Schuluntersuchung- wer hat das letzte Wort ?

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Forum: Kids & Schule

Kleine Kinder, kleine Sorgen - große Kinder, große Sorgen? Schulschwierigkeiten oder anstrengender Streit ums Aufräumen: Lest und diskutiert mit. Und da die Vorbereitung der Einschulung ansteht: Hier begleitet urbia-TV Vater und Tochter beim Schulranzenkauf.

Beitrag von cookie79 28.05.10 - 16:12 Uhr

Hallo,

vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen. Mein Sohn (6,5 Jahre) ist ein Muss-Kind und soll im August eingeschult werden. Heute war die Schuluntersuchen. Er kann alles und noch mehr was gefordert ist, vom kognitiven her ist er sehr weit. Nur ist er mit seinen 1,12m ziemlich klein und manchmal sehr emotional. Hier auf dem Dorf gibts nur eine Klasse und die ist mit 25 Schülern voll. Da 2004 ein geburtenstarker Jahrgang war müssen die also noch ein paar "aussieben" damit sie keine 2. Klasse machen müssen. Da mein Sohn sehr klein ist, haben sie ihn offenbar auch auf dem Kieker, denn die Amtsärztin hat ihn für nicht schulreif befunden, obwohl er soweit ist. (Angeblich wäre er emotional nicht belastbar und bei so Kleinen sollte man ja eh noch mehr Zeit geben #aerger) Der Meinung, dass er schulreif ist, bin nicht nur ich, sondern auch die Erzieherinnen im KIGA. Die wollten vor ein paar Jahren ein Mädchen sogar erst mit 8 Jahren einschulen, weil sie zu klein war. #augen Die haben echt eine Meise. Ausserdem hat da vor ein paar Jahren so ein Förderkindergarten aufgemacht, der ja auch "beliefert" werden muss und wo mein Sohn, nach Meinung der Ärztin, ja unbedingt hinmuss. :-[ Sowas echt, da nimmt man ihm schon die ganze Freude, weil er nicht in die Schule darf und dann soll er noch in so eine beknackte Einrichtung, wo er niemanden kennt und die meilenweit unter seinem Niveau ist. Sorry, fürs lange #bla
Meine Frage ist, wer hat den jetzt das letzte Wort, die Schule oder ich ? Kann ich darauf bestehen, dass mein Sohn eingeschult wird, auch wenn die Untersuchung schlecht gelaufen ist ? Vielen Dank schon mal für eure Antworten.

LG

Cookie

Beitrag von cookie79 28.05.10 - 16:39 Uhr

ach so... wir sind in Niedersachsen

Beitrag von barbarelle 28.05.10 - 18:12 Uhr

Ich kann dir mal erzählen wie es eine Freundin von mir gemacht hat. Allerdings leben wir in BW.

Sie ist zum Gesundheitsamt gefahren und hat das Kind dort untersuchen lassen. Ohne die Ärztin dort über die negativ verlaufene, andere Schuluntersuchung zu erzählen. Negativ aus dem Grund, weil das Kind körperlich so klein war. Intellektuell aber überdurchschnittlich fit.

Das Kind wurde für Schulfähig befunden und mit dem Ergebnis ist sie zur Direktorin der Schule. Bei diesen Werten, meinte die Rektorin kann sie dem Kind die Aufnahme in die Schule nicht verweigern.

Das Kind war auch 2 Köpfe kleiner als die Kinder mit denen sie eingeschult worden ist. Heute ist sie fast 9 und kein Hahn kräht mehr danach.

Viel Erfolg und alles Gute
Barbarelle

Beitrag von barbarelle 28.05.10 - 18:13 Uhr

Das letzte Wort hat immer der/die SchulrektorIn

Beitrag von grizu99 28.05.10 - 18:46 Uhr

Das letzte wort hat die Schule, bzw. die Eltern. Die Ärztin gibt nur eine Einschätzung der Momentaufnahme ab! Lass dir von der erzieherin einen Bericht anfertigen, wenn sie der meinung ist, das dein Kind Schulfit ist. Genauso lass dein Kind vom Kinderarzt einschätzen und geh mit den Unterlagen zur Schule. Nur weil die zu faul sind eine 2.Klasse auf zu amchen, dürfen sie nicht einfach Kindera bschieben. aber ich kenne das, wir wohnen auch auf den Dorf, hier gibts nur 1x 1Klasse und 1x 2Klasse. nach deer 2.Klasse müssen die Kids ins 3Km entferte Hauptschulgebäude.

Mein Sohn ist recht groß, ich hatte allerdings nie daran gedacht ihn eher einzuschulen. Er hatte auch vorher null interesse an Schule.

Als es dann soweit war und er mit der Schuluntersuchung dran kam, betraten wir das Zimmer und das erste was wir hörten war "Der ist ja so groß, warum haben sie den denn nicht letztes Jahr schon eingeschult?"

Wie kann diese Frau aufgrund von Körpergrösse urteilen, ob ein Kind schulfähig ist oder nicht?

Mein Sohn ist im Übrigen inzwischen einer der Normalgroßen in seiner Klasse ;-)

Beitrag von luka22 28.05.10 - 18:46 Uhr

Die Schulreife von der Körpergröße abhängig zu machen ist doch Unsinn. Im Umkehrschluss müssten wohl sehr große Kinder vorzeitig eingeschult werden? Was soll das? In der Klasse meines Sohnes sind 3 Jungs, die ebenfalls eher klein sind. Keiner von ihnen hat Probleme wegen der Körpergröße. Im Gegenteil. Mein Sohn ist mit 1,40 der größte und kriegt aber häufiger mal eins auf die Mütze, weil er sich einfach nicht wehren kann.

Also, wenn die Schulreife sonst gegeben ist, dann hilft vielleicht eine neutrale dritte Meinung eines anderen Amtsarztes.

Liebe Grüße
Luka

Beitrag von jazzbassist 28.05.10 - 19:10 Uhr

Bildungsangelegenheit ist Ländersache; in Niedersachen folglich im niedersächsischem Schulgesetz (NSchG) geregelt.

§ 64 II NSchG
Schulpflichtige Kinder, die körperlich, geistig oder in ihrem sozialen Verhalten (...) nicht genügend entwickelt sind (...) können vom Schulbesuch um ein Jahr zurückgestellt werden. Sie können verpflichtet werden, zur Förderung ihrer Entwicklung einen Schulkindergarten zu besuchen.

Im Gesamtkontext heißt das, dass über die Aufnahme die Schule (Schulleitung) entscheidet. Die Stellungnahme des Amtsarztes hat nur empfehlenden Charakter. Wenn ohnehin keine Plätze in der Schule frei sind, wird die Schulleitung dieser sicherlich folgen. Wenn noch Plätze frei sind, wird die Schulleitung sich die besten Kandidaten raussuchen, da sie grundsätzlich verpflichtet ist, alle Plätze zu besetzen und auch bedenkenlos die zweifelhaften Fälle der schulreife ignorieren kann, da die Schule ein Kind die ersten 6 Wochen lang noch nachträglich als nicht-schulreif befinden kann.

Die Erziehungsberechtigten sind bei der Nichtaufnahme von "Kann-Kindern" anzuhören. Die Rückstellung ist nur einmal zulässig (unabhängig, wie wenig ihr Kind in 1 Jahr gewachsen ist). Das ganze erfolgt durch schriftlichen Bescheid der Schule, der begründet ist (i.d.R. Begründung der Amtsarztes) und selbstverständlich auch eine Rechtsbehelfsbelehrung (Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe Widerspruch erhoben werden....") beinhalten wird.

Beitrag von winniwuslon 29.05.10 - 11:31 Uhr

HI DU,

also wir haben im letzten AUgust ein Kann Kind von November mit 1,10 eingeschult.

Mein 2. ist im Moment unter die P3 gefallen und wird voraussichtlich gerade mal einen Meter haben wenn er im nächsten Jahr zur Schule muss.

Ich würde darauf bestehen das er eingeschult wird.

LG Dani

Beitrag von danaa 29.05.10 - 11:41 Uhr

hi,

meine tochter ist mit ihren 1,07m auch sehr klein und zierlich..sie geht auch dieses jahr zur schule..sie wird jetzt im juni 6 jahre und es war nie eine diskussion das sie nicht zur schule geht..schuluntersuchung war top..

komme aus nrw..

lg
danaa

Beitrag von dani.m. 29.05.10 - 14:48 Uhr

Ich dachte, die Zeiten wären vorbei? #schock Bei mir hatten sie das (damals noch in der DDR) auch versucht. Allerdings war mein Kinderarzt und auch der KiGa anderer Meinung. Ich musste dann noch mal zu einem anderen Test, in dem es nur um Wahrnehmung und geistige Entwicklung ging und wurde dann doch eingeschult - mit 6 Jahren und 1,10 Meter. 2 Jungen waren übrigens genau so klein.

Beitrag von woodgo 30.05.10 - 16:07 Uhr

Hallo,

meine Tochter hat nun endlich Ihren 1,10 Meter erreicht#huepf Sie kommt auch dieses Jahr in die Schule.
Diese Woche war Schulelternabend und es sind Kinder dabei, die genau so groß/ klein sind, wie meine Tochter.
Aber wegen der Größe hat nie jemand etwas negatives gesagt, es war immer klar, daß sie in die Schule kommt.
Ich drück Euch die Daumen;-)

LG

Beitrag von cookie79 31.05.10 - 14:15 Uhr

Vielen Dank für eure Antworten und das Mut machen.

Wir konnten gleich heute nochmal mit der Rektorin sprechen und nach Rücksprache mit dem KIGA, wie er sich da das letzte Jahr entwickelt hat und der Versicherung meines Sohnes dass er unbedingt in die Schule möchte (und wir Eltern das auch wollen), wird er jetzt doch dieses Jahr eingeschult.
#ole #huepf #freu

LG

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