brandstiftung=politische aktion

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Beitrag von mansojo 29.05.10 - 08:57 Uhr

hallo,

in berlin und auch in hamburg geht es ja heiß her
hier ein kleiner beitrag aus berlin friedrichshain
http://www.bz-berlin.de/tatorte/auto-vor-townhouse-angezuendet-article837358.html

nun zu frage
sind das nur idioten die da fremdes eigentum abfackeln

oder ahben sie tatsächlich eine ernstzunehmende politische aussage?

sogar in unserem beschaulichen kietz wurde ein "luxuswagen"angezündet

in einigen bezirken berlins werden neumieter beschimpft,ihre häuser beschmiert oder zäune niedergerissen
in berlin stand ein mietshaus sogar schon unter polizeischutz
http://www.bz-berlin.de/bezirk/treptow/chaoten-schikanieren-hausbewohner-article857449.html



nun die frage was haben die "chaoten" davon wenn sie die besser verdienen aus den kietzen vertreiben?

lg manja

Beitrag von shmenkman 29.05.10 - 12:32 Uhr

Hallo!
Zunächst möchte ich klarstellen, dass ich Brandstiftung nicht gutheiße!

Aber ich kann verstehen, dass Alteingessene einen Hals kriegen, wenn ihr Kiez von Medien- und Designerfuzzis eingenommen wird.

Zum einen, weil sich das Straßenbild verändert: bald gibt es keine Alten und keine (oder weniger) Ausländer, kleine Latte Macchiato- und Designerlädchen machen überall auf, nach ein paar Jahren folgen die Kitas weil alle Kinder kriegen und die Menschen auf der Straße geben ein unnatürlich homogenes Bild ab.
Zweitens, und wohl noch wichtiger ist: die Mieten steigen lächerlich schnell, weil auf einmal alles so hipp und angesagt ist.
Die Leute, die vorher im Kiez wohnen mussten, weil sie sich kein besseres Viertel leisten konnten, werden sozusagen vertrieben.
Ich erlebe das hier gerade in "Kreuzkölln". Unsere traumhafte Wohnung stand ein halbes Jahr leer, weil vor ein paar Jahren niemand in Neukölln wohnen wollte (Uuuh, gefährlich! Viele Ausländer!)
Würden wir jetzt ausziehen, müsste der Nachmieter sicher 200,- Euro drauflegen müssen (und auch gerne tun).
Das Paradoxe an meiner Haltung ist: mein Mann und ich sind mit Schuld! Designfuzzis mit Kind im Anmarsch.

Wir treiben diese Entwicklung mit an, wir freuen uns auch über die Cafes und netten Lädchen, darüber, dass man hier toll ausgehen kann, aber ein bsschen Unbehagen ist auch dabei.

Ich kann verstehen, dass es Leute gibt, die wütend über die Entwicklung sind, auch wenn Brandstiftung und Sachbeschädigungkein adäquates Mittel des Quartiersmanagements sind.

Schwieriges Thema, erinnert mich manchmal an "Die Trabantenstadt" (Asterix).

Liebe Grüße
Belma

Beitrag von mansojo 29.05.10 - 13:10 Uhr

hallo, belma,

es sind nicht die alteingesessenen die hier zerstören

es sind meißt junge menschen
die noch nix wirklich auf die reihe gebracht haben

die zerstören anderer leute eigentum
eigentum das hart erarbeitet wurde

ist denn die nachfrage nach guten wohngegenden nicht logisch und sinnvoll

berlin ist im steten wandel
erst war der prenzl`berg hip

nu isses treptow

in 25 jahren ist wahscheinlich marzahn soweit hip zu sein

aber geht es um die sinnlose wutwillige zerstörung
verstehen kann ich das nicht

Beitrag von grafzahl 29.05.10 - 12:33 Uhr

> oder ahben sie tatsächlich eine ernstzunehmende politische aussage?

Nein, haben sie nicht.

Es handelt sich lediglich um eine Ausweitung der Krawalle zum 1. Mai.

Zerstörung ist eben eine Form der Freizeitgestaltung.

Beitrag von mansojo 29.05.10 - 13:14 Uhr

ah also reine zerstörungswut

bin ich auch der meinung

aber irgendwie wird es als politisches statement verkauft