Man wird dankbarer!

Archiv des urbia-Forums Frühes Ende.

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Forum: Frühes Ende

Manche Schwangerschaft geht leider vorzeitig zu Ende. Es kann helfen, sich hier mit anderen über das Erlebte auszutauschen; aber auch Fragen zu medizinischen Themen sind willkommen. Hilfreich können auch diese urbia-Artikel sein: Fehlgeburt und Sternenkinder.

Beitrag von gelbe79 28.05.10 - 15:31 Uhr

Hallo #winke
hier kurz meine Geschichte.
Damals als wir uns für ein Kind entschieden haben hat das alles wunderbar und ganz schnell geklappt. Schnell schwanger geworden, SS lief absolut ohne Probleme, Geburt auch. Sohnemann wurde im Jan. 07 geboren, ist jetzt also fast 3,5 Jahre alt. Damals war das alles für mich irgendwie selbstverständlich. Hatte ja auch keinerlei schlechte Erfahrung gemacht, es lief halt einfach alles #herzlich
Dann haben wir uns für ein zweites Kind entschieden. Es wollte und wollte nicht klappen was mich fast wahnsinnig gemacht hat. Nach 1,5 Jahren üben endlich schwanger!!! Juchuuu! Dann in der 9. Woche (diese Woche), der Embryo hat sich nicht weiterentwickelt, das Herzchen schlägt nicht mehr. Unfassbar, ich bin wie gelähmt kann es nicht glauben. Nächste Woche soll ich zur AS #schock
Jetzt sind 3 Tage vergangen und es bleibt die Erkenntnis wie unglaublich dankbar ich eigentlich sein kann, dass das so wunderbar mit meinem Sohn geklappt hat und wie wenig mir das vorher bewußt war. Da braucht es erst einen Schicksalsschlag um zu begreifen welch Wunder man bereits zu hause hat. Mich hat die Erfahrung (auf die ich natürlich trotzdem gerne verzichtet hätte) noch ein Stück näher mit meinem Sohn zusammengebracht und ich glaube ich bin auch ein wenig stärker geworden: Thats life! #blume
Sorry dass es so lange geworden ist.
LG Andrea, die hofft das nächste Woche mit der AS alles gut läuft und die dann selbstbewußt wieder weitermacht #klee

Beitrag von danimitben 28.05.10 - 16:07 Uhr

Liebe Andrea,

es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrung machen musstest.

Trotz allem freue ich mich dass du dankbar sein kannst. Viele Müttern wissen gar nicht wie glücklich sie über ihr gesundes Kind sein können.

Wir konnten nur durch künstliche Befruchtung schwanger werden und waren überglücklich als unser Ben im Juni 08 geboren wurde. Wir wussten unser Glück vom ersten Augenblick zu schätzen, leider durfte Ben nur 12 Monate bei uns bleiben.
Ich habe viele Mütter kennengelernt die ihr Kind als selbstverständlich hinnehmen und das macht mich unglaublich traurig.

Für all diese Familien habe ich eine Homepage über unser Jahr mit Ben erstellt. Es öffnet die Augen wieder für das wahre Glück.

Ich wünsche dir für die AS nächste Woche alles Gute und vielleicht auch noch ein zweites Kind, wenn du dich erholt hast. Bewahre dir dieses dankbare Gefühl!

Liebe Grüße
DANI mit BEN im Herzen *29.06.08 +08.07.09 (Morbus Alexander)
http://www.ben-sternenkind.de

Beitrag von gelbe79 28.05.10 - 16:35 Uhr

Liebe Dani,
wie wahr, deine Homepage öffnet die Augen wieder für das wahre Glück.
Ich habe einen riesen Kloß im Hals und Tränen in den Augen und würde am liebsten in den Kiga fahren und Fabian ne Runde drücken (wohne in den USA, wir haben erst 10.30 Uhr!).
Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und viel Kraft. Ben sitzt bestimmt auf einer Wolke und ist stolz auf Mami und Papi.
Liebe Grüße Andrea #klee

Beitrag von danimitben 28.05.10 - 16:44 Uhr

Danke, ich hatte schon ein wenig Angst dass du meine Worte für überheblich hältst.
Ich wünsche Dir alles Gute!
DANI

Beitrag von steffix77 28.05.10 - 19:53 Uhr

Es stimmt, was Du schreibst. Das ist mir auch schon so oft durch den Kopf gegangen!
Ich selber habe zwar kein Kind verloren, aber bei meinem Kleinen mußten wir auch lange kämpfen (er mußte bei 31+3 SSW geholt werden und hat es nur ganz knapp geschafft).
Heute noch kommen immer wieder die Gedanken und Gefühle hoch und ich bin so unendlich dankbar, daß am Ende alles gutging!

Noch mehr ist mir unser großes Glück bewußt, seit ich eine Freundin nach vielen Jahren wiedergefunden habe...und sie erzählte mir von ihren 3 Sternenkindern.........

Das hat mir so zu schaffen gemacht, daß ich fast schon ein schlechtes Gewissen hatte, daß es bei uns besser gelaufen ist.

Wir können aber beide sehr gut darüber reden und damit umgehen und unsere Freundschaft leidet nicht darunter. Im Gegenteil, ich denke, daß die Gespräche über unsere Erfahrungen uns noch viel mehr zusammenschweißen.

Entschuldigung, ich schweife ab...

Nochmal: Ich finde es ganz toll, daß Du das geschrieben hast, Du sprichst mir aus der Seele!!!

Alles Gute für Euch!!!

LG Steffi

Beitrag von darismama 28.05.10 - 20:10 Uhr

Liebe Andrea,
du sprichst wahre Worte...... Man weiss das Wunder Kind total zu schätzen und zu beschützen. Tut mir leid für euern Stern#kerze, dass ihr auch diese schreckliche Erfahrung machen musstet. Auch ich weiss es jetzt noch mehr zu schätzen auch 2 Goldschätze an der Hand zu halten (es sind unsere angenommenen Kinder- da mussten wir auch schon oft durch Höhen und Tiefen durch.....) und danach kam unser Sohn in der 32. SW als Totgeburt zur Welt.
Jetzt ist man in kürzester Zeit um einige Jahre reifer geworden, ich geniesse den Tag viel bewusster, die eigene Gesundheit, die Gesundheit meiner Familie, es ist absolut nichts selbstverständlich- es kann eigentlich jede Sekunde vorbei sein. Das hätte ich vorher nicht für möglich gehalten.... da dachte ich immer, alles wird gut und kündigt sich irgendwie an, so dass man einschreiten und helfen kann.
Mich hat die Erfahrung auch viel, viel näher noch zu meinen Kindern gebracht und natürlich zu meinem Mann- wer weiss, wofür es gut sein soll- schaden kann es auf jeden Fall nicht, obwohl man gerne auf diese schrecklichen Ereignisse verzichtet hätte- hätte man die Wahl gehabt.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft, vor allen Dingen durch deinen Sohn, der bringt dich schnell wieder in das Leben zurück, was auch gut so ist.....
Liebe Grüße Meike

Beitrag von morla29 28.05.10 - 21:17 Uhr

Hallo Andrea,

ich bin auch eine Andrea und habe ein Sternenkind. Sie heißt Verena und ist am 29. Januar 2010 in der 31. ssw still geboren.

Ich hab auch noch zwei Mädels (Oktober 05 und Juni 07 geboren) und weiß erst jetzt, wie sehr ich diese kleine Wesen liebe. Naürlich hab ich sie vorher auch schon sehr geliebt, aber seit Januar hat sich die Liebe zu meinen Beiden sehr gewandelt.

Deine Überschrift ist genau richtig. Man wird dankbar, für das, was man schon haben darf. Ich bin auch dankbar, dass ich damals so unbeschwert in die Schwangerschaften reingegangen bin.

Ich denke, dass uns diese Erfahrung im Leben weiterbringen wird, evtl. auch stärker macht, denn sie zeigt uns: Das Leben ist nicht planbar.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

Viele liebe Grüße
Andrea mit zwei Mädels an der Hand und einem tief im Herzen