das leben ist so unfair...

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Forum: Trauer & Trost

Fehlgeburt, Tod eines geliebten Menschen, Angst, nicht enden wollende Trauer um ein Sternenkind: Leider stehen wir nicht immer auf der sonnigen Seite des Lebens, diese Erfahrung muss jeder von uns machen. Oft hilft es, mit anderen darüber zu sprechen...

Beitrag von rumpelchen220782 28.05.10 - 22:40 Uhr

Hallo,

Ich weiss einfach nicht mehr wie ich das weiter aushalten soll...meine Omi ist vor ein paar Wochen ganz plötzlich verstorben an einer Lungenembolie....
einen Tag vorher hatte ich noch mit ihr telefoniert ,und da sagte sie mir noch, wie sehr sie sich freue, dass sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen wird...wo sie lag wegen einer Blasenspieglung und es war alles wieder ok....
bis sie schmerzen in der Brust und im Arm bekam, aber den Ärzten nix sagte,weil sie nicht länger im Kh liegen wollte...sie verstarb kurz vor ihrer Entlassung#heul...

es war ganz schrecklich für mich als ich es erfahren habe..meine Oma und ich waren ein appel und ein Ei... auch wenn sie 250 km von uns entfernt wohnte...wir telefonierten regelmäßig..und ich versuchte so oft es ging sie zu besuchen..

Doch was mir am allermeisten weh tut ist, dass sie nicht mehr miterleben kann , wie ihre kleine Enkelin groß wird, die zu diesem Zeitpunkt grad 6 Monate alt war...und sie die kleine erst einmal gesehen hatte, wo sie grad 3 Monate alt war#heul

Ich hab das alles noch überhaupt nicht verarbeitet...ich verdränge das immer ,aber in jeder ruhigen Minute muss ich an sie denken...sie fehlt mir so...es zerreisst mir jedesmal das Herz,wenn ich mein Opa anrufe und dann nicht noch meine Oma ans Telefon kommt und sagt" na meine große schnecke wie gehts dir" ich will immer stark sein am Telefon zu meinem Opa und verdrück mir krampfhaft das heulen...weil ich nicht will, das es ihm dann wieder noch beschissener geht als eh schon...

Mit meiner Familie rede ich eigentlich auch nicht groß drüber um nicht wieder in die Wunde zu stechen ( die wohnen 600 km von uns entfernt)
Der einzige der mir ein bissel über die Trauer weghilft ist mein Mann,und unsere kleine Maus....Es tut nur so verdammt weh und wird auch noch lange weh tun...

Danke fürs zuhören

liebe Grüße Dani und eine#kerze für Omi( sie war grade 71 geworden)

Beitrag von steffi140788 28.05.10 - 23:26 Uhr

hallo,

mein beileid, lass dich #liebdrueck

mein bruder starb auch ganz plötzlich an einer lungenembolie mit 37 jahren.
es ist wirklich so unfair.

viel kraft für die nächste zeit.

Beitrag von myimmortal1977 28.05.10 - 23:31 Uhr

#liebdrueck

Das Wichtigste ist, dass Du Dir keine Vorwürfe machst. Man weiß nie, zum Glück nicht, im Voraus, wann ein Mensch aus dem Leben gerissen wird.

Oftmals ist es unvorbereitet, manchmal auch vorbereitet, doch selbst, wenn es vorbereitet kommt, ist der Zeitpunkt an dem es passiert, immer noch unvorbereitet.

Mein Vater verstarb im Jahre 2000 an einer schweren Krankheit. Wir wußten, dass er sterben wird. Nur als der Zeitpunkt da war, war es immer noch unvorbereitet. Einem gehen im Anschluss tausende von Dingen durch den Kopf, ob man alles getan hat, was man hätte ihm noch sagen wollen etc.

Zum Sterben gibt es NIE DEN RICHTIGEN Zeitpunkt.

Immerhin durfte Deine Oma ihre Ur-Enkelin noch einmal sehen. Mein Vater durfte seinen Enkel nie sehen. Dafür starb er 8 Jahre zu früh. Er hat Kinder geliebt. Er hätte seine wahre Freude an ihm gehabt.

Aber ich tröste mich immer damit, dass er vom Himmel herab schaut und so sein Leben mit verfolgen kann. Mein Vater ist zu jeder Tages und Nachtzeit bei mir, in meinen Gedanken, wie er zu Lebzeiten war. Das ist die lebende gute Erinnerung, die ich mir behalte.

Der Tod gehört (leider) zum Leben dazu. Nur Gott allein weiß, wann der Zeitpunkt zum Gehen gekommen ist. Aber ganz stirbt ein Mensch nur, wenn auch die Erinnerungen an ihn erlöschen. Und da Du an Deine Oma so sehr und lebendig denkst, lebt sie noch ein Stück weiter. Und das ist gut so.

Alte Menschen gehen oftmals anders mit dem Tod um, als junge Menschen. In Bezug auf Deinen Opa, ich glaube schon, dass er es ganz gut akzeptiert, so wie es ist. Das heißt nicht, dass er sie nicht vermissen wird. Aber ältere Menschen haben eine gesündere Einstellung zum Tod. Sie sind erfüllter und dankbarer, für ihr langes Leben und haben selten Angst vor dem Tag, der da irgendwann kommt.

Wie gesagt, mach Dir selbst bloß keine Vorwürfe. Jeder Mensch lebt sein eigenes Leben und ist aus vielen Gründen oftmals verhindert, am Leben des anderen mehr oder weniger teilzuhaben.

Danke dem lieben Gott für das recht lange und erfüllte Leben Deiner Oma. Behalte die Erinnerung an sie wach und erzähle Deiner Kleinen, wenn sie es irgendwann begreifen kann, von ihrer Ur-Großmutter. Mach ihr ein Fotoalbum fertig oder sonst was. So hältst Du die Erinnerung lebendig.

#liebdrueck Janette

Beitrag von tykat 29.05.10 - 01:07 Uhr

Das hast Du sehr schön und herzlich geschrieben!

LG#blume

Beitrag von asimbonanga 30.05.10 - 16:46 Uhr

Schön geschrieben.#blume

Beitrag von lunaleila 02.06.10 - 22:02 Uhr

Hallo Dani,

ja, es tut so verdammt weh, einen geliebten Menschen, seine geliebte Oma, verloren zu haben. Ich habe meine Omsli (so habe ich sie immer liebevoll genannt) vor 6 Monaten verloren, zu Weihnachten. Ich bin auch noch voll Trauer und Schmerz und Kummer darüber, kann es nicht fassen, dass meine liebste Omsli nicht mehr da ist. Sie wohnte gleich neben uns in der Wohnung, ich sah sie täglich und dennoch mache ich mir Vorwürfe, dass ich mich zu wenig um sie gekümmert habe. Viel zu wenig zeit mit ihr verbracht habe.

Weisst Du, es ist nie genug, die Zeit, die man miteinander verbringt. Immer scheinen einem andere Dinge wichtiger. Das habe ich jetzt erst gemerkt, leider.

Meine Omi hatte eine sehr schwere Krankheit - Lungenkrebs. Die Zeit von der Diagnose bis zu ihrem Tod, die uns blieben, waren genau 6 Wochen. Das mag lang klingen zum Abschied nehmen, aber wir hatten trotzdem nicht damit gerechnet, dass sie so schnell gehen musste. Dennoch war es eine lange Zeit des Leidens, so schlimm habe ich noch nie jemanden leiden gesehen. Es hat mir das Herz gebrochen, das sehen zu müssen und so hilflos dem gegenüber zu stehen.

Ich weine immer noch sehr, sehr oft, dass meine liebe Omsli nicht mehr da ist. Ich weine alleine, vor meinen Kindern oder mit meiner Mutti zusammen. Wir sind immer noch ganz benommen. Ich kann Deine Trauer um Deine Omi sehr gut nachvollziehen.

Hast Du ein schönes Bild von deiner Omi? Dann stelle es doch auf. Mir hilft es, auf das lachende Bild meiner Oma zu schauen. Und dann habe ich noch ein ganz besonderes Foto von ihr: als sie ganz jung war, vielleicht Anfang 20. Das ist ein echtes "Uraltfoto" vom Fotografen, das steht gleich daneben. Vielleicht magst Du Deinen Opa nach so einem Bild von deiner Omi fragen, ob er solch eines hat und es Dir schenken würde. Das würde ihn sicher auch freuen. Frag ihn doch nach solchen Sachen, oder lass Dir Erinnerungen von ihm erzählen, die Du vielleicht noch gar nicht weisst, aus dem Leben Deiner Omi. Wie sich Deine Großeltern kennengelernt haben, wie sie ihr(e) Kind(er) aufgezogen haben, wo Deine Omi in Lehre war, was sie als junges Mädchen/junge Frau mochte etc.
Ich glaube, Dein Opa würde sich darüber freuen, über dein Interesse und auch ihm täten solche Erinnerungen gut. Frag ihn, ob er bereit ist, darüber zu erzählen, oder ob es ihn (noch) zu sehr schmerzt. So verarbeitet ihr beide besser die Trauer um Deine Omi und sie bleibt in Euch lebendig...

Liebe Grüße,
lunaleila,
die ihre liebste Omsli schmerzlichst vermisst