Schmerzen in der Austreibungsphase- kann kein weiters Kind haben

Archiv des urbia-Forums Geburt & Wochenbett.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Geburt & Wochenbett

Die Geburt deines Kindes rückt näher und es tauchen immer noch neue Fragen auf? Du hast gerade entbunden und ganz spezielle Fragen in dieser besonderen Situation? Hier ist der Ort für alle Fragen rund um Geburt und Wochenbett.

Beitrag von mami08-08 30.05.10 - 23:20 Uhr

Hallöchen ihr Lieben

Ich hab da eine Erfahrung von der Geburt meiner Tochter die mich nicht mehr loslässt. Ich dachte ich schreib einfach mal darüber und schaue was ihr dazu sagt.

Als mein Sohn vor 2 Jahren geboren wurde hatte ich während der Austreibungsphase keine Schmerzen. Es war zwar unangenehm aber es tat nicht weh. Als die Hebamme meinen Sohn in meine Arme legte wusste ich, das ich noch ein Kind haben wollte:-D. Der Eindruck von den Schmerzen während der Geburt war also nicht so schlimm gewesen.

Naja vor knapp 4 Monaten kam meine Tochter zur Welt und ich muss sagen das ich absolut schockiert war von den Schmerzen die ich während der Austreibungsphase hatte. Alles war so ähnlich wie bei meinem Sohn gewesen - bis auf die Phase in der ich Aktiv mitpressen sollte.
Ich hatte noch keine Presswehen als die Hebi meinte ich solle doch schon einmal pressen. Das tat so weh dass ich verrückt war vor Schmerzen. Sie sagte der MuMu sei bei 7/8 cm. Dann kamen aber schon die Presswehen und sie sagte mir das ich jetzt mitpressen sollte.
Ich habs versucht aber es tat so sehr weh das ich nicht konnte. Ich hab jedes Mal mein Bestes versucht und nicht geschafft es mit aller Kraft zu tun. :-(
Es war ja mein zweites Kind und ich wusste wie es geht aber ich hatte solche Schmerzen das ich total versagt habe. :-(
Die Hebi wurde irgentwann stinksauer - aber es tat einfach zu sehr weh.

Nach ungefähr 15 Minuten hat meine Hebi mir dann sehr streng gesagt : "dein Baby will raus! Du musst ihr helfen alleine schafft sie das nicht. Die Kleine steckt da drinn fest - hilf ihr" !
Irgentwie hab ich danach die Kurve gekriegt. Es hat zwar gedauert aber sie kam raus.:-)
Ich war so schockiert von den Schmerzen dass ich meine Tochter nicht mal in den Arm nehmen konnte. :-(

Das ist doch nicht normal oder? Ich denke die Zeit nach Dhanyas Geburt
ständig darüber nach warum es so sehr weh tat. Alle meine Bekannten haben gesagt das sie während der Austreibungsphase nie Schmerzen hatten - nur diesen extremen Druck. Die Schmerzen diesmal waren so stark dass ich von diesem Druck nix gemerkt habe.

Jetzt hab ich gehört dass man Presswehen veratmen sollte wenn der MuMu noch nicht vollständig geöffnet sei. Von Pressen war keine Rede.

Kann es sein das der Grund warum ich solche Schmerzen hatte die Tatsache war dass der MuMu erst 7/8 cm geöffnet war?

Den Eindruck von dieser Geburt kann ich einfach nicht wegwischen. :-(Wir wollten eigentlich drei Kinder haben aber ich kann das nicht noch mal. Ich hab eine sehr starke Innerliche Blokade die mich von dem Gedanken abschreckt. Mein Mann ist sehr traurig über meine Einstellung aber er sagt auch das er es verstehen kann. Er hat geweint als er sah was für Schmerzen ich am Ende der Geburt hatte.

Hatte von euch schon mal jemand sowas? Lag das am MuMu?
Habt ihr später noch mal ein Kind bekommen? Und wenn ja, wie war dass dann?
Vielen Dank fürs lesen.

Lg Julia


Beitrag von laboe 30.05.10 - 23:34 Uhr

Hallo Julia,
also grundsätzlich ist ja jede Geburt anders. Aber was mir bei deiner 2.Geburt komisch vorkommt, ist die Tatsache, dass du bei MuMu 7/8cm schon pressen solltest. Da befandest du dich in der Übergangsphase, in welcher man die Wehen tatsächlich veratment muss, aber schon leichten Pressdrang verspüren kann. Als ich in der Phase lag, meinte ich: Ich hab schon so Pressdrang. Und meine Hebi meinte, ich darf nicht pressen, da sonst der MuMu platzen/reißen kann#schock Erst bei vollen 10 cm durfte ich pressen und das war dann tatsächlich "nur" noch der Druck, der unangenehm war. Der eigentliche Schmerz des MuMu-Eröffnens war ja weg.

Ich würde an deiner Stelle dringend beim nächsten Kind eine Beleghebi nehmen, die dann deine Geschichte schon kennt und sich auf deine Ängste einstellen kann. Das ist wirklich soo schön und wertvoll, ich bereue es, dass ich erst jetzt, in der 2.Ss eine habe. Es ist so viel vertrauter und du kannst sie alles zu jeder Zeit fragen.

Ich würde die Entscheidung ob noch ein Kind oder nicht, nicht von der Geburt abhängig machen. Ganz abgesehen davon, dass du offensichtlich die Geburt noch nicht verarbeitet hast. In so einer Zeit so eine Entscheidung zu treffen, das ist kaum realistisch. Also lass dir Zeit! Vielleicht forderst du mal deine Patientenakte ausm KkH an, und liest dir in Ruhe mal alles durch. Mir hat das sehr geholfen, die Geburt und das Wochenbett zu verarbeiten.

So, genug ge#bla

Ich hoffe, ich konnte dir helfen!#liebdrueck

Laboe (28,SSW), die auch schon etwas #zitter vor der 2.Geburt hat

Beitrag von mupfel-83 30.05.10 - 23:35 Uhr

Bei mir war es das Gleiche. 1. Geburt kaum Schmerzen. Diesmal hab ich gedacht ich werd ohnmächtig.

Da wir ein 3. Kind wollen werde ich direkt ne PDA verlangen#verliebt

Beitrag von droschel 31.05.10 - 07:30 Uhr

Hallo

Hab grad das dritte Kind bekommen....war zu schnell für eine PDA...sie hat mich überrumpelt...:-p und es war trotzdem die schönste, wenn auch anstrengenste Geburt..

Euch allen alles Gute

Beitrag von perserkater 30.05.10 - 23:54 Uhr

Hallo

Ging mir ganz genauso. Aber so stark werden meine Schmerzen während der Austreibungsphase nicht gewesen sein, ich will später auf jeden Fall noch ein Kind!;-)

Es gibt doch Möglichkeiten der Schmerzlinderung. Eine PDA kann auf Wunsch auch bis zum Schluss wirken.

LG

Beitrag von paankape 31.05.10 - 06:02 Uhr

Woran es lag kann ich nicht sagen, aber meine 1. Geburt war auch sehhhhr schmerzhaft und ich habe lange gesagt: NIE WIEDER..

Tja, nun haben wir nach 3 1/2 Jahren noch 2 Wochen bis zum ET und ich hab nichtmal Angst, es ist einfach schon zu lange her.

LG und Kopf hoch!

Beitrag von berry26 31.05.10 - 08:59 Uhr

Hi,

also wie es normalerweise in der Pressphase bzw. Austreibungsphase sein sollte, weiß ich nicht aber bei mir war die gesamte erste Geburt die reinste Hölle, wenn man die Schmerzen betrachtet. Mein Sohn brauchte nur eine Stunde ab der ersten Wehe und so wurde ich bereits von den ersten Wehen quasi überrollt.
Die Pressphase dann war der absolute Höhepunkt. Ich hatte furchtbare Schmerzen und den extremen Druck natürlich. Ich hatte auch anfangs meine Probleme dagegen anzupressen. Von Pressdrang war bei mir kaum die Rede, ich wollte auch eher zurückhalten wegen der Schmerzen. Habe während der Geburt auch wahnsinnig viel Blut verloren und war somit danach alles andere als fit und voll da. Konnte erst nach einem Tag wieder einigermaßen problemlos aufstehen.

Trotz allem bin ich jetzt mit Nr. 2 schwanger und werde in spät. 3 Wochen entbinden. Mit der Zeit hat sich das ganze bei mir einfach relativiert und der Babywunsch wurde einfach stärker. Lass dir einfach etwas Zeit.

LG

Judith

Beitrag von coconut05 31.05.10 - 20:23 Uhr

Ich hatte bei meinem Sohn damals während der Pressphase auch höllische Schmerzen. Was mich auch immer verwundert hat war, dass ich niemals diesen Pressdrang verspürt habe. Eher wollte ich die Beine immer zusammenkneifen vor Schmerz. Ich habe keinen Druck verspürt, nichts.
Die Hebamme damals war auch nicht sehr hilfreich, da war mir mein Mann eine bessere Hilfe was die Atmung anging. Sie haben mir dann auch einen Dammschnitt verpasst damit es schneller geht und ich habe auch viel Blut verloren danach und war einfach nur down und froh das es vorbei war. Die Freude über den Kleinen kam dann erst später.

Dieses Mal habe ich eine Beleghebamme und hoffe es wird besser. Aber je näher der Termin rückt, desto mehr Angst habe ich leider dieses Mal :-(

LG Sandra

Beitrag von becca04 01.06.10 - 08:22 Uhr

Hallo Julia,

bei meiner 2. Geburt war es ähnlich wie bei Dir: Der MuMu war bei 7 cm und ich hatte Pressdrang (ich saß - auf Empfehlung meiner Hebamme - gerade auf dem Klo). Sie bat mich aber, nicht zu pressen, sondern die Wehen zu veratmen ("Papapapapap..."), eben weil der MuMu noch nicht auf war.

In einer Wehenpause schleppte ich mich vom Klo und kurz darauf begann dann wirklich der Pressdrang - 20 Minuten später war mein Sohn geboren (von MuMu 7cm bis zur vollständigen Geburt des Kindes vergingen also nur 20 Minuten).

Ich saß allerdings auf dem Gebärhocker, so dass die Schwerkraft mir bei der Geburt helfen konnte.

Was ich aus Deinem Bericht schließe: Der MuMu war nicht vollständig geöffnet, als Deine Hebamme Dir das Pressen befahl. Der Kopf des Kindes drückte daraufhin immer gegen den unvollständig geöffneten MuMu, der wahrscheinlich anschwoll. Deswegen hattest Du auch später, als Du Pressdrang hattest und der MuMu wohl geöffnet war, so große Schmerzen.
In meiner ersten Geburt musste ich auf Anweisung der Ärztin im KH auch stundenlang pressen, obwohl ich noch gar keinen Drang hatte. Ich hatte zwar nicht so große Schmerzen, war aber nach 4 Stunden total entkräftet und psychisch in einer ähnlichen Verfassung wie Du...

Zu Deinem (begrabenen) Kinderwunsch: Eigentlich kann man davon ausgehen, dass jede Geburt anders ist (Binsenweisheit...). Ich denke, Du wurdest von der Hebamme falsch angeleitet: Der Pressdrang stellt sich erst ein, wenn das Köpfchen auf die Beckenbodenmuskulatur stößt und erst dann beginnt auch - streng genommen - die Austreibungsphase. Bei nicht geöffnetem MuMu zu pressen ist falsch und kann zu einem Geburtsstillstand führen.

Wenn Du das alles beim nächsten Mal berücksichtigst und Dir eine kompetente (!), einfühlsame (Beleg-)Hebamme suchst, könnte eine neue Geburt vielleicht sogar schön werden!

Alles Gute und liebe Grüße,
Becca