gleich zwei (!) pubertierende jungen - ich glaube, ich drehe durch

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Forum: Erziehung

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Beitrag von andilchen 30.05.10 - 18:28 Uhr

Hallo,
kann mir jemand mal ein paar Tipps geben, wie ich die Pubertät meiner Söhne überstehen soll ?
Ich habe zwei Jungen im Alter von 12 und 13 1/2 Jahren und beide sind mitten in der Pubertät und bei uns ist jeden Tag die Hölle los und ich denke, ich packe das alles nicht mehr.
Ein paar Beispiele: Die beiden schreiben diese Woche beide Arbeiten in der Schule, also sage ich, dass sie lernen sollen und ich sage das einmal,m zweimal, dreimal, ....natürlich zu jedem von den beiden und beide motzen mich dann an, dass sie immer lernen sollen....dabei halte ich mich für eine relativ gelassene Mutter, die ihre Kinder nicht unter Druck setzen will, damit sie die Lust nicht an der Schule verlieren, aber so ein bisschen " kümmern2 vor Arbeiten ist dann doch nicht zu viel verlangt, oder? Die beiden sind auch gut in der Schule und ich denke immer, dass sie noch nie richtig lernen mussten, da ihnen das Ganze leicht fällt....was allerdings mittlerweile mehr Nach- als Vorteil ist.
Na ja und dann noch das leidige -Thema Zimmeraufräumen, die dreckigen Klamotten in den Wäschekorb werfen usw.
Ganz davon ab, haben sich die beiden ständig in den Haaren - wobei ich davon ausgehe, dass da auch der (nicht vorhandene) Altersunterschied eine Rolle spielt.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, als Mutter völlig versagt zu haben, denn alles was ich ihnen vermitteln wollte (kein Neid untereinander und dass sie sich aufeinander verlassen sollen und können usw.) ist nicht mehr vorhanden. Genauso so Grundsätzlichkeiten wie mal Abtrocknen oder mal die Spülmaschine ausräumen oder so, Ich erwarte ja keine Wunder, aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich bin hier der Depp und für alles zuständig. Kann mir jemand mal was Sinnvolles mailen, wie ich das alles einigermaßen erträglich meistern kann?
Andilchen:-(

Beitrag von jazzbassist 30.05.10 - 20:16 Uhr

Sehen Sie die beiden einfach mal als 12 respektive 13 1/2-Jährige Teenies und nicht mehr als Kinder.

Ich denke schon, dass die in diesem Alter die Wichtigkeit einer guten Schulausbildung verstanden haben und im Regelfall keine Mama mehr brauchen, die das „lernen“ für Klassenarbeiten noch koordinieren muss. Die wissen ganz genau, was in einer Klassenarbeit dran kommt, was die davon können und was die davon nicht können und wenn Sie selbst schreiben, dass die beiden gut durch kommen, ist doch alles in Ordnung, oder? Seien Sie hier doch einfach stolz auf die Beiden, dass die das so mühelos meistern. Ob da auf der Mathearbeit nun eine Eins oder eine Zwei steht, ist dem Alter absolut bedeutungslos. Bis zum Abschlusszeugnis/Abitur ist es ja noch ein paar Jahre hin und bis dahin sind die dann auch etwas reifer, um sich da auch mal etwas zusammenreißen zu können. Erst im Studium setzt sich so eine Endnote i.d.R. prozentual gewichtet aus allen Prüfungsnoten zusammen. Bis dahin ist es eigentlich nur wichtig, dass die gut im Unterricht mitkommen und alles verstehen. Dann gibt’s auch kein Bedarf, da was zu lernen. Und - es wird immer wahnsinnig viele Vorteile haben, jemanden, der etwas erklärt, so gut folgen und verstehen zu können, dass man es i.d.R. nicht mehr großartig lernen braucht, um es zu können.

Beim Zimmeraufräumen - auch hier: Die sind alt genug, dass gänzlich alleine zu meistern; ohne eine Mami, die da - wie bei 5-Jährigen - noch täglich hinterherrennen muss. Das ist deren Zimmer, die müssen darin leben, und, solange die sich darin wohlfühlen, ist doch auch alles in Ordnung. Wenn die sich da nicht mehr drin wohlfühlen, können die ja aufräumen. Bei meinem (11) hat das Chaos im Kinderzimmer von heute auf morgen ganz von alleine aufgehört, als ihm zum ersten mal seine Freundin besuchen gekommen ist. Das Kinderzimmer eines (damals) 10-Jährigen zu betreten, dass plötzlich wie von Geisterhand aufgeräumt ist, ist wie in der Twilight Zone aufzuwachen. Wenn Ihnen das persönlich zu unordentlich ist, betreten Sie das Zimmer einfach nicht mehr. Was das für Konsequenzen hat, werden die beiden dann schon merken. Dann bleibt die frische Wäsche eben im Keller liegen und landet nicht mehr wie von Geisterhand in den Kleiderschrank.

Was dreckige Klamotten angeht, gibt’s bei uns eine ganz einfache Regel. Die Eltern waschen alles, was im Keller im Wäschekorb liegt und rennen da einem 11-Jährigen sicherlich nicht mehr hinterher. Spätestens, wenn der Vorrat an den „coolen“ Klamotten zu Ende geht, sollten die es in dem Alter ganz von alleine hinkriegen, dass Problem irgendwie zu lösen. Ansonsten haben wir unserem Spatz mit ~8 beigebracht, wie man so eine Waschmaschine bedient. Hat ziemlich gut geklappt - ich denke nicht, dass man zwei 12 / 13-Jährige damit überfordern würde. Ich würde hier einfach eine ganz klare Regel absprechen. Die beiden produzieren alleine in der Woche sicherlich genug dreckige Wäsche, um so eine Maschine alleine vollzukriegen, Wäsche da alleine reinzustecken, die alleine anzuschmeißen, die Wäsche alleine aufzuhängen und die Wäsche danach auch wieder alleine zu falten und ins Kinderzimmer zu bringen. Wenn Sie sich hier mit dem Haushalt etwas alleingelassen fühlen, würde ich diesen Aufgabenbereich (für die eigene Wäsche ihrer Beiden) einfach delegieren, anstatt da täglich hinterherzurennen oder das selbst zu machen. So werden sich zwei Geschwister hier auch mal alleine absprechen und/oder zusammenarbeiten müssen. Wenn die das nicht hinkriegen, werden die mit der logischen Konsequenz dann von ganz alleine getroffen: Dann muss halt doch mal Omas Weihnachtspullover angezogen werden, wenn nichts anderes mehr da ist.

Streitigkeiten unter Geschwister sind - denke ich - in jedem Alter gänzlich normal. Ich ziehe - glücklicherweise - nur ein Einzelkind groß, kann daher nur aus meiner eigenen Kindheit berichten. Ich habe eine Bruder, der nicht ganz 1 Jahr älter ist als ich. Wir sind glaube ich auch täglich aufeinander losgegangen. Mit dem Alter und der Reife ist das aber gänzlich von alleine verschwunden. Meine Mutter hat uns in dem Alter einfach aus dem Haus geschmissen, wenn wir uns zu lautstark in der Wolle bekommen hatten, damit die wenigstens ihre Ruhe hatte.

Ansonsten würde ich den beiden einfach irgendeine Aufgabe im Haushalt delegieren, wenn Ihnen das zu viel wird. Ob Rasenmähen oder den Müll rausbringen - die werden sicherlich mit nichts überfordert sein. Konflikte (beim nicht erledigen dieser Pflichten) lassen sich am einfachsten lösen, wenn man klar abspricht, bis wann diese Aufgabe spätestens erledigt sein muss, bevor die Mama das wieder (ungefragt) macht und was eintritt, wenn die Mama das wieder erledigen muss. Und dann auch hier einfach nicht mehr hinterherrennen, dann muss man sich auch nicht darüber aufregen.

Beitrag von lisasimpson 30.05.10 - 22:13 Uhr

oh jeee-
nein, leider kann ich keine guten tips geben- aber mich grusetl es schon davor, was in 10 jahren hier wohl los sein wird, wenn meine beiden jungs in dem alter sind...

da genieß ich mal lieber die schöne zeit mit den beiden kleinkindern und fühle mit dir mit!

ansonsten hilft doch ab und an das Mantra "das ist alles nur eine phase" oder?!

lisasimpson

Beitrag von jazzbassist 30.05.10 - 23:36 Uhr

Also mit einem ist das zuweilen schon ziemlich #wolke

Allein die Vorstellung, dass ganze * 2 #zitter

Wobei das Problem laut meinem Sohn eindeutig wir Eltern sind. #schein

Beitrag von andilchen 31.05.10 - 11:53 Uhr

danke für eure Antworten....ich wollte ja auch immer zwei mit relativ geringem Altersabstand haben und bis vor ein paar Monaten hätte ich das auch sofort jedem empfohlen, der mich nach dem idealen Altersunterschied gefragt hätte...wie gesagt, bis vor ein paar Monaten!
Mit einem ist es langweilig, das kann ich mir vorstellen: Neulich war der Ältere auf Klassenfahrt und der Jüngere hat eine Woche das Mantra "Mir ist langweilig, wann ist denn endlich Samstag, wann kommt denn endlich der Henrik wieder", runtergebetet und kaum war Samstag und Henrik eine Stunde zu Hause, sind wieder die Fetzen geflogen...
Manchmal denke ich, ich müsste mir ein dickeres Fell, Ohrschützer und eine verdunkelte Brille zulegen, um die Pubertät zu überstehen, mal sehen, was noch kommt.
Bis dann,
Andrea#winke