Eure Meinung zum Waldkindergarten?

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Forum: Kleinkind

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Beitrag von meritene 28.05.10 - 21:46 Uhr

Hallo und einen schönen guten Abend,

zur Zeit überlegen wir, in welchen Kindergarten unser Sohn nächstes Jahr im Mai (er wird dann 3 sein) gehen soll.

Ich finde ja die Grundidee eines Waldkindergartens sehr schön. Allerdings ist mein Junge eher ein zartes, leicht kränkelndes Kind und ich frage mich, ob ein Waldkindergarten, bei dem die Kinder bei strömendem Regen und eisigen Temperaturen über Stunden draußen sind (oder hab ich da eine
falsche Vorstellung?) so das richtige für ihn wäre?

Außerdem habe ich ein bißchen Sorge, dass "kuscheln" (in den Arm nehmen, wenn es einem Kind nciht so gut geht etc.) bei diesem Konzept eventuell zu kurz kommt?

Ich habe mir den speziellen Kiga noch nicht angeschaut, da es noch ein bißchen früh ist und die Termine erst später vergeben werden. Sicherlich muss man das auch im Einzelfall abklären, aber wie ist es bei euch?

Danke und liebe Grüße,
Daniela

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 21:58 Uhr

Meine Tochter geht seit August letzten Jahres in einen Waldkindergarten und es war- kurz gesagt - die beste Entscheidung!!!

Java war "früher" auch häufiger krank. Sie musste oft inhallieren, wenn sie erkältet war, weil sie schnell eine Bronchitis bekommen hat. Wenn sie jetzt erkältet ist, dann hat sie mal zwei Tage eine Schnoddernase und dann ist es gut. Sie fehlte seit August genau 5 Tage und es war immer so, dass sie abends Fieber hatte und wir sie dann am nächsten Tag sicherheitshalber zu Hause behalten haben. Eigentlich war sie aber schon wieder fit und hätte in den Kiga gehen können. Einmal hatte sie am Wochenende Magen-Darm. Und das wars. Sie ist viel viel fitter als vorher und das trotz des recht strengen Winters.

Ich muss allerdings fairerweise sagen, dass manche Kinder in ihrem ersten Kindergarten-Winter sehr häufig krank waren. Das ist aber sowohl im Waldkindergarten als auch im "normalen" Kindergarten der Fall.

Deine zweite Sorge kann ich nicht recht nachvollziehen. Wieso sollten Waldkindergarten-Erzieherinnen weniger kuscheln? Unsere beiden sind sehr liebevoll und wirklich sehr engagiert. Sie machen ihren Job gerne und das merkt man. Darauf kommt es an: Dass eine Erzieherin GERNE Erzieherin ist und SPASS am Job hat. Dann ist es völlig egal, wo sie arbeitet.

Ich kann dir wirklich nur ermutigen, dein Kind dorthin zu geben, wenn Du den Erzieherinnen vertrauen kannst. Auch ich habe gelernt, dass Regen nicht giftig ist und das man sich bei Kälte einfach warm anzieht. Und mittlerweile gehe ich selbst auch bei Wind und Wetter raus.

Beitrag von meritene 28.05.10 - 22:04 Uhr

Hallo Bine,

also wahrscheinlich ist das mit dem kuscheln eher so eine Vorstellung: Da sitzen 10 matschbeschlammte, nasstriefende Rotznasen in Gummistiefeln und Regenoutfit und das lässt sich nunmal nicht so schön in den Arm nehmen wie drinnen. Ich denke da ein bißchen, dass sich draußen eher etwas "verläuft" - im wahrsten Sinne des Wortes - wenn es Probleme gibt, als wenn man drinnen darauf eingeht.

Und die Problematik, dass ich eher ein "Schönwetterrausgeher" bin und so so so ungern friere, spielt sicherlich auch ne große Rolle. Ich ziehe meinen Sohn meist auch viel wärmer an als es die anderen Kinder sind, weil ich immer von mir auf ihn übertrage udn ich nun mal ziemlich regen-kälte-empfindlich bin...

#schein

Daniela

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:12 Uhr

Gut, ich muss sagen, dass unser Kindergarten eine "Mischform" ist. Der Kindergarten ist die Waldgruppe eines städtischen Kindergartens. Es gibt ein festes Haus mit Gruppenraum, Ruheraum und Bauecke, Küche, Garderobe und Badezimmer, dazu noch ein Garten. Gleich gegenüber ist ein Wildgehege, ein Bolzplatz und ein Spielplatz und alles ist umgeben vom Wald. Dort gibt es dann einige Waldplätze, die die Kinder regelmäßig besuchen. Sie sind täglich draussen, mindestens 3,5 Stunden lang. Morgens geben wir sie im Haus ab, mittags essen sie dort.

Es ist aber nicht wahr, dass ein Kind draussen nicht getröstet oder gekuschelt wird. Das geht alles, aich wenn man friert.... gerade wenn man friert rutscht man zusammen. Ich würde dir gerne ein Bild zeigen, habe es aber nicht online. Darauf sind fünf frierende Rotznasen beim Kuscheln mit eienr Erzieherin zu sehen. Wirklich süß.

Und was das Frieren angeht: Es gibt Tee, es gibt Taschenwärmer, warme Handschuhe, Schneeanzüge und super warme Stiefel, z. B. von KAMIK. Man kauft einfach andere Klamotten. Und wenn es sehr kalt ist, machen die Kinder viele Bewegungsspiele, hüpfen und tanzen. Die frieren nicht, glaub mir.

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:14 Uhr

Ach so: Ich denke auch, dass es draussen weniger Probleme gibt als drinnen. Die Kinder können sich viel besser aus dem Weg gehen. Laute Kinder fallen nicht so sehr auf. Raufbolder können sich austoben. Die Jungen können ihre Aggressionen an Bäumen auslassen. Ich will den Waldkindergarten nicht glorifizieren, aber die Kinder in unserer Gruppe fühlen sich einfach sauwohl. Und sie lernen so wahnsinnig viel, sowohl was Sozialverhalten angeht als auch Wissen über die Natur.

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:25 Uhr

Sorry, noch was (Du merkst, dass ich dich überzeugen will ;-) ):

Es gibt wirklich weniger Vormittage, die komplett verregnet sind. Von August bis jetzt waren es bei uns vielleicht 10 Tage, wo es NUR geregnet hat. An diesen Tagen gehen die Kinder zu einer Lehmgrube, wo sie mit dem Popo runterrutschen. Sie sehen aus wie Sau. Aber dann weiß ich: Sie hatten richtig viel Spaß! DAS ist wirklich etwas, was kaum ein anderes Kind erleben darf.

Im Winter, wo es so geschneit hat, war es morgens auch meistens trocken. Sie waren täglich Schlitten fahren... so viel, dass unsere Tochter nachmittags kaum mehr Lust darauf hatte.

Ich habe so viele schöne Bilder, die ich dir gerne zeigen würde. U.a. auch davon, was sie sonst noch so alles machen. Z. B. malen und basteln im Wald, vorlesen usw. ALLE Kinder können mittlerweile mehr als ein Wort schreiben. Drei Kinder sind noch 3, u. a. meine Tochter, die sogar schon etwas lesen kann. Die Vorurteile, dass die Kinder nicht fit für die Schule werden, stimme ALLE nicht!

Beitrag von maylu28 28.05.10 - 22:11 Uhr

Hallo,

also wenn Du so einen Waldkindergarten in der Nähe hast, würde ich mich auch dafür entscheiden. Draußen sein ist die beste Abhärtung für die Abwehrkräfte.
Außerdem dachte ich, dass sie ja auch einen kleines Häuschen oder Bauwagen haben, da kann dann auch geknuddelt werden.

LG maylu

Beitrag von barberina_hibbelt 28.05.10 - 22:23 Uhr

Huhu,

auch wenn wir ständig draußen sind, mir wäre das zuviel Wald #schein Lieber geb ich ihn in einen KiGa, der Waldtage oder -wochen hat...

Noch dazu stört mich bei unserem, dass Container und Toilette ca. 5 Minuten Fußmarsch entfernt stehen.

Wegen Krankheiten hätte ich keine Bedenken- krank werden sie auch im "normalen" KiGa.

lg B.

Beitrag von morla29 28.05.10 - 22:24 Uhr

Hallo,

ich hab mir auch einen Waldkindergarten angesehen, und mich dagegen entschieden.

Die Hauptgründe:
- meine beiden sind gerne draussen, aber auch gerne drinnen (beim malen, basteln usw.)
- nicht am Ort und hat dann nicht die Freunde im Ort
- Hygiene (Pieselgrube - dachte dann an 10 Schichten Klamotten, die im Winter runtermüssen wenn es pressiert)
- Teich
- hätte täglich mit dem Auto fahren müssen - jetzt bin ich in 5 Minuten zu Fuß

Versuch doch mal einen Probetag zu bekommen.

Gruß
morla
mit Ramona 4,5
und Christina (wird nächsten Freitag 3)
und #sternMädchen Verena (still geb. 29.1.10 - 31. ssw)

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:28 Uhr

Zur Hygiene: Sehr selten müssen die Kinder draussen. Ich war jetzt schon einige Male mit im Wald und es mussten immer noch so zwei bis drei Kinder. Und wenn es im Winter pressiert: Eine Strumpfhose, eine Jogginghose, eine Schneehose... bei mir sind das nur drei Schichten. Die Erzieherinnen meistern das gut.

Teich: Wo ist das Problem? Da gibt es Tiere: Frösche, Salamander, Schnecken, Fische... ein Teich ist doch wunderbar... hast Du Angst vorm Ertrinken? Musst Du nicht, da ist noch nie ein Kind reingefallen. Die sind doch nicht blöd. Und sie haben Regeln, an die sie sich halten.

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:30 Uhr

Malen, basteln: Tut meine Tochter auch im Wald und zwar nicht nur mit Naturmaterialien. Sie haben alles im Wald dabei und malen und basteln auf dem Waldboden.

Beitrag von maylu28 28.05.10 - 22:45 Uhr

Das find ich einfach cool. Kinder brauchen ja eigentlich nicht viel. Ist eh besser für die Fantasie.
Bei uns in der Nähe gibt es sowas leider nicht...


LG Maylu

Beitrag von bine3002 28.05.10 - 22:53 Uhr

"Ist eh besser für die Fantasie."

Ob es nun besser oder schlechter ist... darum ging es mir gar nicht. Ich höre nur so häufig viele Vorurteile und Bedenken und die stimmen in der Regel einfach nicht.

Schön ist bei uns, dass die Kinder regelmäßig auch im städtischen Kindergarten sind, dem sie angehören. Das kommt vor, wenn Erzieherinnen krank werden oder Urlaub haben. Somit können die Kinder ihren Kindergarten mit einem "normalen" Kindergarten vergleichen. Und obwohl sie in der Stadt alles haben vom Fahrzeug über eine Rutsche und "echtem" Spielzeug... fragt man sie, dann sagen fast alle, dass sie lieber im Wald sind. Das häufigste Argument ist: "Im Wald ist es nicht so laut."

Beitrag von morla29 29.05.10 - 20:45 Uhr

Hallo Bine,

ich wurde nach der Meinung gefragt und habe sie gesagt! Ich darf doch eine andere Meinung haben, oder?

Für uns ist er halt nichts. Aber für alle Mütter, die das toll finden, ist es doch super. Mir reichen eben die Waldtage im normalen Kindergarten und die Ausflüge, die ich mit meinen Kindern in den Wald/in die Wiesen usw. mache.

Viele Grüße
morla