. da frge ich dann: soll ich euch anziehen und betüddeln und dann essen kochen oder erst das essen kochen udn wir machen was schönes hinterher wofür sonst keine zeit ist... meist ist ihnen das hinterher buch lesen oder so zehnmal lieber und sie sind ruckzuck angezogen. vielleicht kannst du deinem sohn ja so auch verständlich machen, dass das kochen nur länger dauert wenn du zwischendurch seine wutanfälle beenden musst... manchmal wirkt das ja wuinder, an sonsten würde ich das theater so gut es geht ignorieren, mit einem kurzen: ich muss jetzt kochen, ich habe hunger" - er ja auch, also wird er das einsehen...

spätestens wenn sie mich attakieren bringe ich sie raus. ohne klapps, aber raus. vorne in den flur, bzw vor die küchentür. wenn sie dann gegen die tür treten - kommt zum glück selten vor, bringe ich sie nach oben in ihr zimmer, sage ihnen dann bestimmt, ggf auch etwas lauter, dass sie hier (im eigenen zimmer) gerne randalieren können, aber dann auch mit der kaputten tür leben müssen, denn die werde ich dann nciht ersetzen, aber wenn sie es kaputt haben wollen, bitte, aber nicht in räumen die allen gehören.

bisher ist im kinderzimmer höchstens ein teddy gegen die tür geflogen. und so viel wutausbruch finde ich ok...

meist liegt das "rausgebrachte" kind im flur auf dem boden, schreit eine weile und wenn der wutanfall vorbei geht geht es entweder in sein zimmer weil es sich schämt, oder kommt zurück in die küche und will getröstet werden - was ich dann als entschuldigung werte und natürlich zulasse. später wird es dann mal kurz erwähnt, dass ich ihn wieder rauswerfen werde, wenn er seinen bruder beißt, mich tritt oder .... und dann ist das thema erledigt. ggf wird ncoh ein bisschen erklärt wenn die kinder die situation noch nicht ganz verstanden hatten.

belohnungstafeln haben wir auch. wer freiwillig oder auf bitten aufgaben anderer erledigt bekommt lachgesichter, für die dann am WE ausgesucht werden darf, was wir machen. wer am meisten fremde dienste übernimmt, darf am ehesten den sonntagsausflug bestimmen. wer die ganze woche in der küche hilft kommt dann schon mal gleich zum schwimmbadbesuch auf wunsch, das klappt sehr gut.

aber was muss man denn da kaufen? bei uns hängt ein zettel an der wnad und da male ich lachgesichter (also smileys) mit nem kuli drauf...

Beitrag von marion2 28.05.10 - 15:10 Uhr

Hallo,

was spricht dagegen, einem 4jährigen beim Schuheausziehen zu helfen? Du kannst den Kindern nacheinander helfen.

Warum lässt du ihn die Schuhe durch die Gegend schmeißen, wenn du das nicht willst?

Kann es sein, dass du den Stress selbst provozierst?

Ins Zimmer sperren finde ich übrigens genau so dämlich, wie auf den Stuhl oder die Treppe setzen. Damit löst man doch keine Probleme. Das einzige was die Kinder lernen ist, dass das Zimmer ein Strafraum ist. Da sind neue Probleme doch vorprogrammiert.

Gruß Marion

Beitrag von cajamarca 28.05.10 - 15:20 Uhr

Hallo Sabrina

Belohnungstafeln finde ich in dem Alter noch keine so gute Idee, ich habe eh so meine Probleme, mit dem Urteilen "du warst gut" "du warst schlecht" wenn der Konflikt ohnehin vorbei ist.

Ich bin eigentlich derselben Meinung wie mamavonyannick: mach euch keinen Stress. Entschärf die Lage indem du die Sache mit Humor nimmst, ihm bei den Schuhen hilfst, ihn beim Kochen miteinbeziehst. Als ich meinen Sohn (3,5) einmal fragte, was denn in seinen Kopf gekrochen sei, dass er so toben müsste, meinte er: ein böser Marienkäfer der im Kopf Unordnung macht. Oft reicht es jetzt, wenn ich ihn frage, wie man den Marienkäfer wieder rauskriegt.

Lass dich nicht zu sehr auf Machtkämpfe ein. Natürlich, wenn du erst einmal gesagt hast, er solle die Schuhe alleine ausziehen, dann musst du das auch durchziehen. Aber ist es wirklich so wichtig, das zu verlangen? Gemecker und Genörgel wird bei uns ignoriert, damit erreicht man gar nichts (meine fünfjährige Tochter ist da eine Spezialistin).

LG Anke

Beitrag von xxtanja18xx 28.05.10 - 15:57 Uhr

Hmmmm...

Also meine Jungs ( gerade 4jahre geworden und 6jahre) wissen, das man die Schuhe VOR der Wohnungstür ausziehen müssen...das machen wir alle so. da gibt es überhaupt keine Diskusion...auch wenn sie im Garten sind und über die Terasse reinkommen ziehen sie die Schuhe VOR der Tür aus....das ist so ein Punkt, wo niemand auf die Idee kommen würde, eine Diskusion anzufangen. Das machen die zwei, seid dem sie Schuhe anhaben und Laufen können.

Wenn ich am Kochen bin, fragen mich meine Jungs auch immer, Ich sage ihnen wie lange es ungefähr noch drauert (auf einer Uhr) und solange müssen sie sich noch alleine Beschäftigen...Dann dürfen sie den Tisch decken.

Ich finde persönlich, man sollte nicht aus allem ein Problem machen, es gibt eben dinge, die sind so.

Genauso wie das Zähneputzen, Duschen, Trinken usw

Gruß

Beitrag von lisasimpson 28.05.10 - 22:07 Uhr

hallo!

ich füre meine grundsätzlichen Bedenken zu nem Belohnungssystem jetzt mal hier nicht näher aus.
aber zwei aspekte greif ich mal raus, warum es in eurem fall überhaupt nicht sinnig erscheint:
1. er ist viel zu klein um einen größere zeitspanne, eine bestimmtes verhalten, eine kalr umrissene belohnung (oder deren ausbleiben) in zusammenhang zu stellen mit einer dauerhaften verhaltensänderung
2. eine systematische Umerziehung (wie dsa ja im belohnungssystem angepeilt wird) ist dann zu erwägen, wo man davon ausgehen kann, daß ein bestimmtes ("falsches") verhalten schon lange eingeschliffen und problematisch ist- das kann ich hier nicht sehen...

zu deinem schuh-beispiel. das war doch hausgemachter streß. um wie viel unstressiger wäre es gewesen, wenn DU einen schritt auf ihn zugemacht hättest?
wenn er dich um hilfe bittet und du diese ablehnst, weil du seiner schwester helfen mußt, dann kann ihc seien reaktion verstehen.
wenn du ihm gesagt hättest, er solle schon mal anfangen, wenn du mit der schwester fertig bist, hilfst du ihm, wird das erheblich viel schnller gehen, ihr werdet einen positiven Kontakt haben (das was ja ein Tokensystem herstellen soll!!), er kann am modell lernen, wie Hilfsbereitschaft und Kooperation aussieht und fühlt sich nicht übergangen.
das dauert geschätzte 2 minuten und schafft alles besser als blöde sternchen auf ne tafel zu kleben, de für nen 4 jährigen völlig unsinnig sind.

zum thema stuhl, zimmer oder treppen (kerker oder andere orte zum hinverbannen): ja klar ist das ein machtpsiel und ja klar es gibt zwei Möglichkeiten- entweder dein kind reagiert devot und "schlecht sich" oder es rebelliert und du mußt mit druck und gewalt arbeiten (soweit ists doch klar). daher versteh ich grundsätzlich die idee nicht.
aber: WARUM schickst du ihn hin? das ist doch überhaupt nicht auf ein ziel gerichtet (wie im belohnungssystem aber ausschlaggebend!) - was ist dein ziel? er zog an dir herum?
was soll er STATT DESSEN machen? sag ihm das! dann könnt ihr darüber streiten, ob es sinnig ist, das zu tun und wer wen wie am besten unterstützt, damit ihr euer gemeinsames ziel: esse nauf dem tisch- erreichen könnt.
das zimmer hat dabei doch gar nichts verloren...
die Konsequenz wäre als: ihm einen job geben, für den du ihn dann (ganz ohne system) belohnen kannst

lisasimpson

Beitrag von 3erclan 28.05.10 - 22:59 Uhr

Hallo Sabrina

meiner ist auch4 Jahre alt.

Wir haben ein Belohnungssystem was sehr gut klappt.

Schuhe ausziehen wenn meiner Hilfe braucht helfe ich gerne denn es kann auch sein dass er müde ist nach dem Kiga.Schuhe werfen geht gar nicht.Da wäre ich sorfort dazwischen gegangen.
wegen KOchen beschäftige ihn indem er den Tisch decken darf,Getränke einschenken darf,...

Bezieh ihn mit ein dann knatscht er nicht so.

Ins Zimmer sperren finde ich heftig oft brauchen sie eher ne Umarmung und schreien eigentlich danach wenn sie sich so aufführen.

lg

Beitrag von spruin 29.05.10 - 13:07 Uhr

danke für deine Antwort.
wenn er so drauf ist lässt er sich leider nicht mit einbeziehen. Ansonsten machen wir das schon das er den Tisch mit deckt.
Und ich sperre ich ja nicht ein sondern bringe ihn nur ins Spielzimmer (direkt neben der Küche) damit er sich beruhigen kann.
Ich wüsste sonst nicht was man in so einer Situation machen kann darum hatte ich ja die Frage gestellt.

Sabrina

Beitrag von marion2 29.05.10 - 15:10 Uhr

Hallo,

einfach in den Arm nehmen, festhalten und beruhigend auf das Kind einreden.

LG Marion