Spricht er wegen Zweisprachigkeit so wenig oder ist das Veranlagung?

Archiv des urbia-Forums Kleinkind.

Hier geht es in die aktuelle Version dieser Seite. Nimm dort aktiv am Diskussionsgeschehen teil.

Forum: Kleinkind

Das Leben mit kleinen Kindern ist wunderschön, nie langweilig aber auch ziemlich anstrengend. Da können Tipps von anderen Müttern oder Vätern viel Erleichterung und Hilfe in den Alltag bringen. Viele Infos rund um euer Kleinkind  (z.B. Kinderkrankheiten) findet ihr auch in unserem Magazin.

Beitrag von brilliantblue 31.05.10 - 00:24 Uhr

Hallo!

Mein Sohn ist grade 2 Jahre alt geworden und spricht vielleicht so 40 Wörter, keine 2-Wort-Sätze. Ich spreche deutsch mit ihm. Meine Schwiegereltern, die er mehrmals die Woche sieht und manchmal (nicht ganz so konsequent) auch mein Mann sprechen mit ihm eine andere, also deren Muttersprache.
Er versteht beide Sprachen inzwischen ganz gut, aber mit dem Sprechen ist er eindeutig zurück. Bei den Wörtern, die er spricht, sucht er sich jeweils das einfachere von beiden Sprachen heraus.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es echt an der Zweisprachigkeit liegt, dass er noch so wenig spricht. Ich kenne ein zweisprachiges Kind, das nur 2 Monate älter ist, mit dem man sich schon richtig unterhalten kann.

Was meint ihr, ist das einfach genetisch bedingt und er ist halt nícht so der Sprachbegabteste?

LG, Brilli

Beitrag von kueckchen 31.05.10 - 00:32 Uhr

Hallo

Meine kleine ist fast 20 Monate alt - auch 2 sprachig! Versteht und Spricht beide Sprachen und Hinkt garnicht hinterher! Daher glaube ich nicht das es Unbegingt daran liegen wird! Vieleicht ist dein kleiner in etwas anderem Besonders gut? Ich würde mich da nicht Verrückt machen , wirklich nicht!

"Jedes kind ist anders!"

Lieben Gruß

Beitrag von littleblackangel 31.05.10 - 00:34 Uhr

Hallo!

Ich finde das ehrlich gesagt völlig im Rahmen!

Mein Sohn(wird in 3Wochen 2Jahre) wächst ebenfalls 2-Sprachig auf. Meine Schwimama mit Familie, die nebenan wohnen sprechen mit ihm eben kaum auf Deutsch, er versteht beide Sprachen eigentlich ganz gut, aber auf 40Wörter kommen wir noch nicht! Zweiwortsätze spricht er nur selten, meist ist es dann ein Mama am(essen), Mama Anna(wenn ich mal zu seiner Schwester schauen soll)...


Ich denke, das hat weder etwas mit genetischer Veranlagerung zu tun, noch damit, das er wenig sprachbegabt ist. Ich denke, das ist noch völlig normal und wenn der Knoten bei ihm einmal geplatzt ist, dann wirst du dir wahrscheinlich wünschen, das er nochmal so wenig spricht wie jetzt!;-)


Lieben Gruß,
Angel mit Lukas *21.06.08 und Anna *01.08.09

Beitrag von krtecek 31.05.10 - 04:44 Uhr

Erstmal sind doch jungs immer bisl hinterher...und dann ist doch oft gesagt, dass zweisprachige auch hinterher sind..

Mit uns solltest du nicht vergleichen...Meine tochter hat einen sehr großen Wortschatz...das sind keine 40 wörter.. es sind auch einfache 3-4 wort sätze...aber einfache bitte..

Sie mischt die Sprachen auch nicht..

Es kann durchaus sein, dass er länger brauchen wird...man müstte ihn dann unbedingt mit gleichaltrigen Jungs vergleichen.. dazu existieren im Net Selbsthilfegruppen, wo sich die Eltern austauschen...

Ich habe es nur gesehen, fand aber für uns keinen Bedarf eben weil es bei uns so gut läuft..aber wenn ich Probleme hätte, würde ich mich dafür interessieren..

LG bei eurem Kampf mit zwei sprachen, krtecek

Beitrag von zahnweh 31.05.10 - 04:50 Uhr

Hallo,

das könnte auch am Alter liegen und der persönlichen Entwicklung.

Inzwischen kenne ich einige Kinder, die mit knapp zwei schon Mehrwortsätze sprachen und andere (einsprachige), die mit 2 1/4 Jahren bei ihren 5-10 Wörtern blieben und dafür dann zwischen 2,5 und 3 Jahren so richtig loslegten.

Manche Kinder sammeln lange Zeit Wörter, sprechen sie aber nicht. Und legen dafür später gleich mit ganzen Sätzen los.
Manche sammeln Wörter, nutzen sie einzeln.
Manche sammeln und testen alle Wörter aus, vieles noch undeutlich und die Sprache entwickelt sich so nach und nach.

Meine (einsprachig) hatte mit 2 schon relativ großen Wortschatz (50 Wörter? fragte der Kinderarzt bei der U7, ja mehr, nur nicht die die auf der Liste standen ... diese Wörter sind kein muss. Unser Kinderarzt hat einfach im Rahmen der U7 nachgefragt, um die Entwicklung leichter verfolgen zu können) und die Wörter, die meine schon sagte waren noch recht undeutlich

"Siff" - Fisch
"Eifeife" - Reiswaffel
"Saffel" - Flasche
...

kurz nach dem 2. Geburtstag explodierte ihr Wortschatz so richtig
mit ca. 2 1/4 J. kam ein grammatikalischer Sprung - da probierte sie Mehr-Wortsätze aus und probierte die Objekte an verschiedenen Stellen
Mit 2,5 Jahren noch mal ein Wortschatzsprung: diesmal vor allem in der Aussprache. Ganz von sich aus wurde aus dem "Siff" ein Fisch und aus der "Kickube" eine Krabbelgruppe...
Und jetzt mit 2 Jahren 9 Monaten ist sie momentan wieder in einem sprachlichen Schub.

Bei Kindern die zweisprachig aufwachsen oder häufig auch bei Zwilligen, KANN, muss aber nicht!, sich das Sprechen noch eine Weile hinauszögern, weil manche erst mal innerlich für sich die Sprachen ordnen und verarbeiten (bei Zwillingen wenn sie untereinander auch ohne Worte prima kommunizieren können).
Das kann so sein, muss aber nicht.

Wichtig ist einfach, dem Kind zu antworten und viel sprechen. Das was das Kind (noch nicht) richtig sagt oder ausspricht, inhaltlich beantworten und nebenbei die richtige Aussprache mitgeben.

Wenn meine sich freute "da Siff da Siff", war meine Antwort, ja da ist ein Fisch. So lernte sie es nebenbei und hatte Freude an der Sprache.

Das mit dem rauspicken des einfacheren Wortes, hab ich bei zweisprachig aufwachsenden Kindern (kenne ein paar) immer wieder mal erlebt. Das gibt sich mit der Zeit. Wichtig ist, dass die Erwachsenen dann jeweils bei der eigenen Sprache bleiben und selbst nicht mischen! Auch dann, wenn das Kind grade die andere Sprache anwendet...
Also wenn das Kind "Mama, Aqua" sagt, dann mit "Bitte sehr, hier ist dein Wasser" antworten.

Beitrag von biene21083 31.05.10 - 08:36 Uhr

HAllo,

ich sehe die Argumnente als sehr kritisch : "Er ist ein Junge", "er wächst zweisprachig auf", "er/sie ist ein Einzelkind"

Aber deiner ist gerade erst 2 geworden, daher würde ich mir noch keine Gedanken machen. Aber ich würde mich eben nicht auf die oben genannten Gründe verlassen.
Wichtig ist noch, wie er sonst entwickelt ist. Meine Tochter hat zb eine Muskelschwäche, das hat sich auf das Sprechen ausgewirkt.

Sie hat mit 2 auch gerade mal 40-60 Wörter gesprochen und 2 Wort Sätze, aber nur ganz leichte, wie zb "Da Ball", "Mama Arm" ;)
Ein 3/4 jahr später ist sie nur noch am quatschen, aber eben durch die schwache Muskulatur , spricht sie recht undeutlich.

ich selber habe als Kind auch erst spät angefangen zu reden.

Was hat denn der KiA bei der U7 gesagt?

Lg Maja

Beitrag von brilliantblue 31.05.10 - 13:01 Uhr

Der Kinderarzt sah es nicht sooo eng, da sein Sohn auch erst mit dreienhalb den ersten richtig langen Satz gesagt hätte ;-) Er meinte nur, man sollte sich sicher sein, dass das Kind auch gut hören kann.

Beitrag von melli.c 31.05.10 - 12:19 Uhr

Hallo
Mein Kleiner ist jetzt 19 Monate alt und wächst 2-sprachig auf. Wie sein großer Bruder sagt er im Moment fast nur Wörter die in beiden Sprachen gleich oder ähnlich sind. Klar gibt es Kinder die mehr können. Eine Freundin von mir hat die gleiche Konstellation und ihrer hat in dem Alter nix geredet und jetzt trennt er beide Sprachen super.Dafür hat mein Sohn andere Talente ;-) Mein Großer hingegen(sie sind fast gleich alt) redet Deutsch sehr mit Italienisch gemischt. Italienisch fast wie geichaltrige. Vor dem Kindergarten hat er Italienisch verstanden, aber fast nicht gesprochen. Der Kleine bekommt schon mehr It. mit als der Große in dem Alter: Papa ist mehr da, Bruder redet Italienisch, mehr italienischer Kontakt als früher.
Ein Mädchen in der gleichen Konstellation 20 Monate redet auch schon viel mehr verständliche Worte und trotzdem mache ich mir keine Sorgen.
Nach einem Jahr Kindergarten hat eine Erzieherin noch gemeint mein Sohn ist total schlecht in der Sprache ich solle doch bitte nicht mehr Deutsch mit ihm reden #schock. Jetzt merkt man nicht mehr soviel davon. Wenn ich beide Sprachen hätte zusammenzählen könnte, dann wären wir bestimmt bei einem guten Wortschatz gewesen. Manche Worte fallen ihm halt nicht so schnell auf in einer Sprache ein, deswegen redet er gemischt, aber ich weis das wenn ich nachfrage er mir fast immer das auch auf richtigem Deutsch sagen kann.
Er redet eben lieber schnell und viel. Bei dem anderen Jungen kommt hat sehr wenig, dafür eben richtig.
Warte noch ein wenig ab. Ich denke auch bei Deinem kommt es bestimmt bald rausgesprudelt.
Ups das war jetzt aber genug
Ciao aus Italien
Melli

Beitrag von maggy79 31.05.10 - 12:38 Uhr

Hi,

letztens im Fernsehen haben sie gesagt, dass Kinder die mehrsprachig aufwachsen später anfangen zu sprechen.
Meine Kleine wächst dreisprachig auf und spricht auch noch wenig (ist aber erst 15Mon.).

LG
Maggy

Beitrag von brilliantblue 31.05.10 - 13:04 Uhr

"Wenig" ist doch super. Mit 15 Monaten hat mein Sohn fast gar nichts gesagt. Immerhin hat er sich inzwischen schon stark gesteigert. ;-)