Bürgerarbeit

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Forum: Politik & Philosophie

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Beitrag von dropsi_2 31.05.10 - 11:15 Uhr

Hallo zusammen,

wenn ich das lese, dann frage ich mich wieder mal, wo bin ich eigentlich?

http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-will-Buergerarbeit-article896955.html

Wenn es denn so viele freie Arbeitsplätze gibt, um so etwas anzuregen, wieso tauchen die erst jetzt auf und wieso sind die nicht vernünftig bezahlt?

Mal schauen, was ihr dazu meint.

LG

Beitrag von sassi31 31.05.10 - 13:34 Uhr

Hallo,

die Frage habe ich mir schon gestellt, als die FDP mit dem Vorschlag kam, ALG II-Empfänger sollen gemeinnützige Arbeit leisten.

Gruß
Sassi

Beitrag von zwiebelchen1977 31.05.10 - 14:16 Uhr

Hallo

Was meisnt du mit vernünftig bezahlt?

Bianca

Beitrag von manavgat 31.05.10 - 14:44 Uhr

Das sind 7,14 Euro die Stunde und somit nahe an der Ausbeutung (Tarif Putzfrau West 8,30 Euro). Interessant wäre auch zu erfahren, ob diese Mitarbeiter richtige Mitarbeiter sind und dem allg. Arbeitsrecht unterliegen oder ob es ähnlich abgeht wie bei den 1 Euro-Jobs.

Da fallen ja auch Jobs weg: Gärtner, Landschaftspfleger, Pflegehelfer usw.

Es gab früher mal sogenannte ABMs, die waren normal bezahlt mit allen Rechten und Pflichten.

Hinzu kommt: es gibt Menschen für die haben wir keine Verwendung. Kann man das nicht einfach zugeben?

Gruß

Manavgat

Beitrag von king.with.deckchair 31.05.10 - 15:25 Uhr

"Hinzu kommt: es gibt Menschen für die haben wir keine Verwendung. Kann man das nicht einfach zugeben?"

#pro

Beitrag von sassi31 31.05.10 - 20:19 Uhr

"Da fallen ja auch Jobs weg: Gärtner, Landschaftspfleger, Pflegehelfer usw. "

So geschehen hier in meinem Wohnort. Mit Einführung der 1-Euro-Jobber sind hier etliche Stellen (u. a. waren das ABMs) weggefallen, weil die 1-Euro-Jobber ja schließlich irgendwo eingesetzt werden müssen #aerger.

Beitrag von zwiebelchen1977 31.05.10 - 20:28 Uhr

Hallo

Pflegehelfer wohl kaum. Denn in der Pflege werden sie nicht eingesetzt werden dürfen( waschen, ankleiden, Toilettengänge etc.)

Sie sollen lediglich vorlesen oder Spaziergänge machen.

Bianca

Beitrag von sassi31 31.05.10 - 20:43 Uhr

Hallo,

in erster Linie Gärtner.

Gruß
Sassi

Beitrag von marion2 01.06.10 - 10:04 Uhr

Pflegehelfer sind doch schon zum Teil durch 1-Euro-Jobber ersetzt worden.

Vorlesen und Spaziergänge sind dran, wenn alle Hintern sauber sind.

Beitrag von zwiebelchen1977 01.06.10 - 10:44 Uhr

Hallo

Na du hast ja Ahnung.

Es ist nicht so, das sie ersetzt werden. Die 1 Euro Jobber haben genau Vorgaben vom Amt, was sie tun dürfen. Und die Pflege gehört nicht dazu!!!!

Sie dürfen Vorlesen und Spaziergänge auch nicht mit jedem Bewohner machen.
Und die 1 Euro Jobs sind rar im Altenheim.

Auch Aufräumtarbeiten( Schmutzwäsche wegräumen, Windeleimer säubern, saubere Wäsche einräumen etc) und putzen gehören zu ihren Aufgaben.

Beitrag von marion2 01.06.10 - 10:54 Uhr

Ganz zufällig lebe ich in der Realität.

Beitrag von zwiebelchen1977 01.06.10 - 10:56 Uhr

Du, ich uch. nur ich arbeite im Altenheim und weiss wiees bei uns gemacht wird

Beitrag von marion2 01.06.10 - 13:34 Uhr

Ich weiß, wie es in anderen Altenheimen läuft... Ich kenne Altenpflegerinnen und Altenpflegehelferinnen und weiß, dass besonders letztere gern durch billiges Personal ersetzt werden.

Beitrag von sassi31 01.06.10 - 12:57 Uhr

Hallo,

eine ehem. Mitschülerin von mir hat immer freiwillig und ohne Bezahlung im Altenheim geholfen. Sie wollte Altenpflegerin werden. Und sie hat alles gemacht, was dort angefallen ist: gewaschen, gefüttert, Windeln gewechselt. Da hat keiner nach einer Ausbildung gefragt.

Ich denke auch, dass das heute nicht anders ist. Offiziell vielleicht, aber inoffiziell sieht das mit Sicherheit ganz anders aus.

Bei nächster Gelegenheit frage ich mal meinen Cousin. Er ist Altenpfleger und hat schon in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet.

Gruß
Sassi

Beitrag von silbermond65 03.06.10 - 22:21 Uhr

Pflegehelfer wohl kaum. Denn in der Pflege werden sie nicht eingesetzt werden dürfen( waschen, ankleiden, Toilettengänge etc.)

Wieso denn nicht? Jeder Praktikant darf diese Tätigkeiten doch auch verichten.

Beitrag von sturmine 31.05.10 - 17:44 Uhr

Hallo.

Bei mir spaltet sich da meine eigene Meinung. Auf der einen Seite denke ich, dass man natürlich etwas für sein Geld tun sollte und es immerhin genügend zu tun gibt.
Sei es, Grünflächenpflege, Müll von der Strasse räumen, Sicherheitskräfte auf Bahnhöfen ....... und und und.....

Aber die andere Seite: Diese Leute nehmen dadurch dann einen evtl vollwertigen Arbeitsplatz weg.
Sei es beim Grünflächenamt, der Stadtreinigung oder eben anderes....

Echt schwierig.....

Beitrag von marion2 01.06.10 - 10:06 Uhr

Hallo,

wenn man den Leuten statt ALGII ein anständiges Gehalt zahlen würde, ....das wird aber nicht passieren.

Und zusätzlich war noch nie irgendeiner von diesen Jobs.

Schade nur, dass das wahrscheinlich wieder nur ALGII-Empfänger und nicht Langzeitarbeitslose im Allgemeinen betreffen wird.

Gruß Marion

Beitrag von zwiebelchen1977 01.06.10 - 10:40 Uhr

Hallo

Soweit ich gehört habe, sollen diese Jobs für Langzeitarbeistlose sein, die aschwer vermittelbar sind.

BIanca

Beitrag von sassi31 01.06.10 - 13:05 Uhr

Hallo,

grundsätzlich ist es ja auch garnicht verkehrt, wenn die Leute Arbeit bekommen. Aber dann doch bitte zu halbwegs ordentlichen Kontitionen. 30 Stunden für 900 Euro ist aber nicht halbwegs ordentlich bezahlt. Da hat ja sogar mein Ex-AG besser bezahlt und der ist bekannt für miese Bezahlung.

Was mich aber noch am Meisten stört ist, dass das Ganze ohne Arbeitslosenversicherung ablaufen soll. Heißt also, wenn die Leute den Job beenden, sind sie direkt wieder im ALG II-Bezug. Und damit ist das Ganze nichts anderes als eine dieser seltsamen Maßnahmen.

Um nochmal auf die Frage der TE zurück zu kommen:
Woher kommen denn die freien Stellen für die Bürgerarbeit so plötzlich?

Gruß
Sassi

Beitrag von marion2 01.06.10 - 13:49 Uhr

aber nur, wenn diese im ALGII-Bezug sind.

schwer vermittelbare ältere Langzeitarbeitslose haben oft Partner, die ausreichend verdienen...

Solche Menschen fallen bei solchen Maßnahmen gern durchs Raster, interessiert ja auch keinen, weil sie auch gern aus Statistiken fallen...

Beitrag von lapislazulli 01.06.10 - 21:58 Uhr

Sorry ich würde sofort für 900,- 30h den Park säubern gehen.
Ihr wisst gar nicht was im Osten abgeht. Da biste hier Spitzenverdiener.
Ich hab mir 3 Jahre in der Lehre den Arsch aufgerissen um super abzuschneiden. Dann durfte ich für 1100 brutto 40 h arbeiten gehen.
Ich hatte für diesen Hungerlohn einen Riesenberg Verantwortung und und brauchte nen ganzen LKW voller Wissen und Kenntnisse.
Wenn ich für 900,- den Park aufräumen darf...klasse.
Da muß ich mich nicht so viel weiterbilden.
Warum ich nicht weg gehe? Ich bin hier daheim, ich häng an meiner Heimat.Aber leben kann man hier bald nicht mehr.
Bin übrigens Reiseverkehrskauffrau, keine Hauswirtschafterin oder sowas.
LG Lapi

Beitrag von marion2 02.06.10 - 08:33 Uhr

Ich wohne im Osten.

Beitrag von lapislazulli 02.06.10 - 08:46 Uhr

Ich weiß.
Und deswegen müßen in deinem Altenheim die Praktikanten Hintern putzen und bei Zwiebelchen nicht.
lg lapi

Beitrag von marion2 02.06.10 - 09:53 Uhr

Ich hätte gern ein Altersheim ;-) Die Gewinnspannen scheinen enorm... wenn es anderswo noch anders geht

Beitrag von zwiebelchen1977 02.06.10 - 13:16 Uhr

Hallo

Doofe Antwort. Zudem Altenheime keine Gewinne erwirtschaften, zumindesten die nicht privaten.

Und es gibt durchaus Altenheime, die so arbeiten wie wir

Und wenn du keine Ahnung hast, einfach mal den Ball flach halten.
Die löhne sind auch überall unterschiedlich, stell dir vor. und die Critas zahlt gut, Urlaubsgeld, 13 Monatsgehalt, private Rentenversicherung, 6 Monate Lohnvortzahlung bei Krankheit.

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