Und nun?

Archiv des urbia-Forums Ungeplant schwanger.

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Forum: Ungeplant schwanger

Was ist, wenn eine Schwangerschaft überraschend und ungeplant kommt? Hier kannst du fragen, wie andere diese Situation bewältigt haben. Grundsatz-Diskussionen um das Thema Schwangerschafts-Abbruch sind allerdings besser im Forum "Allgemeines" aufgehoben.

Beitrag von nic975 31.05.10 - 11:23 Uhr

Hallo alle miteinander,

habe ein im Moment noch kleines Problem....

Ich bin in der 7. Woche schwanger - und mein Mann möchte dieses Kind absolut nicht! Schwanger - trotz Pilleneinnahme - und nun schiebt er mir natürlich den schwarzen Peter zu...
Er kommt mit Argumenten daher - da dreht sich einem eigentlich der Magen um. Finanziell geht es uns ganz gut, die Wohnsituation ist auch in Ordnung - eigentlich alles perfekt für Nr. 2 (wenn auch ungeplant)

Ich bin seit 16 Jahren mit meinem Mann zusammen - und ich bin entsetzt über sein Verhalten. Egal was ich nun mache - ich bin immer diejenige, die "Schuld" ist und das bekomme ich seit 2 Wochen massiv zu spüren... (Im Büro würde man sowas als Mobbing bezeichnen!)

Habe am Freitag einen Termin bei ProFamilia - ich bin so hin und hergerissen und weiß absolut keine Lösung im Moment.

Mal denk ich, ja ich krieg das Kind und werde auch alleine mit 2 Kindern fertig - die Trennung von meinem Mann eingeschlossen...
Im anderen Moment denk ich - ich laß es wegmachen... und alles wird schon irgendwie gut.
Aber - ... ich weiß jetzt schon, daß mich das psychisch schwer belasten wird, sollte ich diesen Schritt tun.
Und wenn ich tatsächlich diesen Schritt begehe - so weiß ich jetzt schon, daß das ewig zwischen uns stehen wird.
Vielleicht bin ich zur Zeit auch nur einfach so durcheinander daß ich keine klaren Gedanken verfassen kann ...

Wenn ich das Kind wegmachen lassen würde - dann will ich wieder getrennte Konten und klare Verhältnisse. Dann gibt es wieder "Gleichberechtigung in der Ehe" - soll er dann eben auch mal putzen und waschen. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr merke ich, daß "unsere Ehe" schon lange keine mehr ist und hier einiges im Argen liegt.
Immer musste ich beweisen, daß ich das doch alles schaffe (Kind, Haushalt und Büro) - und was kam dabei raus... ein eingespielter Alltag - der so bequem für meinem Mann ist - und ich bin selber mit Schuld dran.

Und das schlimmste an allem ist, daß mein Mann mir immer noch nichts zutraut - und ich um Anerkennung bettle wie ein #hund...

Entschuldigt bitte das viele #bla - aber irgendwie musste ich mir das gerade von der Seele schreiben - und hab ja selber schon einiges gemerkt. Aber schlauer bin ich deswegen auch nicht...

Liebe Grüße von einer völlig verstörten Nic975


Beitrag von bine-1976 31.05.10 - 11:37 Uhr

Hallo Nic,

eigentlich lese ich immer nur mal in diesem Forum, weil hier der Gegensatz beschrieben wird, von dem was ich erlebe!

Ich kann dich verstehen das du hin und hergerissen bist, aber du hast dir in vielen Sätzen eigentlich schon selbst die Antwort gegeben!

Du willst dieses Kind! Und du würdest es dir selbst wohl niemals verzeihen, wenn du es wegmachen lassen würdest!

Du solltest vielleicht deinem Mann mal einen langen Brief schreiben, in dem du beschreibst, was du hier beschrieben hast! Wie du eure Ehe siehst, warum du ihn nicht verstehen kannst und warum sich eure Zweisamkeit so sehr verändert hat!

Jeder Mensch weiß heute, das eben auch die Pille kein 100 %iger Verhütungsschutz ist, auch dein Mann sollte das wissen und er sollte auch mittlerweile gelernt haben, was es heißt Verantwortung für sein Handeln zu tragen!

Lass dich von ihm bitte nicht unter Druck setzen! Sondern steh zu deinen Gefühlen und entscheide erst dann, wenn du dir ganz sicher bist!

LG
Bine

Beitrag von littlebaby1405 31.05.10 - 12:01 Uhr

Mach das was dein Herz dir sagt. Und für mich klingt es so, das du das Kind willst. Dann bekomm es auch und lass dir das von niemanden rein reden. Ich bin auch schwanger aber ich kann mein Kind nicht bekommen weil ich schwer krank bin. Ich hab am Freitag einen Termin zur Ausschabung. Ich bin jeden Tag nur am heulen. Aber es geht einfach nicht.
Du bist doch sicherlich gesund, also gibt es auch keinen Grund warum du das Baby nicht bekommen solltest. Mein Freund ist auch gegen das Baby. Aber hauptsächlich wegen meiner Krankheiten. Ich war erst fest entschlossen das Baby zu bekommen egal ob er mich dann verlässt oder nicht. Ich habe aber eine Kleine Tochter die mich braucht und daher kann ich meine Gesundheit nicht noch weiter auf´s Spiel setzen. Aber auf meinem Freund hätte ich da keine Rücksicht genommen. Es ist ja schließlich auch mein Kind!

Liebe Grüße!!!

Beitrag von yorks 31.05.10 - 12:21 Uhr

Also ganz ehrlich??? Es hört sich an als hättest du dich schon für das Baby entschieden und das finde ich sehr schön.

So wie es scheint, gibt es da mehrere Baustellen in eurer Ehe. Im schlimmsten Fall lässt du euer Baby gehen und einige Zeit später ist die Ehe trotzdem kaputt und dein Mann geht auch.

Vielleicht gibt die neue Aufgabe euch Kraft noch mal zusammenzuraufen. Wenn so ein kleiner Wurm erst mal da ist, dann sieht die Welt anders aus und zur Not schaffst du das auch ganz alleine.

#liebdrueck

Beitrag von sunflower5 31.05.10 - 12:52 Uhr

eure Situation ist doch gut, bis auf das Verhalten deines Mannes.

Lass doch bereits jetzt Gleichberechtigung und Emanzipation mehr in eure Ehe einfliessen.

Dazu gehört auch, dass Frau sich nicht zur Ab drängen lässt, das ist so traurig. Frau muss das alles durchstehen,nicht der Mann.

Wenn du vom worst-case ausgehst, dann kann es nur besser werden für dich.

SChlimm ist, dass dein Mann dich nicht lobt etc, du musst ihm gar nichts beweisen, finde ich.

Ich denke, wenn du bei deinem Wunsch, das Baby zu behalten, bleibst, deinen Standpunkt vertrittst und standfest bleibst, muss er es respektieren.
LAss bitte nicht so mit dir umgehen!
Sonst sinkt sein Respekt vor dir noch mehr, denn genau dieser scheint ihm zu fehlen.

Solltest du dich bei pro fam. nicht gut beraten fühlen, bitte geh noch zu einer anderen B-stelle, wie Diakonie, Caritas , SKF. Es hängt immer sehr von der jeweiligen Beraterin ab.
Bitte sprich dort alles an, was dich bewegt und belastet, nimm deinen Mann mit.

WEnn er wirklich kein Kind wollte, dann hätte er ja zusätzlich mit Gummi verhüten können, finde ich.

LAss dir keine Last aufbürden mit der Ab, die du nicht willst!

glg

Beitrag von kann sein 31.05.10 - 14:01 Uhr

Hallo Nic,

ich habe abgetrieben und bereue ist nicht! Ich war mir allerdings ganz sicher, das Kind nicht zu bekommen.

Hier schreiben häufig Frauen, die nie abtreiben würden und dann erzählen, wie es einem nach einer Abtreibung geht ;-) daher lass Dir von mir, die weiß wie es "danach" ist, sagen:
Man muss sich 100%ig sicher sein! Nur so kann man es wirklich gut verarbeiten. Wenn Du Zweifel hast oder es gar Deinem Mann zuliebe tun würdest - vergiß es!
Und das hört sich bei Dir ganz klar so an, daher kann ich Dir nur raten, das Kind zu bekommen!

Ich wurde bei Profamilia übrigens gut beraten, das Gespräch war überhaupt nicht "einseitig". Das hängt natürlich von der jeweiligen Person ab. Du kannst übrigens Deinen Mann zu Profamilia mitnehmen!

Noch etwas: Ich will Deinen Mann ja nicht in Schutz nehmen, aber vielleicht ist er im Moment einfach nur geschockt und braucht etwas Zeit? Schließlich kann man ja im allgemeinen davon ausgehen, dass bei Pilleneinnahme nichts passiert. Kommt er denn mit Eurem Kleinen nicht klar?

Beitrag von sunflower5 31.05.10 - 21:49 Uhr

Zum vorletztenSatz nur soviel?

Auf die Pille ist nicht 100 % Verlass!

Deshalb ist es besser , zusätzlich mit Kondom zu verhüten.

Beitrag von kann sein 01.06.10 - 08:34 Uhr

Natürlich nicht sunflower!

Trotzdem geht doch bei Pilleneinnahme weder Frau noch Mann davon aus, dass ausgerechnet sie zu den 0,1 bis 0,9 % gehören wo die Pille versagt.

Damit wollte ich auch nur zum Ausdruck bringen, dass sich Nics Mann nach dem ersten Schreck vielleicht doch noch beruhigt.

Beitrag von salida-del-sol 31.05.10 - 21:16 Uhr

Hallo, liebe Nic975,
ich empfinde, Deine Zeilen nicht als viel Bla-Bla, sondern vielen Dank dass Du uns so viel Vertrauen entgegenbringst und so offen über Dein jetziges Erleben berichtest. Wir Frauen brauchen dies unendlich, uns einfach alles von der Seele zu reden oder zu schreiben. Deine Angst vor einer psychischen Belastung nach einer Abtreibung halte ich persönlich für nicht unberechtigt. Denn es kann eine Verlusterfahrung für Dich werden. Eine Abtreibung für einen andern lohnt sich nicht. Häufig wissen Männer nicht, was sie da von ihrer Frau verlangen. Sie denken ein Eingriff und alles ist wieder beim Alten. Aber sie übersehen dabei die Tatsache, dass Mutter und Ungeborenes bereits eine unbeschreibliche Einheit sind. Und eine Abtreibung ihr Leben stark verändern kann.
Dir dreht sich bei seinen Argumenten jetzt schon der Magen um. Wie soll dies anschließend werden, denn die logischen Argumente des Verstandes zähen hinterher herzlich wenig. Es kann gar nicht um eine Schuldzuweisung gehen, denn zu einer Zeugung gehören immer 2 Menschen. Davon, dass dieses Wissen, dass er Dich um dieses Kind gebracht hat, immer zwischen Euch stehen würde, davon gehe ich auch aus. Und dies halte ich persönlich für kein gutes Fundament. Da helfen dann getrennte Konten auch nicht mehr weiter. Es heben sich mir die Zehennägel, wie Du zur Zeit behandelt wirst. Aber das Kind kann nichts für das Verhalten seines Vaters. Es ist unschuldig. Fühl Dich ganz sanft von mir gedrückt.
Sei ganz lieb gegrüßt von salida-del-sol

Beitrag von nic975 01.06.10 - 13:01 Uhr

Hallo an alle,

vielen lieben Dank, daß ihr mir so lieb aufmunternd und auch ehrlich geschrieben habt!

Warte jetzt mal den Beratungstermin bei proFamilia am Freitag ab.
Vielleicht sehe ich danach einiges klarer. #gruebel
(Allerdings werde ich bestimmt nicht in Erwägung ziehen, eine Abtreibung durchzuziehen - das ist mir jetzt bewusst geworden!)

Liebe Grüße und nochmals vielen Dank für Eure Antworten!
Nic975